Oh Pfälzerland, wie schön bist du!*

Unterwegs im Dahner Felsenland an Karneval 2019

Dahner Felsenpfad, normal: 12,5 km, 412 hm

gelaufen am 27. Februar 2019

Wir haben aber mal wieder eine Abkürzung genommen:

GPX-Track mit 10,2 Km und 180 Hm

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Wer im Rheinland lebt, kommt mitunter an Karneval in den Genuss eines zusätzlichen arbeitsfreien Tages. Gemeinsam mit meinen zwei freien Tagen in der Woche konnte ich mir so mit Doris eine kleine Karnevals-Auszeit im Pfälzer Wald gönnen. Wir mieteten uns in der Jugendherberge Dahn ein, die ein idealer Ausgangspunkt für diverse Wanderungen ist, denn allein in und um Dahn herum gibt es sage und schreibe 34 ausgeschilderte Rundwanderwege! Ob es sich bei allen um Premiumwege oder sonst wie zertifizierte Wege handelt, weiß ich nicht, aber ich hatte den Eindruck.

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perfekt beschildert

Wir nehmen uns zuerst den Dahner Felsenpfad vor, der direkt an der Jugendherberge vorbeiführt. „Im Reich der Roten Riesen“ untertiteln Ulrike Poller und Wolfgang Todt diese Wanderung in meinem Pocketwanderbüchlein aus dem Ideemedia-Verlag. Und damit ist schon das Wichtigste zu den Naturschönheiten im Dahner Felsenland gesagt.

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Braut und Bräutigam, Dahn
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Braut und Bräutigam im Gegenlicht

Schönstes Wetter empfängt uns und jede Menge Felsen zum Schauen. Noch ist es recht kalt und wir sind warm eingepackt. Es beginnt mit der Felsformation Braut und Bräutigam an der Zufahrt zur Jugendherberge, an deren Fuß süße Galloway-Rinder grasen. Zumindest denke ich nach meiner Recherche, dass es sich um Galloways handelt. Neugierig schauen uns die Teddybär-artigen Kühe an. Irgendwie erinnern sie mich aber auch an einen Koala.

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so süß!
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Galloway?

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Erkennt ihr auch die Ähnlichkeit mit einem Koala?

Ein ganz kurzes Stück laufen wir durch Büttelwoog, einem etwas abgelegenen Stadtteil von Dahn, und entdecken ein Lokal, in das wir bei der Rückkehr gerne einkehren möchten. Dass sich das im Nachhinein gar nicht als so einladend erweisen wird, merken wir zu diese Zeitpunkt natürlich noch nicht.

Felsenidylle:

Bei der nächsten Abbiegung schraubt sich der Weg einen Hügel hinauf, mitten durch die ersten Felsen.

Hier haben alle Felsen Namen. Doch diesen weiß ich leider nicht mehr.

Der Boden ist weich und sandig und belegt mit Kiefernnadeln. Der schmale Pfad ist von knorpeligen Wurzeln durchzogen und schlängelt sich zwischen Heidekraut und Heidelbeersträuchern hindurch. Einfach nur herrlich! Kurz schießt es mir durch den Kopf, dass andere Menschen gerade ihrer geregelten Arbeit nachgehen, während ich hier meinen Kurzurlaub genieße. Ich muss mich imaginär kneifen, um es zu glauben.

 

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Wir kamen aus dem Schauen nicht mehr heraus

 

Dann bekommen Doris und ich unseren ersten schönen Ausblick auf Dahn. Es sollen noch viele weitere kommen.

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Wir bleiben alle Nase lang stehen und bestaunen die roten Felsformationen und machen Fotos. Der Schillerfelsen mit dem markanten Loch zum Hindurchschauen ist unser nächstes Ziel, nachdem wir kurz zum Ortsrand von Dahn abgestiegen waren.

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Schillerfelsen
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Doris am Fuß des Schillerfelsens
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Auch ohne sommerlich-grüne Vegetation ist die Landschaft schön!

 

Hinter dem schmalen Durchgang entledigen wir uns an einer Bank erst einmal unserer Skiunterhosen, denn mittlerweile ist es eindeutig zu warm dafür. Überall um uns herum befinden sich kleine Steinmännlein. Sogar in den Ritzen der Felsen oder auf winzigen Felsvorsprüngen finden sich die putzigen Türmchen.

