Circum Bonnum – Bonnpfad (2)

Unterwegs auf der 2. Etappe meines Bonnpfads von Königswinter-Vinxel (rechtsrheinisch) nach Bonn-Rüngsdorf (linksrheinisch)

9,7 km (davon 5,5 km Bonnpfad), 265 Hm

gewandert am 26. Februar 2018

GPS-Tracks: Etappe 1 und Etappe 2

Ich habe wieder einen halben Tag Zeit und möchte daher meinen Bonnpfad weiter verfolgen. Bisher habe ich die Route so geplant, dass sie sich weitestgehend an der Bonner Stadtgrenze orientiert. Beim Laufen merke ich aber, dass ich die Idee des Bonnpfads evtl. noch ausweite und eine größere Runde daraus mache, damit der Weg die „schönen Ecken“ rund um Bonn mitnehmen kann (Wahner Heide, Siebengebirge, Kottenforst, Ville).

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Blick zurück nach Vinxel

Auch wenn die heutige 2. Etappe viel durch städtisches Gebiet geht, so sind die ausgewählten Wege doch wenig urban. Aber ich will nicht vorgreifen.

Mit dem Bus erreiche ich die Haltestelle „Vinxel Kapelle“, wo ich am Sonntag meine Rückfahrt angetreten hatte. Von hier laufe ich wieder zu meinem Track an dem Parkplatz im Wald an der Vinxeler Straße, doch wähle ich dieses Mal für den Zuweg nicht die Landstraße, sondern mache einen kleinen Schlenker am Frankenforster Versuchsgut vorbei.

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Gut Frankenforst

Nach 1,7 km bin ich an Ort und Stelle. Jenseits des Parkplatzes geht es einen unbenannten Waldweg hinab in den Wald (nicht den Rheinhöhenweg!). Auf dem für das Siebengebirge typischen Wegweiserstein steht zu diesem Weg nichts darauf. Nach 100 m wende ich mich nach rechts. Der schmale Weg wird an mehreren Stellen von gefallenen Bäumen überragt, die es erforderlich machen, darunter hindurch zu klettern. Aber machbar!

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Dieser hübsche Pfad folgt einem kleinen Bachlauf, überquert diesen zweimal und führt mich deutlich bergab nach Römlinghoven. Ein Eichelhäher meckert und ein Eichhörnchen huscht durchs raschelnde, trockene Laub. Ein kurzes Stück laufe ich auch auf dem Rheinsteig. Man sieht, dass in diesem stadtnahen Wald viel gespielt wird: Bäche werden mit kleinen Staudämmen und Knüppelstegen versehen, die Hügel eignen sich zum Crossfahren.

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Plötzlich entdecke ich Reste eines alten Gemäuers. Die Rundung erinnert an die Apsis einer Kirche, aber die kleinen Nischen mit ehemaligen Eisentüren davor und kreisrunden Gefäßen oder Rohren darin sind mir ein Rätsel. Spannend.

Ich erreiche die Häuser Römlinghovens, das zu Königswinter-Oberdollendorf gehört.  Gegenüber sehe ich eine lange Mauer, die das Grundstück eines großen Burg-ähnlichen Gebäudes umfasst. Es steht um die Ecke an der Malteserstraße und auf dem eisernen Gartentor prangt auch das Malteserzeichen. Ich hab mal recherchiert. Es ist tatsächlich der Malteserhof, der seinen Ursprung im Jahre 1540 hat.

Die Heilig-Geist-Kirche sieht auch imposant aus:

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Durch den Humbroichweg und entlang eines Fußpfads erreiche ich Schrebergärten und wende mich nach links, die Abbruchkante des Basaltsteinbruchs am Ennert mit dem Aussichtspunkt Rabenlay im Blick.

