Rheinsteig (25) – der Geruch ehrwürdiger Mauern

Unterwegs auf dem Rheinsteig von Oestrich-Gottesthal nach Kiedrich

11,5 km, zweiter Teil der offiziellen 19. Etappe, meine persönliche Etappe 25

gewandert am 12. April 2017

Gps-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/taunus/rheinsteig-19.-etappe-teil-b-von-oestrich-winkel-nach-kiedrich/113977222/

Ich hatte eine insgesamt etwas unruhige Vollmondnacht in der Pension Kühns Mühle in Oestrich- Gottesthal verbracht. Mein Rücken beschwerte sich heftig. Dennoch hatte ich große Lust, weiterzugehen. Fröhlichen Mutes ging ich um 7:30 h zum Frühstück. Ich war dort ganz allein. Höflich fragte ich nach einem Lunchpaket für den Tag und durfte mir für einen sehr kleinen Aufpreis ein belegtes Brötchen und ein hartgekochtes Ei mitnehmen.

Nun ging es los. Kaum aus dem Haus, stand ich schon auf meinem Wanderweg, der mich eine kleine Anhöhe hinaufführte, von der ich einen sehr schönen Weitblick ins Rheintal hatte.

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Blick zurück zur Pension

Da ich in der Pension keinen Stempel bekommen hatte und das Hotel Neugebauer, welches in der Nähe von Johannisberg direkt am Rheinsteig liegt und auch einen haben soll, noch Winterpause hatte, überlegte ich mir im Laufe des Wandertages wie ich daran kommen könnte. Lest bis zu Ende, da löse ich auf :-). 7 km bis Kloster Eberbach stand auf dem Wegweiserschild. Das ist doch nicht viel. Also los!

Auf der Anhöhe hinter der Pension erreichte ich eine Schutzhütte und sah eine weitere alleine wandernde Frau den Hügel hinauf kommen: Da war also noch jemand früh unterwegs, denn sie muss in einem der Orte vor meiner im Niemandsland gelegenen Pension gestartet sein. Für mich kam es ja nicht so häufig vor, schon am früheren Vormittag, d.h. ohne vorherige Anfahrt, unterwegs zu sein. Aber es gefiel mir.

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Rheinsteig (24) – Weinberge, Schlösser und Klöster

Unterwegs auf dem Rheinsteig von Rüdesheim bis Oestrich-Gottesthal (Pension Kühns Mühle)

14,5 km mit Zuweg, offiziell zweiter Teil der 18. und Beginn der 19. Etappe, meine persönliche Etappe 24

gewandert am 11. April 2017

GPS-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/taunus/rheinsteig-18.-etappe-teil-b-19.-etappe-teil-a-von-ruedesheim-ebental-nac/113944561/

„Im Menschen sind Feuer, Luft, Wasser und Erde, und aus ihnen besteht er. Vom Feuer hat er die Wärme, von der Luft den Atem, vom Wasser das Blut und von der Erde den Körper. Dem Feuer verdankt er das Sehen, der Luft das Hören, dem Wasser die Bewegung und der Erde seinen Gang.“

Hildegard von Bingen (1098 – 1179)

Frühjahrsurlaub! Hinaus auf den Rheinsteig! Diese und die nächste Etappe habe ich wieder mit einer Übernachtung verbunden. So lohnte sich die weite Anfahrt von Bonn umso mehr. Die Bus- und Bahnfahrt nach Rüdesheim gestaltete sich bis Assmannshausen, eine Station vor meinem Ziel, auch reibungslos. Doch in Rüdesheim war ein LKW in die Oberleitung gefahren und hatte sie mitgerissen, so dass der Zug in Assmannshausen erst einmal stehen blieb und wartete, bis dann ein Schienenersatzfahrzeug zur Verfügung gestellt wurde. Der Bus fuhr uns über Berge und Dörfer und ich fragte mich echt, wo der hin wolle. Erst in Rüdesheim am Bahnhof verstand ich, warum er diesen Umweg genommen hatte, denn die Schranken am einzigen Bahnübergang zwischen Rheinuferstraße und Stadt waren heruntergelassen und von einem speziellen Schienenfahrzeug aus waren Handwerker damit beschäftigt, die letzten Reparaturen an der Oberleitung vorzunehmen. Der Bus hätte gar nicht am Rhein entlang fahren können. Also, hätte er schon, aber wir Fahrgäste wären hier nicht über die Gleise nach Rüdesheim gekommen. Somit war ich dem Busfahrer sehr dankbar für diesen Umweg, der mir auch interessante Einblicke ins Hinterland bescherte.

