Wie ich Wanderautorin wurde

Mein Weg zum eigenen Wanderbuch

Nun, wenn ich ganz am Anfang beginne, stand am Anfang meine Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung, da mich mein Beruf als Lehrerin seit einigen Jahren nicht mehr so zufrieden machte und ich oft frustriert war.

Mit den Dingen im Blick, was ich zu diesem Zeitpunkt wirklich gerne machte, nämlich reisen und wandern und mich mit der Natur, den Pflanzen und Tieren zu beschäftigen, richtete ich meinen Fokus auf mögliche neue, berufliche Aufgaben in diesem Bereich. Doch kann man als Wanderführerin sein tägliches Brot verdienen? Oder als Premiumwanderwege-Zertifizierer? Oder sollte es irgendeine Tätigkeit im Tourismusbereich sein? Wer erfindet eigentlich neue Premiumwege?

Im Großen und Ganzen war ich mit meinen Überlegungen und dem Fühler-Ausstrecken nicht so erfolgreich wie gewünscht. Viele meiner geliebten Beschäftigungen gehörten doch eher in den Hobbybereich. Hinzu kam, dass neu auftretende Fußprobleme mir einen Strich durch die Rechnung machten und ich mir nicht mehr vorstellen konnte, für andere als Wanderführerin voran zu gehen. Und so blieb ich zunächst bei meinem Beruf, nahm mir aber vor, die Work-Life-Balance stets im Blick zu behalten.

Wie ich nun dazu kam, ein Wanderbuch zu schreiben:

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Buchflyer: Retterath/Pribert – Wanderungen für die Seele, ISBN 978-3770020638

Direkter Vorlauf

In den letzten Jahren habe ich nicht nur das Wandern mehr und mehr liebgewonnen, es gefiel mir auch, mit Hilfe von Online- und Papierkarten eigene Touren zu kreieren, wie z.B. den Bonnpfad.

Bonnpfad auf dem Rodderberg
Bonnpfad auf dem Rodderberg

Genauso gerne wie draußen unterwegs zu sein, las ich Wanderblogs von anderen und schrieb seit Sommer 2017 meine Wandererlebnisse hier in meinem eigenen Blog nieder. Das Schreiben machte mir Freude und die positiven Rückmeldungen meiner Leser machten mich froh.

(c)Jutta Schöneshöfer
Auf der Stadtmauer von Bad Münstereifel, Foto: (C) Jutta S.

In einem Blogbericht von Ingrid Retterath schrieb sie im Januar oder Februar 2018 von ihrer neuen Buchveröffentlichung. Da fragte ich sie aus Interesse, wie man eigentlich zu so einem Buchprojekt komme. Spontan bot sie mir an, eines ihrer Projekte zu übernehmen. Zuerst bekam ich Muffensausen! Da ich aber grundsätzlich Spaß an der Idee hatte, ein eigenes Buch zu schreiben, traf ich mich mit ihr, um zu eruieren, was da an Arbeit auf mich zukommen würde.

Es wurde konkret

Als Ingrid mir eröffnete, dass es sich um einen neuen Band (*)Wanderungen für die Seele aus dem Droste Verlag handelte, wurde ich weich und konnte gar nicht mehr nein sagen. Das (*)erste Buch dieser Reihe vom Schlenderer gefiel mir ausnehmend gut. Doch da der Abgabetermin des Skripts schon drei Monate später war, kam es für mich in nebenberuflicher Tätigkeit nicht in Frage. Doch Ingrid war ganz pragmatisch und schlug vor, dass wir das Buch gemeinsam schreiben und sie eine Verlängerung der Abgabefrist erbitten werde. Der Droste Verlag ließ sich glücklicherweise auf diesen Vorschlag ein und so wurde dies mein erstes/ unser gemeinsames Buchprojekt!

Von Ripsdorf aus auf dem Weg zum Lampertstal
Von Ripsdorf aus ins Lampertstal

Die Tätigkeit

Ein halbes Jahr lang recherchierte ich und wanderte die Touren allein und mit Freunden ab. Wanderbegleiter waren wichtig, denn für die Fotos brauchte ich „Models“ (siehe Blogbericht: Die Fotos dürfen menscheln). Weniger attraktive Wege wurden auch mal wieder verworfen und andere bis zu dreimal abgeändert, bis sie stimmig waren. Sehr nett fand ich das „Testen“ der Einkehrmöglichkeiten. Hier war die Vorgabe, Fotos vom Innenraum des Lokal zu machen, was gar nicht so leicht war, weil ich einerseits keine fremden Menschen aus der Nähe abbilden wollte, andererseits in dem heißen Sommer 2018 immer alle Menschen draußen saßen. Etwas irritiert war ich dann, als kein einziges dieser Fotos für das Buch ausgewählt wurde.

Monika im Outdoorcafé "Stück Heimat"
Monika im Outdoorcafé „Stück Heimat“
Leckerer Heidelbeerpfannkuchen in Ripsdorf
Leckerer Heidelbeerpfannkuchen in Ripsdorf

Stolpersteine

Am Ende, kurz vor Abgabe des Skripts im September, erlebte ich noch eine Überraschung. Ich höre normalerweise nicht so häufig Radio, aber zufällig hörte ich eines Tages, dass ein Naturdenkmal die „Hexenbuche“ bei Hilberath, Anfang 2019 gefällt werden sollte, weil sie aufgrund eines Pilzbefalls ihre Äste verlor. Nun hatte ich meinen Wanderweg um Hilberath schon einmal abgeändert, um ihn an diesem wunderschönen und beeindruckenden Baum mit seiner besonderen Form vorbei zu führen. Der Schlenker war von der Wegführung her nicht unbedingt der schönste, doch laut einer mitgewanderten Freundin lohnte sich der Abstecher zur Hexenbuche sehr. Und nun sollte der Baum noch vor Erscheinen des Buches gefällt werden?

