Im Sauerland

Unterwegs im Schmallenberger Land, März 2018

In der Woche vor Ostern war ich mit Monika im Sauerland unterwegs. Sie hatte mir ein Wanderwochenende in ihrer Heimat zu meinem letzten Geburtstag geschenkt. Und so fuhren wir gemeinsam Ende März nach Schmallenberg.

Jetzt, da die Natur schon so schön grün ist und überall Blumen blühen und ganze Wiesen gelb färben, mag ich fast nicht die winterlichen, kahlen und teils verregneten Fotos aus dem März posten, doch waren die gemeinsamen Tage mit Monika im Sauerland so schön, dass die Dokumentation der Wege hier nicht fehlen darf. Besonders der Westfelder Rundweg lohnt sich nämlich auch jetzt in der wärmeren Jahreszeit.

Außerdem kann ich momentan hier nichts von meinen aktuellen Wanderungen berichten. Warum? Das ist noch ein Geheimnis, aber ich hoffe, euch in ein paar Tagen den für mich erfreulichen Grund berichten zu können.

Unsere erste Wanderung war ein Rundweg bei Westfeld, die zweite bei Schanze auf dem Skulpturenweg des Rothaarsteigs und die dritte Tour ging durch die Wisent-Wildnis bei Jagdhaus.

1) Westfeld-Runde mit 9,7 km * gewandert am 27. März 2018

GPS-Daten

Monika fuhr nach Westfeld in der Nähe von Schmallenberg. Dort starteten wir unsere Wanderung an der Kirche im Ort.

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Die Sonne konnte sich an diesem Tag nicht so recht entscheiden, ob sie sich gegen die mächtigen Wolken noch durchsetzen wollte oder nicht, doch blieb es zum Glück weitestgehend trocken für uns. Die Westfeld-Runde entspricht zu großen Teilen dem mit W1 ausgeschilderten Rundweg „Schwedensteig-Heidenstraße“, allerdings ist sie kürzer. Gefunden haben wir diese Wanderung auf der Internetseite zum Sauerländer Höhenflug.

Gleich zu Beginn ging es den Berg hinauf, wodurch uns schon bald wunderschöne Fernblicke beschert wurden.

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Im Tal, südlich von Westfeld, zogen noch Langläufer ihre Runden auf den letzten Schneeresten der Loipe.

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Wir hingegen kamen ganz schön ins Schwitzen, denn es ging gehörig den Berg hinauf. Sauerland eben!

Der erste Teil der Tour war geprägt von Weihnachtsbaumschulen: Fichten in allen Größen und in Reih‘ und Glied gepflanzt!

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An den Spitzen waren kleine dünne „Antennen“ mit bunten Klammern angebracht und ich fragte, wofür die wohl seien. Monika wusste es:Ssie werden extra angebracht, um zu verhindern, dass sich Vögel auf der Baumspitze niederlassen und diese anknabbern, auf dass der Baum nur eine, schöne Spitze behalten möge.

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Auf der Höhe angekommen ging es – wie könnte es anders sein – wieder bergab ins Tal nach Ohlenbach. Hier verließen wir den W1 und folgten dem geteerten Weg zu den Häusern des Ortes, denn den sehr steilen, matschigen Abstieg ins ganz, ganz tiefe Tal wollten wir uns heute nicht antun. Ebenso vermieden wir den Wiesenweg an dem Kneippbecken vorbei. Das wäre eher etwas für den Sommer.

Hinter Ohlenbach erklommen wir erneut die Höhe und liefen auf einen einzeln stehenden Baum zu, unter dem eine Bank stand. Ein hübsches Fleckchen.

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Weiter ging es zum Hubertusstein, neben dem eine informative Tafel darüber Auskunft gab, warum der Weg „Schwedensteig-Heidenstraße“ heißt. Auf der Heidenstraße standen wir gerade. Doch verließen wir diese sofort wieder, denn der W1, der ab hier wieder unser Wegweiser war, lenkte uns durch ein Wildgatter entlang eines urigen Pfades auf den Grat eines Hügels hinauf. Oben stand eine Wanderliege, die wie ein Karussell in alle Richtungen gedreht werden konnte, was wir natürlich ausgiebig taten, lachten und alberten, obwohl ein eisiger und fast stürmischer Wind blies. Meinen wild zu Berge stehenden Haaren kann man die ordentliche Brise ansehen.

Die Rundum-Aussicht hier oben war auch wirklich nicht zu verachten und ist im Sommer sicher um so grandioser.

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Weiter ging es noch ein kleines bisschen höher auf einen Wald zu, an dessen Rand sich ein Wacholdergebiet erstreckte, durch das der Weg in kleinen Serpentinen hindurchgeführt wurde.

An der Hangkante des Wesenbergs entlang schlängelte sich der Pfad noch weiter, teils durch hohen Buchenwald, teils am Waldrand entlang. Sehr schön!

Nach einer Köhler-Schauhütte verlief der Weg dann nördlich des Wesenbergs auf einem breiten Forstweg und ließ uns ab uns zu den Blick ins andere Tal erhaschen. Doch um die Bergkuppe herumgekommen, lag der Ort Westfeld wieder in unserem Blick, auf den wir zunächst entlang eines Höhenwegs zuliefen und zu den Häusern des Dorfes dann auf einem ganz schmalen Pfad hinab stiegen.

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Eine schöne Wanderrunde!