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in Rüdesheim

Mit 30 minütiger Verspätung kam ich in Rüdesheim an. Wie gut, dass ich es nicht eilig hatte und schon bei der Anfahrt eine zusätzliche Pufferzeit einberechnet hatte.  Das einzige, das ich in Rüdesheim noch zu erledigen hatte, war die Jagd nach dem Rheinsteigstempel (siehe vorigen Bericht) und dieses Mal erhielt ich ihn problemlos. An der Bäckerei Laquai nebenan setzte ich mich draußen in die Sonne und frühstückte erst einmal ausgiebig. Auch das hatte ich vorher so geplant. Da ich heute mein Übernachtungsgepäck mit mir herumtrug, wog mein nicht allzu großer Rucksack ordentlich und drückte mir ungewohnt auf die Lendenwirbelsäule.

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Gestärkt machte ich mich auf den Zuweg zum Rheinsteig, wo ich ihn das letzte Mal verlassen hatte. Die Abtei Sankt Hildegard grüßte mich wieder vom Berg oben. Bei Ebental erreichte ich meinen Wanderweg. Er verlief am Stegbach entlang und erreichte schon nach kurzer Zeit das ehemalige Kloster Nothgottes, heute ein Hofgut.

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Rheinsteig (23) – Willkommen im Rheingau

Unterwegs auf dem Rheinsteig von Assmannshausen bis hinter Rüdesheim (Ebental)

14,3 km (inkl. Zu-, Um- und Abwege), letztes Stück und Anfang der offiziellen 17. und 18. Etappe, meine persönliche Etappe 23

gewandert am 06. Januar 2017

Gps-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/taunus/rheinsteig-teile-der-17.-18.-etappe-zwischen-assmannshausen-und-ruedeshei/113919862/ (korrigiert, ohne „Verlaufer“)

Mein Rheinsteigprojekt hat es ins Jahr 2017 geschafft!

Geschafft? Oder soll ich sagen, es hat sich bis ins Jahr 2017 hingezogen? Ich sehe das nicht so eng. Schließlich bin ich voll berufstätig und habe nicht jedes Wochenende Zeit, um Wandern zu gehen. Und ich habe mir meine Etappen oft für die schöneren Wetterlagen aufgespart :-).

So langsam kommt das Ende des Fernwanderweges in Sicht. Von Assmannshausen bis Wiesbaden sind es nur noch etwa 67 km. Da der Rhein bei Bingen einen Knick macht, kommt es mir tatsächlich so vor, als würde ich wie um eine Wegbiegung laufen und sich mir dahinter ein ganz neues Panorama eröffnen: der Rheingau heißt mich willkommen.

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in Assmannshausen

Es ist ein sehr sonniger, aber bitterkalter Januartag. Die Vorhersage spricht von -6° bis -12° C. Nach meiner schönen Erfahrung vom 1. November auf dem Rheinsteig sehne ich mich sehr nach einer Fortsetzung und so nehme die lange Anfahrt nach Assmannshausen – dieses Mal mit dem Zug – gerne in Kauf.

Bei Dunkelheit, morgens um 7 Uhr, verlasse ich mit dem Rucksack auf dem Rücken meine Wohnung. Ein Bus, ein IC und eine Regionalbahn bringen mich ans 110 km entfernte Ziel. Es ist so wunderschön aus dem Zugfenster den gesamten bereits gelaufenen Weg nachzuverfolgen. Ich schaue raus und murmele leise die Namen der Orte und Burgen, die an mir vorbeiziehen und die mir noch im Gedächtnis sind. Mit Umsteigen bin ich insgesamt zweieinhalb Stunden unterwegs. Daher habe ich im Vorfeld – auch wegen des kurzen Tages im Winter – keine allzu lange Etappe geplant. Ich kann entweder bis Rüdesheim oder nach Geisenheim laufen und von dort mit dem Zug zurückfahren. Die Fahrkarte habe ich entsprechend gebucht. So ein Kurztrip am Wochenende ist doch jedes Mal wie ein Urlaub!

