Moselsteig – Etappe 19: habe fertig!

Unterwegs auf dem Moselsteig zwischen Pommern, Klotten und Cochem, Etappe 19

mit Zuwegen 14,6 und 11,3 km

gewandert am 30.3. und 1.4.2018

Bei unserem diesjährigen Oster-Kurzurlaub an der Mosel quartierten Doris und ich uns in Cochem-Sehl ein. Im „Haus Erholung“ fanden wir, was der Name versprach. Doch bevor wir am Karfreitag in unser Zimmer eincheckten, wollten wir die Etappe 19 wandern. Im letzten Jahr hatten wir schon ein kleines Stück von Pommern nach Treis-Karden gemacht, es fehlten uns also noch rund 19 km dieser Königsetappe. Beide waren wir vorher krank gewesen und nicht so trainiert, so dass wir ausmachten, in umgekehrter Laufrichtung in Pommern zu starten und zu schauen, wie weit wir kämen. In Klotten gab es nämlich einen Bahnhof und der Moselsteig führte geradewegs daran vorbei. Und so ergab es sich, dass uns am ersten Wandertag der Abschnitt bis Klotten genügte und wir dafür am Ostersonntag die restlichen 6,7 km in Angriff nahmen. Da beide Teile jeweils einen starken Auf- und Abstieg beinhalteten und wir zwischen Hotel und Bahnhof weitere 3,5 km zurücklegten, reichte das für den etwas verregneten Feiertag.

1. Teil Karfreitag

Nun aber zurück zum Karfreitag, der uns freundlich begrüßte, was die Vorfreude auf die bevorstehenden Wandertage noch verstärkte. In Pommern folgten wir dem erstbesten Moselsteig-Wegweiser, verloren dann aber die Spur des Wegs. Ein freundlicher Anwohner wies uns die Richtung, was sich zwar als Fahrstraße Richtung Klotten herausstellte, nicht aber der gewünschte Wanderweg war. Kein Problem, wir sind ja des Lesens einer Wanderkarte mächtig (die wir allerdings erst einen Tag später erstanden haben – hier war es das Wandernavi 🙂 ). Wir folgten nur ein ganz kurzes Stück der kurvenreichen Straße, die sich zwischen Weinbergen den steilen Hang hinaufschob und erreichten eine Kreuzung mit dem Moselsteig. Nun liefen wir beschwingt in leichtem Auf und Ab auf unserem Wanderweg unterhalb der riesigen, weißen Sonnenuhr von Pommern hindurch, linkerhand den Blick auf die Mosel gerichtet.

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Da noch kein Grün an den Bäumen war, suchten meine Augen jede noch so kleine Farbigkeit am Wegesrand: die ersten Schmetterlinge, Buschwindröschen oder leuchtend gelbe Flechten.

Kurz überlegte ich, dass ich dieses Beige-Braun nun wohl immer mit dem Moselsteig in Verbindung bringen werde, wenn wir ihn jedes Jahr um Ostern herum wandern werden. Zum Glück ist das Osterfest nicht fix. Letztes Jahr war die Natur nämlich weiter gewesen, doch die Weinberge werden wohl immer nur braun in Erinnerung bleiben.

Schon bald sollten wir den Blick auf die Mosel für ein längeres Stück vermissen, Continue reading „Moselsteig – Etappe 19: habe fertig!“

Rheinsteig – Stempeljagd

Ihr Lieben, hier ist der Beweis, dass ich mein Stempelheft vom Rheinsteig noch voll bekommen habe:

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Nach den ersten beiden Etappen hatte ich in Linz im Rathaus dieses Stempelheft gefunden. Auch eine Übersichtskarte des Rheinsteigs bekam ich dort, die ich mir an die Wohnzimmertür klebte und jedes neu gewanderte Teilstück gelb markierte.

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Das war sehr motivierend für mich. Continue reading „Rheinsteig – Stempeljagd“

Circum Bonnum – Bonnpfad (3)

Unterwegs auf meinem Bonnpfad von der Mondorfer Fähre in Niederkassel bis Bonn-Kohlkaul, wo ich vor einer Woche gestartet bin.

11,4 km, praktisch keine Höhenmeter (43 Hm)

gewandert am 03.03.2018

GPS-Tracks: Etappe 1 und Etappe 2

 

Tada! Der Märzwinter, da isser! Ich hatte da so was im Gefühl …. Wollte ich nicht am Samstag meinen Bonnpfad in Rüngsdorf weiter verfolgen?

