Circum Bonnum – Bonnpfad (6)

Unterwegs auf meinem Bonnpfad – der Umrundung des Bonner Stadtgebiets – von Bonn-Medinghoven bis zur Mondorfer Fähre bei Bonn-Graurheindorf

11, 8 Kilometer, ↑ 0 Meter, ↓ 56 Meter

gpx-Track bei Outdooractive

gewandert am 30.12.2018 und 19. Januar 2019

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Fundstücke im Gras. So viele leere Häuser auf einem Fleck? Es wirkte wie der Speiserest von einer menschlichen Tafel.

Bonn-Medinghoven besteht zu einem Teil aus Einfamilien- und Reihenhäusern, der andere Teil ist aber in Bonn auch bekannt für seine wenig attraktive Bebauung mit Hochhäusern und dem oftmals damit verbundenen „sozialen Brennpunkt“. Ich habe länger nach einem geeigneten Weg gesucht, um dieses Wohnviertel zu durchlaufen, denn ein Umwandern wäre nur auf einem sehr weiten Umweg um Alfter und Bornheim herum möglich gewesen, der nicht mehr den Grenzen Bonns folgt. Das ist mir hoffentlich mit dem Alten Römerweg gelungen, auf dem ich zuletzt den Berg hinab gestiegen bin.

Nun folgte bis Lessenich ein Abschnitt, der sehr viel städtischer war, als alles, was ich bisher auf dem Bonnpfad gegangen war. Der Konrad-Adenauer-Damm traf hier an einer großen Straßenkreuzung auf die vielbefahrene B 56. Jenseits der Bundesstraße begann Alfter und verlief eine Eisenbahnlinie. Hier wurde außerdem vor ein paar Jahren ein großes Gewerbegebiet errichtet. Ich lief geradeaus über die Kreuzung und auf eine Brücke hinauf. Nachdem ich die Bahngleise überquert hatte, nahm ich einen Treppenabgang hinunter zu einem Rewe-Parkplatz und lief auf einem Fußweg über den kleinen Hardtbach hinweg und dann an seinem Ufer entlang in den Almaweg.

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Weg entlang des Hardtbachs

Weiter verlief mein Track immer in der Nähe des Hardtbaches durch das ruhige Wohngebiet von Alfter-Oedekoven bis nach Bonn-Lessenich. Dort schaute ich mir kurz die Kapelle an und da ich am ersten Wandertag hier meine in Röttgen begonnene Etappe beendet hatte, fuhr ich nach Hause.

Zum nächsten Wandertermin im Januar war wunderschönes Sonnenwetter und ich lief durch den Dompfaffenweg zum Stadtrand.

Dort gab es zwischen einem recht neuen Wohngebiet und den Meßdorfer Gemüsefeldern einen Erholungs-Grünstreifen vom Grünen C, durch den mich nun mein Wanderweg bis nach Bonn-Meßdorf führte. Interessante Tafeln erläuterten die Besonderheiten dieses geschichtsträchtigen Stadtteils, der seinen Ursprung im Mittelalter hat.

Dort durchquerte ich das Wohngebiet von Meßdorf und lief am Gut Ostler, einem Demeter-Hof, vorbei und folgte weiter dem Hardtbach.

Kapelle Gut Ostler
Kapelle Gut Ostler

Der folgende Weg durchs Tal des Hardtbachs war richtig schön!

Den dicken Harztropfen entdeckte ich, als ich eigentlich auf der Suche nach einem Geocache an dieser Stelle war. Harz

Letzteren habe ich leider nicht gefunden, aber weil ich einmal um den Baum herumlief, wurde ich erst gewahr, wie schön es aussieht, wenn die Sonne durch das Harz hindurch leuchtet!

Baumgold

Angefixt machte ich mich nun auf die Suche nach weiteren schönen Fotomotiven, die mir das winterliche Wetter, der Rauhreif und die Sonnenstrahlen boten:

An der Stelle der Alten Dransdorfer Wassermühle und am Meßdorfer Feld entlang erreichte ich den Ortskern von Dransdorf.Meßdorfer Feld

Dort zeigten sich mir noch die Reste eines alten Ritterguts in Form eines Torbogens auf dem heutigen Grundstück einer Schule und einer Kapelle.

Aber auch der weitere Weg um die westlichen Stadtteile Bonns herum gestaltete sich angenehm. Hier wurden große Grünanlagen angelegt, wodurch mich mein Weg für die nächsten 3 km führte.

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Parkanlagen westlich von Bonn-Tannenbusch

hübscher Baum im WinterkleidZweige

Ein kurzes, etwas unschöneres Wegstück musste ich am Rand eines Gewerbegebiets und entlang einer Bahnlinie bestreiten, bis ich die Bahntrasse neben einer Umgehungsstraße unterqueren konnte.

