Mein Ahrsteig – die 2. Etappe

Unterwegs auf dem Ahrsteig von Lommersdorf nach Eichenbach

11,8 Kilometer mit 230 Hm hinauf und 310 Hm hinab

gewandert am Feiertag 1. November 2018

gpx-Track bei Komoot

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Der Wirt im Jägerhof hatte sich gewünscht, dass ich nicht schon um 6 h frühstücken wolle. Diesem Wunsch kam ich gerne nach und erschien wie verabredet erst um 8:20 h im Gastraum. Ich hatte gut geschlafen und auch meine Füße, die gestern Abend noch „gemeckert“ hatten, fühlten sich wieder gut an. Da ich gestern schon auf den Hühnerberg gestiegen bin, verkürzte sich meine heutige Etappe um etwa 1 km. Mein Etappenziel lag in Eichenbach, einen Ort hinter Aremberg, welches sonst häufig von Ahrsteigwanderern als Übernachtungsort ausgewählt wird. In Eichenbach musste ich heute keine bestimmte Zeit für meine Ankunft einhalten, daher hatte ich keinerlei Zeitnot.

Der Wetterbericht im Radio, welches beim Frühstück im Hintergrund lief, prophezeite heute ein stilvolles Grau in Grau mit Regen ab Mittag. Wo war das gute Wetter nur hin, das noch eine Woche zuvor für diesen Tag vorhergesagt worden war?

Ich lief nicht meinen Weg von gestern zurück, sondern ging hinab zum Dorfplatz am Ende der Straße und folgte dort dem ausgewiesenen Zuweg zum Ahrsteig. 12,2 km bis Eichenbach. Noch war es trocken. Die Straße, ja das ganze Dorf lag noch in tiefem Schlaf. Nicht lange, und mein Weg, der Richtung Hühnerberg anstieg, war von Feldern umgeben.

 

Vor mir zeichnete sich im hellen Grau des Horizonts eine kleine Kapelle ab, die einsam und allein Continue reading „Mein Ahrsteig – die 2. Etappe“

Mein Ahrsteig – die 1. Etappe

Unterwegs auf dem Ahrsteig von Blankenheim nach Lommersdorf

14,3 km waren geplant, geworden sind es 16,4 km – 280 Hm

Gpx-Track, gelaufen am 31. Oktober 2018

Da Allerheiligen (1. November) 2018 auf einen Donnerstag fiel und ich zu diesem Zeitpunkt mittwochs und freitags frei hatte, hatte ich fünf Tage am Stück frei und konnte wandern gehen. Die laut Ahrsteig-Hompage vorgeschlagene 1. Etappe geht von Blankenheim bis Freilinger See, die 2. Etappe weiter bis Aremberg. Beide Etappen sind „nur“ ca. 11 km lang. Viele Wanderer laufen beide Etappen in einem Stück. Strammen Kilometermachern kann ich das empfehlen, aber Genusswanderern nicht, denn die zweite Etappe – ich greife vor – bietet nicht sehr viel Abwechslung oder gar Highlights, was am Ende eines langen Wandertages dann ganz schön zermürbend aufs Gemüt wirken kann und einen insgesamt schlechteren Eindruck des Weges hinterlässt, als es die erste Etappe verdient hätte oder ihr gerecht geworden wäre. Das hörte ich zumindest aus dem ein oder anderen Kommentar zum Ahrsteig heraus.

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Erst einmal Warmlaufen

So, wie man sich erst einmal warmlaufen muss, so beginnt der Ahrsteig auch nicht mit den größten Highlights und verschießt sein Pulver nicht gleich am Anfang, aber wer hinschaut, findet die schönen Aspekte am Wegesrand. Dafür finde ich persönlich beim Alleinwandern insgesamt mehr Muße und Blicke für die Kleinigkeiten.