Über Nacht hat es wieder geschneit. Am Vorabend sah ich es schon leise rieseln. Das bedeutet am nächsten Morgen erst einmal Schneeschippen. Bei der Kälte und dem eisigen Untergrund zieht mich zunächst doch nichts nach draußen. Zu Mittag stiehlt sich dann plötzlich ein Sonnenstrahl durch die trüben Wolken und ich überlege mir spontan, doch noch loszuziehen. Aber ich suche mir eine flache Gegend aus und will die rechtsrheinische Seite des Bonnpfads von der Mondorfer Fähre zurück nach Bonn-Kohlkaul vervollständigen. Schon 15 Minuten später sitze ich im Bus.

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An der Mondorfer Fähre

Es war eine eisige Wanderung heute. Der erste Teil entlang des Rheins und der Sieg auch sehr hübsch, aber der weitere Wegverlauf über den Siegdamm Richtung Sankt Augustin-Meindorf oder durch die Felder nach Sankt Augustin-Hangelar war etwas eintönig und der Weg überwiegend asphaltiert. Da denke ich doch sehr über eine Verbesserung der Wegführung nach, was aber eine deutlich größere Umrundung Bonns bedeuten würde. Ich hätte diese Wanderung hier sonst auch nicht veröffentlicht, wenn sie nicht zum Bonnpfad gehört, der doch vollständig sein sollte. Also werde ich mal „im großem Stil ausholen“ 🙂 .

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Mondorf“ gehört heute zur Stadt Niederkassel. Der Name des Ortes leitet sich von „Mündungsdorf“ ab, denn hier fließt die Sieg in den Rhein. Und viele wissen es nicht, ab hier beginnt der geografische Niederrhein. Ich habe noch keinen Kölner getroffen, der sich als Niederrheiner sieht. Ihr etwa? Continue reading „Circum Bonnum – Bonnpfad (3)“

Circum Bonnum – Bonnpfad (2)

Unterwegs auf der 2. Etappe meines Bonnpfads von Königswinter-Vinxel (rechtsrheinisch) nach Bonn-Rüngsdorf (linksrheinisch)

9,7 km (davon 5,5 km Bonnpfad), 265 Hm

gewandert am 26. Februar 2018

GPS-Tracks: Etappe 1 und Etappe 2

Ich habe wieder einen halben Tag Zeit und möchte daher meinen Bonnpfad weiter verfolgen. Bisher habe ich die Route so geplant, dass sie sich weitestgehend an der Bonner Stadtgrenze orientiert. Beim Laufen merke ich aber, dass ich die Idee des Bonnpfads evtl. noch ausweite und eine größere Runde daraus mache, damit der Weg die „schönen Ecken“ rund um Bonn mitnehmen kann (Wahner Heide, Siebengebirge, Kottenforst, Ville).

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Blick zurück nach Vinxel

Auch wenn die heutige 2. Etappe viel durch städtisches Gebiet geht, so sind die ausgewählten Wege doch wenig urban. Aber ich will nicht vorgreifen.

Mit dem Bus erreiche ich die Haltestelle „Vinxel Kapelle“, wo ich am Sonntag meine Rückfahrt angetreten hatte. Von hier laufe ich wieder zu meinem Track an dem Parkplatz im Wald an der Vinxeler Straße, doch wähle ich dieses Mal für den Zuweg nicht die Landstraße, sondern mache einen kleinen Schlenker am Frankenforster Versuchsgut vorbei.

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Gut Frankenforst

Nach 1,7 km bin ich an Ort und Stelle. Continue reading „Circum Bonnum – Bonnpfad (2)“

Circum Bonnum – Bonnpfad (1)

Unterwegs auf meinem selbstgebastelten „Bonnpfad“,

1. Etappe südöstlich von Bonn.

gewandert am 25. Februar 2018,

9,3 km, 161 Hm

GPS-Tracks: Etappe 1 und Etappe 2

Es gibt den Kölnpfad, den D-Weg rund um Düsseldorf, aber keinen Wanderweg um Bonn herum. Also schaue ich, dass ich ihn selbst erfinde. Bei Outdooractive nutze ich dafür den Tourenplaner.

Von meinem Wohnort aus erreiche ich den Track am schnellsten in Großenbusch, das an der Stadtgrenze zu Sankt Augustin liegt. Von dort geht es an Bonns Grenzen entlang im Uhrzeigersinn einmal um die Stadt herum. Heute aber nicht alles auf einmal – das wären nämlich mehr als 60 km! Doch an diesem sonnigen Nachmittag ist die erste Etappe dran. Ich weiß noch nicht, bis wohin diese erste Etappe geht. Ich laufe solange, wie es passt.

Morgens stand noch etwas Arbeit an und so starte ich erst nach dem Mittagessen gegen 14:30 Uhr. Sobald ich den Track erreiche, sehe ich die Schilder des Sieghöhenwegs.

