Saar-Hunsrück-Steig (4 & 5) auf den Traumschleifen „Stausee-Tafeltour“ und „Hochwälder“

Unterwegs auf zwei Traumschleifen – und gleichzeitig auf dem Saar-Hunsrück-Steig (Teile der Etappen 4 & 5)

8,3 Kilometer (davon 6,3 Km SHS), gewandert am 03. August 2018

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Meinem rechten Sprunggelenk ging es nach zwei tagen Pause wieder besser, so dass Doris und ich neben dem täglichen Baden im Losheimer Stausee während unseres Urlaubs im Saarland endlich wieder eine Wanderung planten, schließlich waren wir zum Wandern an den Saar-Hunsrück-Steig gereist!

Losheim bietet sich generell als idealer Standpunkt an, um von dort aus mehrere Traumschleifen oder auch SHS-Etappen zu wandern. Der Fernwanderweg ging direkt an unserem Hotel vorbei, ebenso wie die zwei Traumschleifen Stausee Tafeltour und Der Hochwälder.  Und das war unser Weg. Wir haben beide Traumschleifen zu einem 8,3 km langen Rundweg miteinander verbunden und sind dabei 75 % des Weges auf dem SHS gelaufen. Ziel erfüllt!

 

Die einfache Stausee-Tafeltour ist 10,5 km lang mit 291 Hm. Der Hochwälder ist mit 9,5 km ebenfalls als leicht eingestuft und hat 209 Hm, wobei wir bei der Kombination der beiden Touren nicht viele Höhenmeter gelaufen sind, weil wir z.B. nicht bis Scheiden gelaufen sind, das auf 490 m Höhe das höchste Dorf des Saarlands ist. Da waren wir übrigens schon einmal vor zwei Jahren, als wir die Traumschleife Felsenweg erkundet haben, die auch ein gutes Stück parallel mit dem SHS verläuft.  Soviel zur Information.

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Heute möchte ich vor allem die Bilder sprechen lassen. Continue reading „Saar-Hunsrück-Steig (4 & 5) auf den Traumschleifen „Stausee-Tafeltour“ und „Hochwälder““

Saar-Hunsrück-Steig (2) – wunderschöne Waldwege und herrliche Aussichten

Unterwegs auf dem Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 2, von Hellendorf zur Saarschleife nach Orscholz

14,1 km (mit Zu- und Umwegen), davon 11,2 km auf dem SHS

gewandert am 31.07.2018

Link zur Homepage des SHS mit den einzelnen Etappen

Auch die 2. Etappe mit 17,2 Kilometern waren Doris und mir unter der glühenden Sonne des Sommers 2018 zu lang. Wir entschieden daher, nur bis zur Saarschleife an der Cloef zu laufen und von dort mit dem Bus zu unserem Ausgangspunkt in Hellendorf zurück zu fahren. Wir notierten uns im Hotel sämtliche Busverbindungen von der Rehaklinik in Orscholz mit Umstieg in Tünsdorf, checkten aus, verstauten unser Gepäck im Auto und machten uns von dort auf den Weg zum Saar-Hunsrück-Steig, wo wir ihn gestern verlassen hatten.

DSCN6103*    Im Rückblick muss ich staunen, wie vielfältig wieder diese doch recht kurze Strecke war. Schattige Waldwege, kleine und urige Waldpfade an Tümpeln vorbei, eine Meditations-Oase mit See in einem Tal, ein verwunschenes Waldstück mit knorrigen Eichen und Geröllfelsen und letztlich schattenlose Wiesenwege, die aber grandiose Weitblicke offenbarten. Ja, und nicht zu vergessen, die berühmte Saarschleife zum Schluss. Wie soll ich das nur alles in einem einzigen Bericht unterbringen? Es wird bestimmt auch eine Foto-Orgie werden.

Fangen wir also vorne an. Um 8:30 h zurück auf dem Steig, verlief dieser in einem gehörigen Abstand zu einem weitläufigen militärischen Areal am Waldrand entlang oder über weiche Wiesenwege. Da es noch früh am Vormittag war, ließ sich die Hitze gut aushalten.

