Schwarzwaldsommer (1)

Unterwegs im Nordschwarzwald

Sonntag 12. bis Donnerstag 16. August 2018

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In diesem Sommer war ich ja schon im Saarland auf dem Saar-Hunsrück-Steig unterwegs gewesen, doch hatte ich bei Tchibo-Reisen ein tolles Angebot für 4 Tage Loßburg (bei Freudenstadt) entdeckt, dem ich nicht widerstehen konnte. So habe ich diese Kurzreise gebucht, um endlich auch einmal den Schwarzwald kennenlernen zu können. Ursprünglich hatte ich noch in einem anderen Hotel weitere 3 Tage gebucht, doch diese wegen meiner Fußprobleme wieder storniert. Mir war klar, dass ich in diesem Urlaub nicht so viel wandernd unterwegs sein konnte.

Seit Längerem schon schaue ich mir gerne die YouTube Videos von Rainer Dornburg, Harald Roller und dem Fernwanderer an, von denen der erste radelnd und wandernd hauptsächlich im Nordschwarzwald aktiv ist und die beiden anderen ihre Wanderungen auf den drei schwarzwälder Fernwegen Westweg, Mittelweg und Ostweg filmisch umgesetzt haben. Die Gegend, die in diesen Videos gezeigt wurde, begeisterte mich zusehends. Also wollte ich auch mal dorthin.

Sonntag – Tag 1

Das Programm für den ersten Tag stand bald fest: Ich nutzte die Anfahrt, um mir das nördlich von Pforzheim gelegene Kloster Maulbronn anzusehen. Die Bilder von Harald Roller, der auf dem Eppinger Linienweg daran vorbeigekommen ist, hatten es mir angetan. Also war meine erste Station Maulbronn, das ich nach 3 h Autofahrt gegen 10:30 h erreichte.

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Ich werde euch jetzt mit Fotos zuschmeißen 🙂 , die zeigen, wie sehr ich von dem Flair des ganzen Geländes angetan war. Nur die 12 € Eintritt für das Klostergebäude fand ich etwas zu viel. Das Wetter war einfach fantastisch.

Das Klostergelände

Die Klosterkirche von außen

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Innenhof vom Kreuzgang aus

Impressionen des Inneren

Besonders die alten Deckengewölbe sprechen mich immer wieder sehr an.

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Wenn ich an so einem Ort alleine bin, fange ich immer an zu summen oder singen, weil die Akustik einfach fantastisch ist.

In der Klosterkriche

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Auf dem Klosterhof, der einem mittelalterlichen Dorfplatz glich, fand gerade ein Weinfest statt und daher strömten mehr und mehr Menschen hinzu, so dass ich nach meinem Rundgang und dem Genuss einer kalten Apfelschorle etwas geplättet, aber seelisch erfüllt wieder weiterzog.

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Das Monbachtal

Zum Monbachtal hatte ich auch ein Video gesehen: wild und romantisch soll die Schlucht bei Bad Liebenzell sein. Die Wege voller Steine und Wurzeln. Und sie lag auf meiner Route! Also machte ich hier noch eine kleine Wanderung mit Mittagspause. Nun ja, sagen wir einen Spaziergang. Da es Sonntag war, war Himmel und Welt unterwegs. Neu für mich war es, bei anderen Wanderern die italienische, spanische oder arabische Sprache zu hören. Die tummeln sich bei uns im Rheinland weniger in den Wäldern herum. Die Gegend hier scheint echt beliebt zu sein!

ca. 4 km, GPS-Track

Start: Parkplatz Eisstadion „Polarion“, Talwiesen in 75378 Bad Liebenzell, direkt an der Nagold (GPS 48.794733, 8.728031)

Über die Zufahrtsstraße folgte ich den Schildern zum Monbachtal, ging an einem Restaurant vorbei, hinter dem sich ein Minigolfgelände und ein Kneippbecken befanden und tauchte in die schattige Monbachschlucht ein. Erfreut stellte ich fest, dass ich auf dem Ostweg unterwegs war.

Wegen der langen Trockenheitsperiode führte der Bach nur sehr wenig Wasser, so dass auch die Stelle, an der der Bach überquert werden musste, leicht zu bewältigen war. Im ersten Teil verlief der Weg recht weit oberhalb des Wassers, dann wurde die Schlucht aber sehr flach und man lief direkt neben dem Bach. DSC01278DSC01290DSC01295Anfangs war es noch recht dunkel im Tal. Deshalb konnte ich auch nur wenige Fotos machen.

