RheinBurgenWeg (4) – die Etappe dauerte laaaaange :-)

Unterwegs von Namedy nach Bassenheim

4. Etappe des RheinBurgenWegs

20, 2 km, gpx-Track bei Komoot

 

Gewandert in zwei Kurzetappen:

29. Juli 2017 von Namedy – Miesenheim (10,3 km)

15. Februar 2019 von Miesenheim nach Bassenheim (9,9 km)

 

Die langweilige Etappe

Warum diese Überschrift? Tja, zwischen den beiden Teilen der vierten Etappe lagen knapp anderthalb Jahre. Der erste Teil bis Miesenheim war bis auf die schöne Aussicht am Hochkreuz nicht so berauschend und ich hatte lange keine große Motivation, die fehlenden 9,9 km bis Bassenheim noch dranzuhängen. Alternativ wollte ich lieber entlang der wunderschönen Nette von Plaidt bis Weißenthurm laufen und dann ab Bassenheim weitermachen. Aber auch aus dieser Idee ist bis heute nichts geworden. Da ich 2018 neben dem Schreiben meines Buches noch so viele andere Wanderprojekte hatte, musste erst wieder ein neuer Winter hereinbrechen, in dem ich mir den zweiten Teil vornahm. Es ging ausschließlich über freies Feld. Da kamen die ersten sonnigen Tage im Februar 2019 gerade recht!

1_Namedy

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in Namedy

Ich startete in Namedy und lief über hübsche kurvige Waldwege den Hügel hinauf. Schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass ich vergessen hatte, den integrierten Akku meiner Kamera aufzuladen. So musste ich leider die meisten Fotos mit dem Handy machen. Damals hatte ich noch keine gute Handykamera… Tut mir Leid.

 

Von einer Schutzhütte aus hatte ich einen schönen Blick auf den Rhein. Das gefiel mir!

Ein toller bunter Schmetterling, ein Russischer Bär, flog über die Wildblumen am Wegesrand. Fliegend leuchtete er orange, sitzend zeigten die Flügel fast nur noch das schwarz-helle Muster und bildeten die Form eines Dreiecks. Sehr schön!

14_Russischer Bär Continue reading „RheinBurgenWeg (4) – die Etappe dauerte laaaaange :-)“

RheinBurgenWeg (3) – mit erster Wildschweinbegegnung!

Unterwegs von Bad Breisig bis Namedy

3. Etappe des RheinBurgenWegs

15,6 Kilometer mit ↑620 Hm und ↓610 Hm (Angaben laut Komoot)

gewandert am 13. März und 9. April 2017

gpx-Track bei Komoot

Auch hier habe ich wieder zwei Kurzetappen mit Unterbrechung in Brohl-Lützing daraus gemacht. In meinem Wanderführer von U. Poller und W. Todt aus dem Idee Media Verlag werden die Etappen etwas anders eingeteilt als in Flyern, auf Outdooractive oder auf der Homepage des Fernwanderwegs (www.Rheinburgenweg.com). Die offizielle 3. Etappe geht nämlich bis Andernach, angeblich 19,5 km, aber laut Komoot sind das  allerdings nicht bis in die Stadt hinein. Der Endpunkt ist mitten im Nirgendwo. Um zum Bahnhof zu gelangen, kämen weitere 3 km hinzu. Deshalb hielt ich mich lieber an meinen Wanderführer.

Die 3. Etappe hat mir körperlich ziemlich viel abverlangt. Es war der Tag der Berge. Dennoch freute ich mich darüber, denn endlich wurden die Wege felsiger und es taten sich hübsche Aussichten auf den Rhein auf. Ab hier konnte ich sagen: Der Rheinburgenweg ist genauso schön wie der Rheinsteig!

