Elwetritscheweg bei Dahn im Pfälzerwald

Unterwegs auf dem „Elwetritscheweg“ in Dahn / Dahner Felsenland

  • ca. 10 Kilometer, 253 Höhenmeter, 2:45 h Wanderzeit
  • gewandert am 28. Februar 2019
  • Gpx-Track (das war die ausgeschilderte Strecke, der wir nachgelaufen sind. Sie weicht etwas von der Wanderung in meinem Buch „Wanderparadies Südwestpfalz“ von U. Poller/ W. Todt ab. Im Buch stehen auch nur 8,5 km)

Variante: Ich würde die Streckenführung aufgrund des hohen Asphaltanteils im letzten Viertel dieser Wanderung folgendermaßen abändern: Am Kurpark oder Friedhof starten und enden, aber statt unterhalb des Rabensteins zu laufen, geht es direkt daran vorbei und anstelle der Passage durch die Stadt habe ich den hübscheren Weg unterhalb des Jungfernsprung-Felsens zurück zum Friedhof gewählt. Dies ist mein empfohlener GPX-Track.

sdr_vivid

Startpunkt ist am Parkplatz am Haus des Gastes in Dahn (Weißenburger Str. 17d, die Zufahrt zum Parkplatz erfolgt vom Kreisverkehr an der B 427 aus), man kann aber auch am Friedhof (Höhenweg) starten. Allerdings ist der erstgenannte Start der schönste, was die Streckenführung angeht.

Diesen Wanderweg kann ich nur jedem empfehlen, der Station in Dahn macht, denn er führt an den schönsten Aussichtsfelsen vorbei. (Die anderen „schönsten Plätze“ haben wir ja gestern schon auf dem Dahner Felsenpfad besucht 🙂 )

Elwetritsche? Elwe…. .  .  was?!

Vor dem Kurhaus in Dahn gibt es eine Skulptur einer Elwetritsche, dem sagenumwobenen pfälzischen Fabelwesen. Es ist so geheimnisvoll und scheu, dass es sich meist vor den Augen der Menschen versteckt. Und dennoch weiß man folgendes über die freundlichen Wesen zu berichten: Der Körper ähnelt dem eines Rauhfußvogels, das Erscheinungsbild kann auch leicht mit einem auf dem Boden liegenden Wurzelstock verwechselt werden. Sie können fliegen, es gibt nämlich sogenannte Einflugschneisen. Und von flachen Felsen aus beobachten sie die Menschen im Tal. Wer genau hinschaut, findet im weichen Sandsteinfelsen noch Spuren von den Eiablagestellen oder Kratzspuren. In dunklen Vollmondnächten soll man die Tritsche mit viel Glück noch zu Gesicht bekommen. Elwetritsche II

Entlang des Elwetritschewegs sind 7 goldene Metalltafeln zu finden, auf denen Hinweise zu den Elwetritschen und ihren Lieblingsorten stehen.

Der Wanderweg

Elwetritscheweg
Wanderzeichen Elwetritscheweg

 

Zunächst wandern wir durch den Kurpark bis zum Minigolfplatz, ab wo der Weg dann mit einem Elwetritschebild ausgeschildert ist. Von dort folgen wir durch Wohnstraßen, nahe der Touristeninformation vorbei, bis zum Friedhof und Bauhof am Höhenweg. Über einige Stufen erklimmen wir den Felsengrund des hoch aufragenden „Jungfernsprung„, dem markantesten Felsen über Dahn. Seinen Rücken wollen wir erklimmen, jedoch nicht zu seiner Kante vordringen.

Auf wunderschönem Pfad schlängelt sich der Weg in die andere Richtung zum Kuckucksfelsen und über den Felsrücken dahin. Sofort sind wir wieder umfangen von der Abgeschiedenheit der Natur, atmen den würzigen Duft der Kiefern und erfreuen uns am fröhlichen Vogelgezwitscher.

am Lachbergblick
Am Lachbergblick

Der Lachbergblick bietet den ersten Ausblick auf Dahn und wir lesen, dass sich hier der „Elwetritschen Ritualplatz für die Baum- und Bodenbalz“ befindet.

erster Blick auf die Burgen
Erster Blick auf die Burgen
Fast eine Elwetritsche
Eine Elwetritsche?
Pfade
Ich liebe solche Wege!

 

Über den weichen Bergrückenpfad  gelangen wir auf der anderen Seite hinab in ein kleines Tal und steigen auf der gegenüberliegenden Hangflanke unter markanten Felswänden wieder hinauf.

Bewusst machen wir ein paar Fotos von uns an den Felsen, auch witzige in „Entdeckerpose“, damit der Betrachter die gewaltige Größenordnung besser einschätzen kann.

 

 

 

Einen wunderschönen Blick haben wir vom Aussichtsfelsen Burgenblick auf die Ruine Alt-Dahn und das nördliche Stadtgebiet sowie auf den „Elwetritschen-Horst“, der aber verlassen da liegt. Für eine Pause ist es noch zu früh. Über den Wipfeln der Bäume ist bereits der Römerfelsen zu sehen. Und so machen wir uns auf zur höchsten Erhebung der heutigen Wanderung.

Am Burgenblick

Auf dem Weg zum Römerfelsen:

Aussicht pur

Römerfelsen
Römerfelsen

 

Auf den Römerfelsen klettere ich nicht komplett hoch. Die zwar neuen und sicherlich sehr stabilen schmalen Leitertreppen sind mir nicht ganz geheuer. Doch Doris und andere Wanderer versichern mir, dass man von oben einen phantastischen Blick über Dahn und die umliegenden Bergrücken hat. Auf dem zweigeteilten Römerfelsen befindet sich übrigens auch der „Elwetritschen-Versammlungsplatz“.

