Mein Ahrsteig – die 1. Etappe

Unterwegs auf dem Ahrsteig von Blankenheim nach Lommersdorf

14,3 km waren geplant, geworden sind es 16,4 km – 280 Hm

Gpx-Track, gelaufen am 31. Oktober 2018

Da Allerheiligen (1. November) 2018 auf einen Donnerstag fiel und ich zu diesem Zeitpunkt mittwochs und freitags frei hatte, hatte ich fünf Tage am Stück frei und konnte wandern gehen. Die laut Ahrsteig-Hompage vorgeschlagene 1. Etappe geht von Blankenheim bis Freilinger See, die 2. Etappe weiter bis Aremberg. Beide Etappen sind „nur“ ca. 11 km lang. Viele Wanderer laufen beide Etappen in einem Stück. Strammen Kilometermachern kann ich das empfehlen, aber Genusswanderern nicht, denn die zweite Etappe – ich greife vor – bietet nicht sehr viel Abwechslung oder gar Highlights, was am Ende eines langen Wandertages dann ganz schön zermürbend aufs Gemüt wirken kann und einen insgesamt schlechteren Eindruck des Weges hinterlässt, als es die erste Etappe verdient hätte oder ihr gerecht geworden wäre. Das hörte ich zumindest aus dem ein oder anderen Kommentar zum Ahrsteig heraus.

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Erst einmal Warmlaufen

So, wie man sich erst einmal warmlaufen muss, so beginnt der Ahrsteig auch nicht mit den größten Highlights und verschießt sein Pulver nicht gleich am Anfang, aber wer hinschaut, findet die schönen Aspekte am Wegesrand. Dafür finde ich persönlich beim Alleinwandern insgesamt mehr Muße und Blicke für die Kleinigkeiten.

Ich traute mir mehr als 11 km zu, also verlängerte ich meine 1. Etappe am Freilinger See vorbei noch bis nach Lommersdorf, wo ich eine günstige Unterkunft gefunden und reserviert hatte. Eine klitzekleine Abweichung vom Ahrsteig hatte ich allerdings eingeplant, um Höhenmeter zu sparen. Die Anfahrt mit Bus und Bahn über Bonn und Euskirchen nach Blankenheim (Wald) lief gut, dauerte aber fast 2,5 Stunden. Was man vorher planen muss, ist die Verbindung von dem weit außerhalb, quasi im Wald liegenden Bahnhof nach Blankenheim Ort, der nur von einem TaxiBus angefahren wird, den man mindestens 60 Minuten vorher bestellen muss und der leider nicht an Feiertagen fährt – wie ein anderer Ahrsteig-Wanderer am nächsten Tag leidvoll erkennen musste. Aber ich hatte das alles penibel geplant und freute mich, als das Taxi pünktlich vorfuhr und mich zum Startpunkt meiner Wanderung „Blankenheim Bücherecke“ brachte.

 

Hui, wehte hier in der Eifel, am südlichsten Zipfel Nordrhein-Westfalens, ein eisiger Wind! Das tolle, sonnige Wetter, welches mir nur eine Woche vorher meine WetterApp prognostiziert hatte, hatte sich im Laufe der letzten Tage klammheimlich verkrümelt. Der Himmel bestand aus einer einzigen grauen Suppe, so dass die Farben auf den Fotos sich sehr solidarisch mit dem Himmel zeigten. Das Thermometer einer Apotheke zeigte +1 Grad an.

 

Nur 200 m die Straße hinunter durch den Torbogen und ich entdeckte schon das Schild zur Ahrquelle, welche sich in einem Innenhof mehrerer alter Fachwerkhäuser befand und dort im Keller eines der Häuser entspringt.