01 Mariensäule über Breisig

Berg um Berg

Ich hatte für den ersten Teil mit 6 km bis Brohl-Lützing einen Nachmittag eingeplant. Ich parkte in Bad Breisig hinter den Römerthermen direkt am RBW. Dann ging es direkt für 1 km den 1. (kleinen) Berg „Augustenhöhe“ hinauf, aber nur bis zur Mariensäule. Hier die Aussicht:

02 Blick auf den Rhein

Nur wenige hundert Meter weiter hieß es wieder absteigen. Berg 2 mit der Burg Rheineck lag schon in Sicht.

08 der zweite Berg in Sicht

Kurz streifte ich den Ort Rheineck und überquerte den Vinxtbach. Der Bach ist historisch bedeutend, den er markierte die ehemalige im Römischen Reich die Grenze zu Niedergermanien.

10 Vinxtbach

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RheinBurgenWeg (2) – Durch eisigen Winterwald

Unterwegs von Remagen nach Bad Breisig

Etappe 2 des RheinBurgenWegs

15,7 Kilometer mit ↑271 Hm und ↓277 Hm

GPX-Track bei Outdooractive

Es ist schon anderthalb bis zwei Jahre her, dass ich die Etappen 2 – 4 des RheinBurgenWegs (RBW) gelaufen bin, der mir eine liebe Alternative geworden war, als ich nicht genügend Zeit hatte, an meinem damaligen Projekt Rheinsteig weiter zu machen, weil z.B. die Anfahrt so weit war, dass es sich für einige Stunden am Tag nicht lohnte.

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Karte_Gastgeber (von einem Flyer)

Da ich in Zukunft noch weitere Etappen dieses Fernwanderweges laufen und hier veröffentlichen möchte und keine Lücken mag, hole ich die Beschreibung der inzwischen gewanderten Etappen in Kurzform nach.

21. und 22. Januar 2017

Ich hatte jeweils nur einen halben Tag Zeit und so nahm ich mir für beide Tage nur kurze Wanderetappen vor und Continue reading „RheinBurgenWeg (2) – Durch eisigen Winterwald“

Rheinsteig (22) – Burgenblicke und Rheinpanoramen

Unterwegs auf dem Rheinsteig von Lorch nach Assmanshausen

15,3 km (mit Zuwegen), nicht die ganze, offizielle 17. Etappe, meine persönliche Etappe 22

gewandert am 1. November 2016

gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/taunus/rheinsteig-17.-etappe-verkuerzt-lorch–assmanshausen/113766262/

In Hessen ist an Allerheiligen kein Feiertag. Ich frühstücke nach meiner Übernachtung im „Gästehaus Mittendrin“ in der angrenzenden Bäckerei. Das Frühstück dort ist im Zimmerpreis enthalten und ich darf mir ganz frei aussuchen, was ich möchte. Nach dem Frühstück zahle ich mein Zimmer in selbiger Bäckerei, gehe mein Köfferchen auf dem Zimmer holen, laufe zum Auto, verstaue meinen Koffer wieder darin und schultere meinen Rucksack. Dann laufe ich los.

Doch Stopp! Ich habe den Hotelschlüssel ja immer noch in meiner Jackentasche! Also, schnell nochmal zurück zur Bäckerei. Ups, peinlich! Endlich gegen 10 h ging es dann weiter. Der Rheinsteig, der direkt durch den Ort führt, windet sich auf einem kurvenreichen Sträßchen auf die Höhe hinauf und dort über einen breiten Weg durch die Weinberge, vorbei an alten Trockensteinmauern aus Schiefer. Der „Bächergrund“ ist ein Geländeeinschnitt, der umgangen werden muss, ohne groß an Höhe einzubüßen.

6 das Wetter wird noch gut

Es ist noch recht neblig. Lorch kann ich rückblickend noch erkennen, doch den Rhein oder die Berggipfel sehe ich nicht.

