Einfach Eifelsteig – Eifelsteig einfach: Von Einruhr zur Urftstaumauer (5)

Entlang des Obersees – wo Wasser und Fels uns begleitet haben!

Meine 5. Etappe von Einruhr zur Urfttalsperre, Rückfahrt mit dem Schiff

8,3 Kilometer, ⇑ 230 Höhenmeter ⇓  220 Hm

Start und Ziel: kostenloser Parkstreifen an der B266, Nähe Rurbrücke, in 52152 Simmerath-Einruhr

gewandert am 02. Juni 2019, gpx-Track bei Komoot

Wegweiser Eifelsteig
Da weisste, wo’s langgeht!

Der letzte Tag unseres Kurzurlaubs auf dem Eifelsteig war angebrochen. Jutta und ich packten am Morgen all unsere Siebensachen aus der Ferienwohnung ins Auto, warfen den Schlüssel wie vereinbart in den Briefkasten und fuhren nach Einruhr. Wir hatten uns entschieden, nur eine kurze Etappe bis zur Urftseestaumauer zu laufen und mit dem Boot nach Einruhr zurückzufahren. Somit konnten wir beide unsere Autos in Einruhr stehen lassen. Im Anschluss wollten wir die Burg Vogelsang und die dortige Dokumentationsstätte besuchen und danach heim fahren.

Bergauf zum Warmwerden

Gleich zu Beginn ging es deutlich den Berg hinauf. Gleichzeitig mit uns schnaufte ein betagtes Wanderehepaar, welches sich heute einen Rundweg am Kermeter vorgenommen hatte, bergauf. Die beiden waren noch super fit – Hut ab!

Blick auf Einruhr
Blick vom Eifelsteig aus auf Einruhr

Ein Blick zurück lohnte sich, denn der Rurstausee (hier der Teil des Stausees, der Obersee genannt wird) lag idyllisch unter uns. Ein gemütliches Plätzchen hatte sich Herbert an „Herberts Eck“ eingerichtet. (Leider sind meine Fotos von dort verschütt gegangen).

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Schnell an Höhe gewonnen
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Kurzes Päuschen, (c) Jutta S.

Danach führte uns der Eifelsteig in den Wald hinein und der Blick auf den See ging uns verloren. Den ersten Kilometer ging es stetig um ca. 100 Hm bergauf bis wir auf 391m die Bergkuppe erreicht hatten und nun wieder bergab schlendern durften.

Schöne, schattige Waldwege auf dem Eifelsteig
Schöne, schattige Waldwege auf dem Eifelsteig

Heute brannte die Sonne recht gut. Das merkten wir deutlich, als wir aus dem Wald heraustraten und durch eine hohe Wiese ans Ufer des Obersees liefen. Heute war Sonntag und viele Ausflügler unterwegs. An der kleinen Anlegestelle Jägersweiler suchten wir vergeblich einen Cache. Im Wasser, angekettet, wäre er gewesen…!

 

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Am Wasser herrscht stets eine schöne Stimmung

Im Nationalpark

Nun folgten wir dem Uferweg, der mal ganz nah am Ufer entlang führte, dann meistens flankiert von hohen Felsen, aber auch mal mit etwas Abstand durch die Wiesen führte. Bald betraten wir den Nationalpark Eifel. Als er 2004 errichtet wurde, war es der erste Nationalpark in NRW. Weil wir uns gleichzeitig auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände befanden, durften wir die Wege nicht verlassen. Wollten wir auch nicht. Nur einmal ging ich etwas näher an den gelben Ginster heran, der so sehr mein Herz entzückte!

 

 

Lieblingsginster
Lieblingsginster
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Schattiger Uferpfad
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interessante Felswände

Doch waren es wieder die berühmten letzten 4 Kilometer – die zogen sich! Die Landschaft war wunderschön, doch wenn das Auge wenig Abwechslung hat, kann auch dies eintönig wirken. So kam es mir zumindest vor.

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Schön, aber wenig abwechslungsreich.
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Da kommt ein Boot!

Meine Beine waren schwer und ich schleppte mich ein wenig dahin. Ich war – bis auf die ersten 2 Km heute morgen – diesen Abschnitt schon einmal mit Doris gelaufen. Damals fand ich ihn sehr schön und kann mich nicht daran erinnern, dass sich der Weg so gezogen hat. Es kann aber auch daran gelegen haben, dass heute der letzte Wandertag war und ich mit einer anderen inneren Haltung herangegangen bin? Schreibt mir doch mal in die Kommentare, ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt.

Kurz vor der Staumauer, die den Urftstausee vom Obersee trennt, mussten wir noch die Eiger-Nordwand erklimmen. Naja, nicht ganz, es war nur ein kurzes, aber ziemlich steiles Stück 🙂

Urftstauseemauer

Am Ziel: der Urftstausee

In beeindruckender Stille lag der Urftstausee vor uns. Das Wasser war so blau!! Eine ganze Weile hielten wir uns auf der Staumauer auf, schauten einfach und fotografierten. Einmal liefen wir bis ans andere Ende und erklommen das gemauerte Rund der Aussichtsplattform. Im Ausflugslokal genehmigten wir uns danach einen Snack und warteten auf die Ankunft des ersten Ausflugsschiffes aus Einruhr.