 

Den idyllischen Waldsee, den ein Foto in unserem Wanderführer ankündigte, übersahen wir aber fast: er war nämlich ausgetrocknet. DSC00928 (2)

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Saar-Hunsrück-Steig (1b) – Hitze! Schatten, wo bist du?

Unterwegs auf dem Saar-Hunsrück-Steig vom Parkplatz Rabüscheck nach Hellendorf

9,9 km, davon 8,9 km auf dem SHS, 1. Etappe

Link zur Seite des SHS mit den Etappen

gewandert am 30.07.2018

Gestern sind wir den ersten Teil der Etappe im Rahmen einer Traumschleife gelaufen, heute wollen wir die 1. Etappe beenden. Unser Hotel, Haus Sonnenhof, in dem wir genächtigt haben, steht in Hellendorf unserem heutigen Ziel, weswegen wir mit dem Bus zum Startpunkt fahren. Leider fährt der erst um 9:50 h, so dass wir doch in die Hitze geraten werden. Kurz vor der Abfahrt spricht uns ein Einheimischer an und erkundigt sich, wo wir wandern. Ja, der Weg sei ganz okay, die 2. Etappe sei aber viel schöner. Und überhaupt, sei es doch viel zu heiß zum wandern! Das mussten wir uns im Laufe des Urlaubs mehrmals anhören. Tja, aber wenn der Urlaub nun mal gebucht ist…?

Der Bus kommt pünktlich. Am Rabüscheck, wo wir gestern schon mal geparkt hatten, erreichen Doris und ich schon nach zweihundert Metern wieder den Steig, der hier auch noch parallel mit dem Moselsteig verläuft. Kurz darauf überqueren beide Steige die Landstraße und wir gewahren ein Schild, welches sich fürsorglich um die Moselsteig-Wanderer sorgt:

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Ja, und was ist mit uns, den Saar-Hunsrück-Steig-Wanderern? Hallo?? Um die wäre es doch auch schade, wenn sie unter die Räder kämen! Nein, Spaß beiseite. Warum können sich zwei Projektbüros von Wanderwegen nicht einfach zusammentun und ein gemeinsames Schild entwerfen?

Der erste Teil des Weges geht glücklicherweise noch durch schattigen Wald, dessen Kühle auch die Tiere suchen.

Der Saar-Hunsrück-Steig unterscheidet sich übrigens noch in einem weiteren Detail von anderen Weitwanderwegen: Es gibt Kilometerangaben am Wegesrand!

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Kurz hinter diesem Zeichen unterqueren wir die Autobahn A 8 und trennen uns vom Moselsteig. Mehrere Windräder tauchen auf.

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Ab jetzt heißt es „Sonne pur“, denn es geht schattenlos über freie Felder. Natürlich haben wir teilweise eine weite Sicht (wenn wir die Augen gegen die grelle Sonne abschirmen), aber eben auch die sengende Hitze um uns herum. Der Schatten des Windrads war uns sehr willkommen für eine kurze Trinkpause. Continue reading „Saar-Hunsrück-Steig (1b) – Hitze! Schatten, wo bist du?“

Saar-Hunsrück-Steig (1a) via Panoramaweg Perla

Traumschleife Panoramaweg Perl

9 km (davon 5,3 km auf der 1. Etappe des Saar-Hunsrück-Steigs)

Link zur Seite des Saar-Hunsrück-Steigs mit den Etappen und Traumschleifen (Rundwanderwege)

gewandert am 29.07.2018 mit Doris

In diesem Sommer fuhren Doris und ich wieder für ein paar Tage nach Südosten, um auf dem Saar-Hunsrück-Steig weitere Etappen zu wandern. In 2,5 Std. waren wir da. Und ich muss jetzt schon sagen: dieser Steig bleibt der bisher schönste, den ich je gewandert bin! Klar, der Rheinsteig war auch mega toll und für mich auch eine emotional sehr bedeutsame Erfahrung, aber der besonders hohe Pfadanteil des Saar-Hunsrück-Steigs (kurz SHS) toppt einfach alles! Die Landschaft zwischen Mosel und Saar, die wir auf den ersten Etappen erleben durften, ist sehr abwechslungsreich: bewaldete Hügel, Felder so weit das Auge reicht, Flusstäler mit steilen Weinlagen, Bäche über die kleine Brücken und Stege führen, Seen, Moore und Felsen. Hier wird einem alles geboten!