Ich traute mir mehr als 11 km zu, also verlängerte ich meine 1. Etappe am Freilinger See vorbei noch bis nach Lommersdorf, wo ich eine günstige Unterkunft gefunden und reserviert hatte. Eine klitzekleine Abweichung vom Ahrsteig hatte ich allerdings eingeplant, um Höhenmeter zu sparen. Die Anfahrt mit Bus und Bahn über Bonn und Euskirchen nach Blankenheim (Wald) lief gut, dauerte aber fast 2,5 Stunden. Was man vorher planen muss, ist die Verbindung von dem weit außerhalb, quasi im Wald liegenden Bahnhof nach Blankenheim Ort, der nur von einem TaxiBus angefahren wird, den man mindestens 60 Minuten vorher bestellen muss und der leider nicht an Feiertagen fährt – wie ein anderer Ahrsteig-Wanderer am nächsten Tag leidvoll erkennen musste. Aber ich hatte das alles penibel geplant und freute mich, als das Taxi pünktlich vorfuhr und mich zum Startpunkt meiner Wanderung „Blankenheim Bücherecke“ brachte.

 

Hui, wehte hier in der Eifel, am südlichsten Zipfel Nordrhein-Westfalens, ein eisiger Wind! Das tolle, sonnige Wetter, welches mir nur eine Woche vorher meine WetterApp prognostiziert hatte, hatte sich im Laufe der letzten Tage klammheimlich verkrümelt. Der Himmel bestand aus einer einzigen grauen Suppe, so dass die Farben auf den Fotos sich sehr solidarisch mit dem Himmel zeigten. Das Thermometer einer Apotheke zeigte +1 Grad an.

 

Nur 200 m die Straße hinunter durch den Torbogen und ich entdeckte schon das Schild zur Ahrquelle, welche sich Continue reading „Mein Ahrsteig – die 1. Etappe“

Der Ahrsteig

„Mein“ Ahrsteig

Ende Oktober/ Anfang November hatte ich fünf Tage hintereinander Zeit zum Wandern. Mich reizte es, wieder einmal einen Fernweg unter die Füße zu nehmen.

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Hübscher Weg zwischen Blankenheim und Freilingen

Ob mein Fuß alle fünf Tage durchhalten würde? Das war nicht absehbar, also auch nicht planbar. Daher suchte ich nach einem Wanderweg in der Nähe von Bonn, den ich auch zu einem späteren Zeitpunkt in einzelnen Tagesetappen vervollständigen konnte. Auf meinen Wanderungen zum Wanderführer „Wanderungen für die Seele. Rhein, Ahr, Erft“ bin ich teilweise auf dem Ahrsteig gewandert. Und ich wurde neugierig. So entschied ich mich letztlich für den 107 Kilometer langen Ahrsteig, der der Ahr von seiner Quelle im Eifelstädtchen Blankenheim bis zu seiner Mündung in den Rhein bei Sinzig folgt.

Ich werde die folgenden Posts „mein Ahrsteig“ nennen. Denn in altbewährter Manier plante ich meine eigenen Etappen in den für mich passenden Längen. Hauptsache, der Fuß hält durch! Um die Etappen nicht über 14 km lang werden zu lassen, wich ich ab und zu vom Weg ab. So wurde es „mein persönlicher Ahrsteig“. Continue reading „Der Ahrsteig“

Natursteig Sieg – Etappe 10, Rund um Wissen (Teil 2)

Unterwegs auf dem Natursteig Sieg von Birken nach Wissen im Uhrzeigersinn.

12,4 km, 180 Hm hinauf, 320 Hm hinab, 2. Teil der offiziellen 10. Etappe

gewandert am Freitag, den 26.10.2018, Gpx-Track des 2. Teils

Zwei Wochen nach dem ersten Teil der Etappe (siehe voriger Bericht), hatten Doris und ich an einem Werktag wieder gemeinsam Zeit, den zweiten Teil dieser langen Etappe zu laufen. Erneut ergab es sich, dass wir den Bus um 12.30 h ab Wissen-Brückhöfe nach Birken Kirche nahmen. Unser Auto stellten wir aber dieses Mal auf einem von mehreren vorhandenen kostenlosen Parkplätzen am Kreisel zwischen Markstraße und Walzwerkstraße ab, direkt an der Siegbrücke.

Zuverlässig brachte uns der Bus nach Birken und wir liefen gleich los, zunächst durch eine ruhige Wohnstraße eines Neubaugebiets. Über einen Wiesenweg ging es zum Waldrand hinab und durch den Wald hindurch weiter ins Tal des Wipperbachs.