 

Im Sommer wirkt das Städtchen mit seiner auf einem Berg thronenden Burg (Jugendherberge) sicher nett, aber an diesem letzten Oktobertag versprühte es nur wenig Charme. An der Quelle war ich mit mir und dem Wasser alleine:

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Hinter diesen Gittern konnte ich eine Art Brunnenstube entdecken. Im Ort verlief der Bach in einem für ihn gemauerten Bachbett. Das Bild wurde aufgelockert von einem kleinen Mühlrad oder einer Kneipp-Tretstelle. Die junge Ahr floss weiter hinab in den Schwanenweiher.

 

Der Ahrsteig ist hier nicht allein. Auch der Eifelsteig führt hier vorbei, zwei Hauptwanderwege des Eifelvereins (Ahrtalweg und Rhein-Venn-Weg) sowie der Ardennen-Eifel-Rundweg. Der Ahrtalweg blieb ziemlich lange mein Begleiter.

Der Name der Ahr kommt vom keltischen Begriff „Ar“, welches eine Quelle oder einen kleinen Bachlauf bezeichnet. Die Ahr ist ca 90 km lang und überwindet von der Kalkeifel bis zum Rhein 440 Höhenmeter. Die Urgewalt des Wasser kann man dann um Altenahr erkennen, wo sich die Ahr tief eingegraben und steile schroffe Felswände hinterlassen hat.

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Es ging einmal um den See herum und auf einem Pfad hinunter zum Wohnmobilstellplatz. Der wirkte etwas trist und beklemmende. Zwei Fahrzeuge mit verhangenen Fenstern standen dort. Doch da tauchte eine kleine Brücke auf, die ich nehmen durfte. Dahinter war ich dann endlich auf dem ersehnten Steig. Ein Schild allein macht noch keinen Steig aus, neeiiin! Da muss schon auch mal ein Pfad kommen. Ta da! Hier war er:

 

Ich muss schon sagen, dass mich gerade an diesem Tag jedes einzelne orange oder gelbe Herbstlaub dazu verleitet hat, ein Foto zu schießen. So schön waren diese Farbakzente!

Leider war dieses schöne Wegstück nur allzu kurz und ich landete bald wieder auf dem asphaltierten Ahrtal-Radweg. Doch ließ ich mich am Anfang der Wanderung davon nicht ärgern und folgte dieser Route, vorbei am Forellenhof mit aufmerksamem Hofhund und über ein der Ahr zuströmendes munteres Bächlein hinweg bis zu einer Unterführung. Der Radweg verläuft übrigens auf der ehemaligen Bahntrasse der Ahrtalbahn, die heutzutage nur noch bis Ahrhütte-Brück fährt.

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Blick vom Radweg auf die Nachbarhügel

Der schönste Abschnitt der ersten Etappe

Hinter der Unterführung stiefelte ich nicht den Berg hinauf, um ihn später wieder hinunter zu gehen, sondern folgte dem Weg rechts – verließ also bewusst den Ahrsteig -, weil ich auf diese Weise weniger Höhenmeter zu überwinden hatte und sich die beiden Wege in 1,2 km sowieso wieder vereinten. Laut Wanderführer verpasste ich eine schöne Aussicht – naja, bei dem Wetter?

16a073c2f36306bcb34cd809cd6adfed4f4c4153a1f339b3e8f1658bb7f52918Mein Waldweg gefiel mir ausnehmend gut. Noch schöner wurde es aber beim nächsten Abzweig. Auf einem wunderschönen Singletrail führte der Weg in sanftem Auf und Ab an einer Hangkante entlang. Buchen und Kiefern, aber auch Eichen, Fichten und Eiben wechselten sich ab. Diesen 2 km langen Abschnitt habe ich unheimlich genossen! Es war ganz still im Wald, nur das Rascheln meiner Füße im Laub war zu hören. Kein Vogel zeigte sich. Ab und zu sah ich Spuren von Wildschweinen, begegnete diesen aber zum Glück nicht.

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Und dann kam ganz kurz etwas Sonne heraus, so dass das goldene Laub der jungen Buchen wie Feuer leuchtete. Da ging mir so das Herz auf!

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Ist das nicht zauberhaft?

