Ich darf „für die Seele“ wandern!

Wanderungen für die Seele. Wunderschöne Wanderbücher mit Wohlfühlwegen aus dem Droste Verlag

Schon in das erste Buch mit „Wohlfühlwegen“ aus dem Droste Verlag, dass ich im März 2016 gekauft hatte, war ich ganz verliebt. Karl-Georg Müller, bekannt als „der Schlenderer“, hatte 20 wunderschöne Wege in der Eifel gefunden und sehr anschaulich beschrieben. Man möchte beim Lesen am liebsten sofort loswandern!

Als der Schlenderer in seinem Blog letzten Herbst erwähnte, dass es einen zweiten Band über den Rheingau und Taunus geben wird, wusste ich sofort, was ich mir fürs Frühjahr auf meine Wunschliste setzen werde. Da steht das Buch zurzeit noch, denn zunächst wanderten zwei andere, frisch gedruckte Bände dieser Reihe in meinen Einkaufskorb:

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Und auch hier finde ich das Konzept wunderbar umgesetzt. Ich habe viele neue Inspirationen für Wanderungen bekommen. Doch müssen die erst einmal warten. Ebenso die Erkundigung meines neuen Bonnpfads. Warum?

Mein neues Projekt

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Im Sauerland

Unterwegs im Schmallenberger Land, März 2018

In der Woche vor Ostern war ich mit Monika im Sauerland unterwegs. Sie hatte mir ein Wanderwochenende in ihrer Heimat zu meinem letzten Geburtstag geschenkt. Und so fuhren wir gemeinsam Ende März nach Schmallenberg.

Jetzt, da die Natur schon so schön grün ist und überall Blumen blühen und ganze Wiesen gelb färben, mag ich fast nicht die winterlichen, kahlen und teils verregneten Fotos aus dem März posten, doch waren die gemeinsamen Tage mit Monika im Sauerland so schön, dass die Dokumentation der Wege hier nicht fehlen darf. Besonders der Westfelder Rundweg lohnt sich nämlich auch jetzt in der wärmeren Jahreszeit.

Außerdem kann ich momentan hier nichts von meinen aktuellen Wanderungen berichten. Warum? Das ist noch ein Geheimnis, aber ich hoffe, euch in ein paar Tagen den für mich erfreulichen Grund berichten zu können.

Unsere erste Wanderung war ein Rundweg bei Westfeld, die zweite bei Schanze auf dem Skulpturenweg des Rothaarsteigs und die dritte Tour ging durch die Wisent-Wildnis bei Jagdhaus.

1) Westfeld-Runde mit 9,7 km * gewandert am 27. März 2018

GPS-Daten

Monika fuhr nach Westfeld in der Nähe von Schmallenberg. Dort starteten wir unsere Wanderung an der Kirche im Ort.

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Die Sonne konnte sich an diesem Tag nicht so recht entscheiden, ob sie sich gegen die mächtigen Wolken noch durchsetzen wollte oder nicht, doch blieb es zum Glück weitestgehend trocken für uns. Die Westfeld-Runde entspricht zu großen Teilen dem mit W1 ausgeschilderten Rundweg „Schwedensteig-Heidenstraße“, allerdings ist sie kürzer. Gefunden haben wir diese Wanderung auf der Internetseite zum Sauerländer Höhenflug.

Gleich zu Beginn ging es den Berg hinauf, wodurch uns schon bald wunderschöne Fernblicke beschert wurden.

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Im Tal, südlich von Westfeld, zogen noch Langläufer ihre Runden auf den letzten Schneeresten der Loipe.

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Wir hingegen kamen ganz schön ins Schwitzen, denn es ging gehörig den Berg hinauf. Sauerland eben!

Der erste Teil der Tour war geprägt von Weihnachtsbaumschulen: Fichten in allen Größen und in Reih‘ und Glied gepflanzt!

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An den Spitzen waren kleine dünne „Antennen“ mit bunten Klammern angebracht und ich fragte, wofür die wohl seien. Monika wusste es: Continue reading „Im Sauerland“

Viel zu schauen auf dem Moselsteig – Etappe 17, 2. Teil

Unterwegs auf dem Moselsteig von Senhals nach Beilstein.

