Natursteig Sieg, Etappe 14 (erster Abschnitt)

Unterwegs auf dem Natursteig Sieg zwischen Kirchen und der Freusburg, erster Teil der 14. Etappe (unsere 18.)

Rundtour mit Start am Bahnhof Kirchen.

12,6 Kilometer als Rundweg, ↑↓ 300 Höhenmeter, gpx-Track bei Komoot

Gewandert mit Doris am 17. April 2019, dem Tag meiner Bucherscheingung ❤

Am zweiten Tag unserer 2tägigen Natursteig Sieg-Wanderung sollte es auf die vorerst letzte Etappe des Fernwanderwegs gehen. Die ganze Etappe bis Mudersbach war mir mit ihren 19,3 km eindeutig zu weit, denn meine Füße „meckern“ meistens am nächsten Tag, wenn ich mal mehr als 10 km gewandert bin. Also hatte ich die Route nur bis kurz hinter der Freusburg geplant. Von dort sollte ein waldreicher Zuweg zum Bahnhof „Freusburg Siedlung“ folgen. Wir wären auf 12,4 km gekommen. Doch es kam anders.

Der Aufstieg vom Startpunkt Bahnhof Kirchen auf dem Zuweg Richtung Ottoturm ging schon einmal kräftig in die Beine. Lange ging es an er vielbefahrenen Hauptstraße entlang und durch das nicht sehr attraktive Städtchen, bis wir endlich eine Art Vorortpark erreichten und unter sein grünes Blätterdach abtauchen konnten.

Nicht schön, aber realistisch: der Zuweg durch Kirchen
Nicht schön, aber realistisch: der Zuweg durch Kirchen

Erst nach 2,2 Kilometern und fast 200 Höhenmetern hatten wir an einem Wegweiser endlich wieder den Natursteig Sieg erreicht – und damit auch den höchsten Punkt unserer heutigen Wanderung.

Hier saß wohl lange keiner mehr
Hier saß wohl lange keiner mehr

Nach rechts ging es zum Ottoturm, einem Aussichtsturm, den wir von der Etappe 13 schon kannten, geradeaus ging es für uns weiter. Auf gemütlichem Waldweg erreichten wir, nun wieder bergab schreitend, den Ort Katzenbach. Da! Die Freusburg zeigte sich bereits am Horizont!

Natursteig Sieg, Ausblick auf Katzenbach
Natursteig Sieg, Ausblick auf Katzenbach
Natursteig Sieg, Blick nach Freusburg
Natursteig Sieg, Blick nach Freusburg
Natursteig Sieg, Blick zur gelbleuchtenden Freusburg
Natursteig Sieg, Blick zur gelbleuchtenden Freusburg

In Katzenbach überquerten wir für nur wenige Schritte Asphalt:

Ein wirklich hübscher Wiesenweg führte anschließend um den Ort herum. Durch eine Wiesenlandschaft am Hang erreichten wir wieder einen breiteren Wanderweg.

Wir liefen schon die ganze Zeit parallel mit dem Druidensteig, nun kam noch der Europäische Fernwanderweg E1 hinzu. An einem Wegweiser zeigte sich wieder, was wir auch schon auf der gestrigen Etappe bemerkt hatten: Auf dem Druidensteig scheinen die Kilometerzähler anders zu messen 🙂 Zur Freusburg waren es 200 m weniger und zurück zum Ottoturm sogar 300 m Unterschied bei gleichem Weg. Kurios.

Wegweiser mit unterschiedlichen Angaben: Druidensteig und Natursteig Sieg
Wegweiser mit unterschiedlichen Angaben: Druidensteig und Natursteig Sieg

Auch die verschiedenen Symbole sind zu beachten: Läuft man den Druidensteig, findet man in Freusburg eine Bus- und Bahnverbindung sowie eine Jugendherberge. Auf dem Natursteig wird lediglich die Aussicht und eine Übernachtungsmöglichkeit angegeben.

Weiter ging es bis zu einem netten Picknickplatz, von dem aus ein Abstecher zu einem Panoramablick über Kirchen und die Freusburger Mühle führte.

_DSC3364
Panoramablick

Der gerade Weg führte nun direkt auf die Freusburger Mühle zu. Dabei hatten wir die auf dem Berg thronende Burg stets im Blick.

_DSC3363
E1: Immer die Freusburg im Blick

Das Häuserensemble der Freusburger Mühle gefiel mir gut. Gab es hier nicht vielleicht ein Café? Leider nicht.

