Circum Bonnum – der Bonnpfad (5)

Unterwegs auf meinem Bonnpfad – der Umrundung des Bonner Stadtgebiets – von Heiderhof bis nach Medinghoven

16,8 Kilometer, ↑ 129 Hm und ↓ 205 Hm

gpx-Track bei Outdooractive (dort als 4. Etappe aufgeführt, weil ich die Einteilung der Etappen noch mal geändert habe)

gewandert am 29. und 30. Dezember 2018

Lange hatte ich keine Gelegenheit mehr, meinen selbst konzipierten Bonnpfad weiter abzulaufen. Bisher gab es den Wegeverlauf ja nur digital, aber erst teilweise bei Outdooractive veröffentlicht. Gelaufen war ich erst 40 der insgesamt 65 Kilometer. Kurz vor dem Jahreswechsel auf 2019 ergab sich dann endlich wieder die Gelegenheit, weiter zu laufen.

Ihr kennt das schon von mir, dass ich mir für wohnortnahe Wege gerne nur kurze Etappen vornehme, weil ich diese wunderbar auch an einem halben oder kurzen (Winter-)Tag laufen kann. Und so bin ich am 29. Dezember nur von Bonn-Heiderhof bis Bonn-Röttgen gelaufen und am nächsten Tag eine weitere Etappe, die aber noch etwas weiter als dieser Bericht und gpx-Track zeigt, ging. Davon mehr im nächsten Bericht.

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Farbtupfer im Winterwald

Dieses Mal fuhr ich direkt von zu Hause aus mit dem Bus zum Start in Bonn-Heiderhof und ging zu dem Punkt am Waldfriedhof, wo ich im November zuletzt die Etappe beendet hatte. Sofort war ich von einem wunderschönen Wald umfangen.

Bäume mit kuriosen Formen begeisterten mein Naturauge. Aber auch besondere Pilzbilder auf Baumstümpfen gehörten zu den Winterwundern dieses Waldes.

Loch im Baum

Mein Weg führte mich auf einem wenig begangenen Abschnitt.

Nur ein paar hundert Meter weiter war dieser kürzlich von großen Waldfahrzeugen besucht worden und was mir nun bevorstand, war eine einzige große Matschepampe. Damit hatte ich nicht gerechnet und just heute nicht meine hohen Wanderstiefel angezogen. Also hangelte ich mich so gut ich konnte auf dem 50 cm hohen Rand des abschüssigen Weges entlang und zerkratzte mich ganz schön an den Brombeeren.

So fing es an
So fing es an
Zu hoch der Matsch
Zu glitschiger Matsch, wenn es bergab geht

Ich war froh, als ich diesen Abschnitt am Godesberger Bach und der Wattendorfer Mühle endlich hinter mir hatte und die Pecher Straße erreichte. Übrigens habe ich den Wegverlauf im Track daraufhin geändert und einen mehr frequentierten Weg gewählt. Kurz ging es an der Pecher Straße auf einem gesonderten Fußweg entlang. Dann stieg der Weg durch hohen Fichtenwald den gegenüberliegenden Hang hinauf. Im Höhenprofil sieht der Abstieg mit anschließendem Aufstieg aus wie eine Gletscherspalte. Das erheitert mich jetzt etwas, denn die Höhenmeter auf dieser Etappe fand ich überhaupt nicht auffällig.

Ganz klein sieht man am Horizont die Godesburg

Der Anstieg führte mich in den Kottenforst, ein großes, sehr flaches Waldgebiet im Süden von Bonn.

Schöner Aufstieg im Wald

Im Kottenforst sind die meisten Wege schnurgerade und nicht wenige sind auch gepflastert. Alle großen Wege haben Namen, viele sind als Alleen benannt.  Der Kottenforst war das Jagdrevier des Kurfürsten. Damit das erlegte Wild leichter abtransportiert werden kann, sollen die Wege dergestalt angelegt worden sein. Soviel zu meinem kleinen Wissen über den Kottenforst.

Schnurgerade Wege im Kottenforst

Die Wege waren dadurch nicht besonders interessant. Es gab mal einen interessanten Abstecher zum Venner Ringwall, einer früheren Keltischen Ringwallsiedlung, doch sonst gab es wenig Abwechslung.