Der Sieghöhenweg war ein 141 km langer Wanderweg des Sauerländischen Gebirgsvereins, der von der Quelle über die Freusburg und Windeck bis zur Siegmündung bei Mondorf am Rhein verlief. Er war mit einem weißen S auf schwarzem Grund oder nur mit einem XS markiert. Durch die Errichtung des „Natursteig Sieg“ wurde der Sieghöhenweg aufgewertet und es wird daher vom SGV nur noch der Abschnitt zwischen Quelle und Windeck gepflegt. Die Markierungen, die ich hier sehe, sind aber teilweise neu und vom Westerwaldverein.

Nachtrag 04.03. – Korrektur: Beim Sauerländischen Sieghöhenweg muss es sich um den „Sieghöhenweg Nord“, also nördlich der Sieg handeln. Der von mir begangene Sieghöhenweg ist die südliche Variante und sie wurde erst 2010 eingerichtet. Daher wird der Weg auch vom Westerwaldverein gepflegt.

Continue reading „Circum Bonnum – Bonnpfad (1)“

Am Weltende

Unterwegs auf der Erlebnisschleife Kloster Marienthal am Westerwaldsteig

12,2 km, 377 Hm

Gewandert am 10. Februar 2018

Gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/westerwald/westerwaldsteig-erlebnisschleife-kloster-marienthal-und-das-ende-der-welt/3963958/

„Fantastische Fernblicke und ein teils sehr anspruchsvolles Profil: Die Tour zum „Ende der Welt“ stellt zwar einige Anforderungen an den Wanderer, die Mühen werden jedoch reichlich belohnt.“ So verlockend klingt der Wanderführer.

Am Karnevalssamstag fahren Doris und ich in den Westerwald zum Kloster Marienthal im Kreis Altenkirchen. Wir wollen die Tour Nr. 14 aus dem Pocket-Wanderbüchlein „Wällertouren“ von Frank Blum aus dem ideemedia Verlag wandern.

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Kloster Marienthal

Sobald wir bei der Anfahrt die gut ausgebaute Bundesstraße 8 hinter Weyerbusch verlassen, führt mich mein Navi über viele, sehr kleine, einspurige Sträßchen durch Felder, Dörfer und Wälder – die Kroppacher Schweiz. Ich wünsche mir, dass mir kein Auto entgegenkommt, so eng ist es hier. Es ist kalt draußen, teilweise liegt noch Reif auf den Feldern. Schon auf der Hinfahrt kommt es mir vor, als führe ich ans Ende der Welt.

Der erste Teil des Wanderweges verläuft über den Westerwaldsteig vom Kloster Marienthal (57577 Seelbach bei Hamm) in Richtung Limbach. Continue reading „Am Weltende“

Neanderlandsteig, Etappe 2

Unterwegs zwischen Wülfrath-Düssel und Velbert-Neviges

gewandert am Freitag, 09. Februar 2018, 8,1 km (inkl. Zuweg)

Gpx-Track von meiner Tageswanderung (zusammen mit dem zweiten Teil der Etappe 1 und diesem Teil der Etappe 2 – insgesamt 15,3 km): https://www.outdooractive.com/de/wanderung/bergisches-land/neanderlandsteig-etappe-1b-und-2/113646676/

Es ist Rosenmontag, im TV läuft die Übertragung des Kölner Zugs, im Radio spielen sie jecke Lieder, ansonsten merke ich nichts vom närrischen Trubel. Ich muss das auch nicht haben. Hier im Rheinland haben viele Menschen heute frei, so auch ich. Zeit, wandern zu gehen, oder? Ich war vergangenen Freitag und Samstag schon wandern und da meine Knochen über die Winterpause etwas eingerostet sind, reicht mir das erst einmal und ich nutze die Zeit, von diesen aktuellen Wanderungen zu berichten. Meine Füße tun noch ganz schön weh, ich muss erst einmal wieder in Fahrt, äh Schwung kommen 🙂

Die Etappe 2 startet in Wülfrath-Düssel. Das Dorf hat zwei Kirchen, für beide Konfessionen je eine.

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St. Maximin
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in Düssel

Ich habe mir für diesen Tag den Rest der Etappe 1 des Neanderlandsteigs vorgenommen (siehe voriger Bericht) und will noch so viel von der Etappe 2 wandern, wie ich schaffe. Wenn ich die gesamte Etappe bis Schloss Hardenberg in Neviges Mitte dranhänge, ist mein Weg insgesamt 18,7 km lang. Ich will mal schauen, wie weit ich nach der Winterpause komme! Continue reading „Neanderlandsteig, Etappe 2“

Der Neanderlandsteig

„Wandern ist die vollkommenste Art

der Fortbewegung,

wenn man das wahre Leben

entdecken will.“

 

(Elizabeth von Arnim)

 

Der Neanderlandsteig ist ein 235 km langer Fernwanderweg in Nordrheinwestfalen, der – anders als viele andere Fernwanderwege – insgesamt einen großen Rundweg darstellt, der in 17 Etappen erwandert werden kann.