Oder wenigstens eine schöne Sitzmöglichkeit, wo wir unser mitgebrachtes Mittagessen verspeisen konnten? Vor einem Haus „Die Feuerstelle“ stand ein Stehtisch und eine Sitzgruppe und ein Schild mutete an, als sei hier ein (noch geschlossenes) Café. Wir setzten uns einfach und merkten erst später, dass es sich eigentlich um einen Laden für eine Ofenausstellung handelte und wir während der Mittagspause des Geschäfts an einem Privattisch Platz genommen hatten. Von hier aus sage ich deshalb nachträglich „einen herzlichen Dank für die Gastfreundschaft“!

Weitere örtliche Wanderwege begegneten uns hier: Der Druidenstein-Wanderweg, der Ottoturm-Wanderweg und der Mühlen-Wanderweg.  Darüber müsste ich mal mehr herausfinden. Die Wege wären vielleicht etwas für den Westerwald-Wanderführer?

Erst ging es über den Mühlengraben und dann über die Sieg. Auf der alten Brücke aus Stein standen zwei hübsche Bronzefiguren, ein Sähmann und eine Schnitterin. Beide gingen ihrer Arbeit ganz meditativ, mit fast geschlossenen Augen, nach.

Ein kurzes Stück mussten wir an der Siegtalstraße (mit Fußweg) entlang gehen, bis wir im Ort Freusburg zur Burg aufsteigen konnten. An der Landstraße gab es eine Bushaltestelle und wenn wir die Pläne richtig gelesen haben, fuhr an diesem Tag in ca. einer Stunde ein Bus erst zur Freusburg hinauf und dann zurück nach Kirchen. Damit könnten wir später ja nach Kirchen zurückfahren, überlegten wir laut. Es sei denn, die rheinlandpfälzischen Schüler haben Mittwoch vor Gründonnerstag auch Osterferien!?

Der Aufstieg zur Burg war für mich ganz schön beschwerlich. Damit die Wanderer nicht die Straße nehmen mussten, führte der Natursteig Sieg über Fußwege und Pfade, die – natürlich! – steiler als die Fahrstraße waren. Froh, aber total durchgeschwitzt kamen wir (oder zumindest ich) an der Burg an, in der schon seit langer Zeit eine Jugendherberge beheimatet ist. Fröhlich spielte eine Gruppe Kinder Verstecken und Jagen (Räuber und Gendarm?), eine andere Gruppe Jugendlicher versammelte sich um einen Lautsprecher, aus dem Schlager schallten und eine dritte, gemischte Gruppe, probte im Burghof irgendeine Szene in englischer Sprache.

Die Freusburg im Blick - der Natursteig Sieg biegt hier ab
Die Freusburg im Blick – der Natursteig Sieg biegt hier ab
Durch das noch zarte Grün der Bäume konnte man die Burg gut erkennen
Durch das noch zarte Grün der Bäume konnte man die Burg gut erkennen
Doris und ich auf der Suche nach Kaffee
Doris und ich auf der Suche nach Kaffee

Nach kurzer Besichtigung der Außenanlagen und des Eingangsbereichs, in dem wir statt des sonst an rheinlandpfälzischen Jugendherbergen üblichen Bistros mit sehr leckerem Kaffee nur einen Kaffeeautomaten fanden, verabschiedeten wir uns wieder und entschieden, dem Natursteig Sieg für heute nicht noch weiter zu folgen, sondern den direkten Weg zum Bf „Freusburg Siedlung“ einzuschlagen, um nach Kirchen zurückzufahren, wo das Auto stand.

Beim Abstieg passierten wir eine weitere Bushaltestelle, an der laut Fahrplan plötzlich kein Bus mehr vorbeizufahren schien. Merkwürdig. Doch wo ging der direkte Weg her? Besagter Bahnhof liegt nämlich ein Stück außerhalb der Siedlung flussaufwärts an der Sieg, also in entgegengesetzter Richtung von Kirchen.

Kurzerhand fragte ich einen Anwohner. Der Befragte meinte, der Weg zu diesem Bahnhof wäre genauso weit wie der nach Kirchen und da es sich beim Bahnhof „Freusburg Siedlung“ nur um einen Bedarfshalt handele und er nicht wisse, ob der Zug überhaupt dort halten würde, empfahl er uns, besser gleich nach Kirchen zu laufen.