3 Morgennebel

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Es ist bis jetzt recht einsam auf dem Weg und ruhig. Vielleicht hört man auch wegen des Nebels wenig von den Güterzügen, die ihm Tal vorbeirauschen? Von der anderen Rheinseite schallt mir um 11 h  langes Allerheiligen-Glockengeläut herüber, ohne, dass ich die Kirche oder den Ort Niederheimbach sehen kann. Ja, in Rheinland-Pfalz ist Feiertag. Das Wetter soll laut Vorhersage noch gut werden und so wird es auch! Aber es bleibt den ganzen Tag dennoch etwas diesig. Schaut her:

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Mit mehr und mehr Sonne erblicke ich auch die Burgen auf der anderen Rheinseite. Mein Wanderführer zählt sechs Burgen auf, ich erspähe nur zwei, eine davon neben einem riesigen Abbau-Areal: Burg Sooneck.

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Nach zwei Wildgattern geht es sich besonders gemütlich auf ebenem Weg an der Bergflanke entlang. Der Hessenweg 7 begleitet mich.

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Nach einer Kurve öffnet sich der Blick und ein hübsch angelegter Rastplatz mit Schutzhütte und Bänken lädt zur Pause ein: Georgs Ruh. Hier treffe ich auch auf entgegen kommende Gleichgesinnte.

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Georgs Ruh

Gespannt bin ich auf den Teufelskadrich. So richtig kann ich aus meinem Wanderbuch nicht herauslesen, was genau dieser Teufelskadrich ist: ein Fels oder ein Berg? Zumindest steht hier wieder etwas von hoher Konzentration und der schon oft erwähnten Trittsicherheit auf dem felsigen Steig dahinter. Heute macht mir die Aussicht darauf wieder etwas Bammel.

Hinterm Bodenbachtal mit einem kleinen dunklen Weiher und dem Abzweig zum Campingplatz Suleika kommt das Hinweisschild zum Teufelskadrich und ich laufe kurz ein Stück bergan und gehe dann gemütlich an seiner Hangflanke entlang. Der Untergrund ist steinig und an mehreren Stellen sieht man nur noch Geröllhalden, wo sonst nichts mehr wächst.  Hier muss sich wohl öfter mal Gestein lösen und zu Tal rutschen.

Stattliche Kiefern, knorrige Krüppeleichen und schlanke Birken und der mittlerweile blaue Himmel ergeben mit dem hellen Gestein ein wunderschönes Ensemble. Der breite Weg verläuft völlig eben und unproblematisch. An einer Aussichtsstelle steht eine Bank. So schön! Das ist wovor ich Bammel hatte? Dafür brauche ich Trittsicherheit?

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Teufelskadrich

Vermutlich wäre es so gewesen, wenn ich einem kleinen Pfad links steil den Berg hinauf gefolgt wäre, der auf den Teufelskadrich hinwies, ich bleibe aber weiterhin dem so vertrauten, blauen Rheinsteigzeichen treu und der Weg führt mich leicht abwärts. Ich durchstreife dichten Laubwald und erreiche eine Wiese. Hier biege ich wieder in einen Wald ein und der Rheinsteig holt hier noch einmal zum Rundumschlag aus, so wunderschön und idyllisch ist dieser Abschnitt. Der mittlerweile schmale Pfad schlängelt sich zwischen urigen, knorrigen Bäumen und kleinen und größeren Felsbrocken hindurch.

32 am Bacharacher Kopf
am Bacharacher Kopf

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Ja, stimmt, hier muss ich aufpassen, wohin ich trete. Trittsicherheit! Und dann kommt nach einer schmalen Wildtür ein recht unscheinbarer Fels, den es mit vier Schritten zu erklimmen gilt und wofür extra Halteseile angebracht sind. Da es rundum bewaldet ist, meldet sich mein Höhenschwindel überhaupt nicht. Ich steige beschwingt die wenigen Felsstufen hoch und denke bei mir: „Wenn das alles gewesen ist, nehme ich spätestens jetzt alle Hinweise in meinem Buch auf Trittsicherheit, die mir so oft im Vorhinein Unbehagen verursacht haben, nicht mehr ernst!“

3435 Kletterpartie

Der Weg ist wunderschön. Was will ich mehr?

