Einfach Eifelsteig – Eifelsteig einfach: von Nettersheim nach Blankenheim (9)

Zweites Urlaubsfinale. Römische Reste und Orchideen gesichtet! Und ein Entspannungskaffee in Blankenheim.

Meine 9. Etappe auf dem Eifelsteig von Nettersheim nach Blankenheim

14,9 Kilometer, ⇑ 210 Höhenmeter ⇓ 190 Hm

Start: Zutendaal-Platz (gebührenpflichtiger Parkplatz am Bahnhof), Ziel: Parkplatz am Schwanenweiher (gebührenpflichtig), Kölner Str. (B 258) Ecke Klosterstraße in

gewandert am 23. Juni 2019 – mein GPX-Track bei Komoot

Nun war „mal wieder“ der letzte Tag unserer kleinen Wander-Auszeit angebrochen. Heute sollte es noch bis Blankenheim gehen und dann wieder nach Hause. Das lange Wochenende war vorbei. Da nur sehr wenige, kaum merkliche Höhenmeter anstanden, hätten wir uns auch vorstellen können, mehr Kilometer zu laufen, doch gefiel es uns letztlich auch, am frühen Nachmittag schon da zu sein und bei Sonnenschein in Blankenheim gemütlich im Café noch ein Heißgetränk zu genießen.

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Naturzentrum Nettersheim

Auf römischen Spuren

Der Start in Nettersheim war schon sehr interessant. Zuerst enterten Jutta und ich das Naturzentrum und stöberten durch die „Devotionalienabteilung“ für Wanderer und Naturverliebte (aka Souveniershop 🙂 ). Ein Teil der alten römischen Wasserleitung war auf der Grünfläche davor zu bewundern.

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Teil der römischen Wasserleitung
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junge Urft

Wir folgten der noch jungen, schmalen Urft nach Süden aus dem Ort hinaus. Ein großer ehemaliger Kalkbrennofen bot hier sogar die Gelegenheit, hindurch zu gehen.

Die Wege selbst waren heute nichts besonderes: meistens breite Wanderwege. Die erste kleine Pause legten wir am beschaulichen Römerweiher ein, wo wir einen Fischreiher aufschreckten. Es gibt eine Reihe von markierten Wanderwegen rund um Nettersheim. Auch für einen Tagesausflug ist Nettersheim immer eine Reise wert.

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Römerweiher

Auf dem ersten Abschnitt der heutigen Eifelsteigetappe gab es viel zu sehen, vor allem römische Spuren. Der Eifelsteig führte zwar nicht zum Matronenheiligtum Görresburg, doch interessierte mich die Anlage, so dass wir den Abstecher dorthin machten. Der Abstecher ist in den oben angezeigten Gpx-Track integriert.

Das Heiligtum lag an der Agrippastraße und gehörte zu einer römischen Siedlung aus dem Jahre 70 n.Chr. Am bekanntesten sind die Weihesteine mit Frauenfiguren, die um Schutz verehrt und oft mit Opfergaben in Form von Obst und Ernteerträgen gehuldigt wurden.

Matronenheiligtum Görresburg 2

Matronenheiligtum Görresburg
Görresburg
Matronenheiligtum Görresburg
Matronenheiligtum Görresburg

Bei schönstem Wetter genossen wir auf der kleinen Anhöhe den schönen Blick über die Landschaft. Dass diese Gegend einmal Meeresboden war und von Wasser überflutet gewesen ist, kann man sich kaum bildlich vorstellen. Doch handfeste Beweise findet man gerade hier in Nettersheim auf Schritt und Tritt. So stach mir nur einige Meter weiter eine versteinerte Koralle ins Auge.

Versteinerte Koralle
Versteinerte Koralle oder Seeigel

Ich war einmal mit meiner Schulklasse zu einer geologischen Exkursion in Nettersheim gewesen. Da lagen die Fossilien zu Hauf‘ auf dem Acker 🙂

Im schönsten Sonnenschein und begleitet von zirpenden Grillen stiegen wir wieder zum Eifelsteig hinab ins Tal und sahen uns gleich den nächsten Ruinen gegenüber.

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Eisenverhüttung Marcomagus

 

Durch die Felder bis Blankenheim

Nun folgte ein längeres, oft schattenloses Stück durch die Felder oder oberhalb des Urfttales entlang, an dem auch die Bahn fuhr. Nur ein kurzer Abschnitt führte uns auf urigem Pfad durch den Wald, bis wir wieder Felder vor uns hatten.