Wir reisen Sonntag an und weil es so heiß ist, starten wir auch schon um 6:30 h in Bonn, um in den Vormittagsstunden die erste Runde gehen zu können. Um den Transfer, der bei einer Streckenwanderung anfällt, zu vermeiden, haben wir uns die Traumschleife „Panoramaweg Perl“ ausgesucht. Viele der 111 Traumschleifen verlaufen teilweise auf dem SHS, so dass man diesen auch über diese Rundwege gut kennenlernen kann. Die Wahl für die kurze Traumschleife hatte aber noch eine andere Bewandtnis, denn wer meinen Blog verfolgt hat, weiß, dass ich in letzter Zeit keine langen Strecken laufen konnte. Daher haben wir die 17,4 km lange 1. Etappe von Perl Bf nach Hellendorf auf zwei Tage aufgeteilt. Heute, am Anreisetag laufen wir die 9 km lange Traumschleife, die über 5,3 km parallel mit dem SHS läuft, morgen den zweiten Teil der Etappe 1.

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Das Stück vom Bahnhof durch Perl bis zum Dreiländereck schenken wir uns. Es geht eh nur über Straßen durch den Ort. Eine kurze Stippvisite am Startpunkt gibt es allerdings doch noch.

 

 

 

 

 

Dann parken wir das Auto am schattigen Parkplatz Rabüscheck, einem der zwei Startpunkte des Panoramawegs. Es geht vorbei an den ehemaligen Grenzerhäuschen, immer im Wald am Rand von Oberperl entlang. Im Wald ist die Hitze gut zu ertragen. Als wir kurz die Bebauung von Oberperl streifen, entdecken wir ein Kneippbecken und beschließen, dies nach der Wanderung noch einmal aufzusuchen.

Schöne Blicke eröffnen sich ins Moseltal.

 

 

 

 

 

Plötzlich stehen wir vor einem Schilderbaum und sehen, was wir schon einmal geahnt hatten, als wir auf dem Moselsteig unterwegs waren: Auch der Moselsteig startet in Perl und läuft tatsächlich anfangs mit dem SHS parallel. Wir werden also noch mal wiederkommen, wenn wir den Moselsteig zu Ende laufen 🙂

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König-Ludwig-Weg (6) – am Ende nur Kirchen

Unterwegs auf dem König- Ludwig-Weg von Wildsteig nach Halblech-Berghof

Etappe 6,  Donnerstag, dem 24. Mai 2018

4 km gewandert von eigentlich 19,3 km lang, den Rest mit dem Bus gefahren

Gpx-Track bei Komoot von der gesamten Etappe 6, zum Nachwandern.
Hier liste ich noch die beiden letzten Etappen der Vollständigkeit halber auf, wie meine Wanderung ursprünglich geplant war: Etappe 7: Halblech-Hohenschwangau & Etappe 8: Hohenschwangau-Füssen

An diesem Morgen gab mir der erste Schritt aus dem Bett die Gewissheit: Es war eindeutig, ich musste meine Fernwanderung abbrechen. Mein erster „Thruhike“ endete so kläglich… Ich konnte mit den Fußschmerzen nicht weiterlaufen, nicht die heutige Etappe, die mit 19,3 km die längste des Weges gewesen wäre.