Schon wenige Meter weiter verändert sich die Landschaft und ich stehe in den Weinbergen von Assmannshausen, dem Assmannshauser Höllenberg. Kalter, scharfer Wind ist aufgekommen. Daher lockt es mich auch nicht, in dem filigranen Metall-Pavillon eine Pause zu machen. Die berühmt-berüchtigten Weinhäuschen oder Weinschränke, aus denen man sich von dem Rebensaft bedienen kann, entdecke ich irgendwie nicht – außer einen, der ist leer 🙂

Habe ich eigentlich schon erwähnt, wie schön das Weinlaub Farbe in die Novemberlandschaft zaubert?

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Blick auf Assmannshausen
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Assmannshauser Höllenberg (Weinlage)

Doch der Abstieg über die letzten 3 km zieht sich eine Dreiviertelstunde lang hin. Ich laufe nur noch auf Asphalt. Unter mir liegt Assmannshausen und ich sehe auch den Sessellift, der auf den Niederwald-Berg hinauffährt. Ebenso den Anstieg der nächsten Etappe habe ich gut im Blick.

Im Ort angekommen laufe ich sogar zur Talstation der Sesselbahn, die heute ihre letzte Fahrt vor dem Winter macht, aber nicht, um mich hinaufbringen zu lassen, sondern um mir einen Rheinsteigstempel abzuholen. Erst Ende März wird der Sessellift wieder öffnen.

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Auf dem Weg zu dem hässlichsten Bahnhof, den ich je gesehen habe, lasse ich die Wanderung Revue passieren. Sie hat mich nicht so inspiriert, ich bin ein kleines bisschen enttäuscht. Kommt das, weil die Etappe am Tag zuvor so phantastisch war?

Jetzt beim Schreiben und Hochladen der Bilder allerdings gefällt mir die Etappe wieder richtig gut.

Nach meiner Bahnfahrt zurück nach Lorch kehre ich noch einmal kurz auf einen Kaffee im Weingut Rößler ein.

 

Rheinsteig (21) – die Königsetappe

Unterwegs auf dem Rheinsteig zwischen Bornich und Kaub

14 km, zweiter Teil der offiziellen 15. Etappe, meine persönliche Etappe 21

gewandert am 31.10.2016

gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/romantischer-rhein/rheinsteig-15.-etappe-verkuerzt-von-bornich-nach-kaub/113749839/

Durch einen glücklichen Zufall habe ich am heutigen Montag einen arbeitsfreien Brückentag. Morgen, an Allerheiligen, ist in NRW ein Feiertag und so habe ich zwei Tage Zeit, auf meinem geliebten Rheinteig wandern zu gehen. Das Wetter soll blendend werden! Und da der Reformationstag in Rheinland-Pfalz auch ein Werktag ist, habe ich zusätzlich das Glück, mit einem Anruf-Taxibus von Sankt Goarshausen nach Bornich jenseits der Loreley zu kommen und von dort die Königsetappe nach Kaub zu beenden.

Den Taxibus habe ich am Vorabend bestellt und so fahre ich mit dem Auto nach Sankt Goarshausen. Der Parkplatz am Bahnhof ist leider schon voll. Wie gut, dass ich noch 30 Minuten Zeit bis zur Abfahrt des Taxis habe und mich erinnere, dass auf der anderen Seite der Bahngleise weitere Parkplätze sind. Dafür muss man allerdings eine kleine Umgehung fahren, da der Bahnübergang am Bahnhof für Autos dauerhaft geschlossen ist.

Nachdem ich mein Auto dort abgestellt, meine Wanderstiefel geschnürt und meine Wanderstöcke in die Hand genommen habe, stiefele ich durch die Bahnunterführung zurück zur Vorderseite des Bahnhofs, wo auch schon ein Taxi wartet, obwohl ich immer noch 20 Minuten Zeit habe. Wow, pünktlich! Ich verschwinde aber noch kurz im angrenzenden Bäckerei-Café. Nach anderthalb Stunden Anfahrt muss ich erst einmal den morgentlichen Kaffee wegbringen 🙂

Danach fährt mich das Taxi zum Bustarif nach Bornich. Ich steige auf einem nebligen Dorfplatz aus. Die Feuchtigkeit in der Luft ist deutlich zu merken. Aber ich habe unbändige Lust auf die heutige Etappe und freue mich wie Bolle auf die beiden vor mir liegenden Wandertage.

