König-Ludwig-Weg (1) – es beginnt sanft

Auf dem König-Ludwig-Weg, Etappe 1 von Starnberg bis Berg

7,3 km vom S-Bahnhof Starnberg zum Hotel und von dort nach Berg.

Gps-Track bei Komoot, gewandert am Pfingstsamstag, 19.5.2018

Es ist unheimlich laut hier. Stimmengewirr und lautes Lachen. Es ist 19 h und ich sitze in der rappelvollen Wirtsstube „Zum Brückenwirt“ in Starnberg und versuche, zwischen all den Humpen schwingenden Herren nicht allzu sehr aufzufallen. Reden die Bayern eigentlich lauter als Bewohner anderer Bundesländer oder kommt mir das nur so vor? Ich bestelle mir auch eine Maß. Belohnungsbier. Der erste Tag ist geschafft.

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Rückblende: Es war Pfingstsamstag, der Wecker klingelte um 6:45 h, mein Traum, einen Fernwanderweg von Anfang bis Ende in einem Stück zu gehen, begann. Der Rucksack stand seit gestern gepackt bereit und die Zuversicht, dass sich sein Gewicht irgendwann nicht mehr so schwer anfühlen wird, groß. Um 7:20 h verließ ich die Wohnung.

Schon auf den ersten Metern keimte der Gedanke auf, dass ich wohl doch die falschen Wanderschuhe ausgewählt habe. Ich hatte mir nämlich vor einem Dreivierteljahr neue Wanderstiefel von Meindl gekauft, denn bei meinen alten Stiefeln von Lowa war die Sohle so weit abgelaufen, dass der Belag darunter schon angegriffen war. Doch mit diesen Meindl-Tretern war ich leider nicht richtig zufrieden. Obwohl sie leicht sind, eine schicke Farbe haben und ein tolles Profil, das viel Halt gibt, hätte ich gerne an den Zehen mehr Bewegungsfreiheit gehabt und an meinen Knöcheln drückte oft die Seite der innenliegenden Zunge, wenn ich sie fest schnürte. Also suchte ich schon seit ein paar Wochen nach einer Alternative, die mich nicht in Unkosten werfen sollte. In den äußerst leichten Grisport-Stiefeln fühlte ich mich auf Anhieb wohl und erwarb sie. Doch nach dem Einlaufen drückte mir der Knick, der beim Laufen entsteht, auf den Zehenansatz des großen Onkels. Noch mal beim Schumacher weiten lassen. Ja, jetzt passten sie. Ich wählte die neuen Stiefel für die Wanderung aus.

Doch die ersten Schritte vor der Haustür ließen mich an dieser Entscheidung wieder zweifeln. Dass ich aber schon an Tag 2 die Schuhe so weich gelaufen hatte, dass dieses Problem verschwinden wird, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

An der Bushaltestelle schoss mir der zweite Schrecken in die Glieder. „Wo ist eigentlich mein Handy???“ Ich konnte mich nicht erinnern, es heute morgen eingepackt zu haben! Panik! In solchen Momenten rasen die Gedanken: Wieder nach Hause rennen? Dann verpasse ich den Bus und womöglich sogar meinen Zug! Ohne Handy bin ich ggf. aufgeschmissen, wenn ich umknicke in der Wildnis und nicht mehr laufen kann! Hilfe!!! – GANZ RUHIG. Nachdenken. Wo könnte dieses in der heutigen Zeit oft als lebenswichtig angesehene Gerät denn sein? Ach ja, ich hatte es schon gestern Abend in die extra dafür vorgesehene Handy-Innentasche meiner Jacke getan. Eine Tasche, die ich sonst nie benutze. Ich tastete – und große Erleichterung machte sich breit.

So, nun kennt ihr meine klitzekleinen Panikattacken, die auftreten, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es geplant habe. Die reichten dann aber auch für den Rest der ganzen Wanderung. Thanks! 🙂

Der Bus kam pünktlich und brachte mich zum Bonner Hbf. Auch mein ICE fuhr pünktlich ein, so dass ich um 8:14 h meinen reservierten Sitzplatz einnehmen konnte. Die Fahrt am Rhein entlang ließ noch einmal schöne Erinnerungen an die Wanderungen auf dem Rheinsteig (siehe frühere Blogbeiträge) aufkeimen.

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Loreley

Doch bald vertiefte ich mich in meine Lektüre „Schritt für Schritt“ von M. Andrack. Mein Ebook-Reader war mein einziger Luxusgegenstand, den ich mitgenommen hatte, um mir die langen Anfahrten und Abende zu versüßen.

 

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Ich darf „für die Seele“ wandern!

Wanderungen für die Seele. Wunderschöne Wanderbücher mit Wohlfühlwegen aus dem Droste Verlag

Schon in das erste Buch mit „Wohlfühlwegen“ aus dem Droste Verlag, dass ich im März 2016 gekauft hatte, war ich ganz verliebt. Karl-Georg Müller, bekannt als „der Schlenderer“, hatte 20 wunderschöne Wege in der Eifel gefunden und sehr anschaulich beschrieben. Man möchte beim Lesen am liebsten sofort loswandern!

Als der Schlenderer in seinem Blog letzten Herbst erwähnte, dass es einen zweiten Band über den Rheingau und Taunus geben wird, wusste ich sofort, was ich mir fürs Frühjahr auf meine Wunschliste setzen werde. Da steht das Buch zurzeit noch, denn zunächst wanderten zwei andere, frisch gedruckte Bände dieser Reihe in meinen Einkaufskorb:

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Und auch hier finde ich das Konzept wunderbar umgesetzt. Ich habe viele neue Inspirationen für Wanderungen bekommen. Doch müssen die erst einmal warten. Ebenso die Erkundigung meines neuen Bonnpfads. Warum?