In der Nähe von Bonn-Tannenbusch
Ach, so öde war der Weg doch gar nicht

An der folgenden Straßenkreuzung bot sich mir im Straßengraben eine einzige Müllhalde! Warum schmeißen Menschen nur ihren Müll aus dem Auto?? Widerlich!

Der folgende, saubere Grüngürtel Bonn (Grünzug Nord) am Rand von Bonn-Neu-Tannenbusch ließ mich den Müll schnell wieder vergessen. Besonders hübsch war ein mit Schilf bewachsener und teils zugefrorener Weiher, auf dem viele Wasservögel träge in der Sonne dösten.

Schilfweiher
Schilfweiher

Die Sonne stand schon recht tief. Das bereitete mir zwar ein hübsches Licht zum Fotografieren, jedoch lagen noch zwei Ortsteile vor mir.

Haselblüten im JanuarAlso, einen Schritt schneller getan! Ich flog nur noch so durch den Park, der sich hier bis Bornheim erstreckt, musste kurzerhand die lärmgeschützte A 555 unterwandern und befand mich daraufhin inmitten weiter, flacher Felder nahe Bonn-Buschdorf. Um nicht der Straße in den Ort hinein zu folgen, machte ich noch einmal einen Schlenker übers Feld zu einem sehr hübsch angelegten Spielplatz. Von der Autobahn aus hatte ich den schon ganz oft bewundert. Da sehr viele Kinder hier in der frühen Abendsonne spielten, machte ich nur ein einziges, unverfängliches Bild.

Spielplatz

Wiederum auf dem „Grünen C“ unterwegs, einem jüngst angelegten und begrünten Naherholungsstreifen mit Radweg rund um Bonn in Form des Buchstabens C, folgte ich dem geteerten Weg bis nach Buschdorf. Die Ruhestationen für Radler sind allerdings alles andere als hübsch.

In Buschdorf lief ich ein Stückchen durch den Ort. Da es ein alter, gewachsener Wohnort ist und keine Trabantenstadt wie Neu-Tannenbusch, war der Weg angenehm und der Blick auf die teils kleinen Häuschen nett.

In BUschdorf
In Buschdorf

Flugs war ich aus Buschdorf wieder hinaus im Grünen. Plötzlich stand ich vor einer uralten, zugewachsenen Bahntrasse. Mich wundert bei diesem Anblick immer, dass die DB ungenutzte Schienen ganz oft einfach liegen und verrosten lässt. Hat die Bahn zu viel Geld, dass die nicht irgendwo anders gebraucht werden? Und wenn es sich wirtschaftlich auch nicht lohnen sollte, sie zu demontieren, dann doch aus Umweltschutzgründen!

Die Schatten wurden schon lang. Bornheim-Hersel lag vor mir, an dessen Rand entlang ich bis zum Rheinufer lief. Am Horizont Bornheim-HerselGrünes C Hersel

Blick nach Süden
Blick nach Süden
Rheinauen bei Hersel
Rheinauen bei Hersel – (irgendwo ist hier ein Geocache)

Auf dem anderen Ufer lag Niederkassel – Mondorf in der wunderschönen Abendsonne.

Am Rhein
Am Rhein
Mondorf
Mondorf

Gegenüber befand sich auf dem Kemper Werth früher eine Festung, die aufgrund ihrer Form „Pfaffenmütze“ genannt wurde. Dort mündet die Sieg in den Rhein und symbolisiert den offiziellen Beginn des Niederrheins. Eine Autofähre verbindet beide Rheinufer, was gut ist, weil ich meinen Bonnpfad ja als Rundweg angelegt habe. Etwas südlich von hier fließt der Hardtbach in den Rhein, dem ich heute gefolgt bin. Hier wird er aber mittlerweile Rheindorfer Bach genannt.

Am Anleger der Fähre wimmelte es nur so vor Wasservögeln: Enten, Schwäne, Gänse und Möwen, die erst im letzten Moment träge Platz machten, als die Fähre anlegte. Da die Abendsonne nun schon so tief stand, waren die Lichtpunkte, die die vorbeifliegenden Möwen erzeugten, einfach herrlich!

Möwe im Abendlicht

Möwe
Möwen im Abendlicht

Eine kleine Einkehr im Café Fährpavillon Graurheindorf für ein leckeres Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee war noch drin, bevor ich den wunderschönen Sonnenuntergang genoss, als ich auf den Bus wartete. Ein schöner, sonniger Wandertag ging zu Ende.

Sonnenuntergang

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Sonnenuntergang am Fähranleger

 

Im Folgenden werde ich eine Übersicht posten, in der der gesamte Bonnpfad und seine Einzeletappen aufgeführt werden.

 

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