Am Ende dieser schönen Passage erreichte ich das offene Feld und eine trockene Bank am Waldrand. 12 h Mittag – Pause! Etwas eigenartig wie das Kruzifix direkt hinter der Bank steht. Wenn man da sitzt, hat man das Kreuz im Kreuz. 🙂

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Und während ich Pause machte, begegnete mir das erste mal ein anderer Wanderer. Er kam mir entgegen. Ich grüßte ihn und bemerkte, dass er sich auf das folgende Wegstück freuen könne. Da es kalt war, blieb ich nur 20 Minuten sitzen und zog dann weiter.

Mein Gepäck

Für diese Fernwanderung hatte ich ausprobiert, ob meine Sachen nicht auch in meinem 24 l großen Rucksack von Jack Wolfskin Platz hätten. Der ist leer rund 500 ml leichter, aber nur unwesentlich kleiner als mein 35 l (+10l)- Tourenrucksack von Deuter. Ja, es klappte! Ich war sehr zufrieden und spürte kaum eine Last auf meinen Schultern oder auf der Hüfte. Aus der Erfahrung vom König-Ludwig-Weg hatte ich hauptsächlich an der Kleidung gespart. Eine zweite Wanderhose brauchte ich nicht, nur eine leichte Hose, ein langärmliges Shirt und dünne Schuhe für abends. Einmal Wechselunterwäsche reichte, denn ich habe die gebrauchte Garnitur täglich gewaschen. Ein zweites Funktionsshirt diente als Schlafanzug, genauso wie Leggings die zur Not auch als lange Unterhosen herhalten konnten. Am Körper trug ich ein langärmliges Funkltionsshirt aus Wolle, ein Fleece und meine Regenjacke. Wäscheschnur oder Klammern blieben dieses Mal zu Hause und als Butterbrotdose reichten Tütchen. Auf Äpfel als Proviant habe ich auch verzichtet, so wie auf mein Kindle und meinen Fotoapparat, da ich mittlerweile ein besseres Handy besitze und darauf lesen und damit auch gute Fotos machen kann. Die Kopfhörer zum Musikhören hatte ich allerdings wieder umsonst mitgenommen, genauso wie mein Regencape (zum Glück!). Eigentlich nicht nötig waren mein Wanderführer (U. Poller & W. Todt, Idee media Verlag) und eine Wanderkarte, weil ich die Route ja auf dem Handy hatte und mich von Komoot per Sprachanweisung navigieren ließ. Aber ich mag das halt gern oldschool :-). So trug ich nur ca. 8 Liter, inklusive Tagesproviant und Wasser, mit mir.

Der Ahrsteig ist exzellent ausgeschildert. An keiner Stelle gab es Unklarheiten. Meinen eigenen Gpx-Track brauchte ich nur für die persönlichen Varianten vom Steig. Die folgende Wanderkarte zeigt schön das obere Ahrtal, links oben Blankenheim (der Bahnhof ist gar nicht drauf) und am rechten Rand Lommersdorf, mein heutiges Ziel.

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Weiter ging es wieder auf der ehemaligen Bahntrasse, was man am Rand an alten Bahnschwellen noch gut erkennen konnte.

 

Und überall gab es blaue Schlehen in Hülle und Fülle.

 

Ich probierte eine – schließlich hatte es bereits Frost und sogar Schnee am Vortag gegeben, was die Voraussetzung für die Reife ist – doch sie schmeckte so widerlich, dass ich sie wieder ausspuckte und mir plötzlich gar nicht mehr sicher war, ob es sich wirklich um Schlehen handelte!?

Die Höhenmeter dieser Etappe hielten sich wirklich sehr in Grenzen. Wieder erfreute mich die abwechslungsreiche Aussicht auf die gegenüberliegenden Hänge:

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Dann kam eine Passage durch offene Gefilde, vorbei am Heidehof durch die Wiesen und entlang von Äckern bis zum Freilinger See.

