Neanderlandsteig, Etappe 1

Teil A: Unterwegs zwischen Haan-Gruiten und Grube 7 (Haus Poock, Haltestelle Abzw. Schöller)

gewandert am 4. März 2017 – 6,7 km

Vom P&R-Parkplatz am Bahnhof Haan-Gruiten laufen Kathi und ich entlang einer Straße und biegen nach wenigen Schritten schon in einen Wiesenweg am Waldrand ab, der ins Düsseltal hinab führt. Sofort umfängt uns die Natur und wir tauchen ab in die Idylle des Tals. Gemächlich mäandriert die Düssel dahin. Riesige Weidenbäume lassen ihre Zweige über das Wasser hängen, kleine Stege führen den Weg ans andere Ufer. Sehr romantisch.

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Der Frühling hat noch nicht Einzug gehalten. Es fehlt das Laub an den Bäumen, um der Szenerie etwas Farbe zu verleihen. Was muss das im Sommer hübsch sein.

Vorbei geht es an einer kleinen Teichanlage mit einem Schuppen, auf dessen Dach zwei Pfaue thronen und weiter am Bauernhof Gut Ehlenbeck.

Nach vielen Kurven und 5 km erreichen wir Dorf Gruiten, welches durch viele schön renovierte Fachwerkhäuser besticht. An einem Haus ist der Vorgarten als Mineraliengarten mit Fundstücken aus der nahe gelegenen Grube 7 bestückt. An manchen Häusern stehen Tafeln, für wen das Haus früher gebaut wurde, z.B. den Offermann (Küster).

Hinter Dorf Gruiten erreichen wir ein Waldstück, in dem sich die stillgelegte Grube 7 befindet, ein großes, weites Loch, in dem sich jetzt in Ruhe wieder Pflanzen und Tiere wie die Kreuzkröte ansiedeln dürfen, da das Gebiet seit einigen Jahren ein Naturschutzgebiet ist. Darüber informieren Tafeln am Wegesrand.

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Ein kurzes Stück müssen wir einen steilen Hang hinaufkraxeln, erreichen eine Wiese und laufen auf einen Bauernhof zu, vor dem man zwischen zwei Gehegen eines kleinen Wildparks mit Damwild hindurch geht.

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Dann erreichen wir Haus Poock, ein Ausflugslokal (das seine charmanten Zeiten schon lange hinter sich hat) und die Osterholzer Straße, die SKW (Schwerlast-Wagen-Straße), die die Grube 7 und Grube 10 verbindet. Von hier würde der Weg einmal auf der gegenüberliegenden Straßenseite etwas ins Tal hinabführen und nach einer Kurve wieder hinauf, so dass die SKW ein kleines Stückchen weiter im Weiler Neu Amerika wieder gequert wird. Da Kathi und ich nicht die gesamte Etappe laufen wollen, müssen wir hier die Möglichkeit der Busverbindung zurück nach Haan-Gruiten wahrnehmen. Aufgrund der seltenen Wochenend-Fahrtzeiten des Busses entscheiden wir uns, nicht noch bis nach Neu Amerika zu laufen wie geplant, sondern hier die 10 Minuten an der Haltestelle „Abzw. Schöller“ auf den Bus zu warten und die Wanderung an dieser Stelle zu beenden.

 

Teil B: Unterwegs zwischen Neu Amerika und Düssel

gewandert am 9. Februar 2018 – 7,4 km

Ein Jahr später begebe ich mich wieder auf den Neanderlandsteig und beende die erste Etappe zusammen mit der 2. Etappe. Dieses Mal allein. Ich habe die Busverbindungen für die Rückfahrt vorher recherchiert und da erschien es günstig, mein Auto am Bahnhof Wuppertal-Vohwinkel zu parken und von dort mit dem Bus zum Startpunkt der Wanderung zu fahren. Von Neviges aus, meinem Tagesziel, kann ich mit der S-Bahn zurück fahren.

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Heute ist wunderschönes Wetter, die Sonne scheint, man sieht endlich mal wieder blauen Himmel! Aber die Temperaturen sind heute Nacht auf -9°  C gefallen, jetzt sind es etwa 3° C und der Boden ist noch hart gefroren, was ganz gut ist, denn sonst würde das eine ziemlich matschige Angelegenheit werden heute. Andererseits beinhalten die harten Furchen von Fahrzeugen, Pferdehufen und Fahrrädern ein großes Umknicke-Potenzial.

Nach nur 9 Minuten Fahrzeit mit dem Bus von Vohwinkel bin ich an meinem Startpunkt in „Neu Amerika“, einer kleinen Häuseransammlung an der Stadtgrenze zwischen Haan und Wuppertal. Auf einem wunderschönen Weg zwischen Wiesen, Hecken und einem Wäldchen hindurch verläuft der Weg sanft bergab durch das Landschaftsschutzgebiet Osterholz.