Die Wege, die ich mir bei Outdooractive rausgesucht hatte, sind kaum befahrene Straßen oder Fußwege, teils asphaltiert, teils geschottert. Sogar die Überquerung der Autobahn A59/B42 geschieht fast unbemerkt, weil diese in diesem Abschnitt in einem Betonbett fast wie in einem Tunnel verläuft. Man hört sie kaum. Danach überquere ich noch die Bahnlinie U 66. Hier befinden sich einige Parkplätze, so dass man an dieser Stelle den Bonnpfad auch gut starten könnte. ÖPNV hat man ja.

Der letzte Abschnitt war angenehmer zu laufen als erwartet. Das einzige, was mich stört, ist der achtlos weggeworfene Müll am Wegesrand. Noch die Königswinterer Straße an einer Fußgängerampel überquert und schon bin ich zwei Straßen weiter am Rhein. (Ups, habe vergessen zu erwähnen, dass ich noch einen Abstecher ins nahe gelegenen Einkaufszentrums gemacht habe. Kleiner Umweg von 1km.)

Vom Rheinufer trennt mich noch die Bahnlinie, die auch ganz ruhig ist, wenn gerade kein Zug vorbeisaust. Doch ein paar Schritte weiter ist eine Unterführung am Bootshaus, die ich nehme, um danach auf dem Saumpfad entlang nach Süden bis zur Fähre Königswinter-Oberdollendorf zu laufen. Das Hochwasser vom Januar hat hier deutliche Spuren hinterlassen. Der feine Sand, der mit unzähligen weißen Muscheln übersät ist, wurde aber schon fein säuberlich vom Weg geräumt. Einige lädierte und marode Pappeln sind der Kettensäge zum Opfer gefallen. Über mir in den Wipfeln kreischen Papageien und Krähen um die Wette! Bis auf zwei Hunde und ihre Besitzer laufe ich hier ganz alleine. Der Wind weht bitterkalt. Wo bleibt die schöne Sonne von gestern?

An der Fähre angekommen:

Ein Auto, ein Mofafahrer und ich sind die wenigen Fahrgäste. Der „Matrose“ – oder wie soll ich den nennen, der das Geld für die Fahrscheine einkassiert? – weist mir einen Raum hinter Panoramafenstern für die Überfahrt zu. Er kommt aber gar nicht zum Kassieren. Als wir anlegen, ist er verschwunden. Ich stehe etwas unschlüssig an der Rampe, da taucht er dann doch wieder auf. So groß ist das Boot doch gar nicht! „Wollen Sie gar kein Geld von mir haben?“ frage ich ihn schelmisch. „Oh, ich dachte, Sie gehören zu dem Mofafahrer“, war seine Antwort. Ob er dem Mofafahrer jetzt zu viel Geld abgeknöpft habe, frage ich. „Ja – äh nein“, war seine Antwort. Hä?

Auf der anderen Rheinseite begrüßt mich ein wunderschönes Panorama vom Siebengebirge, was ich von dieser Seite nicht so häufig sehe. Ich meine mit ‚wunderschön‘ übrigens die Silhouette der Hügel, nicht das wettermäßig wenig anheimelnde Panorama.

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Ich bin im Stadtteil Bad Godesberg-Rüngsdorf angekommen. An der Rheinfähre steht die „Bastei“, in der heute ein Lokal untergebracht ist.

Direkt am Rhein stehen sehr mondäne Häuser und Wohnanlagen. Das hat schon was. Man kann jeden Morgen diesen wunderschönen Blick über den Rhein genießen.

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Villa Deichmann

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Beim Rheinhotel Dreesen ist es Zeit für mich, die nächste Bushaltestelle aufzusuchen, weil ich am Nachmittag noch einen Termin habe. Dieses Mal tut meine Bus-App, was sie soll und lenkt mich durch die Straßen Rüngsdorfs zum Römerplatz, von wo ich problemlos mit dem Bus über Hbf nach Hause fahre. Hübsch dieser 1200 Jahre alte Stadtteil.

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St. Andreaskirche

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Bei der nächsten Etappe geht es dann bis südlich von Bonn-Mehlem am Rhein entlang und dann hinauf in den Kottenforst an der Grenze zu Wachtberg entlang.

 

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