Auf Luthers Spuren

Unterwegs in Thüringen

Oktober 2017

„Wohin fährst du in deinen Herbstferien?“  Wenn ich auf diese Frage mit „nach Thüringen“ antwortete, erntete ich oft nur schweigende Blicke. ‚Muss ich nicht haben. Okay, ist bestimmt ganz nett da. Was kann man denn da machen?‘, könnten die unausgesprochenen Gedanken gewesen sein. Es sei denn, jemand kannte sich aus. Der kam dann ins Schwärmen.

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Ich finde Deutschland eigentlich überall schön, wenn man sich die Zeit nimmt, genauer hinzuschauen, um das Schöne zu entdecken. Der Thüringer Wald mit dem berühmten Rennsteig oder der Hainich mit seinem alten Buchenbestand ist für Wanderer auf jeden Fall einen Besuch wert. Im Hainich, in Eisenach und Meiningen bin ich mehr per Zufall vor 17 Jahren zu einer Tages-Stippvisite mal gewesen und habe seitdem gedacht, dass ich mir die Gegend gerne noch einmal näher anschauen möchte. So kam es, dass Doris und ich uns den Thüringer Wald für unseren diesjährigen Herbsturlaub auserkoren haben.

Im Lutherjahr 2017, eine Woche vor dem Reformationstag, ist Thüringen doch quasi Pflicht, oder? Naja, für mich eigentlich nicht, aber Interesse hatte ich trotzdem, Erfurt mit der Universität und dem Augustinerkloster, die beide von Luther „heimgesucht“ wurden, Eisenach und die Wartburg sowie Schmalkalden kennenzulernen. Ebenso interessiert an Goethe, Schiller und Bach gibt es außerdem weitere Entdeckungsorte, auch …

… in Weimar

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Goethe-Schiller-Denkmal in Weimar

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Goldener Oktober

Unterwegs auf dem Ahrsteig und dem Rotweinwanderweg zwischen Mayschoß und Altenahr

10,5 km, gelaufen am 15. Oktober 2017
gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/ahrtal/ahrtal–zwischen-mayschoss-und-burg-are/112806298/

In sämtlichen Blogs oder YouTube-Chanels von Wanderern konnte man es schon lesen: Am Sonntag, den 15.10.17 war Himmel und Welt unterwegs, um den vielleicht letzten schönen und sonnigen Tag im Herbst zu genießen. Natürlich auch ich!

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Da oben will ich heute noch hin!

 

Ich hatte mir bei Outdooractive eine nette Tour im Ahrtal „gestrickt“, weil ich die Weinberge am liebsten habe, wenn die Blätter rot und gelb gefärbt sind. Doch schon die Anfahrt und erst recht die Parkplatzsuche gestaltete sich nicht leicht, so viel war da los! Ich hätte es mir eigentlich denken können.

Doch auf den Wanderwegen verloren sich zum Glück die Menschenmassen, die sich wegen eines Weinfests auch mehr in den Ortschaften aufhielten. Ein Weinlokal in Mayschoß beschallte die Passanten mit Schlagermusik – sehr zu meinem Leidwesen, da man es noch 6 km weit durchs Tal hören konnte. Wandern im Takt zu Helene Fischer. Hatte ich noch nie.

(Blick zurück zur Ruine Saffenburg oberhalb von Mayschoß)

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Waldmythenweg

Unterwegs auf dem Bergischen Streifzug Nr. 23

12,8 km
gelaufen am 03. Oktober 2017
gpx-Track unter: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/bergisches-land/waldmythenweg-waldbroel–mit-hunden/106576675/

Das Wetter ist uns an diesem Tag der Deutschen Einheit nicht besonders hold. Kalt und überwiegend regnerisch präsentiert sich das Bergische Wanderland, in dem es 24 Premium – Themenwege gibt, von denen Doris und ich heute einen erwandern wollten: den Waldmythenweg bei Waldbröl.

„Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter ist eine Welt voller Märchen und Wunder.“  (Theodor Heuss)

„Dieser Streifzug geht den faszinierenden Mythen des Waldes auf den Grund. Dabei gibt es auf den insgesamt elf Infotafeln am Wegesrand geheimnisvolle Wesen zu entdecken, von denen die Menschen seit Jahrtausenden annehmen, dass sie im Wald zu hause sind: Kobolde, Zwerge, Feen, Elfen, Riesen oder auch der böse Wolf.“ (Auszug http://www.bergisches-wanderland.de)

Die Fahrt durchs Bergische zum Startpunkt an der Vierbuchermühle gestaltete sich noch recht schön, aber kaum sind wir ausgestiegen und haben unsere Wanderstiefel geschnürt, geht ein heftiger Regenschauer hernieder. Wir stellen uns erst einmal bei den Angelhütten am nahgelegenen Teich unter und warten ab.

Am Dach des Unterstands entdecke ich interessante Insekten, bestimmt 10 Stück. Was sind das für Tiere?

Libellen im Larvenstadium? Continue reading „Waldmythenweg“

Klein, aber fein – Nette-Schieferpfad

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Unterwegs auf dem „Nette-Schieferpfad“

bei Mayen in der Vulkaneifel

9,2 km, 273 Hm
gelaufen am 01. Oktober 2017, Start: Hauptstr. 3, 53753 Trimbs
Gpx-Track oder Tour zum Ausdrucken unter: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/eifel/traumpfad-nette-schieferpfad/1391423/

An diesem Einstiegstag in den (hoffentlich) goldenen Oktober wollen meine Freundin und ich unser Traumpfad-Projekt erweitern und einen weiteren dieser 26 wunderschönen und sehr gut ausgeschilderten Wanderwege erforschen. Ich durfte wählen und entschied mich für den nur 9,2 km langen Nette-Schieferpfad.

„Oben Fels und unten Wasser – Naturbühne im Nettetal“, so lese ich es in meinem Wanderführer aus dem ideemedia Verlag. An einer Stelle soll es schroffe Felsklippen geben. Für die zu bezwingende Hangkante sind gute Kondition und Trittsicherheit gefragt. Also vielleicht der ideale Trainingsort für mich, meinen neu erlernten Umgang mit Höhenangst zu trainieren? Also: in die Wanderstiefel, fertig, los!

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Keine Höhenangst am Oelsbergsteig

Unterwegs auf dem Oelsbergsteig am RheinBurgenWeg bei Oberwesel am Rhein

Ca 4,9 km (hin und zurück), gegangen am 24. September 2017
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(c) Heikes Heimatwandern

„Hä, Steig? Ich denke, Aurora hat Höhenangst!“, werden aufmerksame LeserInnen meines Blogs jetzt vielleicht gedacht haben. Denkste! Ab heute nicht mehr!

Das war zumindest mein frommer Wunsch als ich mich zum Kurs „Höhenangst überwinden“ bei Heike Tharun (Heikes Heimatwandern, http://www.tharun-touren.de) angemeldet hatte. Diese Höhenangst oder der Höhenschwindel, genauso auch wie die Angst zu fallen, begleiten mich schon längere Zeit. Manchmal tritt die plötzliche Panik unvermittelt und schnell auf, manchmal belastet sie mich nur wenig.

An diesem nebligen Sonntag erlebte ich eine „Spontanheilung“ 🙂

Schon die Anfahrt zum Günderodehaus oberhalb von Oberwesel war spannend: Continue reading „Keine Höhenangst am Oelsbergsteig“

Lyrikweg Much

Unterwegs auf dem Lyrikweg um Much, bzw. dem Panorama-Rundweg Much

10 km
gelaufen am 10. September 2017

gpx-track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/region-koeln-bonn/lyrikweg-much-panorama-rundweg-much-/112421750/

Meine Wandergruppe fand sich an diesem Sonntag im September mal wieder zusammen, um einen neuen Wanderweg zu erkunden: den Lyrikweg Much. Dieser Wanderweg, mit einem weißen Kreis markiert, führt einmal um das Städtchen Much im Bergischen Land herum. Da auch diese Stadt wächst, gibt es mehrere Neubaugebiete in den Randlagen von Much (neben dem Hauptort Much gibt es noch einige Dörfer, die zu Much gehören), so dass der Weg viel durch diese hindurchführt. Muss man mögen.

Ich hatte schon einmal etwas von einem Panoramaweg Much gehört. In der ausgedruckten Wegbeschreibung des Lyrikwegs, den eine Wanderfreundin mitgebracht hatte, stand bereits in der Überschrift, dass wir den grünen Stelen mit der Wegmarkierung Panorama- Rundweg folgen sollten. Aha, beide Wege wurden also zusammen gelegt bzw. folgen derselben Route!