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Steinmännlein, wo man hinschaut
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Rote Felsen mit Leuchtflechten überzogen

Immer wieder Aussichten:

Ein markanter Aussichtsfelsen mit Geländer ist der Schwalbenfels. Hier machen wir eine kurze Trinkrast.

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Doris besteigt den Schwalbenfelsen

Es fühlt sich an, als seien wir schon 6 km gelaufen, dabei sind es gerade mal 2,4 km! Unwirklich schauen wir uns an. Schleichen wir so oder gibt es einfach zu viel zum Schauen, dass wir uns schon so gesättigt fühlen wie sonst nach der dreifachen Wegstrecke? Wir tippen auf letzteres und beschließen, mal einen Zahn zuzulegen.

Etwas zügiger kommen wir nun voran und peilen die Dahner Hütte vom Pfälzer Wald Verein an, die wir nach einer Passage durch ein liebliches Bachtal erreichen.

Hier ist der Bär los. Wegen des schönen, milden Wetters sitzen alle draußen. Wir wundern uns schon etwas darüber, dass so viele Menschen anscheinend Urlaub haben wie wir – da bekommen wir die Aufklärung: in Rheinland-Pfalz wurden 2019 das erste Mal Winterferien eingeführt und wir befanden uns mitten in besagter Ferienwoche!

Pause:

Wir machen eine Kaffeepause und beschließen, nicht viel weiter unsere Mittagspause einzurichten, um den mitgebrachten Proviant zu verspeisen. Doch die Suche vorbei an Hirsch- und Schlangenfels nach einem geeigneten Platz stellt sich hernach schwieriger heraus als gedacht. Bisher gab es doch alle Nase lang eine Bank – wieso denn jetzt nicht mehr, wenn man sie braucht?

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Hirschfels
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Tolles Farbenspiel

Auch beeindruckende Formationen wie die Roßkegelfelsen, die wir beim nächsten Anstieg auf schmalem Pfad mit Halteseilen umrunden dürfen, bieten keinen geeigneten Vorsprung zum Sitzen. Da erbarmt sich endlich der Mittagessengott und präsentiert uns auf einem Plateau eine ausladende Picknick-Sitzgruppe, die wir dankend annehmen. Die ersten Zitronenfalter des Jahres sowie ein keckes Rotkehlchen tanzen um uns herum.

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Der folgende Abschnitt ist nach wie vor wunderschön, aber der Weg eher breiter und so lässt er uns tatsächlich etwas ausruhen – ausruhen von den vielfältigsten optischen Eindrücken. So gelangen wir etwas zügiger als bisher zum Rothsteigbrunnen im Tal und wenig später zum Ungeheuerfelsen. Die Wegführung ist hier etwas ungenau ausgeschildert, was uns nicht davon abhält, uns unseren eigenen Weg durch den engen Durchlass im Felsen zu suchen.

Als letztes Highlight auf dem Dahner Felsenpfad stünde der Lämmerfelsen an – und ein heftiger Abstieg dorthin. Wir sind beide müde und beschließen daher, nach dem Ungeheuerfelsen einfach dem Waldweg bis zur Straße zu folgen, die uns einmal durch die großzügig angelegten Grundstücke von Büttelwoog hindurch zurück zu Braut und Bräutigam bringt.

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Ob das der Lämmerfelsen ist, den wir ausgelassen haben?

Die Einkehr auf der Terrasse des ‚Felsengraf‘ musste natürlich sein. Schade, dass die Sonne bereits hinter den Felsen verschwunden ist und es schnell wieder kühl wird. Doch zur DJH haben wir es ja nicht mehr weit. Braut und Bräutigam liegen nun im schönsten Sonnenlicht vor uns:

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Braut und Bräutigam

 

Fazit:

Der Weg ist bestens ausgeschildert und ist einer der schönsten Wege, die ich jemals gegangen bin. Absolute Wanderempfehlung!

 

 

* Refrain des Pfälzerlieds (Volkslied) von Eduard Jost

 

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3 Antworten auf „Oh Pfälzerland, wie schön bist du!*

  1. Hallo Aurora,

    da habt ihr auch einen sehr schönen Weg herausgesucht. Ich kann gut verstehen, dass ihr langsam unterwegs wart. Es gibt ja sehr viel zu gucken. Im Pfälzer Wald gibt es viele solcher Felsen. Schöne s Wetter hattet ihr ja auch. Was will man mehr? Die Gegend um Dahn bietet viel schöne Wege. Vielleicht habt ihr ja wieder mal Gelegenheit herzukommen.

    Liebe Grüße
    Harald

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