 

2) Von Schanze auf dem Rothaarsteig * 9,6 km * gewandert am 28. März 2018

GPS-Daten

Am Frühstückstisch überlegten wir gemeinsam noch, wie wir den heutigen, etwas verregneten Tag gestalten wollten. Geplant hatten wir ursprünglich mit dem Auto nach Jagdhaus zu fahren, dort den Wanderbus nach Schanze zu nehmen und über den Rothaarsteig zurück nach Jagdhaus zu wandern. Der Bus fuhr um 9.30 h und um 11:30 h. Doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Daher wollten wir lieber unabhängig sein und vor Ort entscheiden, wie weit wir wandern. Und so nahmen wir das Auto mit nach Schanze.

Rückblick: Für mich hatte es etwas von einem Déjà-vu, weil ich vor 7 Jahren mit Doris schon einmal im Wittgensteiner Land Urlaub gemacht hatte und es 4 Tage am Stück geschüttet hat. Damals sind wir hier nach Schanze gefahren und bei Dauerregen über das glitschig-nasse Holz den Kyrillpfad gelaufen. Doris‘ Tochter hatte ich ihre helle Freude daran. Nachher saßen wir im Auto und Doris trocknete ihre klatschnassen zip-off Hosenbeine über den Lüftungsschlitzen an der Windschutzscheibe, während ich in einem Buch nachschlug, was wir trockenen Fußes noch erleben konnten. Daran musste ich denken, als ich jetzt in Schanze ausstieg und am Kyrillpfad vorbeikam.

Die Aussicht von der Häuseransammlung „Schanze“ war an diesem Tag genauso wolkenverhangen und neblig wie damals. Den Kyrillpfad ließen wir dieses Mal links liegen, denn uns interessierten die Kunstwerke am Wegesrand viel mehr.

Das Wanderportal des Rothaarsteigs ist ganz schön überdimensioniert, oder?

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Der Krummstab:

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Der schnurgerade Weg war jetzt nicht der attraktivste und zu unserem großen Erstaunen kamen wir sogar noch in den Schnee:

Skulptur „Kein leichtes Spiel“:

Bei Kühhude am Saukopf (das ist ein 715m hoher Berg) erreichten wir ein Gebiet, in dem seit April 2013 eine Wisentherde frei lebt. Monika wusste von den Erfahrungen einiger Dorfbewohner mit Wisenten zu berichten, heute sind wir aber leider keinem Tier begegnet.

Der Rothaarsteig hat eine ganz gute Infrastruktur mit Shuttle-Bussen und Abholpunkten. Finde ich gut. Und immer, wenn ich dem Fernwanderweg E1 begegne, überkommt mich ein ganz großes Gefühl und ich muss an all die Leute denken, die Deutschland einmal komplett durchwandert haben und hier vorbei gekommen sind. Was mögen sie über diesen Ort gedacht haben? Wie erging es ihnen hier? Einige Blogberichte oder ein Buch habe ich darüber schon gelesen.

Die beeindruckende Skulptur „Stein, Zeit, Mensch“:

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Wenn man den Skulpturenweg läuft, lohnt es sich, Informationsmaterial zu den Skulpturen mitzunehmen und zu lesen. Die Kunstwerke erschließen sich einem so viel besser.

Von hier ging es noch ein kleines Stück über den Rothaarkamm, vorbei an zwei informativen Tafeln zur Sprachgrenze des Kamms mit Wortbeispielen sauerländisch – siegerländisch …

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…und dann ab vom breiten Forstweg über einen kleineren Pfad hinab zur Hängebrücke am Hochgelmker Siepen:

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Es gibt auch Fotos von mir auf dieser Brücke, aber die schlummern noch auf Monikas Handy :-).

Vom weiteren Verlauf des Weges gibt es nur noch ein Foto, das irgendwie herbstlich anmutet:

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Auf der Talvariante des Rothaarsteigs erreichten wir wieder Schanze. Den kräftigen Regenschauer, der mal wieder herunterkam, konnten wir glücklicherweise pausierend in einer Hütte an den Schlümperbrüchen abwarten. Glück gehabt!

 

3) Wisent-Welt bei Jagdhaus* ca. 3 km Erlebnispfad * gewandert am 29. März 2018

Weil die Wisent-Herde in freier Wildbahn nur sehr selten von Wanderern gesichtet wird, gibt es eine zweite Herde in einem rund 20 Hektar großen naturbelassenen, eingezäunten Areal. Hier kann man die sechsköpfige Wisentgruppe aus nächster Nähe erleben. Ein sehr hübscher Pfad windet sich rauf und runter durch das Gelände, an immer verschiedenen Stellen des Geheges vorbei. Die Wisent-Welt ist von dienstags bis sonntags von 10-17 h (im Winter nur bis 15 h) geöffnet und kostet 5,50 €/Erwachsener Eintritt. Hunden ist der Zutritt nicht gestattet. (www.wisent-welt.de)

Meine Impressionen bei Graupelschnee:

Durch einen Tunnel kommt man auf die andere Seite des Geheges. An den Fußspuren kann man erkennen, dass die Wisente diese Brücke viel nutzen.

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Und dann gibt es eine große Anlage mit lauter wunderbaren Schaukelliegen. Leider voll nassem Schnee…

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Der Besuch der Wisent-Welt war ein schöner Abschluss der drei Tage im Sauerland. Von hier aus ging es mit Monika wieder heim und am nächsten Tag zu weiteren vier Wandertagen mit Doris an die Mosel, wo uns sonnigeres und wärmeres Wetter erwartete.

Hier findest du meine Berichte vom Moselsteig:

Viel zu schauen auf dem Moselsteig – Etappe 17

„Gefährlicher Moselsteig – Etappe 18

Moselsteig Etappe 19 – habe fertig

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