Warum ich keinen anderen Weg gewählt habe? Das fragte ich mich vor Ort auch, aber das hätte bedeutet, dass ich das Bonner Stadtgebiet auf dem Bonnpfad sehr viel größer hätte umrunden müssen und an dieser Stelle ist einfach viel Wald, den man ja auch gern für eine schöne Wanderung nutzen möchte. Wer weiß, vielleicht kreiere ich irgendwann noch einen weiteren Weg, der Bonn in größerem Umkreis umrundet und dabei die schönsten Ecken mitnimmt, z.B. die Wahner Heide oder das  Siebengebirge.

Einige Zeit lief ich auf einem Reitweg. Der war viel naturnaher und angenehmer zu laufen.

Dann erreichte ich den Hirschweiher. Plötzlich sah der Wald um mich herum so viel idyllischer aus. Die zwei Steine mit Wappen interessierten mich. Der eine sah aus wie ein Löwenkopf.

Hierschweiher

Wappenstein

Auf einem schmalen Pfad lief ich oberhalb des Villiper Baches entlang und erreichte einen kleinen Waldsee, den Kurfürstenweiher. Oh, wie hübsch muss der im Sommer wohl sein!

entlang des Villiper Baches

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Der Verlauf des Katzenlochbachs war mein Ziel. Der Bereich hat auf der Karte so schön ausgesehen, dass ich mir die Idylle vor Ort regelrecht vorstellen konnte. Ich lief meinem gebastelten gpx-Track hinterher, übersprang das kleine Rinnsal, das den Überlauf des Sees bildete und folgte dem Bach.

Überlauf des Weihers

Katzenlochbach

Doch plötzlich stand ich auf einer Art Halbinsel und mein Weg ging auf dem anderen Ufer des Baches weiter. Nur ein glitschiger und wackeliger Baumstamm in 50 cm Höhe stand mir als Brücke zur Verfügung. Nichts für mich.

Die glitschig wackelige Brücke

Im Sommer hätte ich mir hier die Schuhe ausgezogen und wäre durchs Wasser gewatet. Doch sollte der Bonnpfad ja nicht nur für mich selbst sein, sondern jedem zur Verfügung stehen, der ihn gehen will. Also musste ein anderer Weg her. Dem idyllisch mäandrierenden Katzenlochbach wollte ich aber trotzdem noch nicht Adieu sagen. Also lief ich zum letztem Abzweig zurück und stieg einen kleinen Abhang hinauf. Wer nicht so gut zu Fuß ist, muss nun den schmalen Weg schräg links weiter gehen. Doch ich lief geradeaus direkt wieder auf den Bach zu und erreichte so wieder meinen Track. Wie gut, dass ich an der ersten Stelle nicht versucht hatte, den Bach zu überqueren, denn hier hätte ich erneut durchs Wasser gemusst! (Track ist natürlich auch hier neu angepasst)

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Der Trampelpfad direkt am Bach entlang war sehr hübsch, manchmal auch etwas abenteuerlich, wenn er sich am Steilhang emporschwang und ein Baum zum Hinaufhangeln herhalten musste.

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Wem das zu abenteuerlich ist, der muss den vorhin beschriebenen Alternativweg gehen.

In Sichtweite der ersten Häuser von Bonn-Röttgen folgte der Weg nicht mehr ganz so nah dem Ufer, doch blieb es pfadig.

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nahe Bonn-Röttgen

Irgendwann ist jeder noch so schöne Pfad zu Ende. Ich erreichte den asphaltierten Rulandsweg, dem ich nach rechts bis zur Landstraße (Meckenheimer Allee) folgte. Ein Reitstreifen parallel zum Weg bot meinen Füßen willkommene Entlastung.
An der Landstraße habe ich meine Etappe beendet und bin zur Bushaltestelle „Röttgen Schleife“ gelaufen. Und genau hier ging es am nächsten Tag weiter.

30. Dezember 2018

Röttgen erreichte ich auch an diesem Tag sehr gut wieder mit dem Bus vom Bonner Hbf. Ein kurzes Stück musste ich noch die asphaltierten Wege im Kottenforst aushalten.

Mal wieder musste ich eine Autobahn unterqueren, die an dieser Stelle wegen ihrer Schallschutzwände weniger laut war.

Am Hubertusstein vorbei lief ich 1,5 km auf dem Rulandsweg, bis ich nach rechts in den Rennweg abbiegen konnte. Doch der wirklich schöne Trail begann 500 m weiter, da bog ich auf einen kleinen Trampelpfad ein, der mich in einigem Zickzack mitten durch unberührten Wald bis zum Hitelbach führte.

Auch diesen Bach musste ich ohne Brücke überqueren, doch war dies bei dem wenigen Wasser, das der Bach führte, ohne Probleme möglich.

