Einfach Eifelsteig – Eifelsteig einfach: von Gemünd nach Steinfelderheistert (7)

Wunderschöne Aussichten, eine Eisenbahn, die einen Marktplatz überquert, ein Stuhl aus zwei Teilen und lange Strecken nur Gegend!

Meine 7. Etappe von Gemünd nach Steinfelderheistert

15,6 Kilometer, ⇑ 460 Höhenmeter  ⇓ 270 Hm

Start: Eifel-Ardennen-Platz, Aachener Str. 17 in 53937 Schleiden-Gemünd – Ziel: Pappelweg 1  (Parken gegenüber am Straßenrand), 53925 Kall-Steinfelderheistert

gewandert am 21. Juni 2019 – mein GPX-Track bei Komoot

Wir wanderten heute die offizielle 5. Etappe des Eifelsteigs, die von Gemünd bis Kloster Steinfeld verläuft und 17,5 km Länge hat. Dass wir das schaffen könnten, haben wir ja schon erfahren, doch muss ich bei meiner Etappenplanung immer einberechnen, dass mein Fuß mitunter mit mehr als 15 km nicht einverstanden sein könnte und dann am nächsten Tag sehr schmerzen könnte. Auch spielt die Planung der nachfolgenden Etappe mit hinein, die ich mit 23,5 km auf jeden Fall sinnvoll unterteilen möchte, so dass in der heutigen Planung „nur“ 15,6 Kilometer rausgekommen sind.

Wir stellten ein Auto im Pappelweg neben einer Pferdekoppel ab und fuhren mit dem zweiten Auto weiter nach Gemünd, wo wir auf dem uns schon bekannten Eifel-Ardennen-Parkplatz an diesem schönen, sonnigen Freitagmorgen nur noch schwer einen freien Parkplatz fanden. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, ob wir ein Parkticket für den Tag lösen mussten? Ich meine, nicht.

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Die Hauptwanderwege des Eifelvereins sind oft unsere Begleiter

 

Von Gemünd nach Olef

Vom Parkplatz aus überquerten Jutta und ich die Bundesstraße und schauten uns erst einmal das Gelände der Kirche an – auf der Suche nach einem Geocache 🙂 . Hinter der Kirche verlief der Eifelsteig durch zwei Gässchen und verschwand danach im Grünen. Der Pfad machte sofort richtig Laune, denn er führte am Hang entlang, vorbei an einem hübschen Aussichtspavillon und hinauf auf die Höhe. Im Tal, dem wir folgten, floss die Olef, ein Zufluss der Urft, der mitten in Gemünd in einem kleinen Stausee endet.

Kurz hinter Gemünd
Kurz hinter Gemünd
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Jutta an einem Wanderpavillon ohne Aussicht

Wunderschön wand sich der Waldweg (Kanzelweg) sanft den Berg hinauf. Oben auf der Höhe wurde es felsig, knorrige kleine Eichenwälder bildeten hier den Hauptbewuchs.

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Schön schattig war es im Wald
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Oberhalb der Kuckucksley

Wir erreichten die Kuckucksley, von wo wir einen sehr schönen Blick hinunter nach Olef hatten:

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Ausblick von der Kuckucksley
Olef
Olef

Der erste Abschnitt bis hierhin war richtig toll!

Von der Kuckucksley machten wir uns vorsichtigen Fußes auf den steinig-felsigen Abstieg hinab ins Tal der Olef (oder heißt es ‚Tal des Olefs‘?). Einen hübschen Ausblick gab es auch hier noch.

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In der Nähe der Bundesstraße angekommen, führte der Eifelsteig aber nicht direkt über den Fluss und in den Ort hinein, sondern erst einmal wieder in einer Schleife ins Hinterland hinein. Vermutlich wurde ein Industriegebiet umgangen. Von diesem Abschnitt gibt es nur ein Foto eines toten Feuersalamanders, welches ich aber hier nicht präsentieren möchte.

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Kirche von Olef

Bald durften wir aber doch nach Olef eintreten. Der spitze Kirchturm grüßte schon von weitem. Ein hübsches Brückchen führte über die Olef.

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flussabwärts
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flussaufwärts

Pittoresk reihten sich mehrere Fachwerkhäuser aneinander, die dem Ortsbild ein sehr hübsches Aussehen verleihen. Ein Besuch der mittelalterlichen Kirche St. Johann Baptist lohnte sich.

