Rheinsteig (23) – Willkommen im Rheingau

Unterwegs auf dem Rheinsteig von Assmannshausen bis hinter Rüdesheim (Ebental)

14,3 km (inkl. Zu-, Um- und Abwege), letztes Stück und Anfang der offiziellen 17. und 18. Etappe, meine persönliche Etappe 23

gewandert am 06. Januar 2017

Gps-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/taunus/rheinsteig-teile-der-17.-18.-etappe-zwischen-assmannshausen-und-ruedeshei/113919862/ (korrigiert, ohne „Verlaufer“)

Mein Rheinsteigprojekt hat es ins Jahr 2017 geschafft!

Geschafft? Oder soll ich sagen, es hat sich bis ins Jahr 2017 hingezogen? Ich sehe das nicht so eng. Schließlich bin ich voll berufstätig und habe nicht jedes Wochenende Zeit, um Wandern zu gehen. Und ich habe mir meine Etappen oft für die schöneren Wetterlagen aufgespart :-).

So langsam kommt das Ende des Fernwanderweges in Sicht. Von Assmannshausen bis Wiesbaden sind es nur noch etwa 67 km. Da der Rhein bei Bingen einen Knick macht, kommt es mir tatsächlich so vor, als würde ich wie um eine Wegbiegung laufen und sich mir dahinter ein ganz neues Panorama eröffnen: der Rheingau heißt mich willkommen.

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in Assmannshausen

Es ist ein sehr sonniger, aber bitterkalter Januartag. Die Vorhersage spricht von -6° bis -12° C. Nach meiner schönen Erfahrung vom 1. November auf dem Rheinsteig sehne ich mich sehr nach einer Fortsetzung und so nehme die lange Anfahrt nach Assmannshausen – dieses Mal mit dem Zug – gerne in Kauf.

Bei Dunkelheit, morgens um 7 Uhr, verlasse ich mit dem Rucksack auf dem Rücken meine Wohnung. Ein Bus, ein IC und eine Regionalbahn bringen mich ans 110 km entfernte Ziel. Es ist so wunderschön aus dem Zugfenster den gesamten bereits gelaufenen Weg nachzuverfolgen. Ich schaue raus und murmele leise die Namen der Orte und Burgen, die an mir vorbeiziehen und die mir noch im Gedächtnis sind. Mit Umsteigen bin ich insgesamt zweieinhalb Stunden unterwegs. Daher habe ich im Vorfeld – auch wegen des kurzen Tages im Winter – keine allzu lange Etappe geplant. Ich kann entweder bis Rüdesheim oder nach Geisenheim laufen und von dort mit dem Zug zurückfahren. Die Fahrkarte habe ich entsprechend gebucht. So ein Kurztrip am Wochenende ist doch jedes Mal wie ein Urlaub!

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Rheinsteig (19) – im Freistaat Flaschenhals

Unterwegs auf dem Rheinsteig zwischen Kaub und Lorch

15,3 km (inkl. Zuwege), die offizielle 16. Etappe, meine persönliche Etappe 19

gewandert am 25. September 2016

gpx-Track: https://www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/tour/praedikats-fernwanderweg/rheinsteig-16.-etappe-kaub–lorch-nord-sued-/1558249/#dm=1

In den letzten Wochen war das Schreiben meiner Berichte vom Rheinsteig meine Belohnung für getane Arbeit. Andere gönnen sich auch etwas Schönes, wenn sie viel zu tun haben, ich habe mir Zeit gegönnt und mir erlaubt, zu schreiben. Jetzt ist wieder so ein Moment. Ich möchte meine Berichte nämlich nicht mehr so lange hinziehen lassen, da ich noch weitere in petto habe von meinen Wanderurlauben des letzten Jahres.

Es ist Ende September, strahlender Sonnenschein und warm bis weit über 25° C. Da muss man doch hinaus! Bei meinen letzten beiden Etappen fehlten mir ja noch einige Kilometer und für die kommende Tour wollte ich mit dem Bus zum Start fahren, der aber nur wochentags als Taxibus auf Bestellung fährt, so dass ich mich für diesen Sonntag für die übernächste Etappe von Kaub nach Lorch entscheide.

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Rheinsteig (18) – von der Loreley gelockt!