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Die Sonntagsspaziergänger, die in und um Nettersheim noch zahlreich unterwegs gewesen waren, verloren sich nach und nach. Der Weg war flach. Total flach. Wir kamen ins Schlendern, ins Latschen – und das machte es irgendwie doch anstrengend.

An einem kleinen Weiher im Wald steuerten wir auf eine Picknickgruppe zu, die aber leider schon besetzt war.

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„An der nächsten freien Bank ist Pause“, rief Jutta und wir liefen gleich wieder ein paar Schritte schneller. Der Eifelsteig stieg im Wald eine sanfte Anhöhe hinauf und mündete wieder auf baumlosen Wegen, die sich schnurgerade durch sommerliche Äcker und Wiesen dahinzogen. Doch, der Weg war schön!

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Die nächste Bank war unsere. Zwar etwas morsch, aber für eine Pause völlig passend.

_DSC4939Jutta breitete ihr Regencape auf dem Boden aus, machte sich auf dem weichen, frisch gemähten Gras lang und machte ein Nickerchen, während ich auf der Bank saß und das mitgebrachte Picknick verspeiste. Wenn Leute vorbei kamen, schauten die mich alle sehr eindringlich an, bevor sie abbogen und weitergingen. Erst beim Aufstehen registrierte ich, dass ich direkt vor dem Wegweiser gesessen hatte und nicht ich das Ziel ihrer suchenden Blicke gewesen war. 🙂

Endlich Orchideen

Nun war Blankenheim nicht mehr weit.

umsichtige Baumpfleger
umsichtige Baumpfleger

Eine weitere, schnurgerade Drögelstrecke durch den Wald und über die Bundesstraße mussten wir noch ertragen, wurden aber endlich mit blühenden Orchideen am Wegesrand belohnt.

Dann änderte sich endlich die Gegend und das Auge bekam zur Abwechslung auch einmal wieder etwas Neues zu sehen: Im hohen Buchenwald oberhalb von Blankenheim gab es mehrere Aufschlüsse mit Zugängen zum sogenannten Tiergartentunnel, der Wasserversorgung der Burg. Die Eingänge waren verschlossen, mancherorts konnte man aber gut hineinschauen.

 

In Blankenheim, an der Ahrquelle

Und nun betraten wir wieder städtisches Gebiet. Der Eifelsteig kommt vom Berg oben, vorbei an der Burg bzw. dem durch Umbauten entstandenen Grafenschloss, in dem heute eine Jugendherberge untergebracht ist, und führt hinab in den Ort zur Quelle der Ahr.

Wir schauten erst von der Burgterrasse aus hinab auf den Ort, um dann durch idyllische Gässchen hindurch hinabzusteigen.

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Dann erreichten wir die Ahrquelle, die ich ja auf meiner Wanderung auf dem Ahrsteig im Herbst 2018 schon einmal besucht hatte.

Wir genossen die warmen Strahlen der Nachmittagssonne bei Kaffee und Kuchen (mit Eis) und mit diesem wunderschönen Blick:

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Nach der Kaffeepause besuchte ich noch die Kneippanlage, die im gemauerten Ahrwasserlauf eingebaut worden ist. Da diese jedoch direkt neben einer stark bevölkerten Eisdiele ist und mehrere Kinder im Wasser spielten habe ich kein Foto gemacht.

Bis zum Auto auf dem Parkplatz am Schwanenweiher waren es nur noch ein paar Schritte. Nun musste nur noch das andere Auto in Nettersheim geholt werden und dann ging es für uns beide wieder zurück nach Hause.

Zwischenfazit:

Der Eifelsteig ist und bleibt ein sehr schöner Wanderweg, auf dem es viel Kulturelles zu sehen gibt. Ich freue mich auf die kommenden Etappen – wer weiß, wann?

-> Fortsetzung folgt (Vorschau: im November 2019 sind wir zu dritt drei weitere Etappen gelaufen)

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2 Antworten auf „Einfach Eifelsteig – Eifelsteig einfach: von Nettersheim nach Blankenheim (9)

  1. Endlich, endlich komme ich mal zum lesen. Wie bekannt mir Teile dieser Etappe sind. Meine endete damals ja in Nettersheim und ab April geht es für mich weiter. Wie schön, dass Du Orchideen sehen duftest, auch das ein Vorteil der sommerlichen Wanderzeit. Ich freue mich, dass Du die Zeit auf diesem Fernwanderweg genießen kannst. Liebe Grüße, auch an Jutta
    Elke

    Liken

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