Besonders neugierig war ich auf den Marktplatz von Olef, denn dort sollte ein besonderes Kunstobjekt stehen, ein Stuhl aus zwei Teilen, den man nur aus einem ganz bestimmten Blickwinkel heraus als Stuhl erkennt. Wenn man zu dritt ist, kann man lustige Experimente damit machen, darüber klärt eine Infotafel auf.

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Jutta schaut durch die Röhre auf die „Stuhlbeine“. Ich stehe auf der „Sitzfläche“ des Stuhls

Und so sieht es aus, wenn man durch das Rohr schaut:

Stünde jetzt noch eine dritte Person neben dem vorderen „Stuhlbein-Teil“, sähe es so aus, als wäre diese Person sehr viel größer. Das ist vor allem mit einem Kind und einem Erwachsenen ein schönes Spielchen.

Doch noch eine Besonderheit zeigt sich in Olef, denn dort auf dem Markplatz mit dem merkwürdigen Stuhl verlaufen Schienen quer durch den Ort. Hier fährt tatsächlich von Mai bis Oktober an jedem Sonntag die Olefbahn direkt durch den Ort!

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Die Normalspurbahn durch Olef

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Von Olef bis Golbach

Nach diesem vergnüglich-netten Aufenthalt in Olef wollten wir nun etwas Strecke machen, denn noch 10 Kilometer und die meisten Höhenmeter des Tages lagen schließlich noch vor uns. Es ging durch das idyllische, sonnige Selbachtal…..

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Die Heckenrose wird von Bienen besucht

… um dann auf einem längeren, breiten Weg den Berg hinaufzuführen.

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Vor dem Anstieg

Oben angekommen erwarteten uns wieder breite, dafür nun sehr gerade Wege, die dadurch – wer kennt es nicht?  etwas dröge waren: „Drögelwege“. Einzig interessant waren die zwei Informationsstationen des Pingenwanderwegs, heute eine der neuen Eifelspuren.

Schon länger wünschten wir uns eine Bank herbei und als wir dachten, dass jetzt wirklich mal eine kommen könnte, übersahen wir diese fast, weil sie unter den tiefhängenden Ästen einer Hainbuche auf dem erhöhten, wurzeligen Wegesrand stand. Hier verbrachten wir unsere Mittagspause.

An den danach folgenden Abstieg nach Golbach habe ich, ehrlich gesagt, keine Erinnerung mehr. Ich habe wohl doch zu lange mit meinem Bericht gewartet. Naja, es gibt zurzeit eben andere Prioritäten und ich arbeite auch wieder in Vollzeit.

Ich fülle die Erinnerungslücke mal mit hübschen Blumenfotos 🙂

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Felder oberhalb von Golbach

sdr

In Golbach streifte der Eifelsteig die „Golbacher Oase“, ein einfaches, nicht besonders einladendes Café, aus dem es nach altem Frittenfett roch, auf dessen Terrasse wir es uns aber bei einem Heißgetränk gemütlich machten.

Von Golbach bis Steinfelderheistert

Die letzten 4,5 Kilometer lagen nun vor uns. Und sie bestanden laut Höhenprofil in einem einzigen Aufstieg. Im Nachklang muss ich sagen, dass ich das nicht so empfunden habe. Ich kann mich viel eher an einen langen, flachen Weg entlang eines Baches erinnern und dass erst kurz vor dem Ziel ein kurzer Anstieg bevorstand.

Der Eifelsteig führte mitten durch das beschauliche Örtchen hindurch, welches an diesem Freitagnachmittag wie ausgestorben da lag.

An einem Hof erwartete uns neben einer leuchtend blauen bepflanzten Toilette eine unvorhergesehene Erfrischung! Ich entdeckte ein Vogelhäuschen am Wegesrand mit der Aufschrift „Erfrischung nötig?“ und einem darunter stehenden Eimer mit Wasserflaschen.

Ich ermunterte Jutta, die Klappe am Häuschen zu öffnen. Doch oh Schreck! Ein Schwall kalten Wassers ergoss sich direkt auf die davor stehende Person – also auf Jutta! Jutta nahm es mit Fassung und Humor: „Ach, das trocknet wieder!“ Ich erholte mich nur langsam von meinem Schreck, hatte aber ein schlechtes Gewissen, sie noch ermuntert zu haben, das Häuschen zu öffnen. Doch ihr Lachen steckte an und so musste ich unbedingt noch ein Erinnerungsfoto schießen, wie sie die „Wasserfalle“ wieder neu präparierte, so wie es sich der Besitzer wünschte.