Unterwegs auf dem Rheinsteig rund um die Loreley bei Sankt Goarshausen

12,9 km, Teil der offiziellen 15. Etappe, meine persönliche Etappe 18

gewandert am 10. September 2016

Gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/romantischer-rhein/rheinsteig-rundtour-loreley/113583972/

Dieser Wandertag gehörte mal wieder in die Kategorie: „Es kommt anders als geplant…“ Seit Fronleichnam war ich nicht mehr auf dem Rheinsteig gewandert. Für diesen Samstag war heißes, sonniges Wetter angesagt worden. Ich will eine neue Route wagen.

Das letzte Mal habe ich ja den Teil zwischen Wellmich (Burg Maus) und Sankt Goarshausen (Rabenacksteig) wegen der Gewittersorge weggelassen, das waren ca. 4 km Rheinsteig. Die nächste Etappe bis Kaub ist die sogenannte Königsetappe und sie ist 22 km lang, was mir eindeutig zu lang ist. Vorher gibt es aber nur eine Möglichkeit, die Etappe zu verkürzen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzufahren – und zwar an der Loreley. Deshalb habe ich geplant, ab Sankt Goarshausen Nord den Rheinsteigschlenker über Patersberg zu laufen und danach die Loreley zu besteigen. Von dort fährt regelmäßig ein Linienbus zurück zum Bahnhof. Beim nächsten Mal kann ich dann wieder mit dem Bus zur Loreley fahren und bis Kaub wandern.

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Blick über den Rhein: Sankt Goar
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Burg Rheinfels über Sankt Goar

So fahre ich also motiviert nach Sankt Goarshausen, parke mein Auto am Bahnhof und laufe schon um 9 h los. Doch kaum habe ich die Unterführung am Bahnhof durchschritten und den Rheinsteig erreicht, stehe ich vor einem Schild, das mich darüber informiert, dass der Rheinsteig nach Süden wegen eines Erdrutsches gesperrt ist! Mist! Also muss ich umdenken. Im Internet steht, man solle die Schleife um Sankt Goarshausen weglassen.

Ich sehe auf meiner Wanderkarte, dass der Rheinsteig im Süden von Sankt Goarshausen wieder kurz durch die Stadt streift. Also laufe ich über die Hauptstraße bis dorthin und erreiche beim alten Rathaus den Rheinsteig. Continue reading „Rheinsteig (18) – von der Loreley gelockt!“

Rheinsteig (17) – traumhafte Aussichten

Unterwegs von Kestert nach Sankt Goarshausen

11 km, die offizielle 14. Etappe, meine persönliche Etappe 17

gewandert am 26. Mai 2016

Es ist Fronleichnam und ich kann mich von meinen beruflichen Pflichten loseisen. Ich fahre nach Kestert. Am Bahnhof sind leider keine Parkplätze mehr frei. Erst neben der Kirche finde ich noch einen halbwegs akzeptablen Parkplatz, bei dem ich nicht befürchten muss, nachher mein Auto bei der Polizei abzuholen. Ich quetsche mich ganz nah an die Kirchenmauer und hoffe, dass heute kein LKW daran vorbei passen muss.

Heute morgen habe ich noch etwas gearbeitet, weswegen ich erst gegen 12 h vor Ort bin. In einem Hotel-Restaurant an der Uferstraße gehe ich noch einmal zur Toilette und frage nachher die Wirtin nach dem Rheinsteig-Zuweg. Sie weist mir den Weg durch die Pulsbachklamm.

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Erst spät, nachdem ich schon eine recht lange, ungemütliche Strecke an der viel befahrenen Uferstraße entlang gelaufen bin, wird mir mein Irrtum klar. Die Pulsbachklamm ist zwar wunderschön und ich bereue es auch nicht, durch sie hindurch gelaufen zu sein, doch dadurch sind mir 2,5 km Rheinsteig „durch die Lappen“ gegangen. Naja, vielleicht hole ich die ja auch nochmal nach. 🙂

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Pulsbachklamm

Der Weg in der Klamm ist mit Brennnesseln sehr zugewachsen. Vor mir dreht ein junges Pärchen nach 100 m wieder um, weil beide aufgrund der sommerlichen Temperaturen kurze Hosen anhaben und nicht ohne Berührung mit den Nesseln laufen können. Die Klamm ist ein Kleinod. In kleinen Kaskaden fließt der Bach zu Tal. Auf den aufwärts führenden Weg muss ich aber sehr achtgeben, denn er ist schmal, teils rutschig und an der Bachkante stellenweise abgebrochen. Es ist angenehm schattig bei dem warmen Wetter.