Hexenbuch bei Hilberath
Hexenbuche bei Rheinbach-Hilberath

Kurzerhand änderte ich diese Wanderung wieder ab und war somit dreimal vor Ort unterwegs. Glücklicherweise spielte der Kartograph mit, der die GPX-Tracks schon Anfang August erhalten hatte und jetzt noch einmal ändern musste.

Ein anderer durchaus erfreulicher, aber für das Buch eher ungünstiger Umstand, war die Einführung der sogenannten „Eifelschleifen“, von denen Elke Bitzer in einem Blogbericht erzählte. Viele örtliche Wanderwege im Kreis Euskirchen, die bis jetzt mit Zahlen gekennzeichnet waren, sollten ab dem Frühjahr 2019 wegfallen und dafür neue Wege mit anderen Markierungen entstehen. Ein Anruf bei der zuständigen Stelle brachte die Klarheit, dass Beschreibungen wie „Wir folgen dem Weg Nr. 10“ bei Erscheinen des Buches schon nicht mehr aktuell sein werden. Oh nein! Also wurde auch dies auf den aller-allerletzten Drücker noch geändert.

Damit alle Wanderungen exklusiv für das Buch verwendet werden konnten, habe ich hier im Blog keine veröffentlicht. Möglicherweise werde ich dies nach und nach noch tun, aber bis zur Veröffentlichung war das für mich tabu.

Segnende Christusstatue auf dem Friedensweg Alfter
Segnende Christusstatue auf dem Friedensweg bei Alfter

Nun ist das Buch seit dem 17. April 2019 auf dem Markt und ich freue mich über die positiven Rückmeldungen oder auch Fotos von Wanderungen, die jemand mit der Buchbeschreibung oder dem Gps-Track zur Wanderung gemacht hat. Bitte, immer her damit!

Zukünftiges

Anfang dieses Jahres (2019) fragte der Conrad Stein Verlag bei mir an, ob ich nicht ein Buch für die Reihe Outdoor Regional mit Rundwanderungen schreiben wolle. Auch dieser Kontakt wurde über Ingrid Retterath hergestellt, wofür ich ihr sehr dankbar bin. Denn nun schreibe und recherchiere ich über Wanderungen im Westerwald und dem Siebengebirge. Für Tipps zu Lieblingswegen habe ich stets ein offenes Ohr! Und bis zur Abgabe habe ich zum Glück noch bis Mitte 2020 Zeit 🙂

Wenn ich also demnächst hier keine Wanderungen im Westerwald mehr poste, wisst ihr ja, warum 🙂

 

Anmerkung zu Werbung:

Die mit Sternchen (*) versehenen Links sind sogenannte Affiliate-Links von Amazon. Durch Anklicken gelangt ihr auf die Seite von http://www.Amazon.de. Tätigt ihr dort irgendeinen Kauf, nachdem ihr über den Link auf diese Seite gelangt seid, werde ich mit ein paar Cent an dem Kauf beteiligt. Für euch als Käufer ändert sich der Preis nicht.

 

8 Antworten auf „Wie ich Wanderautorin wurde

    1. Vielen Dank!
      Die Buchreihe läuft gut, so dass der sonst lokal orientierte Droste Verlag aus Düsseldorf die Wandergebiete nun ausdehnt. Soviel ich weiß, gibt es bald Bände von „Wanderungen für die Seele“ auch zum Teutoburger Wald und zum Pfälzer Wald und bereits erschienen ist der Band zum Bodensee.
      Gruß
      Aurora

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  1. Hallo Aurora, ein super toller Beitrag. Zum schreiben bin ich nicht geeignet aber als Tester für Einkehrmöglichkeiten doch sehr. Ich werde in gut sieben Wochen in den Westerwald fahren und dort meinen Sommerurlaub verbringen. Wir mussten meine Oma leider ins Heim geben, jetzt steht ihre Wohnung leer. Was liegt näher als sich 3 Wochen dort einzurichten. Wir verbringen unseren Urlaub im Kreis Altenkirchen. Wenn du darüber Infos haben möchtest, dann lass ich dir gerne welche zukommen. LG Nina

    Gefällt 1 Person

  2. Wow, Glückwunsch zum Wanderführer! Das ist bestimmt ein tolles Gefühl, das eigene Buch in den Händen zu halten. Sehr interessant auch die Einblicke in die Entstehung. Die Buchreihe hört sich interessant an, leider bin ich in der Region nie unterwegs. Aber wenn doch mal, dann werde ich mir deinen Wanderführer auf jeden Fall kaufen 🙂 Liebe Grüße von Andrea

    Gefällt 2 Personen

  3. Hallo Aurora,

    du bist also unter die Schreiber gegangen. Das finde ich gut. Man freut sich bestimmt sehr, wenn SEIN Buch fertig und veröffentlicht ist. Noch viel mehr Freude wird man haben, wenn man merkt, dass es auch bei anderen Leuten ankommt und gekauft wird.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Harald

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