 

Im September bin ich ja nur bis Bornich gelaufen und dann zur Loreley zurückgewandert. Nun suche ich den Zuweg zum Rheinsteig, biege aber ein paar Querstraßen zu früh ab. Macht gar nichts – laut Karte kann ich auch diesen Weg nehmen.

 

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Rheinsteig (19) – im Freistaat Flaschenhals

Unterwegs auf dem Rheinsteig zwischen Kaub und Lorch

15,3 km (inkl. Zuwege), die offizielle 16. Etappe, meine persönliche Etappe 19

gewandert am 25. September 2016

gpx-Track: https://www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/tour/praedikats-fernwanderweg/rheinsteig-16.-etappe-kaub–lorch-nord-sued-/1558249/#dm=1

In den letzten Wochen war das Schreiben meiner Berichte vom Rheinsteig meine Belohnung für getane Arbeit. Andere gönnen sich auch etwas Schönes, wenn sie viel zu tun haben, ich habe mir Zeit gegönnt und mir erlaubt, zu schreiben. Jetzt ist wieder so ein Moment. Ich möchte meine Berichte nämlich nicht mehr so lange hinziehen lassen, da ich noch weitere in petto habe von meinen Wanderurlauben des letzten Jahres.

Es ist Ende September, strahlender Sonnenschein und warm bis weit über 25° C. Da muss man doch hinaus! Bei meinen letzten beiden Etappen fehlten mir ja noch einige Kilometer und für die kommende Tour wollte ich mit dem Bus zum Start fahren, der aber nur wochentags als Taxibus auf Bestellung fährt, so dass ich mich für diesen Sonntag für die übernächste Etappe von Kaub nach Lorch entscheide.

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Rheinsteig (18) – von der Loreley gelockt!

Unterwegs auf dem Rheinsteig rund um die Loreley bei Sankt Goarshausen

12,9 km, Teil der offiziellen 15. Etappe, meine persönliche Etappe 18

gewandert am 10. September 2016

Gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/romantischer-rhein/rheinsteig-rundtour-loreley/113583972/

Dieser Wandertag gehörte mal wieder in die Kategorie: „Es kommt anders als geplant…“ Seit Fronleichnam war ich nicht mehr auf dem Rheinsteig gewandert. Für diesen Samstag war heißes, sonniges Wetter angesagt worden. Ich will eine neue Route wagen.

Das letzte Mal habe ich ja den Teil zwischen Wellmich (Burg Maus) und Sankt Goarshausen (Rabenacksteig) wegen der Gewittersorge weggelassen, das waren ca. 4 km Rheinsteig. Die nächste Etappe bis Kaub ist die sogenannte Königsetappe und sie ist 22 km lang, was mir eindeutig zu lang ist. Vorher gibt es aber nur eine Möglichkeit, die Etappe zu verkürzen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzufahren – und zwar an der Loreley. Deshalb habe ich geplant, ab Sankt Goarshausen Nord den Rheinsteigschlenker über Patersberg zu laufen und danach die Loreley zu besteigen. Von dort fährt regelmäßig ein Linienbus zurück zum Bahnhof. Beim nächsten Mal kann ich dann wieder mit dem Bus zur Loreley fahren und bis Kaub wandern.

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Blick über den Rhein: Sankt Goar
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Burg Rheinfels über Sankt Goar

So fahre ich also motiviert nach Sankt Goarshausen, parke mein Auto am Bahnhof und laufe schon um 9 h los. Doch kaum habe ich die Unterführung am Bahnhof durchschritten und den Rheinsteig erreicht, stehe ich vor einem Schild, das mich darüber informiert, dass der Rheinsteig nach Süden wegen eines Erdrutsches gesperrt ist! Mist! Also muss ich umdenken. Im Internet steht, man solle die Schleife um Sankt Goarshausen weglassen.

