König-Ludwig-Weg (4) – „Schwaden von Lindenblüten und sonnigem Heu“

Unterwegs auf dem König-Ludwig-Weg von Wessobrunn bis Hohenpeißenberg, Etappe 4 14, 5 km, gewandert am 22. Mai 2018 Gpx-Track bei Komoot Ich sitze hier an meinem Schreibtisch und süppel‘ genüsslich ein König Ludwig Helles. Ja richtig, seit meiner Wanderung durch Bayern bin ich Fan diese Bieres! Nun will ich mich mal an meine vierte Etappe […]

Unterwegs auf dem König-Ludwig-Weg von Wessobrunn bis Hohenpeißenberg

 

14,5 km, Etappe 4

gewandert am Dienstag, dem 22. Mai 2018

Gpx-Track bei Komoot

 

Ich sitze hier an meinem Schreibtisch und süppel‘ genüsslich ein König Ludwig Helles. Ja richtig, seit meiner Wanderung durch Bayern bin ich Fan diese Bieres!

Nun werde ich mich mal an meine vierte Etappe erinnern: Ich will den Fokus nicht zu sehr darauf richten, aber ….. – sie begann mit heftigen Schmerzen. Bereits um 4:30 h erwachte ich das erste Mal und fühlte diesen stechenden Schmerz auf dem Fußgewölbe meines rechten Fußes. Da reichte schon die Berührung der Bettdecke. Aua! Den Schmerz kannte ich. Den hatte ich zuletzt nach einer langen Wanderung und da konnte ich am nächsten Morgen nicht mehr auftreten und erst gegen Mittag wieder normal gehen. Musste ich etwa jetzt schon aufgeben?? Nach nur drei Tagen? Ich beschloss erst einmal weiter zu schlafen, sofern das Vogelkonzert und der langsam wieder einsetzende, enorm laute Autoverkehr vor dem offenen Fenster es zuließen. Es ging, ich schlief wieder ein.

Nach dem Aufstehen schlurfte ich, den rechten Fuß nachziehend, ins Bad. Dann zog ich eine feste Kompressionssocke an, die den Schmerz gleichmäßig auf den ganzen Fuß verteilte (klingt komisch, ist aber so)  und ging um 7:30 h zum Frühstück. Catherine, die Australierin, mit der ich am vorigen Abend essen gegangen war, kam erst in den Frühstücksraum, als ich schon fertig war. Wir verabschiedeten uns, denn ich wusste, dass sie den Weg über Paterzell nehmen und bis Rottenbuch laufen wollte, ich aber die Alternativstrecke über St. Leonhard im Forst und nur bis Hohenpeißenberg. Wir werden uns wohl nicht wieder treffen.

In den Wanderschuh gezwängt, fühlte sich mein Fuß schon etwas besser an. Ich war erstaunt, dass ich den Schmerz wirklich „wegtreten“ konnte, indem ich mutig losmarschierte. Mein Rucksack kam mir mittlerweile gar nicht mehr schwer vor und fühlte sich sehr vertraut auf meinem Rücken an. Sicherheitshalber ließ ich mir aber vom Hotelwirt noch die Nummer eines Taxisunternehmens geben.

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Um 8:20 h ging es los. Ein letzter Abstecher führte mich unter die riesigen Linden vor dem Hotel, wo der große Findling mit dem eingemeißelten Wessobrunner Gebet in althochdeutscher Sprache steht.

Weiter ging es an der Hauptstraße entlang durch Wessobrunn, vorbei an der Bäckerei, wo ich mir ein Lunchpaket besorgte und kurz danach an einem Bauernhof in den Wald, wo sich der König-Ludwig-Weg vom Jakobsweg trennte.

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Hier folgte ich der in meinem Buch ausgewiesenen Alternativstrecke, also dem Jakobsweg. Dieser Weg war etwas kürzer und da ein Berganstieg am Ende meiner Etappe anstand, hatte ich diese im Vorfeld bewusst kürzer geplant.

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Im Wald ging es per Brücke über eine Klamm und dahinter steil den Berg hinauf.

Puh, es war am frühen Morgen schon recht warm. Als ich gerade mein Fleece verstaute, kam eine junge Jakobswanderin des Weges, die ich bereits in der Bäckerei gesehen hatte. Continue reading „König-Ludwig-Weg (4) – „Schwaden von Lindenblüten und sonnigem Heu““

König-Ludwig-Weg (3) – auf nach Wessobrunn!

Unterwegs auf dem König-Ludwig-Weg von Andechs nach Wessobrunn

19 km, Etappe 3

gewandert am Pfingstmontag, dem 21. Mai 2018

Gps-Track auf Komoot (rechne minus 6,8 km Schifffahrt über den Ammersee)

Als ich an diesem Morgen aufwachte und aus dem Fenster schaute, leuchtete mir ein tiefblauer, wolkenloser Himmel entgegen. Geniales Wetter!

In großer Vorfreude auf den bevorstehenden Wandertag packte ich meinen Rucksack schon etwas schneller als noch am vorigen Tag. Pünktlich um 7 Uhr brachte mir Frau Gerhardt das bestellte Frühstück, welches ich auf der Terrasse sitzend einnahm. Hach, war das schön! Da ich schon wusste, dass ich am Abend in Wessobrunn kein Restaurant vorfinden werde, packte ich mir die übriggebliebenen Brötchen als Proviant ein. Das einzige Hotel in Wessobrunn, in dem ich mein Zimmer gebucht hatte, renovierte nämlich gerade das Restaurant.

Ich verließ um 7:45 h das hübsche Appartement (www.urlaub-in-andechs.de) und machte mich wieder auf die Socken. Vor der heutigen 19 km langen Strecke hatte ich etwas Respekt, weil ich bisher noch nie eine längere Tour als 18 km gelaufen bin, schon gar nicht mit schwerem Rucksack. Mir fehlten schlicht Erfahrungswerte. Andere König-Ludwig-Weg-Wanderer, die ihr Gepäck transportieren ließen, sind die letzte Etappe von Starnberg weiter bis Herrsching gelaufen oder haben sogar nach Dießen übergesetzt. Dieser Abschnitt zum Ammersee stand mir nun bevor.

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Am Rand von Andechs-Erling

Ich hatte mir im Vorfeld meine Etappen selbst eingeteilt und dabei geplant, nicht mehr als 20 km/Tag zu laufen. Für die Tage mit Berganstiegen waren die Etappen deutlich kürzer angesetzt. Im Zug auf der Hinfahrt war ich mit einer Frau ins Gespräch gekommen, die sich mir am liebsten gleich zur Wanderung angeschlossen hätte. Sie fragte nach meinen Etappenlängen und als ich meinte, es wären im Schnitt 16,5 km pro Tag, nickte sie zustimmend: „Da Sie keinen Pausentag eingeplant haben, ist das die richtige Länge“. Ups, an einen Pausentag hatte ich überhaupt nicht gedacht!

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