In meiner ungemütlichen Unterkunft toppte das Frühstück noch meinen bisherigen, nicht so positiven Eindruck – um es mal freundlich auszudrücken. Als ich in den ersten Stock herunter kam und bei der Vermieterin klopfte, bekam ich auf meine zaghafte Frage nach dem Frühstück die Auskunft, ich solle einfach ins Erdgeschoss herunter gehen, da stünde schon alles für mich bereit. Es war dunkel im Flur unten, kein Licht zeigte mir den Weg, welche der 5 Türen zum Frühstücksraum führt. Ich probierte einfach jede. Peinlich. Die letzte war es dann. Es war nur für mich angerichtet, aber es wirkte, als habe schon jemand anderes davon gegessen, denn im Brotkorb befand sich neben zwei recht trockenen hellen Brötchen noch ein etwa 8 cm langes Reststück einer Laugenbrezel. Die Butter fehlte. Der Deckel des Marmeladenglases war so verklebt, dass ich ihn nicht auf bekam. Im offenen Bücherregal an der Wand stapelten sich wie im ganzen Haus neben Zeitschriften allerlei Krimskrams und ehemalige Deko, zwischendrin aber auch weitere Marmeladen- und Honiggläser, eine offene Kakaopackung und diverse Gewürzensembles. An der Wand hing ein Foto von früher, das zeigte, wie die Hausherrin gerade mit einem Tablett das Frühstück auftrug. Das Regal auf dem Foto sah damals schon genauso kruschtig aus… Bei mir ist es auch nicht super ordentlich – jedem das Seine! Aber ich vermiete meine Zimmer auch nicht. Ich finde, das ist der Unterschied. Der Gast soll sich doch wohl fühlen, oder?

Irgendwann kam die Hausherrin und ich fragte nach Butter. Ach ja, die war ja noch im Gefrierschrank, weil die sonst keiner esse. Müsse ich halt etwas kratzen. Das stellte sich als Unmöglichkeit heraus, weswegen ich mein Brötchen trocken aß und schon nach 10 Minuten machte, dass ich hier vom Acker kam.

Ich lief zur Bushaltestelle. Da ich das Hotelzimmer im nächsten Ort nicht mehr kostenlos stornieren konnte, wollte ich mir noch einen ruhigen Urlaubstag gönnen und erst einen Tag später nach Hause fahren. Die berühmte Wieskirche lag heute auf dem Weg.

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Glücklicherweise gab es gleich morgens einen direkten Bus dorthin und zwei Stunden später der Anschluss nach Buching. So konnte ich mich in Ruhe umschauen. Continue reading „König-Ludwig-Weg (6) – am Ende nur Kirchen“

König-Ludwig-Weg (5) – durch die wildromantische Ammerleite

Unterwegs auf dem König-Ludwig-Weg von Hohenpeißenberg über Rottenbuch nach Wildsteig

14,4 von eigentlich 18,2 km gewandert, am Mittwoch, dem 23. Mai 2018

Gps-Track bei Komoot

 

Endlich Sommerferien in Nordrhein-Westfalen!  Also auch für mich, denn vielleicht habt ihr es schon geahnt, dass ich Lehrerin bin. Die letzten Wochen waren mit viel Arbeit gefüllt und meine weiteren Berichte vom König-Ludwig-Weg mussten warten. Doch nun geht es endlich weiter!

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Ich hatte in einer schönen Ferienwohnung in Hohenpeißenberg übernachtet. Morgens stand das Frühstück schon um 7 h im Kühlschrank im angrenzenden Schuppen bereit. Beim Bezahlen durfte ich selbst wählen, wie viel ich für das Frühstück und mein Lunchpaket zahlen wollte. Sehr nett! Ich kam noch kurz mit dem Gastgeber ins Gespräch, weil er extra für mich das Gästebuch holte. Er berichtete mir, dass nicht viele Gastgeber im Ort ihr Domizil für nur eine Nacht hergeben und dass ich bei meiner Reservierung im Januar die erste Buchung für diese Ferienwohnung überhaupt gewesen war. Da hab ich aber Glück gehabt, sie gefunden zu haben! Das Glück war mir auf dieser Wanderung sowieso hold!

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von dort kam ich her

Heute ging ich wieder mit beschwingten Schritten in den Tag. Die längere Pause, die ich durch die kürzere Etappe des Vortags genossen hatte, hat meine lädierten Knochen im rechten Fuß zwar nicht wundergeheilt, aber gut getan und ich konnte die Schmerzen aushalten. Dennoch hatte ich mir die Option herausgesucht, ggf. die letzten 5 Kilometer ab Rottenbuch mit dem Bus zu fahren.