Ca 10 km

gewandert am 2. April 2018

Am letzten Tag unseres Osterurlaubs liefen Doris und ich einen Teil der 17. Etappe. Diversen „Wehwechen“ unserer Füße geschuldet, sollte es bewusst keine lange Etappe sein. Außerdem stand an diesem Tag noch die Heimreise an.

Geplant war mit dem Auto nach Beilstein zu fahren, überzusetzen und mit der uns schon bekannten Buslinie weiter bis Senhals zu fahren, um dort die Etappe zu starten, denn der Bus auf der rechten Moselseite fuhr am Feiertag zu selten. Doch nachdem wir gefrühstückt und das Auto gepackt hatten, war noch so viel Zeit bis zur Abfahrt des Busses übrig, dass wir entschieden, direkt bis Senhals durchzufahren.

Und so starteten wir unsere letzte Wanderung für 2018 an der Moselbrücke zwischen Senhals und Senheim. Zumindest ist für dieses Jahr keine weitere Wanderung auf dem Moselsteig geplant. Aber man weiß ja nie….

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von Doris

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Der Doppelort Senheim-Senhals war früher schon in römischen und mittelalterlichen Zeiten ein bedeutender Ort. Hier gab es wegen einer Insel eine günstige Stelle, um auf Handels- und Pilgerwegen von Maintz bzw. Bad Kreuznach in Richtung Eifel und Flandern die Mosel zu überqueren.

In Senheim erklommen wir die Weinberge, blickten auf das in morgendlicher Ruhe liegende Senhals hinab und liefen dann auf einem sehr gemütlichen Höhenweg oberhalb der Weinberge bis Mesenich. Dort verlief der Moselsteig parallel zu einem Kulturweg, auf dem viele Steintafeln mit Sprüchen, Skulpturen sowie Büsten ortsansässiger Winzer installiert waren.

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Wir ließen uns Zeit, denn es gab viel zu sehen und zu entdecken. Interessant waren vor allem die Aktivstationen, bei denen man entweder Glücksrad für Sinnsprüche spielen oder sich im Gewichtheben üben konnte.

Den mittleren Stein konnte ich noch heben, doch beim großen ganz rechts Continue reading „Viel zu schauen auf dem Moselsteig – Etappe 17, 2. Teil“

„Gefährlicher“ Moselsteig – Etappe 18

Unterwegs auf dem Moselsteig zwischen Beilstein und Cochem

13,8 km ausgewiesene Etappenlänge. Meine Tageskilometer laut Garmin: 19,8 km

gewandert am 31. 3. 2018

Am zweiten Tag unseres Mosel-Wanderurlaubs am Osterwochenende wanderten Doris und ich die Etappe 18 des Moselsteigs von Beilstein nach Cochem. Da wir in Cochem wohnten, fuhren wir zunächst mit dem Bus, der auf dem Uferweg unterhalb unserer Pension abfuhr, nach Ellenz und setzten dort mit der Fähre nach Beilstein über. Im Internet hatten wir die Information gefunden, dass die Fähre ab Ostern wieder fahre. Heute war der Tag vor Ostern – fuhr sie nun oder fuhr sie nicht? Ein kurzer Anruf bestätigte uns: sie fährt!

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Die Busse fuhren am Osterwochenende nach dem Werktagsplan, was wir aber erst am Osterdienstag per Aushang an der Haltestelle erfuhren. Hätten wir das gewusst, wären wir schon früher aufgebrochen, denn so gingen wir davon aus, dass unser Bus erst um 11:19 h fuhr. Unser Wanderstart verschob sich dadurch auf den Mittag, was für diese Etappe etwas spät war.

Erst einmal waren wir völlig verzückt von dem hübschen Ort Beilstein. Beide hatten wir schon gehört, dass es sich um ein schönes Örtchen handeln soll und konnten dies nun nur bestätigen.

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In einem kleinen Shop erstanden wir eine Wanderkarte zum Moselsteig, da die Karten im Wanderführer bisher nicht so ganz unseren Erwartungen entsprachen. Wir wären gern noch etwas geblieben, aber wir waren ja zum Wandern hierher gekommen! Continue reading „„Gefährlicher“ Moselsteig – Etappe 18″

Moselsteig – Etappe 19: habe fertig!