 

(Durch Anklicken werden Bilder vergrößert)

Mein Blick konnte teilweise schön in die Ferne schweifen, doch ließ mich der eisige Wind nicht lange stille stehen. Das Eifel-Camp rechts liegen lassend, lief ich zunächst zum See, in der Hoffnung, dort vielleicht eine Gastronomie anzutreffen. Doch die Bude am Badestrand hatte geschlossen. Klar, die Saison war vorbei!

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Es war noch so früh! Nicht einmal 14 h, doch meine Unterkunft öffnete erst um 16:30 h! Auf einem Wegweiser las ich, dass es nur noch knapp 4 km bis Lommerdorf seien und vor Ort gab es nichts anderes als meine Einkehrmöglichkeit. Mhm, was sollte ich also machen? Ich hoffte, dass das Waldläufer-Restaurant auf dem Campingsplatz geöffnet hatte.

 

Leider nicht. Ich wärmte mich kurz in der Rezeption des Campingplatzes auf und nahm ein paar Prospekte mit. Vielleicht komme ich hier noch einmal hin, um Wanderungen vor Ort zu machen? Hier kann man nette Blockhütten mieten. Auf der Suche nach einer Toilette ging ich ums Haus zum Restauranteingang. Der anwesende Wirt sah mich, kam aus der Küche und meinte, dass das Restaurant erst um 17 h öffne. Er war aber so lieb, mich auf Toilette gehen zu lassen und bot mir einen Kaffee an, den er mir vor der Tür servierte. Ich setzte mich in den dort stehenden Strandkorb und trank genüsslich das heiße Gebräu.

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Nach kurzer Zeit war mir aber wieder so kalt, dass ich unbedingt weiterlaufen musste, um warm zu bleiben. Und so schlug ich den Weg nach Freilingen ein. Es ging einmal halb um den See herum. Im Sommer ist hier an warmen Tagen sehr viel los, das habe ich schon einmal gesehen. Jetzt lag der See friedlich und still da.

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Der 11 ha große Freilinger See ist ein Freizeit- und Naherholungsbiet der Gemeinde Blankenheim. Er wurde 1975/76 künstlich aufgestaut. Das Staubecken wird von frischem Quellwasser gespeist. Der See hat eine Tiefe von bis zu 17 m und das Wasser erreicht im Sommer eine Durchschnittstemperatur von über 20 Grad.

Am anderen Ufer ging es durch eine Unterführung unter der Landstraße hindurch und dann einen Berg hinauf zu den ersten Häusern des Ortes. Puh, hier stank es aber! Mit einem Blick auf das Straßenschild musste ich lachen: Wenn man das erste e weglässt….

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Doch der Ort wurde nur tangiert. Am nördlichen Ortsrand führte der Ahrsteig über Feldwege durch die freie Flur. Die Aussicht in die Eifel mit ihren Erhebungen war eigentlich ganz schön, doch konnte ich keine bestimmten Berge ausmachen.

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Ein letztes Mal machte ich notgedrungen eine Pause – ich musste ja irgendwie Zeit schinden! Lommersdorf lag schon in meinem Blick. ‚Das kommt davon, wenn man kurze Etappen plant‘, dachte ich bei mir, wusste aber sofort, dass die ja meinem Fuß geschuldet waren. Linkerhand erhob sich ein unbewaldeter Hügel. Solche Erhebungen reizen mich immer sehr, sie zu besteigen. Ich schaute in die Karte und erkannte, dass der Ahrsteig dort hinaufführt und es sich um den Hühnerberg handeln musste. Den hatte ich in meiner Planung als Beginn der 2. Etappe angedacht.

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Hühnerberg, 533 m hoch

„Was soll’s! Mir ist kalt, ich habe noch eine gute Stunde Zeit, bis mein Gasthof öffnet, ich steige jetzt auf den Hühnerberg! Dann wird mir wenigstens warm!“ Gedacht, gemacht!

Ich lief also wieder weiter, streifte die letzten Häuser von Freilingen und überquerte die viel befahrene Bundesstraße. Mein Wanderführer warnte vor dieser Straßenkreuzung, doch haben sich die ortsansässigen Behörden der Gefahrenstelle mittlerweile angenommen und einen sicheren Fußgängerüberweg mit Straßeninsel gebaut.