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Im Düsseltal

Er umkreist das Neandertal bzw. den Kreis Mettmann, der zwischen den Großstädten Düsseldorf, Leverkusen, Wuppertal und Essen liegt. Offiziell startet die gegen den Uhrzeigersinn verlaufende Runde in Haan-Gruiten mit Etappe 1.

Das Wegezeichen ist ein geschwungenes weißes N auf rotem Grund, die Zuwege sind farbverkehrt markiert.

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Im Ittertal bei Haan-Hüslberg

Manch einer wird vielleicht denken, dass es in dieser dicht besiedelten Gegend unmöglich ist, idyllische Wanderwege zu finden. Doch, die gibt es, ebenso wie grandiose Aussichten über weite bewaldete oder bewirtschaftete Felder und Hügel, aber der Weg ist tatsächlich nicht fernab der Zivilisation. Man streift immer wieder Ortschaften und wird streckenweise auch von Verkehrslärm, z.B. vom Rauschen einer nahen Autobahn begleitet. Für die Wanderung einzelner Etappen ist es von Vorteil, dass durch die Zivilisationsnähe meist eine sehr gute Nahverkehrsanbindung besteht und man dadurch die Länge der jeweiligen Etappen gut auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen und variieren kann. Vom Anspruch her ist dieser Weg mit „leicht“ einzustufen, weil er nur wenige Höhenmeter hat.

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in Gruiten Dorf

Ich habe im Februar 2017 begonnen, diesen Fernwanderweg in einzelnen Etappen zu erwandern, mal alleine, mal mit meiner Wanderfreundin Kathi. Begonnen habe ich mit der offiziell letzten Etappe 17 in Haan-Hülsberg, dann liefen wir einen Teil von Etappe 16 und Etappe 1 und danach folgte wieder allein der Rest von Etappe 1 und Etappe 2.

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Zwischen Koxhof und Neviges

Ich werde hier meine Wanderberichte nach und nach veröffentlichen.

Literatur:

Es gibt einen Wanderführer aus dem Droste Verlag, geschrieben von Manuel Andrack, welcher auch Pate dieses Fernwegs ist (ISBN 978-3-7700-1495-8). Herr Andrack schreibt sehr humorvoll, seine selbstgezeichneten Wegeverläufe sind ein nettes Gimmick, aber als Kartenmaterial überhaupt nicht zu gebrauchen. Hinweise auf Bushaltestellen etc. werden nur für den Start- und Endpunkt angegeben. Desweiteren findet man Adressen zur Einkehr sowie Sehenswürdigkeiten, aber keine Übernachtungsmöglichkeiten.

Auch aus dem Rother Verlag gibt es einen Wanderführer.

Weitere Informationen und Informationsmaterial gibt es auf https://www.neanderland.de/service

 

Der Bergische Weg

„Wandern ist

eine Tätigkeit der Beine –

und ein Zustand der Seele.“

(Josef Hofmiller)

 

Der Bergische Weg ist ein zertifizierter Qualitäts-Fernwanderweg in Nordrheinwestfalen. Die Strecke misst 263 Kilometer. Der Weg verläuft von Norden nach Süden vom Essener Baldeneysee im Ruhrgebiet durchs Bergische Land bis zum Drachenfels in Königswinter am Rhein. Und natürlich ist der Weg auch in umgekehrter Richtung markiert.

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Im Tal der Düssel bei Wülfrath

Ich bin schon 67 Kilometer auf dem Bergischen Weg gewandert, aber ich bin nie gezielt eine Etappe gelaufen. Der Bergische Weg war einfach häufig mein Wegbegleiter: auf dem Rheinsteig (im Siebengebirge), dem Natursteig Sieg (bei Stadt Blankenberg), auf Wanderungen an der Wahnbachtalsperre (der Trinkwasserversorgung des Bonner Raums), auf dem Bergischen Streifzug Nr. 13 bei Bensberg und zuletzt auf weiten Strecken des Neanderlandsteigs (Blogbeitrag folgt). Der Bergische Weg hat eine sehr schöne Wegeführung, wie ich bisher entdecken konnte, obwohl er durch eine der dichtbesiedelsten Regionen Europas führt. Continue reading „Der Bergische Weg“