Rheinsteig (10 & 11) – wandern in Stadtnähe

Unterwegs auf dem Rheinsteig zwischen Vallendar und Niederlahnstein

gelaufen am 12. & 13. Dezember 2015, die offiziellen 9. & 10. Etappen, meine persönlichen Etappen 10 und 11

8 km (12 km mit Zuwegen) & 11, 2 km

Etappe 9: https://www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/tour/praedikats-fernwanderweg/rheinsteig-09.-etappe-vallendar–koblenz-ehrenbreitstein-nord-sued-/1558259/#dm=1
Etappe 10: https://www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/tour/praedikats-fernwanderweg/rheinsteig-10.-etappe-koblenz-ehrenbreitstein–niederlahnstein-nord-sued-/1505907/

Bei der nächsten Etappe kann ich Doris von meiner Rheinsteigbegeisterung überzeugen und sie auf zwei Etappen mitnehmen. Da es im Dezember nicht lange hell ist und wir auch noch auf den Koblenzer Weihnachtsmarkt gehen wollen, kommen uns die beiden kurzen Etappen vor und nach Koblenz gerade recht. Wir mieten uns für eine Übernachtung in Koblenz ein, lassen das Auto am Hotel stehen und fahren mit dem Bus von Koblenz nach Vallendar, wo ich meine letzte Wanderung zwei Wochen zuvor beendet hatte.

Wandert man zu zweit, wird viel mehr geschnackt und sich mit dem Gegenüber beschäftigt. Das fällt mir gerade auf, denn in meinem Tagebuch von dieser Wanderung stehen gerade mal zwei Sätze und die Anmerkung, dass der Weg „wenig anspruchsvoll und nicht sehr wanderig“ ist. Das könnte aber auch dem nasskalten Dezembertag geschuldet sein. Es befinden sich auch nur vereinzelte Fotos von Doris auf meinem Rechner, weil leider meine SD-Karte zerstört wurde.

Jetzt muss ich schauen, ob ich mich noch an mehr erinnern kann!? Der Wandertag liegt ja auch schon zwei Jahre zurück 🙂

12.12.15: Wir schauen uns kurz in Vallendar die hübschen alten Fachwerkhäuser und die Nepomukbrücke an und starten dann unsere Wanderung mit dem mir schon bekannten Zuweg durch die Fußgängerzone. Der Weg führt uns bald aus dem Ort hinaus zur Pilgerzentrale Schönstatt. Aus Neugier besuchen wir das Gelände und betreten auch den beeindruckenden kreisrunden, riesigen Pavillon, der für Gottesdienste oder andere Versammlungen genutzt wird.

Durch ein Bachtal steigt der Weg stetig an. Insgesamt handelt es sich um eine recht urbane Etappe, die immer wieder Ortschaften und eine Kaserne tangiert, nach Vallendar ist es Urbar, passend zum Adjektiv. Bei Km 6,6 km erreichen wir das Plateau oberhalb der Festung Ehrenbreitstein, wo 2011 die Bundesgartenschau stattgefunden hatte. Schade, dass hier mittlerweile fast Ödnis herrscht. Eine Aussichtsplattform und die Kabinenseilbahn über den Rhein sind erhalten geblieben.

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Ausgiebig besichtigen wir die Festung Ehrenbreitstein – echt sehenswert! Mit der Seilbahn fahren wir zum Deutschen Eck hinunter.

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Aus der großen Basilika St. Kastor erklingt Chorgesang und ich schaue kurz hinein, während Doris telefoniert. Es findet gerade die Generalprobe von Bachs Weihnachtsoratorium statt. Ich tauche spontan in dieses beeindruckende Musikerlebnis ein und erinnere mich an meine Zeit in zwei großen Oratorienchören, als wir das Stück jedes Jahr vor Weihnachten gleich zweimal aufgeführt haben. Damals hing es mir fast zu den Ohren raus, jetzt war es umso berührender, die fünf Paukenschläge, mit denen das Stück beginnt oder die brillanten Trompeten zu hören sowie jede Chorpassage auswendig mitsingen zu können. Das Ambiente der Kirche gibt sein Übriges hinzu. Gänsehaut.