Die Sonnenstrahlen brachen sich nach und nach durch die Bewölkung Bahn. Es sollte wieder ein schöner und sonniger Tag werden! Von meinem Domizil aus, so hatte ich die Karte studiert, müsste ich Richtung Bahnhof laufen. Der König-Ludwig-Weg verläuft von dort erst einmal nach Westen Richtung Peiting, was für viele Wanderer der Übernachtungsort ist und dann erst hinunter an die Ammer zum Waldhaus Schnalz. Wieder viel über Asphalt, so sagte man mir.

Und so folgte ich dem Rat meines Gastgebers und wählte einen direkten Weg hinab zur Ammer. Zwischenzeitlich war ich verunsichert, ob ich noch richtig sei, denn der Weg im Wald war sehr zugewuchert und an einer Stelle überquerte er direkt die Bahngleise, ohne dass Continue reading „König-Ludwig-Weg (5) – durch die wildromantische Ammerleite“

König-Ludwig-Weg (4) – „Schwaden von Lindenblüten und sonnigem Heu“

Unterwegs auf dem König-Ludwig-Weg von Wessobrunn bis Hohenpeißenberg, Etappe 4 14, 5 km, gewandert am 22. Mai 2018 Gpx-Track bei Komoot Ich sitze hier an meinem Schreibtisch und süppel‘ genüsslich ein König Ludwig Helles. Ja richtig, seit meiner Wanderung durch Bayern bin ich Fan diese Bieres! Nun will ich mich mal an meine vierte Etappe […]

Unterwegs auf dem König-Ludwig-Weg von Wessobrunn bis Hohenpeißenberg

 

14,5 km, Etappe 4

gewandert am Dienstag, dem 22. Mai 2018

Gpx-Track bei Komoot

 

Ich sitze hier an meinem Schreibtisch und süppel‘ genüsslich ein König Ludwig Helles. Ja richtig, seit meiner Wanderung durch Bayern bin ich Fan diese Bieres!

Nun werde ich mich mal an meine vierte Etappe erinnern: Ich will den Fokus nicht zu sehr darauf richten, aber ….. – sie begann mit heftigen Schmerzen. Bereits um 4:30 h erwachte ich das erste Mal und fühlte diesen stechenden Schmerz auf dem Fußgewölbe meines rechten Fußes. Da reichte schon die Berührung der Bettdecke. Aua! Den Schmerz kannte ich. Den hatte ich zuletzt nach einer langen Wanderung und da konnte ich am nächsten Morgen nicht mehr auftreten und erst gegen Mittag wieder normal gehen. Musste ich etwa jetzt schon aufgeben?? Nach nur drei Tagen? Ich beschloss erst einmal weiter zu schlafen, sofern das Vogelkonzert und der langsam wieder einsetzende, enorm laute Autoverkehr vor dem offenen Fenster es zuließen. Es ging, ich schlief wieder ein.

Nach dem Aufstehen schlurfte ich, den rechten Fuß nachziehend, ins Bad. Dann zog ich eine feste Kompressionssocke an, die den Schmerz gleichmäßig auf den ganzen Fuß verteilte (klingt komisch, ist aber so)  und ging um 7:30 h zum Frühstück. Catherine, die Australierin, mit der ich am vorigen Abend essen gegangen war, kam erst in den Frühstücksraum, als ich schon fertig war. Wir verabschiedeten uns, denn ich wusste, dass sie den Weg über Paterzell nehmen und bis Rottenbuch laufen wollte, ich aber die Alternativstrecke über St. Leonhard im Forst und nur bis Hohenpeißenberg. Wir werden uns wohl nicht wieder treffen.

In den Wanderschuh gezwängt, fühlte sich mein Fuß schon etwas besser an. Ich war erstaunt, dass ich den Schmerz wirklich „wegtreten“ konnte, indem ich mutig losmarschierte. Mein Rucksack kam mir mittlerweile gar nicht mehr schwer vor und fühlte sich sehr vertraut auf meinem Rücken an. Sicherheitshalber ließ ich mir aber vom Hotelwirt noch die Nummer eines Taxisunternehmens geben.

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Um 8:20 h ging es los. Ein letzter Abstecher führte mich unter die riesigen Linden vor dem Hotel, wo der große Findling mit dem eingemeißelten Wessobrunner Gebet in althochdeutscher Sprache steht.