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Nach 3,2 km gelaufenen Kilometern erreiche ich endlich den Rheinsteig. Ein wunderschöner Weg schlängelt sich an der Hangkante entlang durch den in dieser Gegend so typischen Eichenwald. Hie und da schauen Schieferfelsen aus dem Grund hervor, der Weg ist durchzogen von Wurzeln. Gute Trittsicherheit ist nötig.

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Rheinsteig (15) – ich überwinde meine Grenze

Unterwegs auf dem Rheinsteig zwischen Filsen und Kestert

ca 15 km, gewandert am 17. März 2016, offizielle 12. Etappe (zweiter Teil) & 13. Etappe, meine persönliche Etappe 15

gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/romantischer-rhein/rheinsteig-12.-etappe-teil-b-und-13.-etappe-von-filsen-nach-kestert/113558024/

Mal was anderes: In einem Wanderblog las ich folgenden Satz einer Wanderin, die vor einem Wegweiserschild stand: „Ich wollte gerade aus wandern.“

Ich finde die Doppeldeutigkeit dieses Schreibfehlers total nett, da die Dame sich zufälligerweise auch nahe der deutschen Grenze befand. Wollte sie nun die Richtung beibehalten und  geradeaus wandern oder wurde es ihr in Deutschland zu blöd und sie wollte tatsächlich gerade auswandern?

Ich bin immer wieder fasziniert, wie man mit unserer Sprache spielen kann und durch kleine Nuancen Stimmungen erzeugen, aber auch den Sinn völlig verändern kann. Kennt ihr ähnliche Sätze? Schreibt sie mir doch mal in die Kommentare, bitte!

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Im Jahr 2016 ging mein Rheinsteigabenteuer natürlich weiter, aber nur langsam. Ich kam nicht so oft dazu, mein Ziel weiter zu verfolgen. Zunächst „holte“ ich die bis jetzt ausgelassenen Rheinsteigkilometer rund um meine Heimat „nach“. (Siehe Blogbeitrag: „Rheinsteig (6, 14, 16 & 20) – Nachsitzen“)

Sobald die Tage länger wurden, konnte ich auch wieder mehr Kilometer einplanen, aber auch die weiteren Anfahrten mussten zeitlich nun mit einbezogen werden. Während der Planungen schreckten mich aber leider auch Beschreibungen in meinem Wanderführer über steile, rutschige Passagen ab, für die man unbedingt Schwindelfreiheit und Trittsicherheit brauche. Von einem Klettersteig bei St. Goarshausen las ich und konnte auch auf (Online-)Karten erst nicht erkennen, ob man den gehen muss oder umgehen darf! Da lief mein Kopfkino auf Hochtouren! Ich suchte nach YouTube-Videos, die mir sichtbare Hinweise geben würden. Erst die Erfahrung vor Ort gab mir nach und nach die Sicherheit, dass „nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wurde“ und dass ich diese „besonderen Wegbeschreibungen“ in Zukunft etwas ignorieren konnte. Es war nämlich alles gar nicht schlimm!

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in Filsen

Im März war es dann endlich so weit: Ein toller Tag, kein einziges Wölkchen trübte den tiefblauen Himmel. Rheinstieg, ich komme! Continue reading „Rheinsteig (15) – ich überwinde meine Grenze“

Mystisch – schöner Rheinsteig (13)

Unterwegs auf dem Rheinsteig von Braubach nach Osterspai

11, 8 km, Teil der offiziellen 12. Etappe, meine persönliche Etappe 13

gewandert am 28. Dezember 2015

gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/romantischer-rhein/rheinsteig-12.-etappe-teil-a-von-braubach-bis-osterspai/113544510/

Nach den Weihnachtsfeierlichkeiten im Jahr 2015 sollte es noch eine letzte Rheinsteigwanderung im alten Jahr sein. Bei uns in Bonn war strahlender Sonnenschein und ein mildes Klima angesagt, ein wunderbarer Winterwandertag! Ab ins Auto und nach Braubach!

Doch je näher ich der Koblenzer Bucht und schließlich Braubach kam, desto dichter wurde der Nebel oder Dunst. Als ich ausstieg, stand ich in einer feuchtkalten grauen Einheitssuppe. Och nö!! So haben wir nicht gewettet! Bei hoher Luftfeuchtigkeit laufe ich doch immer so langsam…..! Soll ich überhaupt losgehen? Brr, ist das kalt! Ich wollte doch so schöne Ausblicke genießen heute!

