Panoramaweg oberhalb von Locarno

Sentiero Collina Alta

Start und Ziel: Casa Egner oder das Kloster Madonna del Sasso (Orselina)

9,7 km, 430 Hm, Rundweg

GPX-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/tessin/sentiero-collina-alta-locarno/112272664
gelaufen am 20. August 2017

Es sollte eine leichte Eingewöhnungstour am ersten Tag des Urlaubs werden, doch es ging gleich knackig los. Unsere anvisierte Wanderung aus dem Kompass-Wanderführer vom Lago Maggiore, die wir mit einer anderen Route von Outdooractive kombiniert zu einer eigenen Tour „gebastelt“ haben (siehe link oben), sollte am Kloster Madonna del Sasso in Orselina, oberhalb von Locarno und unserem Feriendomizil starten. Also, auf dorthin! Das Kloster war doch ganz nah, direkt hinterm Wäldchen neben unserer Wohnung! Zu sehen war das Kloster von uns aus nicht, doch hatte es uns am heutigen Sonntagmorgen bereits mit deutlich vernehmbaren, mehrstimmigen Glockenklängen begrüßt.

Die ersten Schritte dorthin bedeuteten 90 Höhenmeter über Stufen hinauf zu erklimmen. Wer Panoramasicht haben möchte, wohnt hier am Hang. Wer am Hang wohnt, muss Treppensteigen können! Ui, ging mir da die Pumpe! Ich empfand den Aufstieg als ungewohnt beschwerlich und in der Hitze des Tages umso mehr. Doch war nur der Anfang steil, nachher sah es so aus:DSCN5074Die Besichtigung des Klosters kam als abkühlende Maßnahme gerade recht. Aber auch der phantastische Ausblick hinab nach Locarno und Ascona begeisterte uns.

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DSCN5084DSCN5086Bis zur Madonna del Sasso fährt übrigens auch eine kleine Zahnradbahn von Locarno aus. Für uns hieß es aber zu Fuß weiterzugehen, hinauf in den Stadtteil Orselina, in dem es vor schicken, großen Wohnhäusern und Residenzen nur so wimmelt, und noch weiter hinauf in den etwas älteren Stadtteil Locarno Monti. Auch hier ergab sich ein schöner Blick hinab zum See.DSCN5089

Zunächst folgten wir den Schildern nach Monte Bre und San Bernardo, doch bog bald nach Verlassen des Ortes unser Sentiero Collina Alta („Wanderweg hoher Hügel“, bezeichnet mit der Nr. 74) nach rechts Richtung Contra ab. Von hier ab war der weitere Aufstieg nicht mehr steil und somit auch nicht mehr beschwerlich. Außerdem lag der Weg im Schatten. Wunderschön wand sich der Höhenweg und der nur unmerklich weiter ansteigende Pfad durch den lichten Wald. Überall huschten Eidechsen vor unseren Schritten davon und flüchteten in die nächsten Felsritzen. Ab und zu öffnete sich die Sicht ins Tal und in kleinen Schluchten führten Stege über plätschernde Bäche. Eine Idylle!

Nach 6,3 km bei Al Salto kamen wir an eine alte Eselsbrücke, eine romanische Bogenbrücke aus Natursteinen, deren Boden aus lauter dicken Kieselsteinen bestand und deren Pfeiler direkt auf den Felsen im rauschenden Gebirgsbach Navegna standen. Pont del Sipp wurde sie von den Bewohnern genannt, nach einem Bauern Sipp, der in der Sommerzeit jenseits der Brücke gewohnt hatte. Ganz in der Nähe fiel das Wasser in einem rauschenden Wasserfall vom Felsen herab, suchte sich seinen Weg an ausgewaschenen Felsbrocken vorbei und grub sich unterhalb der Brücke tief in den Felsen ein. Ein tolles Naturschauspiel.

Die Brücke selbst hatte nur ein recht niedriges gemauertes Geländer. Ein ungewohntes Gefühl und eine Herausforderung für meinen Gleichgewichtssinn!

DSCN5128DSCN5131Von hier traten wir den Rückweg an. Einige hundert Meter vor der Brücke waren wir an einer kleinen Kapelle im Wald vorbeigekommen, neben dieser wir nun nach Brione sopra Minusio auf dem Sentiero de L’Arte abstiegen. In regelmäßigen Abständen fanden sich Tafeln mit Erklärungen zu kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand, so wie zu dieser Kapelle:

Capéla Rota, eine Zufluchtskapelle von Anfang 1600, deren Bau aufgrund immer wieder wütender Epidemien im Dorf nie fertiggestellt wurde. Im „steinreichen“ und „holzarmen“ Tessin hat sich eine besondere Hausbauweise durchgesetzt, in der die Steine für die Mauern ohne Fugen und Mörtel übereinander geschichtet werden, was an der Wand oben gut sichtbar ist.

Doch ist das Holz so knapp, dass man dieser Bank schon die Beine geklaut hat?DSCN5110

 

Auf steinigen Treppenabstiegen („Salitas“) ging es hinab in den Ort Brione sopra Minusio, wo wir im alten Postamt eine Pause einlegten. Heute ist darin ein Café!

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Auf dem sogenannten Panoramaweg ging es nun zurück nach Orselina. Der Weg macht seinem Namen alle Ehre:DSCN5135

 

Über die nun bekannten Treppen erreichten wir wieder unsere Ferienwohnung. Am nächsten Tag soll es ins wildromantische Verzascatal gehen. Da freuten wir uns schon mächtig drauf, hatten wir doch nur Begeisterndes davon gehört.

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