Ich sehe auf meiner Wanderkarte, dass der Rheinsteig im Süden von Sankt Goarshausen wieder kurz durch die Stadt streift. Also laufe ich über die Hauptstraße bis dorthin und erreiche beim alten Rathaus den Rheinsteig. Continue reading „Rheinsteig (18) – von der Loreley gelockt!“

Rheinsteig (17) – traumhafte Aussichten

Unterwegs von Kestert nach Sankt Goarshausen

11 km, die offizielle 14. Etappe, meine persönliche Etappe 17

gewandert am 26. Mai 2016

Es ist Fronleichnam und ich kann mich von meinen beruflichen Pflichten loseisen. Ich fahre nach Kestert. Am Bahnhof sind leider keine Parkplätze mehr frei. Erst neben der Kirche finde ich noch einen halbwegs akzeptablen Parkplatz, bei dem ich nicht befürchten muss, nachher mein Auto bei der Polizei abzuholen. Ich quetsche mich ganz nah an die Kirchenmauer und hoffe, dass heute kein LKW daran vorbei passen muss.

Heute morgen habe ich noch etwas gearbeitet, weswegen ich erst gegen 12 h vor Ort bin. In einem Hotel-Restaurant an der Uferstraße gehe ich noch einmal zur Toilette und frage nachher die Wirtin nach dem Rheinsteig-Zuweg. Sie weist mir den Weg durch die Pulsbachklamm.

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Erst spät, nachdem ich schon eine recht lange, ungemütliche Strecke an der viel befahrenen Uferstraße entlang gelaufen bin, wird mir mein Irrtum klar. Die Pulsbachklamm ist zwar wunderschön und ich bereue es auch nicht, durch sie hindurch gelaufen zu sein, doch dadurch sind mir 2,5 km Rheinsteig „durch die Lappen“ gegangen. Naja, vielleicht hole ich die ja auch nochmal nach. 🙂

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Pulsbachklamm

Der Weg in der Klamm ist mit Brennnesseln sehr zugewachsen. Vor mir dreht ein junges Pärchen nach 100 m wieder um, weil beide aufgrund der sommerlichen Temperaturen kurze Hosen anhaben und nicht ohne Berührung mit den Nesseln laufen können. Die Klamm ist ein Kleinod. In kleinen Kaskaden fließt der Bach zu Tal. Auf den aufwärts führenden Weg muss ich aber sehr achtgeben, denn er ist schmal, teils rutschig und an der Bachkante stellenweise abgebrochen. Es ist angenehm schattig bei dem warmen Wetter.

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Nach 3,2 km gelaufenen Kilometern erreiche ich endlich den Rheinsteig. Ein wunderschöner Weg schlängelt sich an der Hangkante entlang durch den in dieser Gegend so typischen Eichenwald. Hie und da schauen Schieferfelsen aus dem Grund hervor, der Weg ist durchzogen von Wurzeln. Gute Trittsicherheit ist nötig.

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Rheinsteig (15) – ich überwinde meine Grenze

Unterwegs auf dem Rheinsteig zwischen Filsen und Kestert

ca 15 km, gewandert am 17. März 2016, offizielle 12. Etappe (zweiter Teil) & 13. Etappe, meine persönliche Etappe 15

gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/romantischer-rhein/rheinsteig-12.-etappe-teil-b-und-13.-etappe-von-filsen-nach-kestert/113558024/

Mal was anderes: In einem Wanderblog las ich folgenden Satz einer Wanderin, die vor einem Wegweiserschild stand: „Ich wollte gerade aus wandern.“

Ich finde die Doppeldeutigkeit dieses Schreibfehlers total nett, da die Dame sich zufälligerweise auch nahe der deutschen Grenze befand. Wollte sie nun die Richtung beibehalten und  geradeaus wandern oder wurde es ihr in Deutschland zu blöd und sie wollte tatsächlich gerade auswandern?

