Natursteig Sieg, Etappe 12

Unterwegs mit Doris auf dem Natursteig Sieg zwischen Betzdorf – Scheuerfeld und -Alsdorf (unsere Etappe 16)

15,4 km (inkl. Zuwege in Scheuerfeld und Alsdorf) ↑ 340 Hm  ↓ 330 Hm

gpx-Track unserer Wanderung bei Komoot (mit kleiner Wegänderung in Molzhain)

Gewandert am 16. April 2019

Doris und ich laufen den Natursteig Sieg in Etappen ….. seit 2011! Unser längstes und immer noch unvollendetes Projekt stockte in letzter Zeit ziemlich. Die Anfahrt war stets sehr weit und die Beschreibung der Etappen lockte weniger als andere schöne Routen. Da aber noch in diesem Jahr endlich weitere Etappen eröffnet werden sollen, die dann bis zur Siegquelle führen, wurde es Zeit, dass wir uns die beiden noch ausstehenden bisher markierten Etappen 12 und 14 bis Mudersbach unter die Stiefel nahmen. Bis Mudersbach sind wir nicht gekommen, soviel sei schon einmal vorweg genommen 🙂

Etappe 13 sind wir vor einem Jahr schon gelaufen. Die Wegführung und das Highlight, der Druidenstein, klangen interessanter, weswegen wir sie vorgezogen haben. Aus ähnlichen Gründen hatten wir auch die Etappe 11 lange vor Etappe 8-10 erwandert. Nun, bei diesem Fernwanderweg spielt Chronologie für uns keine Rolle mehr. Mit einer Übernachtung vor Ort (wir fanden nur etwas Passendes in Wissen) haben wir bei schönstem Wetter aussichtsreiche Wege und neue Gegenden kennengelernt. Es hat sich gelohnt!

Ist das die Sieg?

Das Auto stellten wir am Bahnhof Alsdorf ab und fuhren mit der Daadener Bahn nach Betzdorf. Hier mussten wir umsteigen und hatten einen längeren Aufenthalt, bis wir nach Scheuerfeld weiterfahren konnten. Fast eine Stunde ist für die Fahrt dieser zwei Stationen drauf gegangen! Also, dann mal endlich los! Zunächst ging es über einen Zuweg am Rand des Dorfes hinter Gewerbegebäuden direkt an der Sieg entlang.

Der Fluss kam mir hier so klein und schmächtig vor, dass ich kurz überlegen musste, ob es sich überhaupt um die Sieg oder doch einen ihrer Zuflüsse handelte. Die Sieg beschreibt hier eine enge Schleife.

Die Sieg am Natursteig Sieg
Die Sieg am Natursteig Sieg

Vor uns erhob sich der Prallhang – da mussten wir hinauf. Auf halber Höhe erreichten wir den Natursteig Sieg und den damit verbundenen Beginn dieser Etappe. Eine große Tafel mit Karte erläuterte den Weg und empfahl Wandergastgeber am Weg. Ein Baum mit Wegweisern zeigte deutlich, dass jemand die Motorsäge zunächst tiefer angesetzt hatte und den Baum absägen wollte. Oder was war wohl zuerst da? Die Wegweiser oder der angesägte Baum?

Von hier hatten wir außerdem einen schönen Ausblick zurück ins Tal nach Scheuerfeld.

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Blick zurück…
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…nach Scheuerfeld am Natursteig Sieg

 

Viele schöne Aussichten

Es war ein herrlicher Tag; einer dieser sonnigen Frühlingstage, bei dem man endlich die Jacke ausziehen und im T-Shirt wandern konnte. Mancherorts sprossen die ersten Blumen und die Bäume bekamen endlich wieder ihr grünes Kleid.

Vergnügte Doris
Vergnügte Doris

So ging es auf die Anhöhe hinauf und oben auf geschwungenem Waldweg weiter.

Ein mir bisher unbekannter Fernwanderweg gesellte sich zu uns: der Pilgerweg Schönstatt. Eine weiße Kapelle auf blauem Grund war das Wegzeichen. Irritiert war ich, als ich selbiges Schild kurz darauf linksrheinisch wieder entdeckte, ist doch Schönstatt in Vallendar rechts des Rheins beheimatet!? Erst die Recherche ergab Klarheit: es gibt 5 verschiedene Pilgerwege mit ein und demselben Ziel.

Weite Aussichten und ein grüner Wiesenhang breiteten sich zwischen zwei Waldstücken vor uns aus, so dass wir die nächstbeste Bank für eine kurze Pause besetzten. Weiter traten wir oberhalb der Ortschaft Dauersberg erneut aus dem Wald heraus. Eine Sitzgruppe lud zur Rast ein, die wir aber ausschlugen, weil wir den Steinerother Kopf als unseren Picknickplatz anvisiert hatten.

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Rastplatz am Natursteig Sieg
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Ausblick oberhalb von Dauersberg
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Blick auf Dauersberg

Parallel mit dem Druidensteig ging es nun auf eine weitere, hübsch angelegte Picknickstelle auf 400 m Höhe zu. Eine große Tafel mit einem Luftbild erklärte uns, was wir hier vor uns sehen. Bei gutem Wetter sei das Siebengebirge sichtbar, hieß es. Wir konnten es nicht erkennen.