Zwei Autos neben mir schnürte sich gerade ein junges Wanderpärchen die Stiefel. Was die können, kann ich auch! Genug gezögert und gejammert!

Genau wie das Wanderpärchen führte mich mein erster Weg in die örtliche Touristeninformation. Ich bekam dort gleich drei Stempel für meinen Wanderpass. Danach traf ich wieder mal eine für mich sehr typische Entscheidung: auf dem Burgberg mit der Marksburg, die sich stolz über Braubach erhebt, bin ich schon zweimal gewesen. Heute war absolut kein Ausblick zu erwarten und am Ende ginge es sowieso den Berg wieder hinab. Also, warum unnötig hoch kraxeln, wenn ich auch außen um den Berg herumgehen kann? Gedacht – getan! Der Weg war zwar nicht schön, aber einfach zu gehen. Erst bei der Bartholomäuskapelle traf ich wieder auf den Rheinsteig und dort auch wieder auf das Wanderpärchen, das den „richtigen“ Weg gegangen war.

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Rheinsteig (12) – das Mittelrheintal ruft!

Unterwegs auf dem Rheinsteig von Oberlahnstein nach Braubach

9,3 km, offiziell die 11. Etappe, meine persönliche Etappe 12

gewandert am 22. Dezember 2015

Gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/lahntal/rheinsteig-11.-etappe-ab-oberlahnstein-bis-braubach/113542754/

Am ersten Tag meines Weihnachtsurlaubs darf es wieder eine weitere Rheinsteigetappe sein. Die nicht so spektakulären und wettermäßig wenig ansprechenden vergangenen Etappen haben meiner Rheinsteigsehnsucht keinen Abbruch getan. Heute ist es trocken und ich will hinaus! Ich warte noch die Weihnachtspaketpost ab und komme daher erst um 11:20 h los. Gut, dass die anstehende Etappe nicht so lang ist, sonst käme ich womöglich noch in die Dämmerung. Eine gute Stunde später bin ich in Oberlahnstein.

Warum starte ich in Ober- und nicht in Niederlahnstein? Erstens: Ich muss zur Touri-Info in Oberlahnstein für meinen Stempel. Zweitens: Von Niederlahnstein müsste ich „umsonst“ erst einen Berg hinauf, um dann durch die schon bekannte Ruppertsklamm wieder zur Lahn abzusteigen, diese überqueren und dann den Berg hinauf laufen, den ich von Oberlahnstein aus auch nehmen kann. Ich mag bekannte Wege nicht gern doppelt gehen. Drittens: die Busverbindung für die Rückfahrt ist besser.

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Hexenturm in Oberlahnstein

Ja, richtig erkannt. Ich bin etwas bequem und nehme nicht unbedingt einen Berg zu viel :-). Und so fahre ich eben direkt nach Oberlahnstein, stelle mein Auto auf einem Platz neben dem Hexenturm ab und verschwinde kurz in der dort ansässigen Touri-Info. Die nette Dame, die mir den Stempel aufdrückt, fragt mich, in welche Richtung ich heute laufe und ich erkläre es ihr. Ungläubig starrt sie mich an: „Allein? Auch die Kerkertser Platte?“

Wenn jemand mir so begegnet, arbeitet das etwas in mir und macht mir auch etwas Angst. Ist denn diese Platte gefährlich? In meinem Wanderführer steht nichts Spezielles darüber. Ach, was! Wird schon nicht so schlimm sein.

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Rheinsteig (10 & 11) – wandern in Stadtnähe

Unterwegs auf dem Rheinsteig zwischen Vallendar und Niederlahnstein

gelaufen am 12. & 13. Dezember 2015, die offiziellen 9. & 10. Etappen, meine persönlichen Etappen 10 und 11

8 km (12 km mit Zuwegen) & 11, 2 km

Etappe 9: https://www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/tour/praedikats-fernwanderweg/rheinsteig-09.-etappe-vallendar–koblenz-ehrenbreitstein-nord-sued-/1558259/#dm=1
Etappe 10: https://www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/tour/praedikats-fernwanderweg/rheinsteig-10.-etappe-koblenz-ehrenbreitstein–niederlahnstein-nord-sued-/1505907/

Bei der nächsten Etappe kann ich Doris von meiner Rheinsteigbegeisterung überzeugen und sie auf zwei Etappen mitnehmen. Da es im Dezember nicht lange hell ist und wir auch noch auf den Koblenzer Weihnachtsmarkt gehen wollen, kommen uns die beiden kurzen Etappen vor und nach Koblenz gerade recht. Wir mieten uns für eine Übernachtung in Koblenz ein, lassen das Auto am Hotel stehen und fahren mit dem Bus von Koblenz nach Vallendar, wo ich meine letzte Wanderung zwei Wochen zuvor beendet hatte.

