Winterwandern auf dem Böllweg

Unterwegs auf dem Bergischen Streifzug #20 „Böllweg“ bei Much

12 Kilometer, 3 – 4 h, 286 Höhenmeter

Gpx-Track bei Outdooractive

gewandert am 2. Weihnachtsfeiertag 26.12.2018 mit Doris

Blätter im Rauhreif

Jetzt noch eine Wanderung aus dem letzten Jahr und vor allem mit Fotos posten, die die Natur im Winterkleid zeigen? Jetzt, wo die Natur aufblüht und sich alle aufs warme Frühjahr freuen? Ja, diese Frage habe ich mir selbst gestellt. Zähneknirschend lasse ich ja schon Berichte von Wandertouren weg, die ich im Oktober und Dezember gelaufen bin wie den Rotweinwanderweg an der Ahr oder die Kapellenschleife im Pleiser Ländchen, beides mit Jutta aus meiner Wandergruppe. Oder den Kleinen Mainzer Höhenweg, den ich verbunden mit einer Einladung zu einem Instawalk im schönen Ingelheim am 14. und 15.12.2018 gelaufen bin. Wer spezielle Informationen zu den genannten Wegen haben möchte, kann mich gerne ansprechen. Aber der Böllweg, einer der Bergischen Streifzüge, war auch im Winter sehr schön, so dass ich ihn hier eben schnell festhalten möchte:

 

So schön rot leuchten die Schilder an dem gut markierten Weg. „Es soll im Bergischen am zweiten Weihnachtsfeiertag etwas die Sonne herauskommen“, erzählte mir Doris vergnügt. Und so machten wir uns an unserem geplanten Wandertermin ins Bergische auf, den Böllweg zu erkunden.

Der Böllweg startet in der Nähe von Much am FIT Hotel, wo man auch parken kann. Von hier aus war ich schon einmal mit meiner Wandergruppe auf den Lyrikweg gestartet.

Der Himmel war noch sehr trüb, doch nach und nach brach sich die Sonne mit fahlen Strahlen durch die Wolken Bahn. Jedes blaue Fleckchen am Himmel erfreute uns.

sdr
weites Land

cof
Bänke gab es genug am Böllweg
sdr
Schafft die Sonne es heute?

Auf unserem Weg durch die Felder hatten wir eine wunderschöne Weitsicht.

sdr
Solitärbaum

Morgendlicher Rauhreif lag noch auf den Zaunpfosten und die Eiskristalle hatten es mir angetan.

sdr

Kunstwerke der Natur
Kunstwerke der Natur
cof
Ziemlich grün diese Winterwiesen

 

cof
Gefällt mir!

Wir erreichten die erste Tafel und studierten sie eingehend. Bei Wanderungen lesen wir nicht immer alle Erläuterungen auf Tafeln, auf dem Böllweg aber wurde jeder Buchstabe gelesen, denn die Zusammenstellung der Texte und Dokumente über Heinrich Böll, der – nachdem er im zweiten Weltkrieg in Köln ausgebombt worden war, im Bergischen Land untergekommen war – waren allesamt sehr interessant gehalten.

Böllweg
Doris studiert die Tafel

Ergreifend wie er mehrmals erfolgreich seinen Heimaturlaub während der Wehrmachtszeit durch Fälschung und „medizinischer Experimente“ verlängerte, um seiner schwangeren Frau beizustehen, wie die kleine junge Familie immer wieder die Unterkunft wechseln musste und wie traurig die Eltern ihren jungen Sohn zu Grabe tragen mussten. Das künstlerisch gestaltete Kindergrab ist heute noch auf dem Friedhof von Marienfeld zu besichtigen.

In einer Senke zwischen zwei Hügeln bei Berzbach entdeckte ich, noch bevor ich das dazu gehörende Schild gesehen hatte, einen Zusammenfluss von drei kleinen Bächen. Die dreieckige Form des Zusammenfluss‘ der drei Quellbäche zum Berzbach erinnerte mich irgendwie an das Friedenszeichen. Wie passend zum Böllweg!

Zusammenfluss Berzbach
Berzbach

Und immer wieder schöne Blicke in die Landschaft:

cof
schöne Landschaftsblicke
cof
Sanfte Hügel an Weihnachten

Hinter Marienfeld und Ortsiefen machten wir Pause an einem wirklich hübschen Fleckchen, einem Ruheplatz von einer schützenden Hecke eingerahmt, mit Blick auf Röttgen – und von sanfter Sonne beschienen!

Böllweg
Ruheplätzchen im Sonnenschein

cofImmer wieder erreichte der Böllweg kleine, bergische Dörfer mit ihren charakteristischen Fachwerkhäusern. In Bröl nahmen wir Kontakt zu lustig herumtollenden Schafen und einem dösenden Pferd auf. Aber auch an einem ehemaligen Wohnhaus der Bölls kamen wir vorbei.

Auf dem Weg nach Neßhoven entdeckten wir dann sogar ein dem Schriftsteller gewidmetes Straßenschild:

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Böll-Straßenschild
sdr
In Bröl
oznor
bergisches Fachwerkhaus
oznor
hübsche Dörfer

Nachdem wir den Friedhof von Marienfeld passiert hatten, ging es ein etwas unschönes Stück Wegs auf dem Seitenstreifen an der Straße entlang. Hohe markante Felsen türmten sich neben uns auf, als wir von der Landstraße abbogen und den Weg einem Bachlauf folgend nach Wersch einschlugen.

vor Wersch am Böllweg
Es geht auf Wersch zu

In Wersch musste ich mich über ein eigentlich neu wirkendes Bushaltestellenhäuschen wundern, an dem aber weit uns breit gar keine Bushaltestelle zu sehen war! Lustig.

Bushaltestelle?
Fuhr hier jemals oder wird hier irgendwann einmal ein Bus fahren?

Obwohl dieser Weg nur 12 Kilometer lang ist und sich auch die Höhenmeter in Grenzen halten, tat ich mich insgesamt doch schwer. Schon der langgezogene Anstieg durch Neßhoven wollte für mich gar nicht enden. Mühsam schleppte ich mich über die letzten 4 Kilometer. Doris ging es da ganz anders. Ich bin einfach keine gute Wanderin bei kalter und feuchter Witterung. Die kalorienreichen Naschereien im Advent und an Weihnachten mögen da sicher auch ihren Anteil dran gehabt haben.

Da kam endlich die hübsche Germanakapelle ins Sichtfeld, an der mich im September 2017 meine Mädels aus der Wandergruppe mit einer Flasche Sekt überrascht hatten, um meinen Geburtstag nachzufeiern, als wir den Lyrikweg liefen. Eine nette Erinnerung!

 

Von hier hat man eines hübsche Sicht auf Much.

cof

Nicht weit war es von dort bis zum Ende des Rundwegs am FIT Hotel.

Das war bestimmt nicht der letzte Bergische Streifzug, den ich gewandert bin.

Weitere Informationen zu den 24 Bergischen Streifzügen erhaltet ihr hier auf der Seite vom Bergischen Wanderland. Zu den Streifzügen gibt es übrigens auch ein Buch.

 

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Am 17. April erscheint meint Buch!

Retterath/Pribert: „Wanderungen für die Seele. Rhein, Ahr, Erft“, ISBN 978-3770020638, EUR 16,99

 

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