Unterwegs auf dem Moselsteig zwischen Pommern, Klotten und Cochem, Etappe 19

mit Zuwegen 14,6 und 11,3 km

gewandert am 30.3. und 1.4.2018

Bei unserem diesjährigen Oster-Kurzurlaub an der Mosel quartierten Doris und ich uns in Cochem-Sehl ein. Im „Haus Erholung“ fanden wir, was der Name versprach. Doch bevor wir am Karfreitag in unser Zimmer eincheckten, wollten wir die Etappe 19 wandern. Im letzten Jahr hatten wir schon ein kleines Stück von Pommern nach Treis-Karden gemacht, es fehlten uns also noch rund 19 km dieser Königsetappe. Beide waren wir vorher krank gewesen und nicht so trainiert, so dass wir ausmachten, in umgekehrter Laufrichtung in Pommern zu starten und zu schauen, wie weit wir kämen. In Klotten gab es nämlich einen Bahnhof und der Moselsteig führte geradewegs daran vorbei. Und so ergab es sich, dass uns am ersten Wandertag der Abschnitt bis Klotten genügte und wir dafür am Ostersonntag die restlichen 6,7 km in Angriff nahmen. Da beide Teile jeweils einen starken Auf- und Abstieg beinhalteten und wir zwischen Hotel und Bahnhof weitere 3,5 km zurücklegten, reichte das für den etwas verregneten Feiertag.

1. Teil Karfreitag

Nun aber zurück zum Karfreitag, der uns freundlich begrüßte, was die Vorfreude auf die bevorstehenden Wandertage noch verstärkte. In Pommern folgten wir dem erstbesten Moselsteig-Wegweiser, verloren dann aber die Spur des Wegs. Ein freundlicher Anwohner wies uns die Richtung, was sich zwar als Fahrstraße Richtung Klotten herausstellte, nicht aber der gewünschte Wanderweg war. Kein Problem, wir sind ja des Lesens einer Wanderkarte mächtig (die wir allerdings erst einen Tag später erstanden haben – hier war es das Wandernavi 🙂 ). Wir folgten nur ein ganz kurzes Stück der kurvenreichen Straße, die sich zwischen Weinbergen den steilen Hang hinaufschob und erreichten eine Kreuzung mit dem Moselsteig. Nun liefen wir beschwingt in leichtem Auf und Ab auf unserem Wanderweg unterhalb der riesigen, weißen Sonnenuhr von Pommern hindurch, linkerhand den Blick auf die Mosel gerichtet.

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*

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Da noch kein Grün an den Bäumen war, suchten meine Augen jede noch so kleine Farbigkeit am Wegesrand: die ersten Schmetterlinge, Buschwindröschen oder leuchtend gelbe Flechten.

Kurz überlegte ich, dass ich dieses Beige-Braun nun wohl immer mit dem Moselsteig in Verbindung bringen werde, wenn wir ihn jedes Jahr um Ostern herum wandern werden. Zum Glück ist das Osterfest nicht fix. Letztes Jahr war die Natur nämlich weiter gewesen, doch die Weinberge werden wohl immer nur braun in Erinnerung bleiben.

Schon bald sollten wir den Blick auf die Mosel für ein längeres Stück vermissen, Continue reading „Moselsteig – Etappe 19: habe fertig!“

Zum ersten Mal Moselsteig

Unterwegs an der Mosel zwischen Pommern und Kobern-Gondorf

Moselsteig – Etappen 19, 20 und 22

gewandert April (Ostern) 2017

„Sollen wir nicht mal an die Mosel fahren?“ – so lautete einst die Frage meiner Freundin Doris, mit der ich meistens meine Urlaube verbringe. Drei Tage über Ostern hatten wir gemeinsam Zeit. Gedacht, gesagt, getan. Wir fanden ein gutes Arrangement in Treis-Karden an der unteren Mosel und mieteten uns dort ein. Anreisetag war der Karfreitag. Wir fuhren bei strahlend blauem Himmel zum Schlosshotel Petry nach Karden (denn Treis ist auf der anderen Moselseite), durften morgens um 10 h bereits im Hotel einchecken und machten eine halbe Stunde später direkt vom Hotel aus die ersten Schritte auf dem Moselsteig, denn die Etappe 20 startete direkt im Ort.

