Mein Ahrsteig – die 7. Etappe

Unterwegs mit Jutta zwischen Bad Neuenahr-Ahrweiler und -Heimersheim

11,5 km, 350 hm, gpx-Track

gewandert am Samstag, dem 17. November 2018

 

Ahrsteig mit Begleitung

Ich war Ende Oktober mit meiner Wandergruppe, die an diesem Tag nur aus Jutta und mir bestand, auf dem Rotweinwanderweg von Mayschoß nach Dernau unterwegs gewesen. Die Gegend und der Weg gefielen uns sehr gut, aber es war dort mit weintrinkenden Horden so überbevölkert, dass es zum Abgewöhnen war. Als für den heutigen Tag wieder ein Wandertermin mit der Wandergruppe anstand, aber erneut nur Jutta Zeit hatte, entschieden wir uns spontan dazu, die nächste Etappe des Ahrsteigs gemeinsam anzugehen. Zum ersten Mal fuhren wir mit zwei Autos an und stellten eines am Ziel und das andere am Startpunkt ab, weil die Rückfahrt mit dem ÖPNV bei dem geplanten Streckenabschnitt etwas ungünstig gewesen wäre.

Wir starteten in Ahrweiler am Ardennenplatz/Ecke Franziskusstraße, wo es Parkplätze gab und der nur eine Parallelstraße vom Calvarienberg entfernt lag. Der Morgen war kalt und die Erde noch mit schön weißem Raureif überzogen. Da kam es uns gelegen, dass die ersten Schritte in die Weinberge hinauf führten, das uns warm wurde. Oben bot sich uns ein schöner Blick auf die Kreisstadt.

Das letzte Foto kennt ihr schon von meinem Beitrag zur Fotoparade 2-2018, bei der ich es für die Kategorie „Abstrakt“ ausgewählt hatte und ein zusammengerolltes und von kleinen Eiskristallen überzogenes Netz zum Abdecken der Weinreben zeigte.

Ein wenig wanderten wir durch Wiesen und an Kleingärten vorbei, dann tauchte der Wanderweg unters Blätterdach ab und wir stiegen bald auf schmalem Pfad in ein Tal ab.

Von Ferne hörte man hin und wieder Schüsse (oder was war das?), aber von nicht allzu ferne auch ein Hacken und das Brummen von Motorsägen. Waldarbeiten an einem Samstag? Unsere rätselnden Gedanken lösten sich auf, als wir im Talgrund an der Lourdes-Kapelle auf arbeitende Mitglieder des ortsansässigen Männergesangvereins trafen, die ihre geräumige Vereinshütte und das umliegende Gelände auf Vordermann brachten, Büsche beschnitten und Zäune instand setzten. Die Lourdes-Kapelle stand neben einem lieblichen Bachlauf. Trat man in die Kapelle hinein, gab es im hinteren Bereich noch eine aus Lavasteinen geformte Grotte, in der viele Kerzen aufgestellt waren. Die Luft war CO2-geschwängert und ich floh schnell wieder ins Freie.

Ich weiß nicht, ich gucke zwar in jede Kapelle am Wegesrand rein, aber mit diesen Lourdesgrotten kann ich irgendwie nichts anfangen.

Und wieder Weinberge

Zuerst ging’s auf die Höhe, dann ab ins Tal und nun wieder…. na, was wohl? Richtig, auf den nächsten Berg hinauf. Der Anstieg hielt sich aber in aushaltbaren Grenzen und der Weg endete unter freiem Himmel oberhalb der nächsten Weinberge. Im Wald begegneten wir den ersten geschnitzten Holzfiguren. Es sollten heute noch mehr davon hinzukommen.

Nach einer Biegung des Weges entfernten wir uns wieder von den Weinbergen, passierten eine große Grillhütte mit Spielwiese und machten uns auf Richtung Kletterwald. Die Wege waren teils breit, teils schmal, aber stets wunderschön mit rotbraunem Herbstlaub bedeckt. Das raschelte so schön bei jedem Schritt.

Auf der Suche nach dem Paradies

Zumindest konnte man vermuten, auf der sogenannten „Paradieswiese“ am Waldkletterpark Bad Neuenahr selbiges zu finden. Im Sommer ist hier an Wochenenden bestimmt einiges los, heute waren nur zwei Mountainbiker unterwegs, die immer wieder Downhill mit angezogener Bremse übten – und die quitschten, dass sich einem die Fußnägel aufrollten! In der Rasthütte auf der Paradieswiese machten wir unsere Mittagspause.

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Kletterwald Bad Neuenahr
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Hütte auf der Paradieswiese

Die immer wieder zu vernehmenden Knaller oder Schüsse hörten sich mittlerweile näher an, aber wir konnten nicht ausmachen, woher sie kamen. Da die Hütte so offen und schattig war und die Luft immer noch eisekalt war, blieben wir nicht lange sitzen und machten uns bald wieder auf den weiteren Weg. Nun stand die Besteigung des Bad Neuenahrer Bergs an! Auf kleinem schmalen Pfad gelangten wir zum Gipfel. Dabei entdeckten wir weitere nette Holzschnitzfiguren.

Auf der Bergkuppe gab es die ein oder andere Kuhle, als wären hier früher einmal Steine abgebaut worden. Und dann waren wir oben auf 339 m an dem runden, hellen Bad Neuenahrer Turm angekommen. Auf ihn mit Gebrüll!

Nach der Turmerstürmung setzten wir unseren Weg durch den Wald fort. Eine Bachüberquerung war wegen des rutschigen steilen Bachufers eine Miniherausforderung, aber sonst war der Weg einfach nur nett. Jutta war ganz begeistert und kündigte an, mich auf der nächsten Etappe gerne wieder begleiten zu wollen.

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Zum Abschuss freigegeben?

Noch einmal forderte ein ziemlich strammer Aufstieg unsere Kraftreserven. Das Geknalle war nun wirklich ganz in der Nähe und beunruhigte mich nun doch. Als wir andere Wanderer trafen, sprachen wir sie darauf an und sie berichteten, sie hätten ein Schild an der Autobahnunterführung gesehen, dass heute bis 14 h Treibjagd sei. Und es hätte auch in der örtlichen Zeitung gestanden. Na toll! Wir standen mitten im Jagdgebiet, dem Bad Neuenahrer Stadtwald, es war bereits 14:45 h und wir waren bisher an keinem Schild vorbei gekommen, dass uns gewarnt hätte.

Für ein kleines Wegstück mussten wir an der Autobahn entlang laufen und dann unter dieser hindurch. Die Geräuschkulisse direkt an der Autobahn ist ja schon sehr sehr gewöhnungsbedürftig.

Mit Blick auf Heimersheim gelangten wir an die Marienkapelle.

Der Weg führte auf die ersten Häuser des Ortes zu und direkt aus diesem wieder heraus, doch da waren wir schon bei Juttas Auto angekommen. In Bad Neuenahr fanden wir eine nette Bäckerei für den obligatorischen Kaffee.

Ob dies der letzte schöne Tag des Jahres gewesen sein wird?

–> ein weiterer Beitrag als Fortsetzung folgt noch

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3 Antworten auf „Mein Ahrsteig – die 7. Etappe

      1. Die Figuren sind echt klasse, wenn es mir besser geht werde ich meine Kollegin fragen ob sie Lust hat die Strecke zu laufen. Unsere Schwester Petra wohnt nämlich da. Meine erste Brille hatte ich schon mit 18, daran wird es bei mir nicht liegen. Vielleicht hat die Narkose so komische Nachwirkungen 😉.

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