Goldener Oktober an der Ahr

Unterwegs auf dem Ahrsteig und dem Rotweinwanderweg zwischen Mayschoß und Altenahr

10,5 km, gelaufen am 15. Oktober 2017
gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/ahrtal/ahrtal–zwischen-mayschoss-und-burg-are/112806298/

In sämtlichen Blogs oder YouTube-Chanels von Wanderern konnte man es schon lesen: Am Sonntag, den 15.10.17 war Himmel und Welt unterwegs, um den vielleicht letzten schönen und sonnigen Tag im Herbst zu genießen. Natürlich auch ich!

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Da oben will ich heute noch hin!

 

Ich hatte mir bei Outdooractive eine nette Tour im Ahrtal „gestrickt“, weil ich die Weinberge am liebsten habe, wenn die Blätter rot und gelb gefärbt sind. Doch schon die Anfahrt und erst recht die Parkplatzsuche gestaltete sich nicht leicht, so viel war da los! Ich hätte es mir eigentlich denken können.

Doch auf den Wanderwegen verloren sich zum Glück die Menschenmassen, die sich wegen eines Weinfests auch mehr in den Ortschaften aufhielten. Ein Weinlokal in Mayschoß beschallte die Passanten mit Schlagermusik – sehr zu meinem Leidwesen, da man es noch 6 km weit durchs Tal hören konnte. Wandern im Takt zu Helene Fischer. Hatte ich noch nie.

(Blick zurück zur Ruine Saffenburg oberhalb von Mayschoß)

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Zunächst überquerte ich die Ahr und die Bahnlinie und schraubte mich den Berg hinauf, bis ich den Ahrsteig mit dem markanten roten Zeichen erreichte. Von hier ab verläuft der Weg ohne große Anstrengung sanft bergauf an der Hangkante entlang nach Südwesten.

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Doch was ist das? Ein gefährliches Wegstück auf dem offiziellen Ahrsteig? Begehen auf eigene Gefahr? Gibt es hier vielleicht unverhofft wieder Übungswege für meine (seit September nicht mehr aufgetretene) Höhenangst? Nein, leider nicht. Es handelt sich wohl um eine Vorsichtsmaßnahme wegen möglichen Steinschlags.

Doch felsig wurde der Weg unterhalb von der Abbruchkante „Schrock“ und zur „Teufelslei“ hin durchaus. An einer Stelle war er mit einer Seilführung ausgestattet, weil der Weg etwas abgerutscht war. Dennoch leicht zu gehen und sehr hübsch! Ab und zu konnte ich einen Blick aufs gegenüberliegende Ufer erhaschen.

Auch ging es ein kurzes Stück sehr steil wieder hinab, so dass ich froh war, meine Stöcke dabei zu haben.

Unterhalb der Teufelslei erstreckt sich eine Hochebene mit mächtigem Baumbestand und Wiesenflächen, die zum Lagern einladen. Doch Vorsicht: die Abbruchkante ist nicht weit!

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Ich machte Mittagspause an einer Felsnase mit Blick auf Burg Are.

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Hier saß ich anderthalb Meter von der Felskante entfernt auf den Steinen mit Blick hinab in den Abgrund und ließ mir das laue Lüftchen um die Nase wehen. Da wurde mir dann nach einer Weile doch wieder etwas schwindelig und es zog mich förmlich in die Tiefe, so dass ich meinen Sitzplatz lieber etwas weiter weg unter einen schützenden Baum verlagerte. Man muss sein Schicksal ja nicht herausfordern.

Als ich aufstand und zum Wanderweg zurückging, kam mir ein Moutainbiker entgegen. Ich sagte ihm, dass es da nicht weitergehe. Er antwortete lachend, das läge im Auge des Betrachters – und ward nicht mehr gesehen. Sein Kumpel, der weiter oben am Weg auf ihn wartete, ergänzte, dass sein Freund einen von früher bekannten Pfad suche. Doch war dieser wohl doch an anderer Stelle, denn kurz darauf überholte mich der Radler grinsend und lebendig wieder. Gottlob!

In kurzen Serpentinen führte der steinige Weg hinab bis ans Ufer der Ahr.

Hohe, glatte Felswände ragten vor mir auf. Hier verließ ich den Ahrsteig. Über eine kleine Brücke und durch einen Straßentunnel entlang der Bundesstraße erreichte ich den Ort Altenahr.

Das Getöse und der Gestank von den Motorrädern, die sich ihren Weg durch den Ort bahnten, waren mir zuwider. Doch führte kein anderer Weg hinauf zur Burg Are, wo ich hin wollte.

Am Ende des Ortes leiteten mich Treppenstufen an mein Ziel. Burg Are ist eine sehenswerte Ruine. Sie wurde von 1095 bis 1105 von Theoderich von Are erbaut, war Stammsitz der Grafen von Are und ist 1246 in Kurkölnischen Besitz übergegangen. 1690 wurde sie nach neunmonatiger Belagerung erstmalig erobert, 1714 dann endgültig zerstört.

Vom Pavillon an höchster Stelle der Ruine aus hatte ich einen wunderschönen Blicks ins umliegende Ahrtal. Auch das „Teufelsloch“, eine Felsenspitze mit einem mannshohen Loch, war von hier sehr gut zu erkennen.

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Nach längerer Genusspause setzte ich meinen Weg nun auf dem Rotweinwanderweg fort.

Es ging wieder zurück nach Mayschoß. Bis zu den heute geöffneten Weinständen mit Ausschank tummelten sich die Menschen, aber dahinter wurde es wieder ruhiger. Bei einem Abstecher über den Leo Ley Weg zum Aussichtsfelsen „Ümerich“ war ich ganz alleine. Wie schön es hier war!! Ich kam ins Schwelgen.

Lange genoss ich die wunderschöne Aussicht:

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Blick auf Mayschoß

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Doch die Sonne stand schon recht niedrig und es war abzusehen, dass sie innerhalb der nächsten Stunde hinter den Bergen des Ahrgebirges verschwunden sein wird. Ich musste also weiter.

In großen Kehren wand sich der Rotweinwanderweg deutlich bergab. Bald lief ich nur noch im schon recht dunklen und kühlen Wald An einem Wegekreuz folgte ich der Beschilderung Richtung Mayschoß und erreichte entlang eines Campingplatzes laufend wieder die Lochmühle, wo ich geparkt hatte.

Ich habe für die 10 km fast fünf Stunden gebraucht. Wer wird es mir beim Anblick der schönen Aussichten verübeln, immer wieder stehen geblieben und genießend verweilt zu haben?

 

 

4 Antworten auf „Goldener Oktober an der Ahr

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