Weiter ging es an der Hauptstraße entlang durch Wessobrunn, vorbei an der Bäckerei, wo ich mir ein Lunchpaket besorgte und kurz danach an einem Bauernhof in den Wald, wo sich der König-Ludwig-Weg vom Jakobsweg trennte.

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Hier folgte ich der in meinem Buch ausgewiesenen Alternativstrecke, also dem Jakobsweg. Dieser Weg war etwas kürzer und da ein Berganstieg am Ende meiner Etappe anstand, hatte ich diese im Vorfeld bewusst kürzer geplant.

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Im Wald ging es per Brücke über eine Klamm und dahinter steil den Berg hinauf.

Puh, es war am frühen Morgen schon recht warm. Als ich gerade mein Fleece verstaute, kam eine junge Jakobswanderin des Weges, die ich bereits in der Bäckerei gesehen hatte. Continue reading „König-Ludwig-Weg (4) – „Schwaden von Lindenblüten und sonnigem Heu““

König-Ludwig-Weg (3) – auf nach Wessobrunn!

Unterwegs auf dem König-Ludwig-Weg von Andechs nach Wessobrunn

19 km, Etappe 3

gewandert am Pfingstmontag, dem 21. Mai 2018

Gps-Track auf Komoot (rechne minus 6,8 km Schifffahrt über den Ammersee)

Als ich an diesem Morgen aufwachte und aus dem Fenster schaute, leuchtete mir ein tiefblauer, wolkenloser Himmel entgegen. Geniales Wetter!

In großer Vorfreude auf den bevorstehenden Wandertag packte ich meinen Rucksack schon etwas schneller als noch am vorigen Tag. Pünktlich um 7 Uhr brachte mir Frau Gerhardt das bestellte Frühstück, welches ich auf der Terrasse sitzend einnahm. Hach, war das schön! Da ich schon wusste, dass ich am Abend in Wessobrunn kein Restaurant vorfinden werde, packte ich mir die übriggebliebenen Brötchen als Proviant ein. Das einzige Hotel in Wessobrunn, in dem ich mein Zimmer gebucht hatte, renovierte nämlich gerade das Restaurant.

Ich verließ um 7:45 h das hübsche Appartement (www.urlaub-in-andechs.de) und machte mich wieder auf die Socken. Vor der heutigen 19 km langen Strecke hatte ich etwas Respekt, weil ich bisher noch nie eine längere Tour als 18 km gelaufen bin, schon gar nicht mit schwerem Rucksack. Mir fehlten schlicht Erfahrungswerte. Andere König-Ludwig-Weg-Wanderer, die ihr Gepäck transportieren ließen, sind die letzte Etappe von Starnberg weiter bis Herrsching gelaufen oder haben sogar nach Dießen übergesetzt. Dieser Abschnitt zum Ammersee stand mir nun bevor.

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Am Rand von Andechs-Erling

Ich hatte mir im Vorfeld meine Etappen selbst eingeteilt und dabei geplant, nicht mehr als 20 km/Tag zu laufen. Für die Tage mit Berganstiegen waren die Etappen deutlich kürzer angesetzt. Im Zug auf der Hinfahrt war ich mit einer Frau ins Gespräch gekommen, die sich mir am liebsten gleich zur Wanderung angeschlossen hätte. Sie fragte nach meinen Etappenlängen und als ich meinte, es wären im Schnitt 16,5 km pro Tag, nickte sie zustimmend: „Da Sie keinen Pausentag eingeplant haben, ist das die richtige Länge“. Ups, an einen Pausentag hatte ich überhaupt nicht gedacht!