Nach dieser Pause laufen wir zu unserem Hotel etwas außerhalb der Innenstadt, machen uns frisch und starten wieder zu einem Bummel über den Weihnachtsmarkt.

13.12.15: Am nächsten Morgen checken wir aus und parken das Auto am Bahnhof von Koblenz.

1 Blick auf Ehrembreitstein
Blick auf Ehrenbreitstein
2 Blick aufs Koblenzer Schloss
Koblenzer Schloss

Der Himmel verheißt auch heute kein bisschen Sonnenschein. So suchen wir uns unseren Weg über die große Rheinbrücke ans rechte Rheinufer, um dort dem Rheinsteig nach Süden weiter zu folgen.

Durch das idyllische Bienhornbachtal verläuft der Weg auf die Höhe und von da an durch den dichten Wald.

3 im Bienenhorntal4 Misteln im Baum

Lange suchen wir nach einer geeigneten Bank zum Picknicken. Den in unserem Führer erwähnten Aussichtsturm auf dem Lichter Kopf gibt es nicht mehr. Naja, es gäbe ja eh nichts zu sehen. Zugig und feucht weht uns der Wind um die Ohren. Beim Abstieg Richtung Ruppertsklamm und Bahnhof Niederlahnstein kommt uns eine Sinnesliege für ein Fotoshooting ganz recht.

 

Die Ruppertsklamm lassen wir an diesem Tag aus, die sind wir im vergangenen Sommer bei schönen Wetter mit Doris‘ Tochter schon gewandert. Und im Nachhinein würde ich auch unbedingt empfehlen, sie besser hinauf und nicht – wie der N-S Rheinsteig – hinunter zu laufen. Das sind Bilder von damals:

9 Lahnstein
Lahntal
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Blick auf Stolzenfels

Mit dem Zug fahren wir zurück nach Koblenz. Kaum am Auto angekommen, öffnen sich die Himmelsschleusen und es gießt in Strömen. Noch mal Glück gehabt…

Zurückblickend müssen Doris und ich uns eingestehen, dass diese beiden Kurzetappen nicht sehr reizvoll waren. Lag es an der Jahreszeit und am Wetter? Es käme darauf an, den Test zu einer netten Jahreszeit zu wiederholen, oder?

 

2 thoughts on “Rheinsteig (10 & 11) – wandern in Stadtnähe

  1. Jetzt gibst du aber Gas, was 😉 Ich kann mich an den ersten Teil unter dem Stichwort „Alter, ist das steil“ erinnern. Bin nämlich damals hinter der Festung zu Fuß runter gekraxelt, weil ich alles laufen wollte und somit die Seilbahn ausließ. Das war auf den ersten Metern ein echtes Abenteuer. Ich musste mich an Bäumen festhalten, um nicht runter zu rutschen.
    Die Begeisterung fürs Oratorium kann ich ebenfalls teilen. Offensichtlich wandern wir nicht nur beide gern, sondern haben ein weiteres gemeinsames Hobby – Oratorienchöre.
    Wir sollten uns echt mal treffen! Ich bin über Karneval in Bonn 😊

    Gefällt 1 Person

    1. Hey, ja, das können wir gern machen! Kommst du wirklich freiwillig an Karneval ins Rheinland? Andere fliehen…. Schreib mir am besten mal eine Kontaktmail.
      Ich habe den nächsten Beitrag auch schon in der Mache, denn ich habe gerade Zeit. Bin seit einer Woche wegen eines fiesen grippalen Infekts krank geschrieben. Zwei Tage lag ich ziemlich flach mit hohem Fieber, aber danach konnte ich wenigstens aufstehen und zwischen den Niesattacken auch was schreiben. Da meine Rheinsteigetappen schon etwas zurückliegen, möchte ich gern mit den Berichten vorankommen. Es gäbe da noch mehr zu berichten vom Bodensee, vom Bayerischen Wald…
      Gruß
      Aurora

      Gefällt 1 Person

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