Einfach Eifelsteig – Eifelsteig einfach: Von Mützenich nach Höfen (3)

Eine kurze Entspannungsetappe rund um Monschau: Hecken, Fachwerkhäuser, Felsen und eine Talsperre

Meine 3. Etappe von Monschau-Mützenich nach Monschau-Höfen

10,8 km, ⇑ 260 Höhenmeter ⇓ 300 Hm

Start: Parkplatz am Friedhof der Kirche St. Bartholomäus, Ringstraße 4 in 52156 Monschau-Mützenich, Ziel: Wiesengrund 31 in 52156 Monschau-Höfen

gewandert am 31. Mai 2019, gpx-Track bei Komoot

Die offizielle Etappeneinteilung des Eifelsteigs sieht vor, dass man am Ende des zweiten Tages Monschau erreicht. Da wir oberhalb des Städtchens, in dem zu Monschau gehörenden Höhendorf Mützenich die gestrige Wanderung beendet hatten, fehlten uns noch ca. 4 Kilometer. Ab hier unterscheiden sich also meine Etappen von den offiziellen. Alles klar?

Abendgedanken: Wie weit laufen wir morgen?

Da ich abends in meinen Füße die knapp 29 Kilometer der vergangenen zwei Tage deutlich spürte, sollte die 3. Etappe eine kürzere Strecke sein. Jutta und ich waren sehr unschlüssig und überlegten hin und her: Sollen wir nur die 4 km von Mützenich bis Monschau machen und uns dann ausruhen? Dann würde es reichen, morgens mit einem Auto loszufahren. Und wenn wir doch noch weiterlaufen wollen, könnten wir doch erst in Monschau entscheiden, ob wir das Auto holen und im anvisierten Ziel abstellen? Och nö – viel zu viel Fahrerei für so ein kurzes Stück!! Außerdem musste Monschau immer großzügig umfahren werden, weil die Stadt wegen einer Großbaustelle nicht passierbar war. Zum anderen ist die danach folgende Etappe von Monschau nach Einruhr für uns viel zu lang. Wir täten gut daran, ihr schon einen Teil abzuzwacken. Letztendlich entschied ich erst am nächsten Morgen, als ich gut auftreten konnte, dass wir eine 10,8 km lange Kurzetappe laufen werden.

Aus irgendeinem Grund war ich schon früh wach. Unsere Bad- und Frühstücksroutine hatte sich am zweiten Morgen schon harmonisch eingespielt und wir waren früher als sonst auf der Piste. Die Zeit holte uns aber wieder ein, denn ich musste vor dem Wochenende noch Geld abheben und die nächste Postbankfiliale war unglücklicherweise erst in Simmerath. Wir fuhren also erst ins südlich gelegene Höfen, parkten mein Auto auf der Straße Wiesengrund (dort, wo der Eifelsteig sie kreuzt), fuhren mit Juttas Wagen weiter ins nördlich gelegene Simmerath und von dort aus zum Wanderstart an der Kirche in Mützenich. Welch eine Gurkerei! So schnürten wir erst gegen 10:30 Uhr unsere Wanderstiefel, wie schon an den beiden Vortagen.

Mützenich am Eifelsteig
Grundstückshecke mit Fenster am Eifelsteig

Wieder ein hübscher Start

Auch heute war unser Wandereinstieg direkt wieder sehr naturnah, idyllisch und einsam. Gut, erst mussten wir die Hauptstraße überqueren und durch zwei ruhige Anwohnerstraßen stiefeln, doch danach kam Natur pur.

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Typischer Eifelsteigweg in der Nordeifel

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Jutta erfreut sich am schönen Wetter
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Im Tal des Kleinen Laufenbaches

„Oh, ist das hübsch“ – rufen wir beide aus, als der Weg schmaler wurde und schließlich über zwei kleine Brücklein den Kleinen Laufenbach kreuzte.

Warum finden so viele Leute einen Weg hübsch, wenn er über Brücken geht? Ich weiß es nicht – aber so ist es!