Dieses Mal war das Wetter nicht so herrlich, wie letztens, aber dennoch trocken. Der herbstliche Wald roch feucht und würzig. Besonders gut gefiel mir, wie die Tautropfen auf den roséfarbenen Pappelblättern glitzerten.

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Tropfenspiel

Auch wenn wir in diesem Jahr kaum diesen Fernweg gelaufen sind, hatten wir, kaum im Wald angekommen, das „gewohnte Gefühl Natursteig Sieg“ – das kommt daher, dass wir den Natursteig überwiegend im Winterhalbjahr gewandert sind und die hhe Luftfeuchtigkeit, der Geruch feuchter Erde und das Geräusch raschelnden Laubs unter den Füßen für uns irgendwie zum Natursteig gehörten.

Ein unangenehmes Hundeerlebnis

Als der Talgrund in Sicht kam, sahen wir einen Geländewagen, bei dem der Fahrer gerade den Kofferraum schloss, einstieg und wegfuhr. Kurz darauf kam ein großer, schwarzer Hund hinter einem Holzstapel hervor, witterte uns und begann Continue reading „Natursteig Sieg – Etappe 10, Rund um Wissen (Teil 2)“

Natursteig Sieg – Etappe 10, Rund um Wissen (Teil 1)

Unterwegs auf der 10. Etappe vom Natursteig Sieg von Wissen nach Wissen

25,1 Kilometer, 528 Höhenmeter

Gpx-Daten

gewandert am 10. & 26. Oktober 2018

Soviel zu den Originaldaten. Für Doris und mich stand diese Etappe schon lange an. Wir hatten bereits zwei der kommenden Etappen in Angriff genommen. Die hier war uns aber in Gänze zu lang und so planten wir, sie in der Mitte im Ort Birken-Honigsessen zu teilen. Lustiger Name für einen Ort, oder?

Der Bus, der von Wissen dorthin fährt, verkehrt aber nur Werktags – so meine Information. Dadurch schoben wir die Wanderung immer wieder auf, denn unter der Woche sind wir nur in gemeinsamen Urlauben unterwegs und da geht es meist woanders hin.

Man muss erklären, dass die 9. Etappe zuvor irgendwo im Nichts nördlich des Weilers Holschbach endet und der Zuweg zum Bahnhof Wissen ganze 4,4 Kilometer ausmacht. Dieser Zuweg und auch ein 1,1 km langer Zuweg am Ende der Wanderung machen die Etappe 10 so lang, denn eigentlich wäre sie „nur“ 19,8 km lang.

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Kirche in Birken

1.Teil, 13,6 km, mein gpx-Track bei Komoot

In diesem Oktober war es dann aber endlich soweit. Da ich morgens noch zwei Stunden Unterricht hatte, machten wir uns gegen 11 h auf die einstündige Anfahrt nach Wissen und parkten das Auto am Stadion. Hier fanden wir leicht einen Parkplatz und standen quasi schon auf dem Zuweg. Aufgrund der seltenen Busfahrzeiten entschieden wir uns aber, den ersten Teil der Etappe in umgekehrter Richtung zu laufen und sind daher von der Bushaltestelle „Brück Höfe“ an der Morsbacher Straße mit dem Bus nach Birken gefahren. Andersherum, also zuerst zu wandern und dann den Bus zu nehmen, war uns zeitlich zu unberechenbar.

 

 

Der Bus hielt an der auffälligen Kirche von Birken, die wir uns als erstes anschauten. Interessant fand ich die Reste eines ehemals stattlichen Baumes, der von beiden Seiten aus dem Mauerwerk des Torbogens herausschaute. Dieser Bauteil der Kirche wirkte alt. Das heißt, man hatte damals den Baum nicht fällen wollen und um ihn herum gemauert? Continue reading „Natursteig Sieg – Etappe 10, Rund um Wissen (Teil 1)“

Der „Natursteig Sieg“

In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Auf dem Wanderweg „Natursteig Sieg“ haben Doris und meine gemeinsamen Wanderungen im Jahr 2011 begonnen.

Dieser im Frühjahr 2011 eröffnete Fernwanderweg beginnt vor unserer Haustür und er war unser erstes Wander-Projekt: Wir nahmen uns an unseren Wochenend-Wandertagen einzelne Etappen vor – und was soll ich sagen? Wir sind immer noch nicht fertig.