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Die Wasserfalle

Schnell waren wir aus dem Ort wieder heraus und in idyllischer Natur unterwegs. Nach einem Geocache suchte ich sehr lange, das weiß ich noch. Da überholte uns ein junges Pärchen.

Ein süßes kleines, braunes Vögelchen war gar zutraulich und hüpfte stets vor uns auf dem Weg entlang. Mir sagte diese Sorte gar nichts, aber es erinnerte mich mit seiner Suche nach Nähe, der Schnabelform und dem Hüpfen an eine Rotkehlchen. Jemand bei Instagram bestätigte mir später, es würde sich um einen Rotkehlchen-Jungvogel handeln.

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Gemütlich liefen Jutta und ich weiter an dem Bach entlang. Die nachmittägliche Wärme war schön, aber schon fast zu heiß.

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Naturgewalten

Als ich nach einem Geocache schaute, lief ein junges Paar mit großem Tourenrucksack an uns vorbei. Normalerweile hätte ich mir das nicht gemerkt, wenn wir die beiden nicht 1 Km weiter auf einer Bank rasten gesehen und sie uns kurz darauf schon wieder überholt hätten.

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Jutta und vorne das Pärchen

Was lag also nähe als den beiden einfach hinterher zu laufen, als der Weg sich vom Wald verabschiedete und in die offenen Felder wechselte. Hier brannte die Sonne. Die beiden jungen Leute waren unseren Blicken schnell entschwunden, bis….

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Wiesenidylle

…bis wir sie oben auf einer Berganhöhe wiedertrafen und sie dort ratlos in ihr Handy starrten. Wir waren alle vier vom Weg abgekommen! Zum Glück hatte ich meinen Track parat, den ich auch offline nutzen konnte und sah, dass wir unten im Tal, an genau der Stelle, die ich auf dem Foto festgehalten hatte, hätten links abbiegen müssen. Wir berieten uns gemeinsam.

Die beiden entschieden, bis zum Abzweig zurückzulaufen. Jutta und ich nahmen den kürzeren Weg geradeaus weiter bis zur Landstraße, kurz an dieser entlang und dann rechts gehalten waren wir wieder auf dem Eifelsteig.

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Felder bei Steinfelderheistert am Eifelsteig

Nur noch ein kurzer Anstieg, dann lag eine herrliche Pracht vor uns. Kurz zuvor war ich noch etwas müde gewesen, aber der Blick über diese satten grünen Wiesen baute mich wieder richtig auf. Vor uns leuchtete ein rotes Mohnblumenfeld auf und auch das Kloster Steinfeld schickte aus der Ferne schon einmal seine Kirchturmspitzen über die Wipfel grüßend zu uns herüber.

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wunderschönes Mohnfeld

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Kloster Steinfeld in der Ferne

Am Ortsrand von Steinfelderheistert, wo unser Auto auf uns wartete, hatte man eine Rundbank um einen Baum gebaut. Hier ließen wir uns im Schatten nieder und aßen unsere letzten Proviant und genossen einfach den Tag. Diese Etappe war geschafft! Das junge Paar stiefelte grüßend vorbei. Wir sollten beide morgen noch einmal wiedersehen.

Das war wieder mal eine richtig schöne und sehr abwechslungsreiche Etappe. Wie schön, dass es am nächsten Tag schon weiterging!

Besichtigung des Klosters Steinfeld

So schön ausgeruht, überlegten wir uns spontan, das Kloster Steinfeld jetzt zu besichtigen und nicht erst morgen während der Wanderung. Eine gute Entscheidung, denn so hatten wir das Gefühl, mehr Zeit zu haben.

Ich packe die Fotos der Besichtigung in eine Diashow, dann können sie sich Interessierte anschauen, und alle anderen müssen nicht so viel scrollen 🙂 Ich kann das Klosters nur jedem empfehlen!

Das Eingangsportal
Das Eingangsportal

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Unser zweites Auto musste ja noch in Gemünd abgeholt werden. Diese Fahrt verbanden wir mit einem Abendessen dort und ließen so entspannt den Tag ausklingen.

schöne Spiegelung in den Abendstunden
Spiegelung im Stauwehr in Gemünd

–> Fortsetzung folgt

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