Rheinsteig (18) – von der Loreley gelockt!

Unterwegs auf dem Rheinsteig rund um die Loreley bei Sankt Goarshausen

12,9 km, Teil der offiziellen 15. Etappe, meine persönliche Etappe 18

gewandert am 10. September 2016

Gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/romantischer-rhein/rheinsteig-rundtour-loreley/113583972/

Dieser Wandertag gehörte mal wieder in die Kategorie: „Es kommt anders als geplant…“ Seit Fronleichnam war ich nicht mehr auf dem Rheinsteig gewandert. Für diesen Samstag war heißes, sonniges Wetter angesagt worden. Ich will eine neue Route wagen.

Das letzte Mal habe ich ja den Teil zwischen Wellmich (Burg Maus) und Sankt Goarshausen (Rabenacksteig) wegen der Gewittersorge weggelassen, das waren ca. 4 km Rheinsteig. Die nächste Etappe bis Kaub ist die sogenannte Königsetappe und sie ist 22 km lang, was mir eindeutig zu lang ist. Vorher gibt es aber nur eine Möglichkeit, die Etappe zu verkürzen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzufahren – und zwar an der Loreley. Deshalb habe ich geplant, ab Sankt Goarshausen Nord den Rheinsteigschlenker über Patersberg zu laufen und danach die Loreley zu besteigen. Von dort fährt regelmäßig ein Linienbus zurück zum Bahnhof. Beim nächsten Mal kann ich dann wieder mit dem Bus zur Loreley fahren und bis Kaub wandern.

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Blick über den Rhein: Sankt Goar
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Burg Rheinfels über Sankt Goar

So fahre ich also motiviert nach Sankt Goarshausen, parke mein Auto am Bahnhof und laufe schon um 9 h los. Doch kaum habe ich die Unterführung am Bahnhof durchschritten und den Rheinsteig erreicht, stehe ich vor einem Schild, das mich darüber informiert, dass der Rheinsteig nach Süden wegen eines Erdrutsches gesperrt ist! Mist! Also muss ich umdenken. Im Internet steht, man solle die Schleife um Sankt Goarshausen weglassen.

Ich sehe auf meiner Wanderkarte, dass der Rheinsteig im Süden von Sankt Goarshausen wieder kurz durch die Stadt streift. Also laufe ich über die Hauptstraße bis dorthin und erreiche beim alten Rathaus den Rheinsteig. Auch hier steht ein Schild, welches über die Sperrung aufklärt, allerdings bezieht sich dieses nicht explizit auf den Rheinsteig, sondern eigenartigerweise auf die Loreley-Extratour, einen Rundweg am Rheinsteig. Wanderer, die aus der Richtung Patersberg kommen, erzählen mir, dass an einer Stelle tatsächlich ein Sperrband gespannt war, dass sie es ignoriert und die Abbruchstelle vorsichtig umgangen haben. Hätte ich den Weg trotz Sperrung einfach wagen sollen? Dadurch sind mir wieder 4,5 km Rheinsteig durch die Lappen gegangen!

Jetzt bin ich aber extra hierhin gelaufen, also folge ich dem Rheinsteig weiter in Richtung Loreley. Zwischen wenig attraktiven Häuserwänden geht es hindurch, doch wandelt sich der Weg bald in einen hübschen Treppenanstieg vorbei an Burg Katz.

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Der Weg hinauf aufs Loreleyplateau ist steil, aber für mich sehr gut machbar. Oben laufe ich auf einer Straße vorbei an einer Schule und durch eine Siedlung mit dem Namen „Heide“.

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Burg Katz

Dann geht es durch ein kleines Wäldchen und über einen Wiesenweg hinab zum Besucherzentrum.

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In selbigem erhalte ich endlich mal wieder Stempel für meinen Pass! Zur berühmten Felsnase reihen sich hier oben diverse Gebäude auf: das Musikfestivalgelände, ein Bistro-Souveniershop, ein Biergarten mit sensationeller Aussichtsterrasse, ein Hotel, Ferienhütten und ein Campingplatz. Würden nicht die Wege felsig und der Rhein von mehreren Aussichtspunkten her zu sehen sein, würde man nicht merken, auf einem exponierten Felsen zu wandeln.

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Blick nach Norden auf Sankt Goarshausen
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Gegenüber liegt Patersberg und davor Burg Katz

Hier oben sind viele Touristen unterwegs. Ich genieße die Aussicht und lasse mich auf einer hübschen Hotelterrasse nieder und trinke einen – äh zwei Cappuccini. Nun muss ich mir überlegen, wohin ich weiter laufe, denn ich bin ja wegen der Sperrung bis hierher nur 4 km gelaufen und erst seit 1:30 h unterwegs.

Ich schaue in die Karte und entscheide mich, dem Rheinsteig noch ein bisschen weiter zu folgen und dann in einem großen Bogen wieder zum Besucherzentrum zurückzulaufen. Von da kann ich dann mit dem Bus zu meinem Auto zurückfahren.

Der weitere Weg führt zu einer besonders schönen Aussicht auf den Rhein und an Weinbergen vorbei.

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Und dann über weite Felder bis zu einem Aussichtspavillon an den Spitznackfelsen. Die warme Sonne streicht mir um die Nase, ich genieße die sommerliche Wärme sehr.

Vorbei geht es an Leiselfeld, einem Hof mit Gastronomie und weiter bis zu einem Zuwegschild nach Bornich. Das ist eine Siedlung auf dem Plateau. Durch Felder und Äcker führt mich mein Weg, den ich nach Wanderkarte laufe, zurück zur Bushaltestelle am Besucherzentrum. Die Aussicht hier oben ist toll. Interessant finde ich die sichtbare Kerbe im Gelände, die der Rhein ins Gestein gegraben hat.

Trotz der Planänderung war es doch eine wunderschöne Wanderung.

In Bornich gibt es übrigens eine Bushaltestelle und ein Anruf-Sammel-Taxi, mit dem ich bei meiner nächsten Wanderung hierher fahren kann. Allerdings gibt es diese Verbindung nur werktags, weshalb ich noch 10 Wochen warten muss, bis ich die Gelegenheit habe, diese Etappe unter der Woche zu laufen.

 

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