„Gefährlicher“ Moselsteig – Etappe 18

Unterwegs auf dem Moselsteig zwischen Beilstein und Cochem

13,8 km ausgewiesene Etappenlänge. Meine Tageskilometer laut Garmin: 19,8 km

gewandert am 31. 3. 2018

Am zweiten Tag unseres Mosel-Wanderurlaubs am Osterwochenende wanderten Doris und ich die Etappe 18 des Moselsteigs von Beilstein nach Cochem. Da wir in Cochem wohnten, fuhren wir zunächst mit dem Bus, der auf dem Uferweg unterhalb unserer Pension abfuhr, nach Ellenz und setzten dort mit der Fähre nach Beilstein über. Im Internet hatten wir die Information gefunden, dass die Fähre ab Ostern wieder fahre. Heute war der Tag vor Ostern – fuhr sie nun oder fuhr sie nicht? Ein kurzer Anruf bestätigte uns: sie fährt!

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Die Busse fuhren am Osterwochenende nach dem Werktagsplan, was wir aber erst am Osterdienstag per Aushang an der Haltestelle erfuhren. Hätten wir das gewusst, wären wir schon früher aufgebrochen, denn so gingen wir davon aus, dass unser Bus erst um 11:19 h fuhr. Unser Wanderstart verschob sich dadurch auf den Mittag, was für diese Etappe etwas spät war.

Erst einmal waren wir völlig verzückt von dem hübschen Ort Beilstein. Beide hatten wir schon gehört, dass es sich um ein schönes Örtchen handeln soll und konnten dies nun nur bestätigen.

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In einem kleinen Shop erstanden wir eine Wanderkarte zum Moselsteig, da die Karten im Wanderführer bisher nicht so ganz unseren Erwartungen entsprachen. Wir wären gern noch etwas geblieben, aber wir waren ja zum Wandern hierher gekommen!

Auf Bergpfaden

Also ging es um 12 Uhr endlich los. Der Moselsteig jagte uns direkt einen Weinberg hinauf, doch waren wir ja mittlerweile eingelaufen und ließen uns davon nun wirklich nicht beeindrucken. Von einem hübschen Ausblick aus verlief der Weg nur noch in einem leichten Auf und Ab an der Hangkante entlang. Doch ganz so harmlos war der Weg nicht. Ein Schild machte es unmissverständlich: Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich.

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Und damit hatten die Wegbetreiber durchaus Recht. Doch ganz so wild, wie es durch das Schild den Anschein hat, war es nicht. Zwar gab es durchaus kniffelige Stellen, als es steile, steinige Wege oder schiefe alte Weinbergstreppen ohne Geländer hinauf ging und neben uns der Abgrund gähnte, doch war der Weg ausnehmend hübsch und punktete zudem durch eine tolle Aussicht.

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von Doris

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von Doris

Manche Büsche waren über und über mit grau-silbernen Flechten überzogen, aus den Mauerritzen lugten hübsche Moospolster.

Ein wunderschöner Weg! Unten glänzte die Mosel, die Sonne schien und es war angenehm warm. An der Ostsee herrschte gleichzeitig das Schneechaos, wie wir abends aus dem TV erfuhren. Was hatten wir für ein Glück!

Auf Umwegen

Nach der Felspassage wurde der Weg etwas eintöniger. Durch Weinberge ging es, teils auf Asphalt, hinab in Richtung Fankel.

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An einer Landstraße angekommen, zeigten die Wegweiser nach links bergab auf Fankel zu. Vorbei an einer Hühnerwiese mitsamt eines ziemlich stinkenden Ziegenbocks erreichten wir die ersten Häuser des Ortes und mussten dort die Landstraße überqueren, um dahinter auf der anderen Straßenseite wieder bergauf bis zu der Stelle zurückzulaufen, wo wir auf besagte Straße gestoßen waren!! Will man uns hier veräppeln?

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Nur weil auf beiden Straßenseiten zwischen Fahrbahn und Fußweg kleine Gräben sind, muss man doch nicht so einen unschönen Umweg einplanen! Andere Wanderer sind hier schon vernünftiger gewesen und haben einen kleinen Trampelpfad bei der Überquerung der Straße angelegt. Falls ihr also hier einmal langlauft, ignoriert die Schilder und geht geradeaus!