Continue reading „König-Ludwig-Weg (3) – auf nach Wessobrunn!“

König-Ludwig-Weg (2) – durch Wald und Feld zum heiligen Berg

Unterwegs auf dem König-Ludwig-Weg von Starnberg (Percha) nach Andechs

18 km, Etappe 2,

gewandert am Pfingstsonntag, dem 20. Mai 2018

Gps-Track bei Komoot

Die Nacht im Gasthof „Zum Brückenwirt“ war kurz. Und laut. Zunächst hatte ich Mühe, vor 24 h einzuschlafen, weil mein Zimmer über der Wirtsstube und gegenüber der Treppe lag und ich jeden Menschen hören konnte, der entweder vom Gastraum aus zur Toilette ging, das Gasthaus verließ und vor der Tür redete oder die Treppe hinauf kam. Der Betrieb im Gastraum ging bis 23:30 h, aber auch das Aufräumen und Aufstuhlen bis 0:30 h war gut zu hören, außerdem der nicht unerhebliche Autoverkehr auf der Straße. Um 4:00 h war ich das erste Mal wieder wach, denn die Feuerwehr fuhr mit eingeschaltetem Martinshorn am Hotel vorbei und war in den nächsten zwei Stunden noch mehrmals zu hören. Um 6:20 h klingelte mein Wecker. Und ich war entsprechend müde.

Der Himmel war vom gestrigen Gewitter immer noch wolkenverhangen aus. In den Pfützen auf dem Gehweg sah man, dass es noch regnete. Frühstück gab es schon ab 6:30 h, was ich toll fand und so war ich um 6:50 h vor Ort, die erste und einzige. Nicht besonders hungrig aß ich ein Brötchen und packte mir etwas fürs Mittagessen ein (was vorher abgesprochen war 🙂 ).

Die morgendliche Routine mit dem Packen des Rucksacks gestaltete sich beim ersten Mal noch etwas umständlich, ging dann aber Tag für Tag leichter und schneller vonstatten. Auf dem Stuhl stehend sieht mein Rucksack gar nicht so groß aus, oder? Aber mit 35+10 l ist er der größte, den ich habe und für meine Zwergengröße auch durchaus angemessen. Ich habe nur eine Wechselgarnitur, Ersatzschuhe und Regenschutz mit, aber mit gefüllter Trinkblase wiegt das gute Stück fast 12 kg.

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Um 8 Uhr verließ ich das Hotel und lief zunächst den mir schon bekannten Weg am Starnberger See entlang zum Bahnhof. An der Nepomukbrücke, die heute für meinen ungestörten Übertritt heruntergelassen war, beobachtete ein Vater mit seinem jugendlichen Sohn das Treiben der Fische im Wasser, für deren Fang er hoffnungsvoll eine Angel in selbiges ausgeworfen hatte. Friedlich ruhte der See, ein Schwanenpaar machte mit seinen neun Küken einen Sonntagsausflug.

 

An der Brücke traf ich auf meinen Fernwanderweg und sah auf dem Schild: Ganze 4,2 km hatte ich gestern schon bestritten. Da ging mir durch den Kopf: „Heute ist Pfingstsonntag. An einem Pfingstsonntag ist König Ludwig mysteriös ums Leben gekommen. Nun wandele ich auf seinen Spuren.“

„Wenn im Abendrot die Schönheit der Berge verblasst, ist es kein Sterben, sondern Ruhe vor einem neuen Anfang.“ (gesehen als Kreuzinschrift in Starnberg)

Durch den parkähnlich angelegten Uferbereich, vorbei an hübschen Bootshäusern und Pavillons, dann zur Restaurantmeile am Kai führte mich mein Weg, bis ich zur Unterführung am S-Bahnhof kam.

 

An einem Kiosk erstand ich die ersten Postkarten und lernte, was es heißt, den Rucksack ab und wieder aufzusetzen. Persönlicher Beschluss: Nur noch, wenn es irgend notwendig ist. Der weitere Weg erschloss sich mir von hier an nicht. Die Kioskbesitzerin wies mir noch die Richtung („…da hinten, den Berg Richtung Söcking hinauf!“), doch schon an der nächsten Straßenkreuzung war ich wieder ratlos. Continue reading „König-Ludwig-Weg (2) – durch Wald und Feld zum heiligen Berg“

König-Ludwig-Weg (1) – es beginnt sanft

Auf dem König-Ludwig-Weg, Etappe 1 von Starnberg bis Berg

7,3 km vom S-Bahnhof Starnberg zum Hotel und von dort nach Berg.

