Klein, aber fein – Traumpfad Nette-Schieferpfad

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Unterwegs auf dem „Nette-Schieferpfad“ bei Mayen in der Vulkaneifel

9,2 km, 273 Hm
gelaufen am 01. Oktober 2017, Start: Hauptstr. 3, 53753 Trimbs
Gpx-Track oder Tour zum Ausdrucken unter: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/eifel/traumpfad-nette-schieferpfad/1391423/

An diesem Einstiegstag in den (hoffentlich) goldenen Oktober wollen meine Freundin und ich unser Traumpfad-Projekt erweitern und einen weiteren dieser 26 wunderschönen und sehr gut ausgeschilderten Wanderwege erforschen. Ich durfte wählen und entschied mich für den nur 9,2 km langen Nette-Schieferpfad.

„Oben Fels und unten Wasser – Naturbühne im Nettetal“, so lese ich es in meinem Wanderführer aus dem ideemedia Verlag. An einer Stelle soll es schroffe Felsklippen geben. Für die zu bezwingende Hangkante sind gute Kondition und Trittsicherheit gefragt. Also vielleicht der ideale Trainingsort für mich, meinen neu erlernten Umgang mit Höhenangst zu trainieren? Also: in die Wanderstiefel, fertig, los!

Wir starten in Trimbs, einem kleinen Ort in einem Taleinschnitt in der Nähe von Mayen. Direkt an der Nette, unterhalb der Brücke der Umgehungsstraße, stellen wir das Auto auf dem Wanderparkplatz ab und inspizieren die Wanderkarte. Eine alte Steinbrücke führt über den Fluss: Startpunkt des Traumpfads.

Hier hat sich der Wegepate ganz besondere Mühe gegeben, den Weg ins rechte Licht zu rücken und hat dazu eigens eine DVD erstellt, die es hier für nur 1,- € zu erwerben gibt und deren Erlös an die SOS-Kinderdörfer gespendet wird. Der Käufer wirft einen Euro ein und entnimmt eine DVD aus dem daneben stehenden Kasten. Nett. Einen weiteren Kasten gibt es für Fundstücke vom Traumpfad. Das ist ja mal ’ne Idee!! Hab in meinem Wanderleben schon mehrere Handschuhe, Mützen oder sogar Wanderstöcke am Wegesrand liegen sehen. Meistens lässt man ja die Dinge dort, wo sie sind, in der Hoffnung, dass der Besitzer noch einmal vorbeikommt und sie wiederfindet.

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Jetzt geht es aber wirklich los. Ein schmaler Trampelpfad führt uns zwischen noch feuchten Blättern, oben wie unten, in ein Waldstück hinein. An einem plätschernden Zulauf entdecke ich einen Stollen. Der Schieferabbau ist hier allgegenwärtig. Direkt dahinter steht die erste Entscheidung an: rechts ist der felsige Aufstieg, nicht empfohlen bei feuchter Witterung, links der gemächliche Anstieg. Es ist noch feucht, wir wählen den linken Weg. Ich bin schon etwas enttäuscht. Sollte mein Training heute schon ins Wasser fallen? Doch auch der angeblich leichte Weg entpuppt sich als ordentlicher Anstieg, der mich gleich auch auf Temperatur bringt.

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Vom Wiesenrand auf der Höhe hat man einen schönen Blick auf Trimbs hinunter. Viel später stellen wir fest, dass wir den Traumpfad im Uhrzeigersinn laufen, also entgegen der empfohlenen Wanderrichtung. Das war also noch nicht die Felswand!

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Auch dieser Traumpfad präsentiert sich uns wieder als sehr abwechslungsreich. Und die Sonne gewinnt den Kampf gegen die Wolken. Wir entfernen uns zunächst etwas vom Nettetal und erreichen bergauf den Moselschiefer-Radweg, der auf einer ehemaligen Bahntrasse und hier durch mehrere Tunnel führt.

