Circum Bonnum – Bonnpfad (1)

Unterwegs auf meinem selbstgebastelten „Bonnpfad“,

1. Etappe südöstlich von Bonn.

gewandert am 25. Februar 2018,

9,3 km, 161 Hm

GPS-Tracks: Etappe 1 und Etappe 2

Es gibt den Kölnpfad, den D-Weg rund um Düsseldorf, aber keinen Wanderweg um Bonn herum. Also schaue ich, dass ich ihn selbst erfinde. Bei Outdooractive nutze ich dafür den Tourenplaner.

Von meinem Wohnort aus erreiche ich den Track am schnellsten in Großenbusch, das an der Stadtgrenze zu Sankt Augustin liegt. Von dort geht es an Bonns Grenzen entlang im Uhrzeigersinn einmal um die Stadt herum. Heute aber nicht alles auf einmal – das wären nämlich mehr als 60 km! Doch an diesem sonnigen Nachmittag ist die erste Etappe dran. Ich weiß noch nicht, bis wohin diese erste Etappe geht. Ich laufe solange, wie es passt.

Morgens stand noch etwas Arbeit an und so starte ich erst nach dem Mittagessen gegen 14:30 Uhr. Sobald ich den Track erreiche, sehe ich die Schilder des Sieghöhenwegs.

Der Sieghöhenweg war ein 141 km langer Wanderweg des Sauerländischen Gebirgsvereins, der von der Quelle über die Freusburg und Windeck bis zur Siegmündung bei Mondorf am Rhein verlief. Er war mit einem weißen S auf schwarzem Grund oder nur mit einem XS markiert. Durch die Errichtung des „Natursteig Sieg“ wurde der Sieghöhenweg aufgewertet und es wird daher vom SGV nur noch der Abschnitt zwischen Quelle und Windeck gepflegt. Die Markierungen, die ich hier sehe, sind aber teilweise neu und vom Westerwaldverein.

Nachtrag 04.03. – Korrektur: Beim Sauerländischen Sieghöhenweg muss es sich um den „Sieghöhenweg Nord“, also nördlich der Sieg handeln. Der von mir begangene Sieghöhenweg ist die südliche Variante und sie wurde erst 2010 eingerichtet. Daher wird der Weg auch vom Westerwaldverein gepflegt.

Ich laufe durch ein Wäldchen und entlang eines Pfades, der nicht auf jeder Karte eingezeichnet ist und erreiche den Ortsteil Heidebergen. Hier wohnt eine Freundin direkt am Weg und ich klingele kurz. Sie bittet mich herauf und daraus wird ein einstündiger Besuch :-). Weiter geht es auf dem Sieghöhenweg durch das Tal des Wolfsbaches. Zum Glück ist der Boden gefroren, sonst wäre das eine äußerst matschige Angelegenheit geworden. Dahinter verlasse ich das S-Zeichen.

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Dann erreiche ich den Waldrand und freie Felder. Hui, weht hier ein kalter Wind. Immer den Ortsteil Hoholz vor Augen wandere ich in leichtem Zickzack darauf zu. Wunderschön sind die Weitblicke zum Siebengebirge mit seiner höchsten Erhebung dem Großen Ölberg, der spitz wie eine Pyramide in den stahlblauen Himmel ragt.

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Schloss Birlinghoven mit dem Fraunhofer Institut kann ich nur durch die Bäume erahnen. Dann geht es etwas durch die Straßen von Bonn-Hoholz, denn ich will die Felder dahinter wieder erreichen.

Die Straße „Am Hähnchen“ führt mich in die Irre. Am Hof „Hähnchen“ kann ich zwar Eier und Kartoffeln erstehen, doch geht der bei Outdooractive eingezeichnete Weg hier nicht weiter.

Ich fummele mich in gewissem Abstand zum Hof etwas am Feldrand entlang und krabbele letztlich unter einem Zaun hindurch, um wieder meinen Weg zu erreichen. In dem hier hinterlegten Track habe ich diese Stelle bereits verändert und angepasst.