So kam es, dass wir aus unserer Streckenwanderung eine Rundwanderung gemacht haben.

Für die nächste Etappe muss ich aber unbedingt in Erfahrung bringen, ob es nicht doch irgendeine Buslinie gibt, die die vorhandenen Haltestellen in der Nähe der Freusburg anfährt. Wenn nicht, plädiere ich für ein Taxi 🙂 Wann wir die Strecke bis Mudersbach laufen und ob das noch sein wird, bevor die folgenden Etappen eröffnet werden, wissen wir noch nicht.

Etwas Persönliches:

Ihr seht, dass ich mit meinen Blogberichten ganz schön hinterher hänge. Ich hoffe, das stört euch nicht. Einerseits möchte ich von allen Etappen meiner Weitwanderwege berichten, andererseits finde ich es fast frustrierend, im Juni die etwas tristen Fotos von der im April noch nicht so grünen Landschaft zu veröffentlichen. Das macht bestimmt keine große Lust, die Strecke nachzuwandern. Andererseits möchte ich mir auch keinen Druck machen und schreibe hier nur etwas, wenn ich Freude daran und Zeit dafür habe.

Die nächsten Berichte handeln von unserer sehr sonnigen Osterwanderung auf dem Moselsteig. Da war die Natur schon viel grüner, versprochen! 🙂 Und wer meine Berichte vom Saar-Hunsrück-Steig aus dem Sommer 2018 verfolgt hat, wird vielleicht die ein oder andere Ansicht wiedererkennen!

Wie ich Wanderautorin wurde

Mein Weg zum eigenen Wanderbuch

Nun, wenn ich ganz am Anfang beginne, stand am Anfang meine Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung, da mich mein Beruf als Lehrerin seit einigen Jahren nicht mehr so zufrieden machte und ich oft frustriert war.

Mit den Dingen im Blick, was ich zu diesem Zeitpunkt wirklich gerne machte, nämlich reisen und wandern und mich mit der Natur, den Pflanzen und Tieren zu beschäftigen, richtete ich meinen Fokus auf mögliche neue, berufliche Aufgaben in diesem Bereich. Doch kann man als Wanderführerin sein tägliches Brot verdienen? Oder als Premiumwanderwege-Zertifizierer? Oder sollte es irgendeine Tätigkeit im Tourismusbereich sein? Wer erfindet eigentlich neue Premiumwege?

Im Großen und Ganzen war ich mit meinen Überlegungen und dem Fühler-Ausstrecken nicht so erfolgreich wie gewünscht. Viele meiner geliebten Beschäftigungen gehörten doch eher in den Hobbybereich. Hinzu kam, dass neu auftretende Fußprobleme mir einen Strich durch die Rechnung machten und ich mir nicht mehr vorstellen konnte, für andere als Wanderführerin voran zu gehen. Und so blieb ich zunächst bei meinem Beruf, nahm mir aber vor, die Work-Life-Balance stets im Blick zu behalten.

Wie ich nun dazu kam, ein Wanderbuch zu schreiben:

_DSC4426
Buchflyer: Retterath/Pribert – Wanderungen für die Seele, ISBN 978-3770020638

Continue reading „Wie ich Wanderautorin wurde“

Natursteig Sieg, Etappe 12

Unterwegs mit Doris auf dem Natursteig Sieg zwischen Betzdorf – Scheuerfeld und -Alsdorf (unsere Etappe 16)

15,4 km (inkl. Zuwege in Scheuerfeld und Alsdorf) ↑ 340 Hm  ↓ 330 Hm

gpx-Track unserer Wanderung bei Komoot (mit kleiner Wegänderung in Molzhain)

Gewandert am 16. April 2019

Doris und ich laufen den Natursteig Sieg in Etappen ….. seit 2011! Unser längstes und immer noch unvollendetes Projekt stockte in letzter Zeit ziemlich. Die Anfahrt war stets sehr weit und die Beschreibung der Etappen lockte weniger als andere schöne Routen. Da aber noch in diesem Jahr endlich weitere Etappen eröffnet werden sollen, die dann bis zur Siegquelle führen, wurde es Zeit, dass wir uns die beiden noch ausstehenden bisher markierten Etappen 12 und 14 bis Mudersbach unter die Stiefel nahmen. Bis Mudersbach sind wir nicht gekommen, soviel sei schon einmal vorweg genommen 🙂

Etappe 13 sind wir vor einem Jahr schon gelaufen. Die Wegführung und das Highlight, der Druidenstein, klangen interessanter, weswegen wir sie vorgezogen haben. Aus ähnlichen Gründen hatten wir auch die Etappe 11 lange vor Etappe 8-10 erwandert. Nun, bei diesem Fernwanderweg spielt Chronologie für uns keine Rolle mehr. Mit einer Übernachtung vor Ort (wir fanden nur etwas Passendes in Wissen) haben wir bei schönstem Wetter aussichtsreiche Wege und neue Gegenden kennengelernt. Es hat sich gelohnt!