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Unwetter auf dem Rheinsteig (26)

Kurz vor dem Zieleinlauf

Auf dem Rheinsteig von Kiedrich nach Schlangenbad (bzw. umgekehrt)

gelaufen am 02. August 2017 – offiziell die 20. Etappe, meine persönliche Etappe 26

10,2 km (mit Zuwegen)

Es ist Mittwoch, der 2. August 2017. Ich sitze um 7 Uhr morgens im Auto und fahre von Bonn den Rhein hinauf Richtung Wiesbaden. Es wird ein schöner Tag und ich bin voll freudiger Erwartung, denn ich habe vor, heute und morgen mein Rheinsteig-Projekt zu vollenden und die letzten beiden Etappen zu wandern. Es fehlen mir noch etwa 27 km dieses traumhaften Wegs zwischen Kiedrich und Wiesbaden (ausgenommen einer Lücke bei Sankt Goarshausen – aber dazu später mehr). Die Übernachtung hätte ich lieber in Georgenborn eingeplant, um die zwei Etappen etwa gleich lang zu halten. Doch weil dort alles ausgebucht war, musste ich auf ein Hotel in Schlangenbad ausweichen. Somit ist die heutige Etappe nur eine kurze. Mit einem Blick in die Wettervorhersage hatte ich diesen Mittwoch und Donnerstag als die besten Tage für mein Unterfangen ausgewählt. Für Dienstag waren noch Gewitter angesagt gewesen.

Besagter Dienstag kam. Bei uns regnete es stark, aber es war kein Unwetter. Doch es gingen dennoch Horrormeldungen durch die Presse: Wiesbaden wäre so stark vom Unwetter getroffen worden, dass der Strom ausgefallen war. Continue reading „Unwetter auf dem Rheinsteig (26)“

Rheinsteig (27) – es ist vollbracht!

Auf Goethes Spuren

Auf dem Rheinsteig von Schlangenbad nach Wiesbaden

gelaufen am 03. August 2017  –  offiziell die 21. Etappe, meine persönliche Etappe 27

18,8 km (mit Zuweg und Umleitungen)

So im Vorübergehen schenkt uns das Leben immer schöne Augenblicke, einfach nur, weil es ihm Freude macht, uns lachen zu sehen!

Der Weg heute war wieder so vielfältig, die verschiedenen Wegabschnitte so mannigfach und unterschiedlich, dass es mir am Ende gar nicht so leicht fällt, mich an alle Eindrücke zu erinnern. Aber ich will es versuchen:

Nach genau zwei Jahren und einem Tag, seit meiner allerersten Etappe stehe ich nun wieder am Rheinsteig und starte zum Zieleinlauf von Schlangenbad nach Wiesbaden. Die Nacht habe ich sehr ruhig und komfortabel in einem großen Appartement im „Residenz & Hotel Am Kurpark“ verbracht und da ich schon um 7 Uhr frühstücken konnte, starte ich bereits um 8 Uhr meine Wanderung. Mein Auto bleibt bis heute Abend in Schlangenbad stehen. Die Etappe gehört mit offiziell 16,5 km zu einer meiner längeren Touren, aber die meiste Zeit soll es bergab gehen, so dass ich zuversichtlich bin, es gut zu schaffen. Letzten Endes werden es aber 18,8 km, weil ich wegen Bauarbeiten und Sturmschäden drei Umwege gehen muss.

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Der Rheinsteig – mein Traumsteig

Mein Weitwanderprojekt von 2015 bis 2017

Ich bin den 320 km langen Rheinsteig mit all seinen Aufs und Abs vom 3. August 2015 bis zum 5. August 2017 gewandert. Immer nur in einzelnen Etappen. Wie es dazu kam, könnt ihr lesen unter „Wandern ist für mich…“

Da ich dieses Blog erst Ende Juli 2017 gestartet habe, veröffentliche ich jetzt nach und nach die Berichte meiner einzelnen Etappen. Ich habe nicht nur die offiziellen 21 Etappen gebraucht, sondern insgesamt 28, weil ich mehrere Abschnitte verkürzt habe. Anfangs war ich noch nicht so fit und 10 km pro Strecke reichten mir völlig aus.

Auch bin ich nicht mit der offiziellen 1. Etappe vom Bonner Rathaus gestartet, da ich anfangs keine Lust hatte im Siebengebirge zu laufen, wo ich die Wege schon zu kennen meinte.

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