Gpx-Track, weitere Infos auf https://naturregion-sieg.de/

 

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Kloster Seligenthal

Der Weg ist zurzeit 196,4 km lang und beginnt nicht – wie so viele Wege, die entlang eines Flusses verlaufen – an der Quelle der Sieg, sondern in Siegburg-Wolsdorf, etwa 13 km von der Siegmündung in den Rhein entfernt. Ehrlich gesagt, ist es mir schleierhaft, Continue reading „Der „Natursteig Sieg““

Saar-Hunsrück-Steig (2) – wunderschöne Waldwege und herrliche Aussichten

Unterwegs auf dem Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 2, von Hellendorf zur Saarschleife nach Orscholz

14,1 km (mit Zu- und Umwegen), davon 11,2 km auf dem SHS

gewandert am 31.07.2018

Link zur Homepage des SHS mit den einzelnen Etappen

Auch die 2. Etappe mit 17,2 Kilometern waren Doris und mir unter der glühenden Sonne des Sommers 2018 zu lang. Wir entschieden daher, nur bis zur Saarschleife an der Cloef zu laufen und von dort mit dem Bus zu unserem Ausgangspunkt in Hellendorf zurück zu fahren. Wir notierten uns im Hotel sämtliche Busverbindungen von der Rehaklinik in Orscholz mit Umstieg in Tünsdorf, checkten aus, verstauten unser Gepäck im Auto und machten uns von dort auf den Weg zum Saar-Hunsrück-Steig, wo wir ihn gestern verlassen hatten.

DSCN6103*    Im Rückblick muss ich staunen, wie vielfältig wieder diese doch recht kurze Strecke war. Schattige Waldwege, kleine und urige Waldpfade an Tümpeln vorbei, eine Meditations-Oase mit See in einem Tal, ein verwunschenes Waldstück mit knorrigen Eichen und Geröllfelsen und letztlich schattenlose Wiesenwege, die aber grandiose Weitblicke offenbarten. Ja, und nicht zu vergessen, die berühmte Saarschleife zum Schluss. Wie soll ich das nur alles in einem einzigen Bericht unterbringen? Es wird bestimmt auch eine Foto-Orgie werden.

Fangen wir also vorne an. Um 8:30 h zurück auf dem Steig, verlief dieser in einem gehörigen Abstand zu einem weitläufigen militärischen Areal am Waldrand entlang oder über weiche Wiesenwege. Da es noch früh am Vormittag war, ließ sich die Hitze gut aushalten.

 

Den idyllischen Waldsee, den ein Foto in unserem Wanderführer ankündigte, übersahen wir aber fast: er war nämlich ausgetrocknet. DSC00928 (2)

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Saar-Hunsrück-Steig (1b) – Hitze! Schatten, wo bist du?

Unterwegs auf dem Saar-Hunsrück-Steig vom Parkplatz Rabüscheck nach Hellendorf

9,9 km, davon 8,9 km auf dem SHS, 1. Etappe

Link zur Seite des SHS mit den Etappen

gewandert am 30.07.2018

Gestern sind wir den ersten Teil der Etappe im Rahmen einer Traumschleife gelaufen, heute wollen wir die 1. Etappe beenden. Unser Hotel, Haus Sonnenhof, in dem wir genächtigt haben, steht in Hellendorf unserem heutigen Ziel, weswegen wir mit dem Bus zum Startpunkt fahren. Leider fährt der erst um 9:50 h, so dass wir doch in die Hitze geraten werden. Kurz vor der Abfahrt spricht uns ein Einheimischer an und erkundigt sich, wo wir wandern. Ja, der Weg sei ganz okay, die 2. Etappe sei aber viel schöner. Und überhaupt, sei es doch viel zu heiß zum wandern! Das mussten wir uns im Laufe des Urlaubs mehrmals anhören. Tja, aber wenn der Urlaub nun mal gebucht ist…?

Der Bus kommt pünktlich. Am Rabüscheck, wo wir gestern schon mal geparkt hatten, erreichen Doris und ich schon nach zweihundert Metern wieder den Steig, der hier auch noch parallel mit dem Moselsteig verläuft. Kurz darauf überqueren beide Steige die Landstraße und wir gewahren ein Schild, welches sich fürsorglich um die Moselsteig-Wanderer sorgt:

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Ja, und was ist mit uns, den Saar-Hunsrück-Steig-Wanderern? Hallo?? Um die wäre es doch auch schade, wenn sie unter die Räder kämen! Nein, Spaß beiseite. Warum können sich zwei Projektbüros von Wanderwegen nicht einfach zusammentun und ein gemeinsames Schild entwerfen?