Wandert man zu zweit, wird viel mehr geschnackt und sich mit dem Gegenüber beschäftigt. Das fällt mir gerade auf, denn in meinem Tagebuch von dieser Wanderung stehen gerade mal zwei Sätze und die Anmerkung, dass der Weg „wenig anspruchsvoll und nicht sehr wanderig“ ist. Das könnte aber auch dem nasskalten Dezembertag geschuldet sein. Es befinden sich auch nur vereinzelte Fotos von Doris auf meinem Rechner, weil leider meine SD-Karte zerstört wurde.

Jetzt muss ich schauen, ob ich mich noch an mehr erinnern kann!? Der Wandertag liegt ja auch schon zwei Jahre zurück 🙂

12.12.15: Wir schauen uns kurz in Vallendar die hübschen alten Fachwerkhäuser und die Nepomukbrücke an und starten dann unsere Wanderung mit dem mir schon bekannten Zuweg durch die Fußgängerzone. Der Weg führt uns bald aus dem Ort hinaus zur Pilgerzentrale Schönstatt. Aus Neugier besuchen wir das Gelände und betreten auch den beeindruckenden kreisrunden, riesigen Pavillon, der für Gottesdienste oder andere Versammlungen genutzt wird.

Durch ein Bachtal steigt der Weg stetig an. Insgesamt handelt es sich um eine recht urbane Etappe, die immer wieder Ortschaften und eine Kaserne tangiert, nach Vallendar ist es Urbar, passend zum Adjektiv. Bei Km 6,6 km erreichen wir das Plateau oberhalb der Festung Ehrenbreitstein, wo 2011 die Bundesgartenschau stattgefunden hatte. Schade, dass hier mittlerweile fast Ödnis herrscht. Eine Aussichtsplattform und die Kabinenseilbahn über den Rhein sind erhalten geblieben.

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Ausgiebig besichtigen wir die Festung Ehrenbreitstein – echt sehenswert! Mit der Seilbahn fahren wir zum Deutschen Eck hinunter.

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Aus der großen Basilika St. Kastor erklingt Chorgesang und ich schaue kurz hinein, während Doris telefoniert. Es findet gerade die Generalprobe von Bachs Weihnachtsoratorium statt. Ich tauche spontan in dieses beeindruckende Musikerlebnis ein und erinnere mich an meine Zeit in zwei großen Oratorienchören, als wir das Stück jedes Jahr vor Weihnachten gleich zweimal aufgeführt haben. Damals hing es mir fast zu den Ohren raus, jetzt war es umso berührender, die fünf Paukenschläge, mit denen das Stück beginnt oder die brillanten Trompeten zu hören sowie jede Chorpassage auswendig mitsingen zu können. Das Ambiente der Kirche gibt sein Übriges hinzu. Gänsehaut.

Nach dieser Pause laufen wir zu unserem Hotel etwas außerhalb der Innenstadt, machen uns frisch und starten wieder zu einem Bummel über den Weihnachtsmarkt.

13.12.15: Am nächsten Morgen checken wir aus und parken das Auto am Bahnhof von Koblenz.

1 Blick auf Ehrembreitstein
Blick auf Ehrenbreitstein
2 Blick aufs Koblenzer Schloss
Koblenzer Schloss

Der Himmel verheißt auch heute kein bisschen Sonnenschein. So suchen wir uns unseren Weg über die große Rheinbrücke ans rechte Rheinufer, um dort dem Rheinsteig nach Süden weiter zu folgen.

Durch das idyllische Bienhornbachtal verläuft der Weg auf die Höhe und von da an durch den dichten Wald.

3 im Bienenhorntal4 Misteln im Baum

Lange suchen wir nach einer geeigneten Bank zum Picknicken. Den in unserem Führer erwähnten Aussichtsturm auf dem Lichter Kopf gibt es nicht mehr. Naja, es gäbe ja eh nichts zu sehen. Zugig und feucht weht uns der Wind um die Ohren. Beim Abstieg Richtung Ruppertsklamm und Bahnhof Niederlahnstein kommt uns eine Sinnesliege für ein Fotoshooting ganz recht.