Kleiner Laufenbach bei Mützenich
Kleiner Laufenbach bei Mützenich

Geocaching

Nebenbei suchten wir gemeinsam den ein oder anderen Geocache, denn rund um Mützenich sind recht viele sog. „Tradis“ ausgelegt. Ansonsten befinden sich entlang des Eifelsteigs nicht übermäßig viele Caches. Wir machten aber einen sog. „Multi“, den es für jede Etappe gibt und für den man an verschiedenen Wegpunkten einen Fotoausschnitt wiedererkennen und richtig zuordnen musste. Das war unterhaltsam, hielt nicht so auf, war aber manchmal ganz schön kniffelig. Hier sind zwei Dosenverstecke (ich sag aber nicht wo 🙂 )

Noch ein letztes Mal querten wir die Radwegtrasse der ehemaligen Vennbahn und folgten dann dem Bach ins Tal. Nur noch 2,3 Km bis Monschau – ein Klacks!

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Jetzt ging es stetig bergab, auf Monschau zu. Der Weg war zunächst eine grob geschotterte Piste durch den Wald, die manch einer versuchte, mit dem Rad bergab zu fahren! Doch oberhalb des Monschauer Freizeitbades wechselte der Eifelsteig auf einen Pfad, der wirklich sehr hübsch war: schmal und leicht felsig, wurzelig und an der Hangkante entlang. Die ersten Blicke auf Monschau waren zu erhaschen.

Wir erreichten Monschaus nördliche Zufahrtsstraße (Burgring), überquerten sie rechts versetzt und stiegen eine Treppe hinab und über ein Industriegelände in die Stadt hinein. In die Gegenrichtung zeigte kein Wegweiser, bemerkte ich an der ersten Treppenstufe. Just in diesem Moment kam uns ein Wanderer entgegen, der sich suchend umschaute und dem wir dann den rechten Weg weisen konnten.

Burg Monschau

Kaum hatten wir das Rurtal und den Fluss erreicht, führte uns der Weg wieder sanft bergan zur Burg, in der sich heute die Jugendherberge befindet.

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Burg Monschau
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DJH Monschau

Der Eifelsteig führte durch das äußere Burgareal hindurch: über die Brücke, die den Graben überspannte, vorbei am Stiftsgarten und über steile Treppen zwischen den trutzigen Mauern hindurch den Schlossberg hinab. Mittelalterfeeling pur!

Auf einer Bank an einem ehemaligen Weinkeller machten wir kurz Rast, bevor wir uns ins Getümmel der Altstadtgassen warfen. Es war unheimlich viel Volk unterwegs, das Eis schleckend durch die Straßen schlenderte – Brückentag nach Himmelfahrt! Da kommt man sich mit Rucksack und dicken Wanderschuhen etwas deplatziert vor.

Wir hätten auch Mittag in unserer Ferienwohnung machen können, aber befürchteten, uns dann für den Rest der Strecke nicht mehr aufraffen zu können, so dass unsere Pause sehr kurz ausfiel. Ich wandere gern, keine Frage, aber ich bin auch eine gemütliche Natur! Ich genehmigte mir auch ein Eis auf die Hand, dann schlenderten wir wie die Touris durch die Gassen bis zur Brücke über die Rur am berühmten roten Haus.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Fotos sind an den beiden Vortagen entstanden, als das Wetter noch sonniger und die Straßen leerer waren. Ich war nun schon zum zweiten oder dritten Mal in Monschau, aber irgendwie fehlte mir in diesem Städtchen die Orientierung. Jede Ecke sah für mich völlig neu und anders aus – je nachdem, aus welcher Richtung ich gerade kam.

Schöne Sicht auf Monschau

Weiter ging es über die Rur zum Markt, am oberen Mühlenberg hoch und über urige Stufen weiter hinauf zum Kierberg. Hier dachten wir kurz, falsch zu sein, weil die kleinen Treppen wie private Zuwege zu den Gärten wirkten. Oben hatten wir einen fantastischen Blick auf Monschau. Hier waren fast nur Wanderer unterwegs, kaum Touris, aber es lohnte sich definitiv!