Der erste Teil des Weges geht glücklicherweise noch durch schattigen Wald, dessen Kühle auch die Tiere suchen.

Der Saar-Hunsrück-Steig unterscheidet sich übrigens noch in einem weiteren Detail von anderen Weitwanderwegen: Es gibt Kilometerangaben am Wegesrand!

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Kurz hinter diesem Zeichen unterqueren wir die Autobahn A 8 und trennen uns vom Moselsteig. Mehrere Windräder tauchen auf.

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Ab jetzt heißt es „Sonne pur“, denn es geht schattenlos über freie Felder. Natürlich haben wir teilweise eine weite Sicht (wenn wir die Augen gegen die grelle Sonne abschirmen), aber eben auch die sengende Hitze um uns herum. Der Schatten des Windrads war uns sehr willkommen für eine kurze Trinkpause. Continue reading „Saar-Hunsrück-Steig (1b) – Hitze! Schatten, wo bist du?“

Saar-Hunsrück-Steig (1a) via Panoramaweg Perla

Traumschleife Panoramaweg Perl

9 km (davon 5,3 km auf der 1. Etappe des Saar-Hunsrück-Steigs)

Link zur Seite des Saar-Hunsrück-Steigs mit den Etappen und Traumschleifen (Rundwanderwege)

gewandert am 29.07.2018 mit Doris

In diesem Sommer fuhren Doris und ich wieder für ein paar Tage nach Südosten, um auf dem Saar-Hunsrück-Steig weitere Etappen zu wandern. In 2,5 Std. waren wir da. Und ich muss jetzt schon sagen: dieser Steig bleibt der bisher schönste, den ich je gewandert bin! Klar, der Rheinsteig war auch mega toll und für mich auch eine emotional sehr bedeutsame Erfahrung, aber der besonders hohe Pfadanteil des Saar-Hunsrück-Steigs (kurz SHS) toppt einfach alles! Die Landschaft zwischen Mosel und Saar, die wir auf den ersten Etappen erleben durften, ist sehr abwechslungsreich: bewaldete Hügel, Felder so weit das Auge reicht, Flusstäler mit steilen Weinlagen, Bäche über die kleine Brücken und Stege führen, Seen, Moore und Felsen. Hier wird einem alles geboten!

Wir reisen Sonntag an und weil es so heiß ist, starten wir auch schon um 6:30 h in Bonn, um in den Vormittagsstunden die erste Runde gehen zu können. Um den Transfer, der bei einer Streckenwanderung anfällt, zu vermeiden, haben wir uns die Traumschleife „Panoramaweg Perl“ ausgesucht. Viele der 111 Traumschleifen verlaufen teilweise auf dem SHS, so dass man diesen auch über diese Rundwege gut kennenlernen kann. Die Wahl für die kurze Traumschleife hatte aber noch eine andere Bewandtnis, denn wer meinen Blog verfolgt hat, weiß, dass ich in letzter Zeit keine langen Strecken laufen konnte. Daher haben wir die 17,4 km lange 1. Etappe von Perl Bf nach Hellendorf auf zwei Tage aufgeteilt. Heute, am Anreisetag laufen wir die 9 km lange Traumschleife, die über 5,3 km parallel mit dem SHS läuft, morgen den zweiten Teil der Etappe 1.

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Das Stück vom Bahnhof durch Perl bis zum Dreiländereck schenken wir uns. Es geht eh nur über Straßen durch den Ort. Eine kurze Stippvisite am Startpunkt gibt es allerdings doch noch.

 

 

 

 

 

Dann parken wir das Auto am schattigen Parkplatz Rabüscheck, einem der zwei Startpunkte des Panoramawegs. Es geht vorbei an den ehemaligen Grenzerhäuschen, immer im Wald am Rand von Oberperl entlang. Im Wald ist die Hitze gut zu ertragen. Als wir kurz die Bebauung von Oberperl streifen, entdecken wir ein Kneippbecken und beschließen, dies nach der Wanderung noch einmal aufzusuchen.