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Es ist so herrlich in der Sonne! Ich verfalle wieder mal ins Schlendern und fotografiere, was das Zeug hält. (Woher kommt wohl diese Redensart??) Zwischen Sankt Augustin-Birlinghoven, Königswinter-Stieldorf und Bonn-Hoholz hindurch schlängelt sich der aussichtsreiche Feldweg. Im Niemandslands? Sicher nicht.

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Fuchs, du hast ein Huhn gestohlen?

In Höhe des Dissenbaches erreiche ich die Dissenbachtalstraße und überquere sie. Hier ist Vorsicht geboten, denn die Autos dürfen 100 km/h fahren und die Stelle liegt hinter einer Kuppe.

Entlang eines Gehöft und entlang des Baches steigt der asphaltierte Wirtschaftsweg weiter an und erreicht die Felder bei Königswinter-Vinxel. Den Ortsrand streife ich auf der Kapellenstraße.

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An der Bushaltestelle „Vinxel Kapelle“ vorbei sehe ich an einem Straßenkreisel eine hübsche, weiße Kapelle stehen (Mariae Heimsuchung, bereits 1173 urkundlich erwähnt). Sie ist leider verschlossen und auch die Erläuterungen im Schaukasten kann ich nicht lesen, weil ein Hinweiszettel darüber geklebt wurde.

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Wofür sind diese vielen Doppelwasserhähne neben der Kapelle wohl? Ein Friedhof ist hier nicht. Weihwasser?

Den „Kasseler Weg“, eine etwas triste Wohnstraße, muss ich durchqueren, um wieder Felder neben mir zu sehen. Der Weg ist leider weiterhin asphaltiert, doch taucht die Abendsonne alles in wunderschönes warmes Licht.

Es gibt einen alternativen, nicht asphaltierten Weg parallel, den nehme ich kurze Zeit später, den haben aber die Waldbaumaschinen derart zerfurcht, dass er für die nächste Zeit nur in gefrorenem Zustand passierbar ist. (Auch an dieser Stelle ist mein Track korrigiert.) Es geht auf einen Wald zu. Orangerot versinkt gerade die Sonne hinter den Wipfeln. Ich kenne diesen Wald auf dem Ennert, einer Erhebung Bonns an den nördlichen Ausläufern des Siebengebirges. Der Rheinsteig führt auch ein Stück hindurch.

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An einer Wegespinne mit Schutzhütte halte ich mich links und befinde mich nun auf dem Rheinhöhenweg. Und es dauert nicht lange und ich stehe auf dem Gipfel des höchsten Berges auf Bonner Stadtgebiet: der Paffelsberg ist sage und schreibe 194,8m. Lustig nur, dass man vom „Gipfel“ nichts merkt, weil der breite Forstweg platt wie eine Flunder ist.

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Der letzte Sturm hat hier im Wald deutlich gewütet. Entlang großer, gefällter Buchenstämme, die sorgfältig am Wegesrand aufgestapelt wurden, erreiche ich nach einigen hundert Metern die Vinxeler Straße, die nach Königswinter-Römlinghoven hinabführt. Ich überquere sie und stehe nun vor der Entscheidung, ob ich meinen Weg durch den Wald heute noch fortsetze oder erst morgen. Es ist 18:12 h, die Sonne ist schon länger verschwunden, im Wald ist es einsam und dämmerig und ich habe keine Vorstellung davon, wie weit es noch bis zur Stadtbahn in Römlinghoven ist, denn Googlemaps auf meinem Handy lädt und lädt…

Ich beschließe für heute die Etappe hier zu beenden.

Im Vorfeld hatte ich mir überlegt, dass ich jede Etappe überall beenden kann, weil doch das ÖPNV-Netzt im Stadtgebiet gut ausgebaut ist. Im Vorbeigehen vor einer Dreiviertelstunde hatte ich gesehen, dass in Vinxel an der Kapelle der Bus nur stündlich um xx:33 h fährt. Also los, die Beine unter die Arme genommen und entlang der fußweglosen Landstraße laufe ich nun im Stechschritt zur besagten Bushaltestelle zurück. An Reflektionsarmbänder o.Ä., auf dass mich die entgegenkommenden Autos besser sehen können, habe ich im Vorfeld nicht gedacht. Alles geht gut, ich erreiche rechtzeitig die Bushaltestelle und fahre nur eine Minute später mit dem Bus zurück nach Hause.