 

Die Ruppertsklamm lassen wir an diesem Tag aus, die sind wir im vergangenen Sommer bei schönen Wetter mit Doris‘ Tochter schon gewandert. Und im Nachhinein würde ich auch unbedingt empfehlen, sie besser hinauf und nicht – wie der N-S Rheinsteig – hinunter zu laufen. Das sind Bilder von damals:

9 Lahnstein
Lahntal
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Blick auf Stolzenfels

Mit dem Zug fahren wir zurück nach Koblenz. Kaum am Auto angekommen, öffnen sich die Himmelsschleusen und es gießt in Strömen. Noch mal Glück gehabt…

Zurückblickend müssen Doris und ich uns eingestehen, dass diese beiden Kurzetappen nicht sehr reizvoll waren. Lag es an der Jahreszeit und am Wetter? Es käme darauf an, den Test zu einer netten Jahreszeit zu wiederholen, oder?

 

Rheinsteig (7) – sonniger Herbst im Wiedtal

Unterwegs auf dem Rheinsteig zwischen Neuwied Niederbieber nach Rengsdorf

gewandert am Samstag, 3. Oktober 2015, zweiter Teil der offiziellen 6. Etappe, meine persönliche Etappe 7
11,1 km
https://www.outdooractive.com/de/wanderung/romantischer-rhein/rheinsteig-teil-b-der-6.-etappe-von-neuwied-niederbieber-bis-hinter-rengsd/113406356/

Am Tag der deutschen Einheit, zog es mich wieder zum Rheinsteig. Zuletzt war ich bis hinter Neuwied-Niederbieber gelaufen. Da ich den Flusslauf der Wied aber nicht an dieser Stelle überqueren konnte, musste ich wieder ab Niederbieber auf dem Wiedweg zum Rheinsteig laufen. Bei Streckenwanderungen parke ich gerne mein Auto am Zielort, um am Ende der Wanderung zeitlich nicht abhängig von selten fahrenden Bussen zu sein. Ich suche mir aber vorher die Busfahrzeiten vom Ziel zum Start heraus und fahre morgens so an, dass ich passend da bin.

In diesem Fall fuhr ich nach Rengsdorf und stellte mich an die Haltestelle, an der der Bus nach Neuwied Niederbieber fahren sollte. Ich war zeitig dran, d.h. 15 Minuten eher da. Doch meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, denn es dauerte tatsächlich fast eine Stunde, bis der Bus wirklich kam. Ich war kurz davor aufzugeben, aber eine alte Dame, die mit mir an der Haltestelle wartete, bestätigte mir, dass der Busfahrplan stimme. Wir warteten also. Irgendwie hatte ich die Ruhe weg. Den Weg in umgekehrter Richtung schon mal los zu laufen, kam nicht in Frage, weil der Bus nur alle zwei Stunden fuhr, an diesem Tag nachmittags aber gar nicht mehr. Die Bremshydraulik war Schuld, dass der Bus so spät kam, aber er kam! Nun ja, jetzt will ich mal nicht weiter von Busverspätungen erzählen, sondern von der Wanderung.

Römerbad 1

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Rheinsteig (6, 14, 16 & 20) – „Nachsitzen“

Unterwegs auf dem Rheinsteig zwischen Bonn und Bad Honnef

Draußen ist es grau in grau. Der 31. Dezember. Windig, aber mild. Bis zur gemeinsamen Silvesterfeier mit Freunden ist noch viel Zeit und da ich gerade im „Schreibflow“ bin, dachte ich mir, könnte ich eigentlich mal die Etappen zusammen fassen, die ich am Anfang meines Rheinsteigabenteuers ausgelassen hatte. Ich war mit meiner ersten Etappe ja in Bad Honnef gestartet und hatte danach aber so eine Rheinsteigsehnsucht entwickelt, dass ich die davor liegenden Etappen ab dem Bonner Marktplatz unbedingt noch nachholen wollte. Also, Nachsitzen! Aber ein schönes!

Ich habe diese offiziellen 1. & 2. Etappen des Rheinsteigs aber in meinen Berufsalltag so eingepasst, dass es mehrere kürzere geworden sind, die ich hier – für Menschen, die auch gerne kürzere Touren laufen – so beschreiben möchte. Achtung: Sie sind zwar chronologisch aufgeführt, also zeitlich so, wie ich sie gewandert bin, aber das entspricht nicht der Reihenfolge des Wegs.

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