Schöne Blicke eröffnen sich ins Moseltal.

 

 

 

 

 

Plötzlich stehen wir vor einem Schilderbaum und sehen, was wir schon einmal geahnt hatten, als wir auf dem Moselsteig unterwegs waren: Auch der Moselsteig startet in Perl und läuft tatsächlich anfangs mit dem SHS parallel. Wir werden also noch mal wiederkommen, wenn wir den Moselsteig zu Ende laufen 🙂

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König-Ludwig-Weg (6) – am Ende nur Kirchen

Unterwegs auf dem König- Ludwig-Weg von Wildsteig nach Halblech-Berghof

Etappe 6,  Donnerstag, dem 24. Mai 2018

4 km gewandert von eigentlich 19,3 km lang, den Rest mit dem Bus gefahren

Gpx-Track bei Komoot von der gesamten Etappe 6, zum Nachwandern.
Hier liste ich noch die beiden letzten Etappen der Vollständigkeit halber auf, wie meine Wanderung ursprünglich geplant war: Etappe 7: Halblech-Hohenschwangau & Etappe 8: Hohenschwangau-Füssen

An diesem Morgen gab mir der erste Schritt aus dem Bett die Gewissheit: Es war eindeutig, ich musste meine Fernwanderung abbrechen. Mein erster „Thruhike“ endete so kläglich… Ich konnte mit den Fußschmerzen nicht weiterlaufen, nicht die heutige Etappe, die mit 19,3 km die längste des Weges gewesen wäre.

In meiner ungemütlichen Unterkunft toppte das Frühstück noch meinen bisherigen, nicht so positiven Eindruck – um es mal freundlich auszudrücken. Als ich in den ersten Stock herunter kam und bei der Vermieterin klopfte, bekam ich auf meine zaghafte Frage nach dem Frühstück die Auskunft, ich solle einfach ins Erdgeschoss herunter gehen, da stünde schon alles für mich bereit. Es war dunkel im Flur unten, kein Licht zeigte mir den Weg, welche der 5 Türen zum Frühstücksraum führt. Ich probierte einfach jede. Peinlich. Die letzte war es dann. Es war nur für mich angerichtet, aber es wirkte, als habe schon jemand anderes davon gegessen, denn im Brotkorb befand sich neben zwei recht trockenen hellen Brötchen noch ein etwa 8 cm langes Reststück einer Laugenbrezel. Die Butter fehlte. Der Deckel des Marmeladenglases war so verklebt, dass ich ihn nicht auf bekam. Im offenen Bücherregal an der Wand stapelten sich wie im ganzen Haus neben Zeitschriften allerlei Krimskrams und ehemalige Deko, zwischendrin aber auch weitere Marmeladen- und Honiggläser, eine offene Kakaopackung und diverse Gewürzensembles. An der Wand hing ein Foto von früher, das zeigte, wie die Hausherrin gerade mit einem Tablett das Frühstück auftrug. Das Regal auf dem Foto sah damals schon genauso kruschtig aus… Bei mir ist es auch nicht super ordentlich – jedem das Seine! Aber ich vermiete meine Zimmer auch nicht. Ich finde, das ist der Unterschied. Der Gast soll sich doch wohl fühlen, oder?

Irgendwann kam die Hausherrin und ich fragte nach Butter. Ach ja, die war ja noch im Gefrierschrank, weil die sonst keiner esse. Müsse ich halt etwas kratzen. Das stellte sich als Unmöglichkeit heraus, weswegen ich mein Brötchen trocken aß und schon nach 10 Minuten machte, dass ich hier vom Acker kam.

Ich lief zur Bushaltestelle. Da ich das Hotelzimmer im nächsten Ort nicht mehr kostenlos stornieren konnte, wollte ich mir noch einen ruhigen Urlaubstag gönnen und erst einen Tag später nach Hause fahren. Die berühmte Wieskirche lag heute auf dem Weg.

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Glücklicherweise gab es gleich morgens einen direkten Bus dorthin und zwei Stunden später der Anschluss nach Buching. So konnte ich mich in Ruhe umschauen. Continue reading „König-Ludwig-Weg (6) – am Ende nur Kirchen“