 

Lautlos glitt das Elektroboot über den See. Nur das Rauschen der Wellen, die der Bug des Schiffes teilte, war zu hören – und natürlich das Gequassel der vielen Menschen, die wie wir den Ausflug auf dem Schiff genießen wollten. Gut 90 Minuten später legten wir wieder in Einruhr an.

Burg Vogelsang in der Ferne auf dem Berg
Burg Vogelsang in der Ferne auf dem Berg

Ausflug nach Vogelsang

Die Fahrt zur Dokumentationsstätte Vogelsang war nur kurz. Das Tagesparkticket war gleichzeitig der Eintritt. Aber nur für das Gelände. Das ist tatsächlich verwirrend, denn wer zu Fuß kommt, muss gar keinen Eintritt für das Gelände bezahlen. Ich hatte den Hinweis im Flyer fälschlicherweise so verstanden, dass wir mit dem Parkticket auch in die Ausstellung kämen. Leider nicht. Wir schlenderten über das Gelände und schauten uns die Gebäude an und bewunderten den schönen Ausblick auf die Talsperre. Dann kamen wir zum Nationalparkzentrum.

 

Mittlerweile war es 17:15 h und das Museum schloss um 18 h. Für die Dreiviertelstunde war uns der Eintrittspreis von 8 € für die NS-Dokumentationsstätte oder die Wildnis-Ausstellung des Nationalparks zu teuer (12 € kostet der Eintritt für beides) und so stöberten wir nur noch durch den großen Museumsshop und wollten ein anderes Mal mit mehr Zeit wiederkommen.

Fazit

Fünf wunderschöne und erlebnisreiche Tage lagen hinter uns mit vielfältigen Eindrücken von einem wirklich schönen Wanderweg. Der Eifelsteig hatte mich gepackt und ich freute mich schon auf die Fortsetzung in zweieinhalb Wochen. In Gedanken plante ich damals schon die nächsten Etappen 🙂

Wer von euch ist den Eifelsteig schon einmal gelaufen? Ich freue mich über eure Rückmeldungen!

–> Fortsetzung hier

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7 Antworten auf „Einfach Eifelsteig – Eifelsteig einfach: Von Einruhr zur Urftstaumauer (5)

  1. Oh ja, der letzte Anstieg vor der Staumauer war damals mein persönlicher Endgegner…

    Die letzten 4-5 Kilometer sind immer die schlimmsten, egal wie weit man schon gegangen ist. Vielleicht, weil man in Gedanken schon Schuhe ausgezogen, Füße hochgelegt und einen Kaffee vor einem stehen hat? Besonders fällt mir das auf, wenn ich eine Strecke zum wiederholten Mal laufe und mir im Kopf schon den Rest der Strecke parat lege…

    Traumhaftes Wetter hattet ihr!

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich liebe den Ginster, er erinnert mich an die britischen Inseln!
    Bei uns ist es mit den letzten Kilometern immer genau umgekehrt: Eine letzte gemütliche Teepause, mit dem Wissen, nur noch drei bis vier Kilometer laufen zu müssen. Das sanfte Nachmittagslicht genießen und hoffen, dass der Einmarsch in den Ort nicht zu hässlich ist! 😁

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  3. Mir fällt gerade unser unterschiedliches Vokabular auf: ich benutzte heute oft das Wort „schlendern“ fürs Wandern, wobei ihr den Einmarsch plant (lach, Scherz) 🙂
    Vielen Dank für eure Rückmeldung. Vielleicht ist das der Trick, eine Pause vor den letzten 4 Kilometern einzulegen?

    Gefällt 1 Person

    1. 😄
      Ist mir so noch gar nicht bewusst gewesen, aber Du hast recht! Liegt vielleicht daran, dass wenn ich wandere, ich eigentlich immer recht zügig unterwegs bin und dafür lieber eine Pause mehr mache. Von „nicht kompatiblen“ Wandergenossen durfte ich mir schon Sprüche anhören wie „Hast Du’s eilig?“ oder „Warum rennst Du eigentlich so?“. Wobei ich durchaus auch Leute kenne, die noch deutlich schneller als ich unterwegs sind…

      Spazieren gehen, schlendern oder bummeln kommt bei mir natürlich auch vor, aber eher, wenn ich ziellos unterwegs bin. Würde ich jedenfalls jetzt mal so aus dem Bauch heraus sagen… 🤔

      Liken

  4. Liebe Aurora, mir bzw uns geht es auch oft so. Ich werde dann immer schneller weil ich so schnell wie möglich „die Schuhe ausziehen will“ und mein Mann wird immer langsamer und motzt manchmal auch 😂. Manchmal bin ich aber auch traurig das es schon wieder vorbei ist, oder ich mit einer anderen Vorstellung die Strecke angetreten habe. Viele Liebe Grüße Nina

    Gefällt 1 Person

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