Rheinsteig (4) – unter glühender Sonne

Unterwegs auf dem Rheinsteig von Rheinbrohl nach Leutesdorf

gelaufen am 21. August 2015, zweiter Teil der offiziellen 5. Etappe, meine persönliche Etappe 4
11 km (inkl. Zuwege & Abwege)
& Rundtour oberhalb von Leutesdorf, gelaufen am 29. April 2017 mit 6,4 km – zähle ich nicht als Rheinsteigetappe
gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/romantischer-rhein/rheinsteig-teil-b-der-5.-etappe-von-rheinbrohl-nach-leutesdorf/112026782/

Meine vorige Etappe auf dem Rheinsteig ist 6 Tage her, es zieht mich raus! An einem Freitagnachmittag nach der Arbeit will ich die offizielle 5. Etappe bis Leutesdorf vollenden. Bisher teile ich mir die von der Rheinsteig-Website vorgeschlagenen Etappen oder auch die aus meinen zwei Wanderbüchern meist in kürzere Strecken ein. Für Interessierte, die auch kürzere Wanderungen machen wollen, stelle ich den Track bei http://www.Outdooractive.com ein.

Ich hatte richtig Lust. Der Himmel – dunkelblau. Es war ziemlich heiß. Ich bin mal wieder niemandem auf meinem Weg begegnet, wie schon letzte Woche. Ja, wer geht schon bei dieser Hitze raus und läuft weite Strecken unbeschattet durch die Weinberge? ICH!Heute plante ich meine Anfahrt mal anders: Da ich nur einen halben Tag Zeit hatte und am Abend keine Lust, lange auf Bus oder Bahn zu warten, fuhr ich mit dem Auto zum Zielpunkt bis nach Leutesdorf und suchte mir einen kostenlosen Parkplatz in einer Seitenstraße in der Nähe der Bushaltestelle „Leutesdorf Kirche“ (Hauptstraße), die ich mir vorher herausgesucht hatte (www.vrm.info). Ich hatte noch genug Zeit, meine Wanderschuhe anzuziehen und die Autoscheiben gegen die Hitze abzudecken, bis der Bus kam, der mich nach Rheinbrohl zum Startpunkt bringen sollte.

In Rheinbrohl am Bahnhof stieg ich aus und folgte den gelben Zuwegsschildern zum Rheinsteig. Nach Überquerung der B42 wurde ich sogleich gefordert, denn ein heftiger Anstieg führte mich über wunderschöne Wiesenwege, teilweise über ausgesetzte Schieferpfade oder durch stacheliges Kleingehölz am Steilhang hinauf zur Rheinbrohler Lay. Oben angekommen war ich völlig geflasht von dem wundervollen Ausblick, der sich mir bot.

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Blick auf das linksrheinische Brohl

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Bisher bin ich ja vorwiegend morgens losgewandert und von Norden nach Süden/Südosten. So schaute ich meistens in die Sonne, wenn ich das Rheinpanorama bewunderte. Doch um diese nachmittägliche Uhrzeit war der Anblick des Rheintals noch atemberaubender.

Von der Rheinbrohler Lay
Blick von der Rheinbrohler Lay nach Süden

Hammerstein

Lange hielt ich mich an dem kleinen, achteckigen Pavillon oben auf und genoss den erhabenen Rundumblick, bevor ich über das Felsplateau weiter entlang hübscher Wiesen und Weiden dem Bergwald von Hammerstein zustrebte.

Bald umgab mich der schattige Eichenwald und in großen Serpentinen senkte sich der Weg 240 hm ins Tal des Hammersteiner Bachs hinab. Viele Waldameisen kreuzten meinen Weg, auch Rotkehlchen und Spechte ließen sich blicken und hören. In dieser Gegend, also eigentlich schon seit Linz, findet man sehr viele rote Hinweisschilder zu lokalen Wanderwegen. Es lohnt sich bestimmt, hier ein weiteres Mal hinzukommen und einen dieser Wege zu gehen. Zur Rheinbrohler Lay muss ich unbedingt noch einmal kommen!