Etwas weiter lichtete sich der Wald und wunderschöne Lichtreflexe fielen auf die flachen Moospolster. Der Bach suchte sich in mehreren Rinnsalen seinen Weg. Jedes Bächlein hatte sich eine tiefe Rinne in den Waldboden gegraben. Das sah sehr hübsch aus.

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Und dann gab es noch einen Mini-Wasserfall:

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Auf einem großen Stein am Bachufer verspeiste ich mein mitgebrachtes Mittagessen. Da es mich mittlerweile zum Hotel zog, drehte ich an der Schutzhütte um und ging zurück. Es würde sich lohnen, noch einmal die gesamte Schlucht zu begehen. Das Kneippbecken musste ich aber unbedingt noch testen. Ich liebe es zu kneippen. Hier war mächtig viel plantschender Familienbetrieb, so dass ich nachher nicht nur die Füße nass hatte.

Um 16:30 h kam ich im Hotel Hohenroth in Loßburg an. Die Fahrt dorthin vorbei an Calw und dem steil am Hang gebauten Altensteig war einfach wunderschön! Mein Zimmer mit Balkon gefiel mir sehr gut. Das Hotel verfügte sogar über ein eigenes Schwimmbad, was ich während meines Aufenthalts gerne nutzte.

Ich wollte bis zum Abendessen noch etwas die Gegend erkunden. Die Hotelierin empfahl mir den 5 km langen Weg „Augenblickrunde“ zum Vogteiturm. Doch war es bereits 17:15 Uhr, als ich endlich loskam. Am Turm hielt ich mich lange auf, so dass ich die Tour am Ende etwas abkürzte, um noch rechtzeitig zum Abendessen im Hotel zurück zu sein.

Abendwanderung zum Vogteiturm

4,1 Kilometer, mein GPS-Track

Vom Hotel aus lief ich den Berg hinauf. An einem Wäldchen ging es ein kurzes Stück hindurch und dann oberhalb von Gärten zum weithin sichtbaren Vogteiturm auf der Rodter Egart auf 739 m Höhe.

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Hier war ich übrigens wieder an einer Variante des Ostwegs angekommen.

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Zügig, bevor sich irgendeine Höhenangst einstellen konnte, bestieg ich den Turm. Das klappte sehr gut, oben allerdings überkam mich wieder diese irrationale Angst – nicht wegen der Höhe, sondern wegen der recht dünn wirkenden hölzernen Planken, die unter meinem Gewicht leicht nachgaben. Ob die wohl hielten? Ich ärgerte mich über meine Angst! Mit schwammigen Knien biss ich die Zähne zusammen und versuchte es zu ignorieren, denn die Aussicht übers Land war einfach grandios und wollte gebührend betrachtet werden.

Als eine laute, lärmende Gruppe auf den Turm zustürmte, stieg ich wieder ab und folgte dem Ostwegzeichen, das ich allerdings ganz schön suchen musste. Das Wanderzeichen zur angeblich ausgeschilderten Augenblickrunde suchte ich mehrfach vergebens, hatte aber zum Glück eine Karte, auf der der Weg eingezeichnet war.

Weiter ging es im Wald hinab zur Kinzigquelle. Es war sehr still im Wald und schon leicht dämmerig. Doch die hohen Fichten und Tannen mit herabhängenden Flechten und die großen Wurzeln, Steine und Moospolster am Boden gaben dem Wald ein sehr märchenhaftes Aussehen. Eine steile Holztreppe am Hang wurde Himmelsleiter genannt.

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Die Quelle der Kinzig war in einem „Froschkönig-Brunnenrund“ eingefasst und das klare Wasser schmeckte einfach köstlich.

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Etwas weiter am Kinzigsee stand ein süßes Bauwagen-Café „Wanderers Lieblingsrast“, das ich ein anderes Mal besuchen wollte, da es schon geschlossen hatte.

Von hier schlug ich den Weg zurück zum Hotel ein. Ein schöner Wald, in dem ich ein weiteres Mal unterwegs sein möchte.

Der erste Tag, erfüllt von drei großen Erlebnisbereichen, ging zuende.

Fortsetzung folgt…

 

4 Antworten auf „Schwarzwaldsommer (1)

  1. Wir hatten diese Jahr doch schon einige gemeinsame Wege. Ich war ebenfalls im Kloster Maulbronn und auch zum ersten Mal im Monbachtal. Vielleicht noch ein Tipp für andere Wanderer: Man kann zum Kloster Maulbronn gut mit der Regionalbahn von Stuttgart nach Mühlacker anreisen und dann von Mühlacker ein Stück auf dem Eppinger Linienweg zum Kloster Maulbronn wandern (ca. 8km). Wieder tolle Bilder und schön beschrieben. Grüßle Bernhard

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