Gps-Track bei Komoot, gewandert am Pfingstsamstag, 19.5.2018

Es ist unheimlich laut hier. Stimmengewirr und lautes Lachen. Es ist 19 h und ich sitze in der rappelvollen Wirtsstube „Zum Brückenwirt“ in Starnberg und versuche, zwischen all den Humpen schwingenden Herren nicht allzu sehr aufzufallen. Reden die Bayern eigentlich lauter als Bewohner anderer Bundesländer oder kommt mir das nur so vor? Ich bestelle mir auch eine Maß. Belohnungsbier. Der erste Tag ist geschafft.

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Rückblende: Es war Pfingstsamstag, der Wecker klingelte um 6:45 h, mein Traum, einen Fernwanderweg von Anfang bis Ende in einem Stück zu gehen, begann. Der Rucksack stand seit gestern gepackt bereit und die Zuversicht, dass sich sein Gewicht irgendwann nicht mehr so schwer anfühlen wird, groß. Um 7:20 h verließ ich die Wohnung.

Schon auf den ersten Metern keimte der Gedanke auf, dass ich wohl doch die falschen Wanderschuhe ausgewählt habe. Ich hatte mir nämlich vor einem Dreivierteljahr neue Wanderstiefel von Meindl gekauft, denn bei meinen alten Stiefeln von Lowa war die Sohle so weit abgelaufen, dass der Belag darunter schon angegriffen war. Doch mit diesen Meindl-Tretern war ich leider nicht richtig zufrieden. Obwohl sie leicht sind, eine schicke Farbe haben und ein tolles Profil, das viel Halt gibt, hätte ich gerne an den Zehen mehr Bewegungsfreiheit gehabt und an meinen Knöcheln drückte oft die Seite der innenliegenden Zunge, wenn ich sie fest schnürte. Also suchte ich schon seit ein paar Wochen nach einer Alternative, die mich nicht in Unkosten werfen sollte. In den äußerst leichten Grisport-Stiefeln fühlte ich mich auf Anhieb wohl und erwarb sie. Doch nach dem Einlaufen drückte mir der Knick, der beim Laufen entsteht, auf den Zehenansatz des großen Onkels. Noch mal beim Schumacher weiten lassen. Ja, jetzt passten sie. Ich wählte die neuen Stiefel für die Wanderung aus.

Doch die ersten Schritte vor der Haustür ließen mich an dieser Entscheidung wieder zweifeln. Dass ich aber schon an Tag 2 die Schuhe so weich gelaufen hatte, dass dieses Problem verschwinden wird, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

An der Bushaltestelle schoss mir der zweite Schrecken in die Glieder. „Wo ist eigentlich mein Handy???“ Ich konnte mich nicht erinnern, es heute morgen eingepackt zu haben! Panik! In solchen Momenten rasen die Gedanken: Wieder nach Hause rennen? Dann verpasse ich den Bus und womöglich sogar meinen Zug! Ohne Handy bin ich ggf. aufgeschmissen, wenn ich umknicke in der Wildnis und nicht mehr laufen kann! Hilfe!!! – GANZ RUHIG. Nachdenken. Wo könnte dieses in der heutigen Zeit oft als lebenswichtig angesehene Gerät denn sein? Ach ja, ich hatte es schon gestern Abend in die extra dafür vorgesehene Handy-Innentasche meiner Jacke getan. Eine Tasche, die ich sonst nie benutze. Ich tastete – und große Erleichterung machte sich breit.

So, nun kennt ihr meine klitzekleinen Panikattacken, die auftreten, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es geplant habe. Die reichten dann aber auch für den Rest der ganzen Wanderung. Thanks! 🙂

Der Bus kam pünktlich und brachte mich zum Bonner Hbf. Auch mein ICE fuhr pünktlich ein, so dass ich um 8:14 h meinen reservierten Sitzplatz einnehmen konnte. Die Fahrt am Rhein entlang ließ noch einmal schöne Erinnerungen an die Wanderungen auf dem Rheinsteig (siehe frühere Blogbeiträge) aufkeimen.

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Loreley

Doch bald vertiefte ich mich in meine Lektüre „Schritt für Schritt“ von M. Andrack. Mein Ebook-Reader war mein einziger Luxusgegenstand, den ich mitgenommen hatte, um mir die langen Anfahrten und Abende zu versüßen.

 

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