Rheinsteig (17) – traumhafte Aussichten

Unterwegs von Kestert nach Sankt Goarshausen

11 km, die offizielle 14. Etappe, meine persönliche Etappe 17

gewandert am 26. Mai 2016

Es ist Fronleichnam und ich kann mich von meinen beruflichen Pflichten loseisen. Ich fahre nach Kestert. Am Bahnhof sind leider keine Parkplätze mehr frei. Erst neben der Kirche finde ich noch einen halbwegs akzeptablen Parkplatz, bei dem ich nicht befürchten muss, nachher mein Auto bei der Polizei abzuholen. Ich quetsche mich ganz nah an die Kirchenmauer und hoffe, dass heute kein LKW daran vorbei passen muss.

Heute morgen habe ich noch etwas gearbeitet, weswegen ich erst gegen 12 h vor Ort bin. In einem Hotel-Restaurant an der Uferstraße gehe ich noch einmal zur Toilette und frage nachher die Wirtin nach dem Rheinsteig-Zuweg. Sie weist mir den Weg durch die Pulsbachklamm.

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Erst spät, nachdem ich schon eine recht lange, ungemütliche Strecke an der viel befahrenen Uferstraße entlang gelaufen bin, wird mir mein Irrtum klar. Die Pulsbachklamm ist zwar wunderschön und ich bereue es auch nicht, durch sie hindurch gelaufen zu sein, doch dadurch sind mir 2,5 km Rheinsteig „durch die Lappen“ gegangen. Naja, vielleicht hole ich die ja auch nochmal nach. 🙂

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Pulsbachklamm

Der Weg in der Klamm ist mit Brennnesseln sehr zugewachsen. Vor mir dreht ein junges Pärchen nach 100 m wieder um, weil beide aufgrund der sommerlichen Temperaturen kurze Hosen anhaben und nicht ohne Berührung mit den Nesseln laufen können. Die Klamm ist ein Kleinod. In kleinen Kaskaden fließt der Bach zu Tal. Auf den aufwärts führenden Weg muss ich aber sehr achtgeben, denn er ist schmal, teils rutschig und an der Bachkante stellenweise abgebrochen. Es ist angenehm schattig bei dem warmen Wetter.

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Nach 3,2 km gelaufenen Kilometern erreiche ich endlich den Rheinsteig. Ein wunderschöner Weg schlängelt sich an der Hangkante entlang durch den in dieser Gegend so typischen Eichenwald. Hie und da schauen Schieferfelsen aus dem Grund hervor, der Weg ist durchzogen von Wurzeln. Gute Trittsicherheit ist nötig.

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Rheinsteig (15) – ich überwinde meine Grenze

Unterwegs auf dem Rheinsteig zwischen Filsen und Kestert

ca 15 km, gewandert am 17. März 2016, offizielle 12. Etappe (zweiter Teil) & 13. Etappe, meine persönliche Etappe 15

gpx-Track: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/romantischer-rhein/rheinsteig-12.-etappe-teil-b-und-13.-etappe-von-filsen-nach-kestert/113558024/

Mal was anderes: In einem Wanderblog las ich folgenden Satz einer Wanderin, die vor einem Wegweiserschild stand: „Ich wollte gerade aus wandern.“

Ich finde die Doppeldeutigkeit dieses Schreibfehlers total nett, da die Dame sich zufälligerweise auch nahe der deutschen Grenze befand. Wollte sie nun die Richtung beibehalten und  geradeaus wandern oder wurde es ihr in Deutschland zu blöd und sie wollte tatsächlich gerade auswandern?

Ich bin immer wieder fasziniert, wie man mit unserer Sprache spielen kann und durch kleine Nuancen Stimmungen erzeugen, aber auch den Sinn völlig verändern kann. Kennt ihr ähnliche Sätze? Schreibt sie mir doch mal in die Kommentare, bitte!

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Im Jahr 2016 ging mein Rheinsteigabenteuer natürlich weiter, aber nur langsam. Ich kam nicht so oft dazu, mein Ziel weiter zu verfolgen. Zunächst „holte“ ich die bis jetzt ausgelassenen Rheinsteigkilometer rund um meine Heimat „nach“. (Siehe Blogbeitrag: „Rheinsteig (6, 14, 16 & 20) – Nachsitzen“)

Sobald die Tage länger wurden, konnte ich auch wieder mehr Kilometer einplanen, aber auch die weiteren Anfahrten mussten zeitlich nun mit einbezogen werden. Während der Planungen schreckten mich aber leider auch Beschreibungen in meinem Wanderführer über steile, rutschige Passagen ab, für die man unbedingt Schwindelfreiheit und Trittsicherheit brauche. Von einem Klettersteig bei St. Goarshausen las ich und konnte auch auf (Online-)Karten erst nicht erkennen, ob man den gehen muss oder umgehen darf! Da lief mein Kopfkino auf Hochtouren! Ich suchte nach YouTube-Videos, die mir sichtbare Hinweise geben würden. Erst die Erfahrung vor Ort gab mir nach und nach die Sicherheit, dass „nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wurde“ und dass ich diese „besonderen Wegbeschreibungen“ in Zukunft etwas ignorieren konnte. Es war nämlich alles gar nicht schlimm!

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in Filsen

Im März war es dann endlich so weit: Ein toller Tag, kein einziges Wölkchen trübte den tiefblauen Himmel. Rheinstieg, ich komme! Continue reading „Rheinsteig (15) – ich überwinde meine Grenze“