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Der Bergische Weg ist seit Beginn der ersten Etappe mein ständiger Begleiter.

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Ich laufe ein kleines Stückchen neben einem kleinen Sträßchen her, überquere dies an einer Schutzhütte auf einem Wanderparkplatz und laufe zwischen Feldern hindurch in Richtung Quarter Horse Ranch. Am Horizont entdecke ich eine große Halde. Ist das eine bereits abgedeckte Mülldeponie oder die Abraumhalde der Grube 10 (ehem. Kalksteinbruch)? Ich werde noch länger begleitet von den Geräuschen schwerer Baufahrzeuge. Hier wird gearbeitet.

Der Weg biegt kurz vor der Ranch links ab und verschwindet in einem Wäldchen, um dann steil hinab ans Ufer der Düssel zu führen. Zum Glück ist der leicht verschneite und sehr steile Weg gefroren.

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Interessante Baumpilze in einem Wurzelstock
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Hier geht es bergab!

Da bin ich wieder in dem idyllischen Düsseltal! Seht selbst, wie schön das hier ist, auch im Winter.

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Im Tal der Düssel bei Wülfrath

Kurz vor einem Gehöft laufe ich entlang schöner Kopfweiden. Die dahinter liegende Wiese liegt noch im frostigen Nebelgrund.

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Im Düsseltal

 

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Einige hundert Meter später erreiche ich den Abzweig nach Schöller. Ich laufe an einem zugefrorenen See vorbei und erklimme auf einem Zuweg über eine Schotterstraße die ersten Häuser des Hauses mit dem Schinderhannesturm. Das reicht mir schon an Ansichten von Schöller, denn ich will lieber weiter auf dem Neanderlandsteig wandern. Schließlich möchte ich heute noch Etappe 2 dranhängen. Und so gehe ich zurück zum Abzweig.

Nun windet sich der Weg in einer Kurve hinauf aufs freie Feld. Ich stiefele einen Grashügel hinauf und sehe erst, als ich die Kuppe erreiche, was vor mir liegt. Motorengeräusche von der nah gelegenen Bundesstraße dringen an mein Ohr, in der Ferne weiden drei große weiße Schwäne auf dem Acker. Doch zuerst  muss ich eine Bahntrasse unterqueren. Dahinter steige ich zur lauten Straße sanft bergauf. Am Wegesrand, im Schutz einer Hecke, entdecke ich die ersten Schneeglöckchen des Jahres.

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Nach Überquerung der B 7 verlasse ich die vielbefahrene Straße wieder und es geht auf asphaltiertem Sträßchen auf eine Ansiedlung einiger weniger Häuser auf großen Grundstücken zu. Dahinter biege ich nach rechts ab und wandere auf einen Pferdehof zu. Im letzten Moment entdecke ich das rote Zeichen des Neanderlandsteigs, das mir zeigt, dass ich in einer Kurve nicht mehr der Straße folgen soll, sondern am Weidezaun entlang geradeaus über die Wiese gehen muss. Über einen zweiten Wiesenweg, der in der schönen Sonne mittlerweile aufgetaut und recht matschig ist, erreiche ich einen weiteren Weiler an der Düssel.

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Ich durchlaufe ein Areal eines hübschen Fachwerkgehöfts mit angrenzendem großen Teich und verdutzt guckenden Schafen.

Mir kommt die Gegend irgendwie bekannt vor, auch wenn ich hier noch nie gewesen bin. Ich bin in einem fast ländlichen Vorort von Dortmund aufgewachsen und in meiner Kindheit sehr gerne mit dem Rad durch die angrenzenden Felder gestreift. Später mit dem Auto bin ich auch immer wieder über unbekannte, ländliche Straßen gefahren, nur um zu schauen, wie es da aussah. Und hier sieht das alles so ähnlich aus wie damals in meiner Heimat zwischen Dortmund, Witten und Schwerte.

Bald erreiche ich Düssel. Nicht Düsseldorf, sondern Dorf Düssel. Hier endet die Etappe 1 und man könnte mit dem Bus wieder zurück nach Vohwinkel fahren. Ich wandere aber weiter, worüber ich in meinem nächsten Beitrag berichten werde.

Es hat so gut getan, mal wieder in der Sonne zu laufen! Aber ich habe noch meine vergangene Grippe in den Gliedern und das Laufen, besonders bergauf, strengt mich noch unheimlich an.

2 thoughts on “Neanderlandsteig, Etappe 1

  1. Danke, liebe Claudia.
    Aber versprecht euch nicht zuviel davon. Mit Wegen im Hunsrück ist der Neanderlandsteig nicht zu vergleichen. Dafür sind viele Abschnitte einfach zu städtisch, auch akustisch gesehen. Dennoch ist er von mir zu Hause gut erreichbar und eine echte Alternative, wenn ich etwas mit wenigen Höhenmetern suche.
    LG
    Aurora

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