Ist das die Sieg?

Das Auto stellten wir am Bahnhof Alsdorf ab und fuhren mit der Daadener Bahn nach Betzdorf. Hier mussten wir umsteigen und hatten einen längeren Aufenthalt, bis wir nach Scheuerfeld weiterfahren konnten. Fast eine Stunde ist für die Fahrt dieser zwei Stationen drauf gegangen! Also, dann mal endlich los! Zunächst ging es über einen Zuweg am Rand des Dorfes hinter Gewerbegebäuden direkt an der Sieg entlang.

Der Fluss kam mir hier so klein und schmächtig vor, dass ich kurz überlegen musste, ob es sich überhaupt um die Sieg oder doch einen ihrer Zuflüsse handelte. Continue reading „Natursteig Sieg, Etappe 12“

Poncho-Premiere :-) – Bergischer Panoramasteig (2) im Regen

Unterwegs auf dem Bergischen Panoramasteig zwischen Holstein’s Mühle (Nümbrecht) und P&R Drabender Höhe (Wiehl-Forst, an der A4, AS Bielstein)

15,4 Kilometer, ↑ 300 Höhenmeter  ↓ 250 Höhenmeter, ca. 4:15 Std.

Gewandert (in umgekehrter Richtung) am 27. April 2019

Gpx-Track vorwärts und rückwärts (letzteres sind wir gelaufen)

Gut gerüstet
Gut gerüstet

Wie ich hier so am Tisch vor meinem Laptop sitze und mich an diese Wanderung erinnere, fließt draußen genauso der Regen vom Himmel wie damals! Es war eine Premiere für meine Wandergruppe bei solch einem Wetter unterwegs zu sein, denn bisher hatten wir zwar immer feste Termine vereinbart, diese aber bei schlechtem Wetter ausfallen lassen. Dieses Mal nahmen wir uns vor, die Etappe zu laufen, egal was da vom Himmel falle. Für meinen roten Regenponcho von Pro-x, den ich bestimmt schon seit 4 Jahre besitze, war es auch die erste Bewährungsprobe. Fazit: es war ein guter Kauf! Ich blieb trocken und hatte kein klammes Gefühl darunter. Zunächst hatte ich meine Windjacke noch an, konnte sie aber später ausziehen und bei 14° C nur mit Shirt und Fleece unter dem Poncho laufen.

Am Bergischen Panoramasteig
Am Bergischen Panoramasteig

Der Immerkopf stand zum Schluss dieser, für unsere Verhältnisse langen Etappe, an. Da wir unsicher waren, ob unsere Kräfte dann noch halten würden und auch wegen des Wetters und der netten Einkehr in Holstein’s Mühle, drehten wir den Spieß, …. äh, die Laufrichtung einfach um. Weniger Höhenmeter hinauf und am Ende können wir müde ins Restaurant fallen 🙂

schöner Waldweg auf dem Bergischen Panoramasteig
schöner Waldweg auf dem Bergischen Panoramasteig

Bewährt hatte sich die Anfahrt mit zwei Autos. Kathi und ich holten Jutta an der Mühle ab und fuhren gemeinsam weiter zum Start am Pendlerparkplatz Drabenderhöhe. Dort gestaltete sich der Einstieg in den Wanderweg etwas schwierig. Einerseits, weil mein Handy, auf dem der Track schlummerte, ganz nass wurde, je länger ich darauf schaut und andererseits, weil wir uns erst orientieren und feststellen mussten, dass der Trampelpfad hinter dem Parkplatz tatsächlich einen direkten Zugang zum Bergischen Panoramasteig hat! Aber dann ging es endlich los. Wie Zwerge stapften wir heute mit unseren Capes durch nasse Wiesen und Wälder. Continue reading „Poncho-Premiere 🙂 – Bergischer Panoramasteig (2) im Regen“