 

 

Auf dem Römerfelsen (c)Doris
Tritsche-Versammlungsplatz (c) Doris S.
Aussicht vom Römerfelsen (c)Doris
Aussicht vom Römerfelsen (c) Doris S.

Unter hohen Bäumen – der Kiefernwald geht mehr und mehr in einen Laubmischwald über, in dem sich auch knorrige Eichen wiederfinden, steigen wir etwas den Hang hinab und wieder hinauf zum Gerstberger Kopf.

Lichter Wald

Doch kurz davor biegt unser Wanderweg auf einen schmalen Pfad ab, dem wir steil an der Hangkante hinab folgen. Eine längere Passage auf einem breiten, ebenen Weg, der einmal um die Rabensteine herumführt, schließt sich an. Hier hätte man auch vom Gerstberger Kopf aus geradeaus direkt an den Rabensteinen, die gern von Kletterern genutzt werden, vorbei gehen können und wäre dann auf steilem Pfad wieder auf den Wanderweg gestoßen.

Ein Schild weist auf einen Abstecher zum Galgenfels. Der Name lockt uns nicht, aber ein Foto von dem Balkonfelsen, das ich später sah, fand ich sehr ansprechend. Wir bleiben unserem Wanderzeichen treu und bewältigen diese etwas dröge Passage, bis wir zu einem anderen „Balkon“ auf dem Bubenfelsen, gelangen.

 

Neugier-Fels
Elwetritsche Neugier-Fels
Aussicht vom Bubenfelsen
Aussicht vom Bubenfelsen

Hier machen wir gemütlich Pause und lassen die Füße ruhen, während nur noch die Blicke über Dahn, den Jungfernsprung, den gegenüberliegenden Schillerfelsen und die im Tal dahinfließende Wieslauter wandern. Auf den warmen flachen Felsen hinter uns, dem sogenannten „Trischte Neugierfelsen“, tummeln sich die ersten aus der Winterstarre erwachten Eidechsen. Oder hatte ich etwa aus dem Augenwinkel gerade eine Elwetritsche gesehen?

Einmal durch Dahn

Nach der Pause geht es rund 75 m hinab zur Stadt. Der starke Verkehr auf der Bundesstraße, an der wir ein längeres Stück entlang gehen, ist ein nicht so willkommenes Kontrastprogramm. Neben uns liegen die Gleise der ehemaligen Bahnlinie, die heute aber nicht mehr befahren wird. An einem Bahnübergang auf Höhe des Jungfernsprungs wechseln wir die Bahnseite und bekommen noch einmal kurz einen „Naturschub“, als wir die Wieslauter überqueren.

Weg am Jungfernsprung vorbei
Weg durch Dahn am Jungfernsprung vorbei
Wieslauter
Wieslauter

An der Wieslauter

Das war es dann aber auch mit Natur, denn von nun an verläuft der Weg auf der Straße. Zwar erhaschen wir noch einige schöne Blicke auf hohe Felsen neben uns, jedoch kennen wir diese bereits von gestern. Der Jungfernsprung vermag sich auch nicht recht fotogen zu präsentieren, sind doch immer wieder Häuser und Strommasten im Weg.

Jungfernsprung (c)Doris
Jungfernsprung

Zwischen kleinen, teils älteren Häusern von Dahn hindurch, erreichen wie wieder die Bundesstraße und den Kreisverkehr und somit unseren Startpunkt. Auf der Terrasse des „Haus des Gastes“ lässt es sich noch prima bei Kaffee und Kuchen verweilen.

Wer das letzte, Asphalt-lastige Wegstück vermeiden möchte, folge meinem abgeänderten gpx-Track (siehe oben).

Die weiteren Tage unseres Kurzurlaubs

Am folgenden Tag – einem voll Regen vorausgesagten Tag, der aber letztlich doch recht nett wurde – fuhren wir nach Landau und besuchten dort das Reptilium, in dem es auch Waschbären gab und die hübsche Innenstadt.

Auf dem Rückweg begutachten wir im Vorbeifahren das ansprechende Annweiler am Trifels und statten noch Hauenstein, einem Schuh-Einkaufsparadies, einen erfolgreichen Besuch ab.

Fazit Dahner Felsenland

Vor vielen Jahren habe ich einmal mit meiner Klasse eine Klassenfahrt nach Ludwigswinkel gemacht, von wo aus wir den Baumwipfelpfad in Fischbach bei Dahn besucht hatten und Burg Fleckenstein in Frankreich. Mir hat damals dieses ruhige und beschauliche Fleckchen Erde mit den vielen Bade- und Wandermöglichkeiten und dem 1,5 km langen Barfußpfad ausnehmend gut gefallen und in mir den Wunsch geweckt, noch einmal ins Dahner Felsenland zu reisen. Auch auf dieser Kurzreise an Karneval 2019 habe ich erneut Blut geleckt und will gerne noch einmal wiederkommen. Es gibt noch so viele Wege hier zu entdecken! Dahn bietet dafür den idealen Ausgangsort!

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3 Antworten auf „Elwetritscheweg bei Dahn im Pfälzerwald

  1. Hallo Aurora,

    mein erster Kommentar ist wohl verschwunden. Deshalb noch einmal. Danke fürs Mitnehmen auf diese schöne Wanderung.

    Liebe Grüße
    Harald

    Tatsächlich findet auf der Strecke nach Dahn kein regelmäßiger Bahnverkehr mehr statt. An Sonn- und Feiertagen ist das allerdings anders:

    Fahrplan: https://www.vrn.de/mam/service/downloads/ausfluege/…/2019_bundenthaler.pdf

    Felsenlandexpress: http://palzpix.de/felsenland-express.html

    Liken

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