Ich bin immer wieder fasziniert, wie man mit unserer Sprache spielen kann und durch kleine Nuancen Stimmungen erzeugen, aber auch den Sinn völlig verändern kann. Kennt ihr ähnliche Sätze? Schreibt sie mir doch mal in die Kommentare, bitte!

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Im Jahr 2016 ging mein Rheinsteigabenteuer natürlich weiter, aber nur langsam. Ich kam nicht so oft dazu, mein Ziel weiter zu verfolgen. Zunächst „holte“ ich die bis jetzt ausgelassenen Rheinsteigkilometer rund um meine Heimat „nach“. (Siehe Blogbeitrag: „Rheinsteig (6, 14, 16 & 20) – Nachsitzen“)

Sobald die Tage länger wurden, konnte ich auch wieder mehr Kilometer einplanen, aber auch die weiteren Anfahrten mussten zeitlich nun mit einbezogen werden. Während der Planungen schreckten mich aber leider auch Beschreibungen in meinem Wanderführer über steile, rutschige Passagen ab, für die man unbedingt Schwindelfreiheit und Trittsicherheit brauche. Von einem Klettersteig bei St. Goarshausen las ich und konnte auch auf (Online-)Karten erst nicht erkennen, ob man den gehen muss oder umgehen darf! Da lief mein Kopfkino auf Hochtouren! Ich suchte nach YouTube-Videos, die mir sichtbare Hinweise geben würden. Erst die Erfahrung vor Ort gab mir nach und nach die Sicherheit, dass „nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wurde“ und dass ich diese „besonderen Wegbeschreibungen“ in Zukunft etwas ignorieren konnte. Es war nämlich alles gar nicht schlimm!

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in Filsen

Im März war es dann endlich so weit: Ein toller Tag, kein einziges Wölkchen trübte den tiefblauen Himmel. Rheinstieg, ich komme! Continue reading „Rheinsteig (15) – ich überwinde meine Grenze“

Mystisch – schöner Rheinsteig (13)

Unterwegs auf dem Rheinsteig von Braubach nach Osterspai

11, 8 km, Teil der offiziellen 12. Etappe, meine persönliche Etappe 13

gewandert am 28. Dezember 2015

gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/romantischer-rhein/rheinsteig-12.-etappe-teil-a-von-braubach-bis-osterspai/113544510/

Nach den Weihnachtsfeierlichkeiten im Jahr 2015 sollte es noch eine letzte Rheinsteigwanderung im alten Jahr sein. Bei uns in Bonn war strahlender Sonnenschein und ein mildes Klima angesagt, ein wunderbarer Winterwandertag! Ab ins Auto und nach Braubach!

Doch je näher ich der Koblenzer Bucht und schließlich Braubach kam, desto dichter wurde der Nebel oder Dunst. Als ich ausstieg, stand ich in einer feuchtkalten grauen Einheitssuppe. Och nö!! So haben wir nicht gewettet! Bei hoher Luftfeuchtigkeit laufe ich doch immer so langsam…..! Soll ich überhaupt losgehen? Brr, ist das kalt! Ich wollte doch so schöne Ausblicke genießen heute!

Zwei Autos neben mir schnürte sich gerade ein junges Wanderpärchen die Stiefel. Was die können, kann ich auch! Genug gezögert und gejammert!

Genau wie das Wanderpärchen führte mich mein erster Weg in die örtliche Touristeninformation. Ich bekam dort gleich drei Stempel für meinen Wanderpass. Danach traf ich wieder mal eine für mich sehr typische Entscheidung: auf dem Burgberg mit der Marksburg, die sich stolz über Braubach erhebt, bin ich schon zweimal gewesen. Heute war absolut kein Ausblick zu erwarten und am Ende ginge es sowieso den Berg wieder hinab. Also, warum unnötig hoch kraxeln, wenn ich auch außen um den Berg herumgehen kann? Gedacht – getan! Der Weg war zwar nicht schön, aber einfach zu gehen. Erst bei der Bartholomäuskapelle traf ich wieder auf den Rheinsteig und dort auch wieder auf das Wanderpärchen, das den „richtigen“ Weg gegangen war.

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