In Niederhammerstein ging der Waldweg in die Dorfstraße über und die ersten Häuser des Ortes kamen. Ich nahm mein spätes Mittagessen auf einer Bank am Straßenrand unterhalb eines Steinkreuzes ein – im Schatten! Ich blickte auf das gegenüberliegende Haus und etwas ins Tal hinab, bis…. ja bis eine Anwohnerin ihren SUV direkt vor meiner Nase quer vor meiner Bank abstellte. Quasi nur einen Meter vor meinen Füßen! Meine Sicht war damit versperrt und mir die Lust auf Rast sofort vergangen. Tja, Schatten war in diesen Tagen eben heiß begehrt.

In Hammerstein wurde die B42 gerade als Ortsumgehung mit Schallschutzwand umgebaut, so dass der Rheinsteig via Umleitung durch den Ort, anstelle am Rhein entlang, geführt wurde.

Der nächste Anstieg zur Ruine Hammerstein folgte. Eine Anwohnerin, die gerade im Garten Wäsche abhängte, bemitleidete mich, dass ich den schweren Anstieg nun vor mir hätte 🙂

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Blick zurück zur Rheinbrohler Lay

Knackig war der Anstieg zwar, aber nicht zu lang, so dass ich mich schnell wieder „erholt“ hatte. Den Abstecher zur Burgruine Hammerstein an den Steilklippen zum Rhein ersparte ich mir mit Blick auf die Uhr, es war nämlich schon 17:20 h und es lagen noch 5 km vor mir. Doch im Nachhinein fand ich es schade, nicht hingegangen zu sein, denn ich habe in Berichten anderer Wanderer gelesen, welch einen schönen Ausblick man von dort haben soll.

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Oben thront die Ruine Hammerstein

Etwas schnelleren Schrittes erreichte ich durch Wald und Weinberge das Tal des Mühlbachs zwischen Hammerstein und Leutesdorf und war damit wieder fast auf Rheinniveau angekommen. Doch sofort stieg der Weg erneut hinauf in die ausgedehnten Leutesdorfer Weinlagen.

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In der Ferne konnte ich Andernach auf der anderen Rheinseite zu sehen:

Der restliche Weg nach Leutesdorf war unheimlich schön: Beständig das tolle Panorama im Blick folgte ich dem geschwungenen Wirtschaftsweg durch die Weinberge. Es ging noch einmal bergauf. Sehr viele Grillen hüpften vor meinen Füßen davon, es wimmelte vor Eidechsen an den Mauern und Schmetterlinge tanzten in der Sonne. Der Schiefer hatte sich sehr aufgeheizt, so dass der schutzlose Weg nun doch etwas mühselig wurde.

Als der Rheinsteig sich bei einer Kehre zum zweiten Mal bergauf begeben wollte, entschied ich mich mal wieder für die Alternative Rheinhöhenweg, der zwar parallel zum Rheinsteig, aber einige Terrassen tiefer verlief und mir somit einen leichteren Abstieg nach Leutesdorf bescheren sollte. Außerdem hatte ich Bedenken wegen einer in meinem Buch beschriebenen „Kraxelstelle“ bei der Edmundhütte. Da hatte ich etwas Respekt vor, denn ich habe Höhenschwindel und bin dann nicht so trittsicher. Im Nachhinein muss ich sagen, dass mir die Beschreibungen in meinem Wanderbuch oft im Vorhinein mehr Angst eingeflößt hatten, als die besagte Stelle vor Ort, so dass ich irgendwann wusste, dass es nicht so schwer kommen wird, wie beschrieben.

Leutesdorf
Blick auf Leutesdorf

Der letzte Kilometer zog sich wie Kaugummi und ich war froh, endlich das Schützenhaus zu erreichen und dort einen Abstieg hinab in den Ort zu finden.

Doch winkten die roten Sonnenschirme mir oben von der Terrasse der Edmundhütte munter zu: „Komm vorbei! Hier oben ist es soooo schön!“

Diesem Ruf folgte ich am 29. April 2017. Ich holte die ausgelassenen Rheinsteigkilometer in einer kleinen Rundtour in den Leutesdorfer Weinbergen nach:

gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/romantischer-rhein/leutesdorf-ausblicke/109970234/

 

2 Antworten auf „Rheinsteig (4) – unter glühender Sonne

    1. Hallo ihr beiden,
      vielen Dank für euren Kommentar! Bin gespannt auf eure Berichte „irgendwann“ vom Rheinsteig, aber jetzt demnächst vom Watzmann.
      Ich komme gerade von einem wunderschönen Urlaub aus dem Tessin zurück. Davon werde ich auch berichten.
      Gruß
      Aurora

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