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Blick auf Monschau
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Das rote Haus sticht heraus
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Gibt es da vielleicht Eis?

Auch eine kleine Kapelle, deren Namen ich nicht mehr weiß, befand sich ganz oben.

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Kapelle auf dem Kierberg

Die Markierung wies uns hier etwas anders als mein Track. Es ging durch den Wald am Prallhang der Rur entlang an einem kleinen Wasserfall, „Pauelse Weijerche“ genannt vorbei. Sanft senkte sich der Weg wieder hinab und wir erreichten einen der großen Parkplätze, die es rund um Monschau herum gibt. Wir mussten zum Glück aber nicht mehr ins Stadtgetümmel, sondern durften direkt hinter dem Parkplatz auf einem Pfad wieder im Grünen weiter wandern.

_DSC4009            „Pauelse Weijerche“, ein kleiner Wasserfall

es wird urig
es wird urig

Teufelsley und Engelsley

Der folgende Abschnitt war wunderschön und so ganz anders als das Terrain, das wir bisher an diesem Tag gewandert sind. Im Rückblick bin ich immer wieder erstaunt, was sich auf diesen zehn Kilometern für eine Natur- und Wegevielfalt gezeigt hat! Der folgende Abschnitt bis zur Talsperre lohnt sich auch für einen kleinen Rundweg von Monschau aus.

Oberhalb des Rurtals verlief der Weg nun im Wald. Hochaufragend standen hier Fichten, aber dennoch wirkte der Wald nicht düster. Das Gold der Eifel, der gelbe Ginster, stand gerade prachtvoll in Blüte!

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Eifelsteig südlich von Monschau
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Ginstergesäumter Eifelsteig
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Jutta im Eifelgold
Ginster
Ginster

Die Teufelsley und kurz darauf die Engelsley sind zwei herausragende Felsen, an denen der geneigte Wanderer bemerkt, wie schroff und steil es dahinter hinab geht.

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Interessante Gesteinsformen
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Engelsley

Uriger Felsenweg

Von der Engelsley an wand sich der Eifelsteig auf schmalem Pfad erst ebenerdig, dann bergab an schroffen Felsen entlang und zwischen diesen hindurch. Dazwischen wuchsen Heidelbeere, Moos und Farn. Es war ein unheimlich verwunschener Abschnitt. Hier trafen wir überraschenderweise einige, auch internationale Wanderer, was mich erstaunte, weil wir bisher nur wenige Mitwanderer gesehen hatten. Nun ja, wir liefen ja auch „anti-etappisch“.

Auch bei dieser Wanderung kamen mir – wie so oft – die letzten 4 Km des Tages lang vor – aber nicht im negativen Sinne, sondern sie kamen mir so abwechslungsreich vor, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, dass es ab Monschau insgesamt nur 5,5 km waren! Auch, dass der Weg zunehmend in die Höhe klomm, merkte ich kaum.

Perlenbachtalsperre

So unerwartet wie dieser herrliche Felsenabschnitt im Wald uns überrascht hatte, so schnell war er auch schon wieder vorbei und wir erreichten über ein sehr steiles Stück hinunter den glucksenden Perlenbach. Auf gemütlich breitem Forstweg wanderten wir an diesem entlang, passierten eine Kläranlage, überquerten eine größere Straße und erreichten die Perlenbachtalsperre. Begleitet wurde der Eifelsteig unter anderem von der Klosterroute, dem Weg des Gedenkens und vom Jahrhundertweg. An einem Wandersofa machten wir noch eine kurze Pause. Jutta entspannte sich, ich blieb lieber stehen. Ich finde diese Möbel leider sehr unbequem, weil ihre ergonomische Formung für meine kleine Körpergröße nicht passt.

Höfen, wir kommen!