Einige Wege weiter erreichten wir Bruttig. Mitten durch den Ort führt ein großes Bahnviadukt, auf dem allerdings niemals eine Bahn gefahren ist. Heute wird die Trasse als Weinberg genutzt.

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Auf der Suche nach einer Toilette folgten wir den Schildern zur Touristeninformation und liefen dafür ein ziemlich langes Stück an der Mosel entlang wieder zurück. Das sollte sich auf die Summe unserer Tageskilometer durchaus auswirken.

Danach begann der zweite, deutliche Aufstieg. Und wieder war es ein herrliches Bachtal, an dem wir entlang die Höhe und den Aussichtspunkt „Eiserner Mast“ erreichten.

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von Doris

Der „Eiserner Mast“ entpuppte sich als Strommast. Trotzdem gab es an diesem Rastplatz nebst Schutzhütte und Liegebank eine imposante Aussicht. Von hier hatte man die ganze Moselschleife um den Ort Ernst im Blick (wenn sie auch nicht ganz aufs Foto passte).

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Wie angenehm ging nun der Weg erst an der Hangkante entlang und durch den Höhenort Valwigerberg mit seiner kleinen hübschen Wallfahrtskirche und danach sanft abwärts Richtung Cochem. Bald gesellte sich der Apolloweg hinzu, der dem seltenen Apollofalter gewidmet ist. Leider haben wir hier in seinem Revier keinen dieser Falter entdeckt.

Die Mosel lag immer noch recht tief unter uns und es schien kaum abwärts zu gehen. Bis Cochem mussten wir aber noch einige Höhenmeter überwinden. Am Abzweig nach Valwig bremste uns plötzlich ein Schild mit der Aufschrift aus, dass der Moselsteig unterhalb der Brauseley wegen eines Felssturz‘ gesperrt sei und die freundliche Bitte, doch auf eine andere Etappe auszuweichen. Hä? Jetzt noch, wo man kurz davor steht?

Wenn wir nach Valwig abgestiegen wären, wären wir ein gutes Stück die Mosel wieder hinauf gegangen und hätten elendig lang auf der Uferstraße entlang nach Cochem laufen müssen. Na toll! Wir waren schon ganz schön abgekämpft und die Füße wollten nicht mehr!

Im Vertrauen darauf, dass es bestimmt eine Umleitung geben wird, liefen wir auf dem Moselsteig weiter. Kurz vor der Brauseley stand dann wieder ein Schild….

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… aber auch eine ausgeschilderte Möglichkeit, einen kleinen, steilen Pfad durch die Weinberge hinab zur Uferstraße zu nehmen.

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Etwas öde an der Mosel entlang

Das letzte Stück auf dem Fuß- und Radweg entlang der Mosel zog sich wie Kaugummi. Bald schon konnten wir auf der anderen Moselseite unsere Pension ausmachen und hätten uns an dieser Stelle eine Fähre gewünscht, doch mussten wir noch bis zur Brücke durchhalten. Die hübsche „Skyline“ von Cochem versüßte uns etwas den drögen Weg.

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von Doris

Auf der anderen Moselseite mussten wir ja schließlich noch einmal fast 2 Km die Mosel wieder hinauf wandern, um zu unserer Pension zu kommen.

Dort standen dann auf meinem Wandernavi 19,8 Tageskilometer. Konnte das denn sein? Meine Füßen hätten laut rufend mit „ja“ geantwortet :-). War ich dermaßen Zick-Zack gelaufen? Während unserer beiden Pausen hatte ich das Navi jeweils auf Pause gestellt. Gebe ich meinen Weg mitsamt den Umwegen und Zuwegen bei Outdooractive ein, komme ich nur auf 16,5 km. Komisch…

Es war trotzdem ein wunderschöner Wandertag!

 

(Ich danke Doris für die Überlassung ihrer Fotos.)

 

6 Antworten auf „„Gefährlicher“ Moselsteig – Etappe 18

  1. Dieser steile Schotterabstieg am Ende war ja wirklich gemein. Gerade wenn man ankommen möchte, ist das irgendwie das Letzte, was man noch braucht!
    Dafür ist ein Anfang in Beilstein umso schöner. Ich erinnere mich gut, wie ich auf dem Mosel-Camino nach gerade mal 7 km in Erwägung zog, zu bleiben, weil es so hübsch war (und komplett ausgebucht).
    Hab eine schöne Woche und dann bin ich gespannt auf die neusten Abenteuer, die sich anbahnen 😉

    LG
    Audrey

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