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Tunnel Hausen 2
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Lehnen Viadukt

Auch wir müssen durch so einen Tunnel. Mittendrin stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn uns jetzt eine Rotte Wildschweine entgegenkäme. Och nö, das will ich mir doch nicht vorstellen.

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Auf einem sehr hübschen Weg, gesäumt von knorrigen Eichen und kleineren Felswänden windet sich der Traumpfad wieder hinab zur Nette. Und hier am Ufer ist die Landschaft gleich wieder so ganz anders: etwas sumpfige Pfade, üppiges, schulterhohes Grün, Bäume, die ihre Zweige tief übers Wasser hängen und ein mäandrierender Bach. Ich suche das Ufer unvermittelt nach Biberspuren ab. Diese scheuen Tiere würden hier gut hinpassen. Es ist so friedlich hier. Man hört nur das Wasser des Flusses.

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Ein paar hundert Meter weiter überqueren wir die Nette und laufen plötzlich zwischen mehreren auf der Wiese abgestellten Fahrzeugen hindurch. Ein weiterer Wanderparkplatz? Man hört Musik und viele Menschenstimmen. Nein, hier ist ein Angelteich, an dem an diesem mittlerweile sonnigen Tag ein ganz schöner Rummel herrscht.

Wir erreichen ein weites Wiesental. Die zu bewältigenden Höhenmeter halten sich bei diesem Traumpfad wirklich in Grenzen. Vor uns breitet sich eine schöne Felsenlandschaft mit Schieferaufschluss aus, von wo sich ein weiter Blick über Hausen und das Nettetal bietet. Hier am Berg machen wir Mittagsrast und lassen uns von der warmen Sonne verwöhnen.

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Jetzt beginnen die schönen Passagen durch die Felsen. Der Weg ist aber harmlos. Höhenschwindel oder Tritt-Unsicherheit hatte ich überhaupt nicht.

Hinter der Kuppe eröffnet sich ein neuer Weitblick in die andere Richtung.

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Recht bald schon ist Trimbs wieder in Sicht. Wir steigen zur L113 hinab und überqueren diese. Hier befindet sich ebenso eine Einstiegsmöglichkeit in den Weg, denn es gibt eine Bushaltestelle und einige Wanderparkplätze. Außerdem wird die Wand des Bushäuschens als Touristinformation verwendet.

Jenseits der Straße dürfen wir noch einmal ein felsiges Bergstück erklettern. Nun sind die Steine trocken und bieten guten Halt. Ich freue mich auf die Herausforderung und bin sogar ein ganz klein wenig enttäuscht, als die Passage sich als leicht herausstellt.

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An einer Stelle erspähe ich eine alte, in den Fels gehauene Treppe die Klippen hinab. Ist das die im Buch erwähnte Kletterpassage? Nein, ein Schild klärt uns auf, dass es sich um eine uralte, vermutlich 3000-3500 Jahre alte Treppe von den Kelten handeln würde. Am Fuß der Treppe steht eine Bank, aber weiter hinab geht es nicht.

Doch ein Stückchen weiter, nach einem weiteren wunderschönen Ruheplatz auf einer Felsnase, teilt sich wie angekündigt der Weg in eine steilere und gemütlichere Passage. Hier wählen wir bewusst die steile. Ich will üben! Und ja – keine Probleme! Kein Schwindel! Es war aber meines Erachtens nach auch keine richtig gefährliche Stelle.

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Beschwingt erreichen wir wieder das Ufer der Nette und bald das Gasthaus „Zur Nette“, welches an der steinernen Brücke über den Fluss steht. Leider lockt dieses Lokal nicht zur Einkehr.

Wir erinnern uns, bei unserer letzten Wanderung in dieser Gegend ein wunderschönes Bauernhofcafé entdeckt zu haben und finden es wieder:

„Die kleine Bauernschmause“, St. Georgenstr. 34 in 56751 Polch. Das Café bietet eine große Kuchenauswahl, gemütliche Gasträume und einen großen Garten mit Terrasse. Bei schönem Wetter am Wochenende ist es allerdings sehr überlaufen. Wir lassen hier den schönen Wandertag gemütlich ausklingen.

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