Jenseits der Talsperre ging es weiter durch einen dunkleren Fichtenwald. Hier stieg der Weg ein kurzes Stück deutlich an. Dann erreichten wir wieder blühende Wiesen mit Kühen und Pferden, auf denen die für diese Gegend berühmten wilden Narzissen aber schon verblüht waren. Höfen, das auf 542 m gelegene Dorf mit den markanten Buchenhecken (Stichwort „Monschauer Heckenlandschaft“), lag nun sichtbar vor uns. Der Kaffeedurst nagte schon lange an uns. Da ich mit Doris vor einigen Jahren hier schon einmal die Narzissenroute gewandert bin, erinnerte ich mich, dass es ein hübsches Café am Parkplatz neben dem Naturparkzentrum gibt. Beschwingt überwanden wir die letzten paarhundert Meter bis zum Bistro Alte Molkerei.

Hier ließen wir uns auf der Terrasse nieder, verzehrten leckeren Kaffee und Kuchen und genossen die Wärme des Frühlings und die vereinzelten Sonnenstrahlen, die sich ab und zu durch die Wolkendecke schoben.

Erst eine Stunde später rafften wir uns wieder auf. Um zum Auto zu gelangen, folgten wir dem Eifelsteig noch ein kleines Stück weiter. Wir durchquerten quasi das Dorf.

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Monschauer Heckenlandschaft
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in Höfen

Ich hatte die Straße „Wiesengrund“ als Zielort ausgewählt, weil ich mir dachte, dass ich hier am Straßenrand kostenlos parken könne und ich die folgende Etappe möglichst weit verkürzen wollte.

Etappenfazit

Ich bin von dieser Etappe wieder restlos begeistert! Auch wenn ich mich wiederhole, gibt es nur ein Attribut, was zum Weg passt: sehr abwechslungsreich!

 

-> Fortsetzung folgt

<– zurück an den Anfang des Eifelsteigs

 

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9 Antworten auf „Einfach Eifelsteig – Eifelsteig einfach: Von Mützenich nach Höfen (3)

      1. Ich glaube was du meinst, auf der einen Seite habe ich total Lust die 5. Etappe vom Natursteig Sieg zu laufen auf der anderen Seite weiß ich nicht ob ich das körperlich schon wieder schaffe. Ich werde es auf jeden Fall versuchen, mit vielen Pausen 😉

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  1. Nein, ich meinte eigentlich die Länge des Textes.
    Aber zur 5. Etappe des Natursteigs habe ich für dich folgenden Tipp:
    Doris und ich haben die Etappe damals aufgeteilt, so wie es im Wanderführer von Müller-Scholten steht. Die Etappe ist ja wegen der Zuwege über 21 km lang. Im Kaltbachtal haben wir den Natursteig verlassen und sind zum Bf Dattenfeld gelaufen und an einem anderen Tag haben wir den zweiten Teil gemacht. Das Ziel „Herchen“ ist nämlich auch missverständlich, weil der Ort keinen Bahnhof hat und die Etappe noch 4 km bis zum außerhalb liegenden Ortsteil „Bahnhof Herchen“ weiterführt.
    Auch die 6. Etappe haben wir in Dreisel verkürzt. Wenn du Fragen hast, stehe ich gern zur Verfügung!
    Ich „male“ mal eben einen gpx-Track der beiden geteilten 5er Etappen:
    1) https://www.komoot.de/tour/98000073
    2) https://www.komoot.de/tour/98000138
    Sehr zu empfehlen ist eine Pause in Herchen im Kurparkcafé an der Sieg. Von dort aus kann man auf etwas kürzerem, weniger anstrengenden Weg zum Bahnhof kommen. Ich habe in einem dritten Track diese Variante aufgeführt. In der Kommentarspalte hab ich etwas zu den Wegen erklärt.
    3) https://www.komoot.de/tour/98003929 (Alternative)

    Viel Spaß damit!

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  2. Das ist aber süß von dir, tausend Dank! Den Bahnhof Herchen kenne ich zwar, wusste aber nicht das der so weit außerhalb liegt. Ich dachte immer das in Herchen keiner mehr leben oder wohnen möchte 😂😂😂. Das mit dem Text wirst du schon hinbekommen. Ich finde deine Berichte immer super, informativ, teilweise auch lustig… Einfach klasse 👍. Melde mich im Laufe der Woche noch mal bei Dir.

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