8 Antworten auf „Circum Bonnum – Bonnpfad (1)

  1. Einen Wanderweg rund um Bonn finde ich sehr interessant. Es gäbe mit Sicherheit viele Highlights wie das Siebengebirge. Vor Jahren als der Kölnpfad eröffnet wurde hatte ich mal angefragt. Leider war ein Wanderweg rund um Bonn nicht in Planung. Aber wer weiß.

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    1. Bei meiner ersten Planung halte ich mich ja noch recht eng an die Stadtgrenzen, aber beim Laufen merkte ich schon, dass ich den Rundweg gern größer gestalten würde, um die besonders attraktiven Gegenden mitzunehmen. Im Bereich Bonn-Duisdorf – Alfter – Bornheim ist er noch recht unattraktiv. Vermutlich verändere und vrbessere ich den Tack nach und nach.
      Bisher konnte ich den Wanderweg auch nicht über den Rhein führen, weil Outdooractive auf meinem PC die Wegführung mit Fähren nicht kennt. Aber gerade habe ich gesehen, dass es auf dem Android-Tablet geht!
      Wen spricht man denn als möglichen Wegebetreiber an?
      Liebe Grüße
      Aurora

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  2. Super, das finde ich richtig klasse. Warum solltest du von der Stadtgrenze nicht abweichen können oder sollen. Der Kölnpfad macht das auch, bei der 8 Etappe geht’s da nach Bergisch Gladbach.
    Hut ab, bin auf deine weiteren Berichte gespannt 👍
    LG Nina

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    1. Natürlich „darf“ ich die Route basteln, wie ich will :-).
      Es sind zwei verschiedene Ansätze: einmal die Grenzen Bonns abwandern, zum anderen eine möglichst attraktive Route, teils weitläufig um Bonn herumgeführt. Ich will die Rundtour nicht zu groß werden lassen.

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  3. geniale fein kreative Idee.. und im ersten Bericht schon soo schöne Fotos.. hier etwas südlicher gibtes meines Wissens auch noch keinen richtigen Rundweg um Neuwied, das inspiriert, )) Nach welchen Kriterien wirst Du weiter voregehen- „wanderbar“, „der Stadtgrewnze entlang“, „die Sehenswürdigkeiten berücksichtigend“, „gute Verkehrsanbindung=Bushaltestellen-nah“.. bin sehr gespannt– und wünsche Wander-Mut !:-) Andreas

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    1. Hallo Andreas, vielen Dank für deinen netten Kommentar.
      Zuerst habe ich die (bereits fertig geplante) Route nach folgenden Kriterien zusammengestellt:
      1. grenznah
      2. möglichst naturnahe oder verkehrsarme Wege

      Wie ich in den anderen Kommentaren schon erwähnt habe, ergeben sich beim Wandern schon Änderungswünsche und ich denke, dass ich nach und nach die Route verändern und erweitern werde, damit die Wege noch naturnaher sind und auch an besonderen Stellen vorbei führen.
      So hatte ich nämlich ursprünglich gar nicht ans Siebengebirge gedacht, weil das deutlich außerhalb von Bonn liegt, aber mittlerweile würde ich es durchaus miteinbeziehen. Solche Rummelplätze wie den Drachenfels finde ich allerdings nicht so attraktiv.

      Bushaltestellen etc. dokumentiere ich in meiner Planung für mich immer, denn schließlich will ich am Ende der Tour wieder zurück nach Hause kommen. Aber ich lenke die Route nicht bewusst daran vorbei. Die Etappenlänge ist ja auch nicht vorgegeben, sondern richtet sich im Moment noch nach meinem Zeitmanagement.
      Gruß, Aurora

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