Mein neues Projekt

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Im Sauerland

Unterwegs im Schmallenberger Land, März 2018

In der Woche vor Ostern war ich mit Monika im Sauerland unterwegs. Sie hatte mir ein Wanderwochenende in ihrer Heimat zu meinem letzten Geburtstag geschenkt. Und so fuhren wir gemeinsam Ende März nach Schmallenberg.

Jetzt, da die Natur schon so schön grün ist und überall Blumen blühen und ganze Wiesen gelb färben, mag ich fast nicht die winterlichen, kahlen und teils verregneten Fotos aus dem März posten, doch waren die gemeinsamen Tage mit Monika im Sauerland so schön, dass die Dokumentation der Wege hier nicht fehlen darf. Besonders der Westfelder Rundweg lohnt sich nämlich auch jetzt in der wärmeren Jahreszeit.

Außerdem kann ich momentan hier nichts von meinen aktuellen Wanderungen berichten. Warum? Das ist noch ein Geheimnis, aber ich hoffe, euch in ein paar Tagen den für mich erfreulichen Grund berichten zu können.

Unsere erste Wanderung war ein Rundweg bei Westfeld, die zweite bei Schanze auf dem Skulpturenweg des Rothaarsteigs und die dritte Tour ging durch die Wisent-Wildnis bei Jagdhaus.

1) Westfeld-Runde mit 9,7 km * gewandert am 27. März 2018

GPS-Daten

Monika fuhr nach Westfeld in der Nähe von Schmallenberg. Dort starteten wir unsere Wanderung an der Kirche im Ort.

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Die Sonne konnte sich an diesem Tag nicht so recht entscheiden, ob sie sich gegen die mächtigen Wolken noch durchsetzen wollte oder nicht, doch blieb es zum Glück weitestgehend trocken für uns. Die Westfeld-Runde entspricht zu großen Teilen dem mit W1 ausgeschilderten Rundweg „Schwedensteig-Heidenstraße“, allerdings ist sie kürzer. Gefunden haben wir diese Wanderung auf der Internetseite zum Sauerländer Höhenflug.

Gleich zu Beginn ging es den Berg hinauf, wodurch uns schon bald wunderschöne Fernblicke beschert wurden.

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Im Tal, südlich von Westfeld, zogen noch Langläufer ihre Runden auf den letzten Schneeresten der Loipe.

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Wir hingegen kamen ganz schön ins Schwitzen, denn es ging gehörig den Berg hinauf. Sauerland eben!

Der erste Teil der Tour war geprägt von Weihnachtsbaumschulen: Fichten in allen Größen und in Reih‘ und Glied gepflanzt!

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An den Spitzen waren kleine dünne „Antennen“ mit bunten Klammern angebracht und ich fragte, wofür die wohl seien. Monika wusste es: Continue reading „Im Sauerland“

Viel zu schauen auf dem Moselsteig – Etappe 17, 2. Teil

Unterwegs auf dem Moselsteig von Senhals nach Beilstein.

Ca 10 km

gewandert am 2. April 2018

Am letzten Tag unseres Osterurlaubs liefen Doris und ich einen Teil der 17. Etappe. Diversen „Wehwechen“ unserer Füße geschuldet, sollte es bewusst keine lange Etappe sein. Außerdem stand an diesem Tag noch die Heimreise an.

Geplant war mit dem Auto nach Beilstein zu fahren, überzusetzen und mit der uns schon bekannten Buslinie weiter bis Senhals zu fahren, um dort die Etappe zu starten, denn der Bus auf der rechten Moselseite fuhr am Feiertag zu selten. Doch nachdem wir gefrühstückt und das Auto gepackt hatten, war noch so viel Zeit bis zur Abfahrt des Busses übrig, dass wir entschieden, direkt bis Senhals durchzufahren.

Und so starteten wir unsere letzte Wanderung für 2018 an der Moselbrücke zwischen Senhals und Senheim. Zumindest ist für dieses Jahr keine weitere Wanderung auf dem Moselsteig geplant. Aber man weiß ja nie….

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von Doris

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Der Doppelort Senheim-Senhals war früher schon in römischen und mittelalterlichen Zeiten ein bedeutender Ort. Hier gab es wegen einer Insel eine günstige Stelle, um auf Handels- und Pilgerwegen von Maintz bzw. Bad Kreuznach in Richtung Eifel und Flandern die Mosel zu überqueren.

In Senheim erklommen wir die Weinberge, blickten auf das in morgendlicher Ruhe liegende Senhals hinab und liefen dann auf einem sehr gemütlichen Höhenweg oberhalb der Weinberge bis Mesenich. Dort verlief der Moselsteig parallel zu einem Kulturweg, auf dem viele Steintafeln mit Sprüchen, Skulpturen sowie Büsten ortsansässiger Winzer installiert waren.

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Wir ließen uns Zeit, denn es gab viel zu sehen und zu entdecken. Interessant waren vor allem die Aktivstationen, bei denen man entweder Glücksrad für Sinnsprüche spielen oder sich im Gewichtheben üben konnte.

Den mittleren Stein konnte ich noch heben, doch beim großen ganz rechts Continue reading „Viel zu schauen auf dem Moselsteig – Etappe 17, 2. Teil“