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Treis-Karden

An diesem Tag führte uns der wunderschöne Weg an der Hangkante oberhalb der Mosel entlang zu wunderbaren Aussichtspunkten….

 

 

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… durch Buxbaumwälder…

 

 

… an Kreuzwegen vorbei bis aufs Moselplateau…

 

 

und wieder hinunter zur Burg Eltz.

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Von dort nahmen wir entlang des Elzbaches den Zuweg nach Moselkern, wo wir mit dem Zug zurück nach Karden fuhren. Es war ein sonniger und warmer Tag Continue reading „Zum ersten Mal Moselsteig“

Moselsteig

In den letzten Tagen war ich wieder auf dem Moselsteig unterwegs. Dieser Fernwanderweg hat das Prädikat „Deutschlands schönster Wanderweg“ nach meiner Ansicht wirklich verdient!

Auf 365 Kilometern schlängelt sich der Weg von Perl an der Luxemburgischen Grenze bis nach Güls, einem Vorort von Koblenz, das bekanntlich am Rhein liegt. 2014 wurde der Moselsteig eröffnet und bereits 2016 gewann er in einer Publikumswahl den 1. Platz in der Kategorie Routen als Deutschlands schönster Wanderweg.

Weinberge, Relikte aus der Römerzeit, weitere Weinberge, mittelalterliche Burgen und – wer hätte es gedacht – noch mehr Weinberge prägen die Landschaft an der Mosel. Charakteristisch oder passend zu den steilen Weinlagen sind auch die Wanderwege, vor allem an der Mittelmosel, oft sehr steil.

Der Moselsteig ist mit den Qualitätssiegeln „Wanderbares Deutschland“ vom Deutschen Wanderverein und dem „Leading Quality Trail – Best of Europe“ der Europäischen Wandervereinigung ausgezeichnet. Continue reading „Moselsteig“

Rheinsteig – Stempeljagd

Ihr Lieben, hier ist der Beweis, dass ich mein Stempelheft vom Rheinsteig noch voll bekommen habe:

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Nach den ersten beiden Etappen hatte ich in Linz im Rathaus dieses Stempelheft gefunden. Auch eine Übersichtskarte des Rheinsteigs bekam ich dort, die ich mir an die Wohnzimmertür klebte und jedes neu gewanderte Teilstück gelb markierte.

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Das war sehr motivierend für mich. Continue reading „Rheinsteig – Stempeljagd“

Rheinsteig (25) – der Geruch ehrwürdiger Mauern

Unterwegs auf dem Rheinsteig von Oestrich-Gottesthal nach Kiedrich

11,5 km, zweiter Teil der offiziellen 19. Etappe, meine persönliche Etappe 25

gewandert am 12. April 2017

Gps-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/taunus/rheinsteig-19.-etappe-teil-b-von-oestrich-winkel-nach-kiedrich/113977222/

Ich hatte eine insgesamt etwas unruhige Vollmondnacht in der Pension Kühns Mühle in Oestrich- Gottesthal verbracht. Mein Rücken beschwerte sich heftig. Dennoch hatte ich große Lust, weiterzugehen. Fröhlichen Mutes ging ich um 7:30 h zum Frühstück. Ich war dort ganz allein. Höflich fragte ich nach einem Lunchpaket für den Tag und durfte mir für einen sehr kleinen Aufpreis ein belegtes Brötchen und ein hartgekochtes Ei mitnehmen.

Nun ging es los. Kaum aus dem Haus, stand ich schon auf meinem Wanderweg, der mich eine kleine Anhöhe hinaufführte, von der ich einen sehr schönen Weitblick ins Rheintal hatte.

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Blick zurück zur Pension

Da ich in der Pension keinen Stempel bekommen hatte und das Hotel Neugebauer, welches in der Nähe von Johannisberg direkt am Rheinsteig liegt und auch einen haben soll, noch Winterpause hatte, überlegte ich mir im Laufe des Wandertages wie ich daran kommen könnte. Lest bis zu Ende, da löse ich auf :-). 7 km bis Kloster Eberbach stand auf dem Wegweiserschild. Das ist doch nicht viel. Also los!