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Wandermöbel
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Blick über den Westerwald in Richtung Westen

 

Eigenartige Wegführung durch Steineroth

Im Vorfeld hatte ich in meinem Wanderbuch aus dem Conrad Stein Verlag gelesen, dass die Wegführung im Ort Steineroth etwas komisch sei – nur um Asphalt bzw. das Gehen entlang der Hauptstraße auszusparen. Und dass man nach Überqueren der Betzdorfer Straße geradeaus in die Weiherstraße bis zum Ende gehen könne, um so ein langweiliges Stück dieser Etappe einzusparen. Aber man verpasse dann den Steinerother Kopf, die höchste Erhebung des Natursteig Siegs. Also verwarf ich diesen Vorschlag, dennoch schwirrte die Erinnerung an diese Zeilen noch in meinem Kopf, was sich später zeigen sollte.

Tatsächlich war die Wegführung in Steineroth komisch. Man hätte an der Betzdorfer Straße lediglich rechts auf dem Fußweg bis zur Kirche gehen können, stattdessen führte man uns nach links über eine Grünfläche, auf die andere Straßenseite hinüber und durch eine kleine, nicht sehr attraktive Parallelstraße, bis wir wieder die Betzdorfer Straße erreichten, an ihr entlang bis zur Kirche gingen, um die viel befahrene Straße dort an der Fußgängerampel erneut zu queren. Die einzige logische Erklärung, die sich mir für diese Wegführung bot, war, dass wir am Dorfladen vorbeikamen – der allerdings an diesem Dienstag geschlossen hatte und den man auch von der gegenüberliegenden Straßenseite sehr gut hätte erkennen können.

Kurz hinter der Kirche verließen wir den Ort wieder und stiegen mit nur noch wenigen zu bewältigenden Höhenmeter zum Steinerother Kopf (454 m) auf. Hier befanden wir uns auf der höchsten Erhebung des Natursteig Siegs. Ein weißes Kreuz und mehrere Bänke empfingen den müden Wanderer.

Doris auf dem Weg zum Steinerother Kopf
Doris auf dem Weg zum Steinerother Kopf

Zwei ältere Herrschaften waren mit ihren Motorrädern hier hinauf gekommen und nippten gerade, angenehm ins Gespräch vertieft, an ihrem Bier. Scherzhaft fragte ich, ob sie wohl auch eines für uns hätten. Die anfängliche Zurückhaltung  verflog erst 20 Minuten später, als sie sich ein weitere Flasche genehmigten und uns dann doch die letzte verbliebene anboten. Wir lehnten aber lachend ab, saßen auf der gemütlichen Wellnessbank und verspeisten unser mitgebrachtes Mittagessen und genossen die Aussicht. Die Herren, die regelmäßig hier hinaufkamen, um Müll zu sammeln, verabschiedeten sich wieder, doch wir blieben noch länger sitzen.

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Steinerother Kopf
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Gipfelkreuz
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Aussicht bis zum Siebengebirge

Den „Bergfest-Stempel“ an der Lehne der Welnessbank zum Abmalen haben wir übersehen. Nicht schlimm, wir besitzen nämlich gar kein Stempelheft.

Schön war es dort in der Sonne. In Gedanken war ich bei meinem neuen Buchprojekt über den Westerwald. Wäre der Steinrother Kopf ein geeignetes Wanderziel?

Abkürzung in Molzhain

Jede Pause hat irgendwann ihr Ende und so stiegen wir wieder hinab.

Auf einem Saumweg am Waldrand entlang bot sich uns eine fantastische Aussicht ins Tal nach Molzhain. An einer kleinen, neuen Kapelle änderten wir unseren Weg.

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Blick über Molzhain
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Moderne Kapelle

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Meine Erinnerung an diese Textpassage im Buch kam mir nämlich wieder in den Sinn, doch verwechselte ich in diesem Moment den Ort Steineroth mit Molzhain. Da es hier mächtig ins Tal zur Dickendorfer Mühle (Einkehr) abwärts ging, um dann wieder am anderen Ende von Molzhain hinauf zu führen, entschieden wir uns zu einem Alternativweg am oberen Ortsrand von Molzhain entlang (siehe gpx-Track). Eine echte Abkürzung war es nicht, lediglich 400 m sparten wir damit ein. Wer allerdings gerne einkehren möchte, sollte den Originalweg wählen.

Sanfte Höhen des Westerwalds
Sanfte Höhen des Westerwalds

 

Das war noch nicht das Ende

Wer glaubt, dass es jetzt nur noch auf Alsdorf zugehe, hat weit gefehlt. Die folgende Wegführung durch das Steinebachtal war noch einmal richtig schön. Entlang des munter springenden Bächleins ging es beständig, aber sanft bergab. Am Ende mündete der Steinebach in die Heller, die wiederum bei Betzdorf in die Sieg fließt.

Als wir die ersten Häuser von Alsdorf erreichten, mussten wir erneut über die Wegeführung schmunzeln. Der einfachste, kürzeste Weg zum Bahnhof ging über die Hauptstraße, jedoch bekamen wir schmucke Fachwerkhäuser und Gärten zu sehen, weil der Weg sich zunächst durch enge Gassen durch den Ort schlängelte.

Fachwerkhaus in Betzdorf-Alsdorf
Fachwerkhaus in Betzdorf-Alsdorf
Hübsche Gartenzier
Hübsche Gartenzier

Über ein paar Treppenstufen erreichten wir die Austraße, die recht nah an die Heller heranführte, und letztendlich wieder den Bahnhof.

Fazit

Diese Etappe war bisher in den vorhandenen Berichten oder Videos auf den Social Media Kanälen nicht besonders gut weggekommen. Im Nachhinein kann ich das nicht verstehen, waren doch stets schöne Aussichten präsent und die Waldwege sehr angenehm zu gehen. Doris und mir hat es auf jeden Fall gefallen und wir freuten uns schon auf die Fortsetzung am kommenden Tag!

 

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