Hitelbach
Leichte Bachüberquerung

(Falls der Bach zu viel Wasser führen sollte, sodass eine Überquerung nicht möglich ist, muss man zum letzten Querweg zurückgehen, diesem nach links bis zum Rennweg folgen, diesen nach links bis zur Witterschlicker Allee gehen und auf dieser wieder nach links.)

Auf der anderen Seite des Baches ging es ein wenig den Berg hinauf bis zur Witterschlicker Allee und jenseits der kaum befahrenen Straße wieder in den Wald hinein.

Der Trampelpfad schlängelte sich an einer Wiese und einigen Weiden mit Schafen entlang, bis er die Straße „An der Haeschmaar“ erreichte. Hier befand ich mich ganz nah am Gelände des Bundesministerium der Verteidigung, was sich mir aber aufgrund des dichten Waldes nicht zeigte.

Ich hielt mich links auf einem Waldweg entlang der Straße bis zum Eichhörnchenweg und überquerte ihn etwas links versetzt.

Dass es hier zwischen dicht besiedelten Ortsteilen Bonns immer wieder kleine verwunschene Pfade gibt, freute mich besonders. Am nächsten Querweg hielt ich mich rechts, um in einem Siefen kurz darauf nach links hinab zum Klausenhäuschen abzusteigen.

Das Klausenhäuschen wurde 1673 von den Bürgern aus Alfter-Witterschlick erbaut, nachdem die Menschen des Ortes weitgehend von der Pestepidemie, die 1666 in Bonn wütete, verschont worden waren. Oberhalb der Kapelle am Hang fand ich noch drei Kreuzwegstationen aus hellem Sandstein, die mir ausnahmsweise mal ganz gut gefielen.

Klausenhäuschen

Am Klausenhäuschen, das direkt am Hardtbach gelegen war, befanden sich viele Bänke. Sie luden zu einer Mittagsrast ein. Doch war es auch heute winterlich kalt, so dass die Rast nicht lange dauerte. Weiter ging es einen steilen Hang hinauf, der mir das Blut in den Adern wieder zum Kochen brachte. Oben angekommen, erreichte ich die Grillhütte der Waldfreunde Duisdorf, eine ziemlich große, mietbare Lokation für Feste.

Grillhütte

Auf hübschem Waldweg, teils wieder über sehr schmale Trails, ging es wieder hinab zu den ersten Häusern von Bonn-Medinghoven.

Baumtümpel

Am ersten eingezäunten Gartengrundstück hielt ich mich davor links und bog dahinter rechts in einen Fußweg ein, den Alten Römerweg, der mich durch die Siedlung bis zur Henri-Spaak-Straße führte. Nun musste ich mich nur noch nach rechts bis zum Europaring halten und auf diesem links bis zum Konrad-Adenauer-Damm gehen. Hier beendete die heutige Etappe.

Mit dem Bus kann man von der Haltestelle „Medinghoven TÜV“  zum Bahnhof Bonn-Duisdorf fahren, zu dem man aber auch in weiteren 1,1, km hinlaufen kann. Er liegt jenseits des Weck-Werks (bekannt von den Weckgläsern).

Mir hat diese Etappe insgesamt gut gefallen. Ich musste zwar einzelne Abschnitte auf Asphalt und durch Ortschaften laufen, jedoch waren auch viele wunderschöne und einsame Pfade mit von der Partie!

Die nächste Etappe wird bis zur Mondorfer Fähre führen und beendet damit die Umrundung des Bonner Stadtgebiets auf dem Bonnpfad.

Zu den anderen Etappenberichten geht es hier lang:

Etappe 1 (die einzelnen Etappen bin ich nicht der Reihe nach gelaufen, deshalb entsprechen die Reihenfolge der Berichte nicht den Etappennummern)

Etappe 2, Etappe 3 und Etappe 4

3 Antworten auf „Circum Bonnum – der Bonnpfad (5)

    1. Danke dir!
      Nach der letzten Etappe werde ich noch eine Übersicht des ganzen Bonnpfads veröffentlichen, so dass man ihn nachwandern kann, wenn man möchte.
      Auf Outdooractive gebe ich außerdem recht genaue ÖPNV-Verbindungen zu den Etappen an.
      Liebe Grüße
      Aurora

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      1. Das finde ich super! Ich werde dir auf jeden Fall nacheifern und berichten. Morgen starte ich erneut den Versuch wieder arbeiten zu gehen und eben habe ich meinen Rucksack aufgeräumt und wieder fit gemacht 💪👌, kann jetzt nur noch aufwärts gehen.

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