Auf der Anhöhe hinter der Pension erreichte ich eine Schutzhütte und sah eine weitere alleine wandernde Frau den Hügel hinauf kommen: Da war also noch jemand früh unterwegs, denn sie muss in einem der Orte vor meiner im Niemandsland gelegenen Pension gestartet sein. Für mich kam es ja nicht so häufig vor, schon am früheren Vormittag, d.h. ohne vorherige Anfahrt, unterwegs zu sein. Aber es gefiel mir.

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Rheinsteig (24) – Weinberge, Schlösser und Klöster

Unterwegs auf dem Rheinsteig von Rüdesheim bis Oestrich-Gottesthal (Pension Kühns Mühle)

14,5 km mit Zuweg, offiziell zweiter Teil der 18. und Beginn der 19. Etappe, meine persönliche Etappe 24

gewandert am 11. April 2017

GPS-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/taunus/rheinsteig-18.-etappe-teil-b-19.-etappe-teil-a-von-ruedesheim-ebental-nac/113944561/

„Im Menschen sind Feuer, Luft, Wasser und Erde, und aus ihnen besteht er. Vom Feuer hat er die Wärme, von der Luft den Atem, vom Wasser das Blut und von der Erde den Körper. Dem Feuer verdankt er das Sehen, der Luft das Hören, dem Wasser die Bewegung und der Erde seinen Gang.“

Hildegard von Bingen (1098 – 1179)

Frühjahrsurlaub! Hinaus auf den Rheinsteig! Diese und die nächste Etappe habe ich wieder mit einer Übernachtung verbunden. So lohnte sich die weite Anfahrt von Bonn umso mehr. Die Bus- und Bahnfahrt nach Rüdesheim gestaltete sich bis Assmannshausen, eine Station vor meinem Ziel, auch reibungslos. Doch in Rüdesheim war ein LKW in die Oberleitung gefahren und hatte sie mitgerissen, so dass der Zug in Assmannshausen erst einmal stehen blieb und wartete, bis dann ein Schienenersatzfahrzeug zur Verfügung gestellt wurde. Der Bus fuhr uns über Berge und Dörfer und ich fragte mich echt, wo der hin wolle. Erst in Rüdesheim am Bahnhof verstand ich, warum er diesen Umweg genommen hatte, denn die Schranken am einzigen Bahnübergang zwischen Rheinuferstraße und Stadt waren heruntergelassen und von einem speziellen Schienenfahrzeug aus waren Handwerker damit beschäftigt, die letzten Reparaturen an der Oberleitung vorzunehmen. Der Bus hätte gar nicht am Rhein entlang fahren können. Also, hätte er schon, aber wir Fahrgäste wären hier nicht über die Gleise nach Rüdesheim gekommen. Somit war ich dem Busfahrer sehr dankbar für diesen Umweg, der mir auch interessante Einblicke ins Hinterland bescherte.

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in Rüdesheim

Mit 30 minütiger Verspätung kam ich in Rüdesheim an. Wie gut, dass ich es nicht eilig hatte und schon bei der Anfahrt eine zusätzliche Pufferzeit einberechnet hatte.  Das einzige, das ich in Rüdesheim noch zu erledigen hatte, war die Jagd nach dem Rheinsteigstempel (siehe vorigen Bericht) und dieses Mal erhielt ich ihn problemlos. An der Bäckerei Laquai nebenan setzte ich mich draußen in die Sonne und frühstückte erst einmal ausgiebig. Auch das hatte ich vorher so geplant. Da ich heute mein Übernachtungsgepäck mit mir herumtrug, wog mein nicht allzu großer Rucksack ordentlich und drückte mir ungewohnt auf die Lendenwirbelsäule.

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Gestärkt machte ich mich auf den Zuweg zum Rheinsteig, wo ich ihn das letzte Mal verlassen hatte. Die Abtei Sankt Hildegard grüßte mich wieder vom Berg oben. Bei Ebental erreichte ich meinen Wanderweg. Er verlief am Stegbach entlang und erreichte schon nach kurzer Zeit das ehemalige Kloster Nothgottes, heute ein Hofgut.

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