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Sicher kam ich auf der anderen Straßenseite an. Das Wetter war so trüb, dass es wirkte, als würde es bereits dunkel werden. Zunächst ging es ein kleines Stück auf einem breiten Wiesenstreifen an der Straße entlang. An einem Holzdurchlass begann dann ein steiler Anstieg zwischen Hecken und Wiesen hindurch. Der Blick zurück auf Freilingen gefiel mir:

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Nach einigen Abzweigen links und rechts kam letztlich ein besonders steiles Stück an einem Waldstück entlang, das mir endgültig wieder die Wärme in alle Glieder zurückbrachte und mich japsen ließ. Und dann bedurfte es nur noch eines weniger steilen, letzten Anstiegs, bis ich das Gipfelkreuz auf dem Hühnerberg erreicht hatte.

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Nette Relaxliegen luden zur Rast ein. Nicht mich, aber die Aussicht genoss ich trotzdem:

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Die Nürburg konnte ich ausmachen.

Ich hatte Glück, denn am nächsten Tag war diese Aussicht absolut regenverhangen, wie mir ein anderer Wanderer erzählte.

Ich stieg die 80 hm hinab nach Lommersdorf, das mit seiner 1000jährigen Geschichte und den knapp 700 Anwohnern ein typisches Eifelörtchen darstellt. Pünktlich um 16:32 Uhr erreiche ich den „Jägerhof“. Der Gastwirt war sehr nett und bemüht, mir alles recht zu machen, doch fühlte ich mich in diesem etwas verwahrlosten und ungepflegten Gasthof nicht sehr wohl. Die 35 € für die Übernachtung fand ich im Nachhinein reichlich überzogen. Mein Zimmer war bitterkalt, besonders der Laminatfußboden. Sofort hatte ich eisige Füße, was auch die heiße Dusche so schnell nicht ändern konnte. Ich drehte die Heizung voll auf und hoffte, dass sie anspringt und meine gewaschene Wäsche trocknet. Im Gastraum gab es einen neuen großen Holzofen, der gerade angefeuert wurde. Daher setzte ich mich zum Abendessen direkt daneben und bestellte ein Jägerschnitzel mit Bratkartoffeln. Auf einem großen Fernseher lief via Sky das Fußballspiel Schalke gegen Köln. Immer mehr Gäste kamen in die Kneipe, auch eine Gruppe junger Leute. Von mir nahm keiner Notiz. Alle bis auf eine junge Frau fieberten für Köln, doch Schalke gewann.

Als ich auf mein Zimmer zurückkam, war dieses zum Glück schön warm geworden. Fazit: Das war heute insgesamt eine schöne, sehr gemütliche und irgendwie bequeme Wanderung gewesen. Morgen würde ich die Grenze zu Rheinlandpfalz übertreten. Ich freute mich auf die kommenden Kilometer!

–> Fortsetzung folgt

Randnotiz

Gerade habe ich in meinem Wandertagebuch „Kassensturz“ gemacht. Ich bin im Jahr 2018 ganze 810 Kilometer gewandert. Ich glaube, so viel war ich noch nie zu Fuß unterwegs gewesen. 2017 waren es rund 550 km. Es waren viele schöne Erlebnisse dabei. 🙂

8 Antworten auf „Mein Ahrsteig – die 1. Etappe

    1. Vielen Dank, liebe Nordwanderin!
      Eine Schlehe ist ein Strauchgewächs mit weißen Blüten m Frühjahr und hölzernen Dornen an den Zweigen. Schlehen werden auch Schwarzdorn genannt. Aus den blauen Beeren, die sehr viel Vitamin C enthalten, wird ein dickflüssiger Saft gewonnen, den es in Reformhäusern zu kaufen gibt. Man kann aus Schlehen aber auch Marmelade machen. Habe ich aber noch nie probiert.

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