Da es sich um einen Rundweg handelt, kann man natürlich an jeder Stelle in den Weg einsteigen. Empfohlen werden aber zwei Startmöglichkeiten: der Parkplatz Walmwiese an der K46 oder das Hotel FIT Nähe der Ansiedlung Berghausen. Wir wählten letzteres, an dem gerade ein fröhlich-lautes Fest im Garten stattfand und wir nur mit Glück noch einen freien Parkplatz ergattern konnten.

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Auf ging es, sanft hinab durch die Wiesen mit Continue reading „Lyrikweg Much“

Von Locarno nach Cannobio/ Italien

Ausflug von Locarno aus nach Cannobio in Italien

Kleine Wanderung um den Ort herum, ca 10 km, gelaufen am 25. August 2017

Gpx-Track unter: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/verbano-cusio-ossola/cannobio-rundweg/112430144

Die Berghänge an der Nordwestseite des Lago Maggiore fallen steil zum Ufer hin ab und dennoch wurde jeder Quadratzentimeter ausgenutzt, dort zu bauen. Die Uferstraße schlängelt sich an senkrechten Felswänden und eng an der Straße stehenden Häusern vorbei. Zum See gibt es oft nur ein Geländer. Wenn ein Reisebus vorbei will, wird es eng. Die 17 km lange Strecke von Locarno nach Cannobio ist stark befahren. Der italienische Ort am See begrüßt uns mit Flair. Sonntags soll es in Cannobio einen tollen Markt geben, wir sind aber an einem Freitag hier, unserem letzten Ferientag im Tessin.

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Marmor, ein rauschender Wasserfall und eine faszinierende Kapelle

Unterwegs im Maggiatal

Sightseeingtour im Tessin entlang der Maggia

24. August 2017

Heute gibt es mal keinen Bericht von einer Wanderung, sondern von unserem Ausflug ins Maggiatal während unseres Urlaubs im Tessin: Schon die Fahrt von Locarno entlang der Maggia ins immer enger werdende Tal ist wunderschön. Das erste Ziel ist Peccia im Maggiatal, genauer die Scuola di Sculptura di Peccia, eine Bildhauerschule, an der Kurse angeboten werden, die sich an Professionelle wie an Amateure richten.

Im Ort wenden wir uns ins Pecciatal, einem kleinen Nebental der Maggia, und erreichen nach wenigen Metern die Schule. Wir werden freundlich beäugt, als wir das Gelände betreten und zwischen den Arbeitsblöcken der Künstler hindurch schlendern. Niemand stört sich aber daran. Besucher seien stets willkommen, steht in meinem Reiseführer. Hier liegen große Blöcke Marmor herum und als wir schon gehen wollen, bekommen wir noch den Tipp, wo man größere Marmorsteine weiter oben im Tal im Bachbett der Peccia finden kann.

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Rund um und auf die Cimetta (1671 m)

Kleine Bergtour von Cardada auf die Cimetta

Oberhalb von Locarno am Lago Maggiore/ Tessin, CH

gelaufen am 23. August 2017
9,8 km (Rundweg), 379 hm ab Bergstation
gpx-track zur Tour: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/tessin/cardada-cimetta-rundweg/112399850/

Es gibt ja einige Gipfel mit weiblichem Namen, die auf -spitze oder -wand enden, aber wenige, deren einfacher Name weiblich ist. Die Cimetta ist einer dieser Berge!

Heute haben wir uns den „Hausberg“ von Locarno vorgenommen. Die kleine Häuseransammlung Cardada bzw. den Berg Cardada mit 1340m Höhe erreicht man bequem mit der Seilbahn von Orselina aus, ein am Hang gelegener Stadtteil oberhalb von Locarno. An der „Tal“station in der Nähe des Klosters Madonna del Sasso sind wir zwei Tage zuvor schon mal vorbeigekommen. Die Gebäude der Tal- und Bergstation sowie die Gondel wurde von dem Tessiner Stararchitekten Mario Botta entworfen. Demnächst werde ich Bilder von seiner berühmten und beeindruckenden Kapelle im Maggiatal veröffentlichen. Continue reading „Rund um und auf die Cimetta (1671 m)“